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Andrea Thoma trifft: Prof. Bernd Böttiger „Herzmassage im Bee-Gees-Rhythmus“

Prüfen! Rufen! Drücken! Lebensrettende Herzmassage im Bee-Gees-Rhythmus

 Andrea Thoma trifft den renommierten Kölner Notfall- und Intensivmediziner, Prof. Bernd Böttiger

Wer bei einem Notfall einem Bewusstlosen helfen will, der kann sich eine einfache Gedankenstütze merken und bei der Herzdruckmassage ganz einfach an Musik denken. Zum Beispiel an den legendären Bee Gees-Hit „Staying Alive“. „Dieser schnelle Rhythmus hilft bei der Reanimation des Herzens immer im Takt zu bleiben“, so formuliert das einer der international renommiertesten Spezialisten für Notfall- und Intensivmedizin: Prof. Dr. Bernd Böttiger, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Universitätsklinik Köln, den ich bei einer Talksendung mit Frank Elstner in Baden-Baden getroffen habe. Mehr lesen

Ketogene Diät bei vielen Erkrankungen

Immer öfter wird Krebspatienten eine ketogene oder kohlenhydratarme Diät empfohlen. Sie soll den Krebs „aushungern“ und die Wirksamkeit der Therapie verbessern. Ketogene Diäten werden unter anderem bereits erfolgreich bei Epilepsiepatienten eingesetzt, die nicht auf eine medikamentöse Therapie ansprechen. Eine unterstützende Wirkung bei Krebstherapien ist für den Menschen bisher jedoch nicht nachgewiesen. Der durch die Diät veränderte Stoffwechsel wirkt sich zudem auf die Schilddrüsenfunktion aus und kann eine Hypothyreose begünstigen. Daher sollte während einer ketogenen Ernährung die Schilddrüse der Patienten regelmäßig kontrolliert werden.

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Ketogene Diät als Therapieoption

Ketogene Diäten sind besonders kohlenhydratarm. Der Anteil an Kohlenhydraten liegt meist unter 70 Gramm pro Tag. Gleichzeitig ist der Fettanteil sehr hoch. Dadurch wird durch Stoffwechselprozesse ein Hungerzustand im Körper nachgeahmt. Diese Diät-Form ist als nicht-medizinische Therapieoption für Patienten mit speziellen Enzymmangelkrankheiten und bei Kindern mit Epilepsie, die nicht medikamentös behandelbar ist, bestätigt und etabliert. Die ketogene Diät wird inzwischen auch öfter für Krebspatienten empfohlen. Die kohlenhydratarme Ernährung verringert das Energieangebot für die Krebszellen und der Krebs wird sozusagen „ausgehungert“. Zusätzlich unterstützt sie die Chemo- oder Strahlentherapie und verringert deren Toxizität – so die Theorie. In der Praxis fehlen jedoch aussagekräftige Humanstudien, die diese Aussagen bestätigen.

Gestörte Schilddrüsenfunktion

In einer Studie aus 2017 stellten Wissenschaftler stattdessen negative Effekte auf die Schilddrüsenfunktion fest. Untersucht haben sie die Auswirkungen einer einjährigen ketogenen Diät bei Kindern mit Epilepsie, die nicht durch Medikamente behandelbar war. Im Verlauf der Studie entstand bei 16,7 Prozent der Kinder eine Schilddrüsenunterfunktion. Der bei der Diät simulierte Hungerzustand führt demnach zu einer verringerten Bildung des Schilddrüsenhormons Triiodthyronin (T3) aus Thyroxin (T4). So kann im Verlauf der Diät eine Schilddrüsenunterfunktion entstehen. In diesem Fall ist eine Medikation mit L-Thyroxin notwendig. Bei einer dauerhaften ketogenen Ernährung ist es daher wichtig, die Schilddrüsenfunktion regelmäßig zu überprüfen.

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