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Bio Wetter aktuell: Es wird naß und kalt. Vorsicht bei zu trockener Raumluft!

Aktuell Monat September: Dr. Günter Gerhardt und die Dipl. Met. Inge Niedek haben gemeinsam viele Jahre das Biowetter im ZDF („Volle Kanne“) erfolgreich moderiert. Gesund-in-rheinmain.de hat die beiden Fernseh-Profis für einen monatlichen Biowetter-Tipp gewinnen können!

 

Peter und Heidi in der Obstplantage

Foto: © Inge Niedek, privat

Der „goldene Oktober“ kann sich jetzt von seiner spät-sommerlichen, aber auch von seiner (extrem) herbstlichen Seite zeigen. Gesund-in-RheinMain hat mit den beiden Biowetter-Experten, Hausarzt und Fernseh-Doc, Dr. Günter Gerhardt und Dipl. Met. Inge Niedek über das herbstliche Wetter und seine Auswirkungen auf unsere Gesundheit gesprochen.

Dr. Günter Gerhardt und Dipl. Meteorologin Inge Niedek.

Inge Niedek: Der September hat sich sogar mit dem ersten Herbststurm dieses Jahres verabschiedet, der aber trotz einiger Behinderungen durch umgestürzte Bäume und herunter gefallene Äste, ganz glimpflich verlaufen ist. Da bleibt nur die Hoffnung auf einen goldenen Oktober. Danach sieht es allerdings vorläufig nicht aus. Stattdessen tummeln sich Tiefdruckgebiete in schneller Folge über Deutschland. Aber die haben ohne Zweifel etwas Positives, denn sie bringen endlich mehr vom heiß ersehnten Regen, den die Böden dringend brauchen.

Der Regen wird zeitweise von stürmischem Wind begleitet sein, mit Sturmböen auf den Bergen und an der Küste. Es wird kein Dauerregen sein, aber es wird mal kräftiger, mal weniger kräftig regnen. Zum Ende der Woche wird es vor allem in der Mitte und im Süden zeitweise etwas freundlicher, im Norden bleibt es allerdings wechselhaft und windig.

Vielleicht etwas enttäuschend ist die Temperaturentwicklung im Laufe der Woche, denn es wird deutlich kühler. Die höchsten Temperaturen werden nur noch so zwischen 11 und 16 Grad liegen. In den Alpen sinkt die Schneefallgrenze zum Donnerstag auf 1600 Meter. Mit der kühleren Luft sinken auch die Nachttemperaturen auf einstellige Werte, in der Südhälfte sogar bis nahe 0 Grad. In ungünstigen Lagen kann es leichten Frost geben.

Also, wer jetzt Herbsturlaub in Deutschland macht, sollte sich durchaus etwas wärmer anziehen.

Günter Gerhardt: Sicher haben die meisten von Ihnen schon die Heizung laufen. Das ist bei den Prognosen meiner Kollegin auch sicher sinnvoll! Dabei sollten Sie daran denken, dass Heizungsluft vor allem unsere Schleimhäute austrocknet. Nase und Rachen brauchen jetzt Pflege und Unterstützung. Vor allem dann, wenn Sie mit chronischen Beschwerden, wie Allergien, zu kämpfen haben. Werden die Schleimhäute zu trocken, dann haben die Erreger von Außen keine Probleme, sich in Nase und Rachen einzunisten.

Mein Doc-Tipp bei Nasenbluten: Setzen Sie sich aufrecht hin. Legen Sie sich ein kühles und feuchtes Tuch in den Nacken. Beugen Sie dann den Kopf nur leicht zurück. Nehmen Sie Ihre Nase, da wo sie ganz weich ist – also vor dem Knochen – zwischen Ihren Daumen und den Zeigefinger und klemmen Sie sie fest ein (aber bitte nicht zu fest!). Lassen Sie sie wieder locker und wiederholen Sie den Vorgang einige Male. Sie können dabei die Hand auch wechseln.

Bei dieser Biowetterlage empfehle ich Ihnen auch, häufiger als sonst zu lüften. In dieser Jahreszeit ist die Außenluft noch recht feucht. Spaziergänge in dieser feuchten Luft sind besonders hilfreich, weil sie die Atemwege befeuchten.

Wenn es noch deutlich kälter wird, ist vielleicht auch ein Luftbefeuchter hilfreich, der die Raumluft immer wieder mit feuchtem „Nebel“ versorgt. Vor allem, wenn Sie zu Allergien neigen, empfehle ich Ihnen ein solches Gerät für die Räume, in denen Sie sich am Häufigsten aufhalten, wie etwa im Büro, im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer.

Salzhaltige Nasentropfen, wie Nisita und Emser Salz oder Nasensalben (Nisita) helfen ebenfalls, die Nase gut befeuchtet zuhalten. Sie sollten diese Medikamente aber unbedingt täglich – mindestens ein- bis zweimal – benutzen, um eine Austrocknung zu vermeiden.

Auge sollte nicht austrocknen

Das gilt übrigens auch für das Austrocknen der Bindehaut in den Augen, denn das führt schnell zu einer schmerzhaften Bindehautenzündung, die sich unter anderem durch Rötungen im Auge zeigt. Lassen Sie das bei einem Augenarzt direkt abklären! Er nimmt normalerweise einen Abstrich aus dem Auge, um eine sogenannte Conjunctivitis epidemica auszuschließen. Sie zeigt sich meistens durch Augenbrennen, Unwohlsein, Kopfschmerzen und Fieber.

Ein anderes Phänomen der trockenen Raumluft ist Heiserkeit. Dabei kommt es zu einem Anschwellen der Kehlkopfschleimhaut und der Stimmbänder. Diese verlieren dann schnell ihre Fähigkeit für Schwingungen. Schließt die Stimmritze nicht mehr richtig, verstärkt das die Heiserkeit bis hin zu einem „Gekrächze“.

Inge Niedek: Unabhängig vom Wetter wird uns der Oktober mit einer herrlichen Farbenpracht durch die bunte Blattfärbung verwöhnen. Da auch die Wetterfrösche noch nicht bis ans Ende des Monats schauen können, bleibt immer noch die Hoffnung auf einige „goldene Oktobertage“

Text ©:ATH Medien, Dr. Günter Gerhardt, Dipl. met. Inge Niedek.

Foto: © Inge Niedek, privat

Bilde: Copyright:123RF.com

 

 

Andrea Thoma trifft: Prof. Bernd Böttiger „Herzmassage im Bee-Gees-Rhythmus“

Prüfen! Rufen! Drücken! Lebensrettende Herzmassage im Bee-Gees-Rhythmus

 Andrea Thoma trifft den renommierten Kölner Notfall- und Intensivmediziner, Prof. Bernd Böttiger

Wer bei einem Notfall einem Bewusstlosen helfen will, der kann sich eine einfache Gedankenstütze merken und bei der Herzdruckmassage ganz einfach an Musik denken. Zum Beispiel an den legendären Bee Gees-Hit „Staying Alive“. „Dieser schnelle Rhythmus hilft bei der Reanimation des Herzens immer im Takt zu bleiben“, so formuliert das einer der international renommiertesten Spezialisten für Notfall- und Intensivmedizin: Prof. Dr. Bernd Böttiger, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Universitätsklinik Köln, den ich bei einer Talksendung mit Frank Elstner in Baden-Baden getroffen habe. Mehr lesen

Ketogene Diät bei vielen Erkrankungen

Immer öfter wird Krebspatienten eine ketogene oder kohlenhydratarme Diät empfohlen. Sie soll den Krebs „aushungern“ und die Wirksamkeit der Therapie verbessern. Ketogene Diäten werden unter anderem bereits erfolgreich bei Epilepsiepatienten eingesetzt, die nicht auf eine medikamentöse Therapie ansprechen. Eine unterstützende Wirkung bei Krebstherapien ist für den Menschen bisher jedoch nicht nachgewiesen. Der durch die Diät veränderte Stoffwechsel wirkt sich zudem auf die Schilddrüsenfunktion aus und kann eine Hypothyreose begünstigen. Daher sollte während einer ketogenen Ernährung die Schilddrüse der Patienten regelmäßig kontrolliert werden.

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Ketogene Diät als Therapieoption

Ketogene Diäten sind besonders kohlenhydratarm. Der Anteil an Kohlenhydraten liegt meist unter 70 Gramm pro Tag. Gleichzeitig ist der Fettanteil sehr hoch. Dadurch wird durch Stoffwechselprozesse ein Hungerzustand im Körper nachgeahmt. Diese Diät-Form ist als nicht-medizinische Therapieoption für Patienten mit speziellen Enzymmangelkrankheiten und bei Kindern mit Epilepsie, die nicht medikamentös behandelbar ist, bestätigt und etabliert. Die ketogene Diät wird inzwischen auch öfter für Krebspatienten empfohlen. Die kohlenhydratarme Ernährung verringert das Energieangebot für die Krebszellen und der Krebs wird sozusagen „ausgehungert“. Zusätzlich unterstützt sie die Chemo- oder Strahlentherapie und verringert deren Toxizität – so die Theorie. In der Praxis fehlen jedoch aussagekräftige Humanstudien, die diese Aussagen bestätigen.

Gestörte Schilddrüsenfunktion

In einer Studie aus 2017 stellten Wissenschaftler stattdessen negative Effekte auf die Schilddrüsenfunktion fest. Untersucht haben sie die Auswirkungen einer einjährigen ketogenen Diät bei Kindern mit Epilepsie, die nicht durch Medikamente behandelbar war. Im Verlauf der Studie entstand bei 16,7 Prozent der Kinder eine Schilddrüsenunterfunktion. Der bei der Diät simulierte Hungerzustand führt demnach zu einer verringerten Bildung des Schilddrüsenhormons Triiodthyronin (T3) aus Thyroxin (T4). So kann im Verlauf der Diät eine Schilddrüsenunterfunktion entstehen. In diesem Fall ist eine Medikation mit L-Thyroxin notwendig. Bei einer dauerhaften ketogenen Ernährung ist es daher wichtig, die Schilddrüsenfunktion regelmäßig zu überprüfen.

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