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Bio Wetter aktuell: Im Januar werden die Tage endlich wieder länger!

Aktuell Monat Januar: Dr. Günter Gerhardt und die Dipl. Met. Inge Niedek haben gemeinsam viele Jahre das Biowetter im ZDF („Volle Kanne“) erfolgreich moderiert. Gesund-in-rheinmain.de hat die beiden Fernseh-Profis für einen monatlichen Biowetter-Tipp gewinnen können!

Foto: Niedek privat

Gesund und vital trotz Licht- und Wetterstress. So heißt die Devise für Januar und Februar. Der Lichtblick: Es wird, wenn auch ganz langsam, jetzt draußen wieder heller. Gut für unsere Psyche.

Wie das winterliche Wetter in den nächsten Wochen aussehen könnte und wie wir damit am besten umgehen, zu diesem Biowetterdialog haben wir wieder Dr. Günter Gerhardt und seine Kollegin Inge Niedek, mit der er viele Jahre lang im ZDF das Biowetter moderiert hat, getroffen.

Dr. Gerhardt: Haben wir den Winter schon hinter uns, liebe Inge Niedek?

 Inge Niedek: Nein. Ganz und gar nicht. Immerhin zählen die beiden kommenden Monate, statistisch gesehen, tatsächlich zu den kältesten des Jahres. Dabei fallen die besonders kalten Tage häufig auf Ende Januar und Anfang Februar.

Für Meteorologen fängt der Winter am 1. Dezember an und hört Ende Februar auf. Die Sonne steht in dieser Zeit dann relativ niedrig am Horizont. Die Sonnenstrahlen treffen nur in einem kleinen Winkel auf die Erde. Deshalb wird es spät hell und früh wieder dunkel. Kein Wunder, dass sich viele Menschen dann lieber zuhause verkriechen.

In dieser Zeit kommen besonders häufig Patienten mit Schlafstörungen in meine Praxis. Das hängt mit dem erwähnten natürlichen Zeitgeber, dem Tageslicht, das uns jetzt fehlt, eng zusammen. Wir halten uns gerade in der kalten Jahreszeit besonders häufig in Räumen mit viel Kunstlicht auf.

 In der Folge des fehlenden Lichts bleibt der Blutspiegel des Schlafhormons Melatonin auch tagsüber erhöht. Wir sind dauernd müde, abends aber nicht müde genug, um durchschlafen zu können.

 Hilfreich ist jetzt in jedem Fall ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft. Sowohl durch Bewegung als auch durch Tageslicht wird das Wohlfühlhormon Serotonin gebildet, welches das Melatonin verdrängt und damit wird ein guter Schlaf gefördert.

 Im Januar macht es sich positiv bemerkbar, dass die Tage langsam wieder länger werden, denn die Sonne steht jetzt bereits rund 3,5 Grad höher über dem Horizont als zur Wintersonnenwende im Dezember.

Doch ihre Kraft reicht noch nicht aus, die Luft spürbar zu erwärmen. Nur kräftige Tiefdruckgebiete, oftmals mit viel Wind, sind in der Lage dazu, die Luft deutlich zu erwärmen. – Eine solche Wetterlage macht aber sicher dem Körper Stress, lieber Doc?

 In jedem Fall. In dieser Jahreszeit kommt es besonders häufig zu Erkältungen. Bei einem Husten empfehle ich jetzt einen Spaziergang in der feuchten Luft. Sie sollte aber dabei nicht zu kalt sein. Bei feuchter Luft, die in unseren Räumen im Winter fehlt, werden die Bronchien gereinigt und letzte Hustenreste beseitigt.

 Eine sinnvolle Präventivmaßnahme für den Körper ist vor allem das Training der Atmung. Trainieren Sie besonders das Ausatmen, damit für die „neue“, sauerstoffreiche Luft genug Platz in der Lunge ist und dieser Sauerstoff dann auch ins Blut geht.

Mein Alltagsentspannungstipp: Tief ein- und in aller Ruhe wieder ausatmen. Wiederholen Sie das mindestens sechs- bis achtmal am Tag.

Wenn der Januar vorbei ist, dann liegt nur noch der Februar als Wintermonat vor uns, aber der ist schon begleitet von der Hoffnung auf den Frühling. In 50 Grad nördlicher Breite – Deutschland liegt etwa zwischen dem 47. und 56. Breitengrad – ist es immerhin im Februar schon rund eineinhalb Stunden länger hell als am kürzesten Tag im Dezember, zum astronomischen Winteranfang um den 20./21. Dezember.

Trotz des „gefühlten Frühlings“ bitte den wärmenden Schal bei Spaziergängen nicht vergessen. Bei Halsentzündungen rate ich Ihnen, den Schal besser wegzulassen, da die Schleimhautschwellung durch die Wärme noch zunimmt. Weitaus besser sind dann kühlende Umschläge.

Gegen den begleitenden Schnupfen helfen Inhalationen mit Wasserdampf. Kommen dann noch Ohrenschmerzen dazu, sollten Sie abschwellenden Nasentropfen auf Meerwasserbasis parat haben, damit der Verbindungsgang zwischen Nase und Ohr frei bleibt. Diese bekommen Sie in der Apotheke oder im Drogeriemarkt.

Ab acht Grad lässt übrigens die Talgproduktion der Haut nach. Sie trocknet aus. Schad- und Reizstoffe können dann schneller eindringen. Wir müssen also gerade im Winter der Haut Flüssigkeit zurückgeben.

 Jetzt bitte keine Feuchtigkeitscreme im Freien benutzen. Das darin enthaltene Wasser kann zu Erfrierungen führen. Fetthaltige Cremes sind angesagt. Am Tag Ihre fetthaltigere Nachtcreme verwenden und Ihre Tagescreme in der Nacht.

Mein 6-Tage-Wohlfühl- und Abhärtungsprogramm für Wetterkapriolen am Jahresanfang:

 

  • Mehr Vollkornprodukte, Obst und Gemüse essen.
  • Mindestens drei Mal wöchentlich einen 30-minütigen strammen Spaziergang machen.
  • Einmal in der Woche in die Sauna gehen.
  • Den Tag mit Wechselduschen beginnen. Zuerst warm abduschen und dann von den Füßen zum Herzen hin kalt duschen.
  • Einmal täglich bewusst entspannen. Dazu gehört auch ein kurzer Nachmittagsschlaf. Oder machen Sie meine gerade erwähnte Atemübung.
  • Sorgen Sie für gute Stimmung, dann steigt der Serotoninspiegel im Gehirn. Serotonin ist unser Wohlfühlhormon. Treffen Sie sich mit Freunden, gehen Sie mal wieder zum Tanzen, machen Sie Gesellschaftsspiele oder einen Kinoabend mit lieben Menschen. 

 

 

 

Text ©:ATH Medien, Dr. Günter Gerhardt, Dipl. met. Inge Niedek.

Foto: © Inge Niedek, privat

Bilder: Copyright:123RF.com

 

 

 

 

Andrea Thoma trifft: Prof. Bernd Böttiger „Herzmassage im Bee-Gees-Rhythmus“

Prüfen! Rufen! Drücken! Lebensrettende Herzmassage im Bee-Gees-Rhythmus

 Andrea Thoma trifft den renommierten Kölner Notfall- und Intensivmediziner, Prof. Bernd Böttiger

Wer bei einem Notfall einem Bewusstlosen helfen will, der kann sich eine einfache Gedankenstütze merken und bei der Herzdruckmassage ganz einfach an Musik denken. Zum Beispiel an den legendären Bee Gees-Hit „Staying Alive“. „Dieser schnelle Rhythmus hilft bei der Reanimation des Herzens immer im Takt zu bleiben“, so formuliert das einer der international renommiertesten Spezialisten für Notfall- und Intensivmedizin: Prof. Dr. Bernd Böttiger, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Universitätsklinik Köln, den ich bei einer Talksendung mit Frank Elstner in Baden-Baden getroffen habe. Mehr lesen

Ketogene Diät bei vielen Erkrankungen

Immer öfter wird Krebspatienten eine ketogene oder kohlenhydratarme Diät empfohlen. Sie soll den Krebs „aushungern“ und die Wirksamkeit der Therapie verbessern. Ketogene Diäten werden unter anderem bereits erfolgreich bei Epilepsiepatienten eingesetzt, die nicht auf eine medikamentöse Therapie ansprechen. Eine unterstützende Wirkung bei Krebstherapien ist für den Menschen bisher jedoch nicht nachgewiesen. Der durch die Diät veränderte Stoffwechsel wirkt sich zudem auf die Schilddrüsenfunktion aus und kann eine Hypothyreose begünstigen. Daher sollte während einer ketogenen Ernährung die Schilddrüse der Patienten regelmäßig kontrolliert werden.

Urheber: Naumenko Foto: ©123RF.com

Ketogene Diät als Therapieoption

Ketogene Diäten sind besonders kohlenhydratarm. Der Anteil an Kohlenhydraten liegt meist unter 70 Gramm pro Tag. Gleichzeitig ist der Fettanteil sehr hoch. Dadurch wird durch Stoffwechselprozesse ein Hungerzustand im Körper nachgeahmt. Diese Diät-Form ist als nicht-medizinische Therapieoption für Patienten mit speziellen Enzymmangelkrankheiten und bei Kindern mit Epilepsie, die nicht medikamentös behandelbar ist, bestätigt und etabliert. Die ketogene Diät wird inzwischen auch öfter für Krebspatienten empfohlen. Die kohlenhydratarme Ernährung verringert das Energieangebot für die Krebszellen und der Krebs wird sozusagen „ausgehungert“. Zusätzlich unterstützt sie die Chemo- oder Strahlentherapie und verringert deren Toxizität – so die Theorie. In der Praxis fehlen jedoch aussagekräftige Humanstudien, die diese Aussagen bestätigen.

Gestörte Schilddrüsenfunktion

In einer Studie aus 2017 stellten Wissenschaftler stattdessen negative Effekte auf die Schilddrüsenfunktion fest. Untersucht haben sie die Auswirkungen einer einjährigen ketogenen Diät bei Kindern mit Epilepsie, die nicht durch Medikamente behandelbar war. Im Verlauf der Studie entstand bei 16,7 Prozent der Kinder eine Schilddrüsenunterfunktion. Der bei der Diät simulierte Hungerzustand führt demnach zu einer verringerten Bildung des Schilddrüsenhormons Triiodthyronin (T3) aus Thyroxin (T4). So kann im Verlauf der Diät eine Schilddrüsenunterfunktion entstehen. In diesem Fall ist eine Medikation mit L-Thyroxin notwendig. Bei einer dauerhaften ketogenen Ernährung ist es daher wichtig, die Schilddrüsenfunktion regelmäßig zu überprüfen.

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