GesundinRheinMain zu Besuch: Dr. Uwe Drews, Rodgau

Dr. Uwe Drews

„Viele Menschen laufen mit Sondermüll im Mund herum!“

– Deutschlands größte Praxis für Umweltzahnmedizin und ihr Leiter, Dr. Uwe Drews –

„Ganzheitliche Zahnmedizin bedeutet weit mehr als nur den Verzicht auf Amalgam. Störungen an Zähnen oder im Kiefer können zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen des gesamten Körpers führen“, sagt Dr. Uwe Drews, Umweltzahnmediziner aus Rodgau. „Deshalb geht es wirklich nicht nur darum, die alten Amalgam-Füllungen aus den Zähnen herausnehmen zu lassen, sondern es geht um die Betrachtung der Zusammenhänge zwischen Zähnen und körperlichen Symptomen.“

 „An jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch“, so formulierte es auch schon Wilhelm Busch. Es scheint aber, dass die Zahnmedizin der letzten 50 Jahre Buschs´ Gedanken von der Ganzheitlichkeit völlig überhört hat. Denn bis vor wenigen Jahren herrschte in der Zahnheilkunde noch das reine Spezialistentum.

Heute beachtet man die immer größer werdende Gruppe der „Multiple-Chemical-Sensitivity (MCS)-Erkrankten in Deutschland. Menschen, die auf Dental-Materialien, die der Zahnarzt bei Plomben, Wurzelbehandlungen, Kronen und Implantaten verwendet, allergisch reagieren. „Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen von solchen Schadstoffen, allgemeinen Umwelteinflüssen- und Belastungen betroffen“, schreibt Dr. Wolfgang Koch, Vorsitzender des Forums Natürliche Zahngesundheit e.V.

Die Symptome sind unter anderem: fortdauernde Abwehrschwäche, chronische Erkrankungen, Tinnitus, diffuse Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, andauerndes Zahnfleischbluten, Schleimhautstörungen, Immunschwäche, Allergien oder neurologische Störungen. Oft liegen Belastungen durch verschiedene Schadstoffe vor, die sich überlagern und verstärken. Das ist dann eine Herausforderung für den Zahnmediziner, den eigentlichen Herd zu finden.

Ein Fallbeispiel aus der Praxis von Dr. Uwe Drews in Rodgau:

Angelika Sauter, 47, ist aus Bamberg angereist. Seit Jahren leidet sie an zunehmender körperlicher Schwäche und neurologischen Problemen. Inzwischen musste sie ihren Beruf aufgeben. Bei ihr wurde vor fast 10 Jahren eine so genannte „Generalsanierung“ der Zähne durchgeführt. Ihr Zahnarzt hatte ihr dazu geraten. Erst nach langen Internetrecherchen entdeckte Frau Sauter den möglichen Zusammenhang zwischen ihren Symptomen und den neuen Zahnfüllungen- und Implantaten. Plötzlich wusste sie, dass ihre körperlichen Symptome vielleicht aus ihrem eigenen Mund kommen.

Schnell fand sie den Kontakt zur Rodgauer Umwelt-Zahnmedizin-Praxis. „Wir haben bei den energetischen Tests und den Bluttests festgestellt, dass die Patientin auf Palladium extrem allergisch reagierte. Genau dieses Material hat ihr Zahnarzt in ihren Kronen und Implantaten mehrfach verarbeitet“, sagt Dr. Drews. „Der Gentest aus der Blutprobe zeigte zudem ein weiteres Problem auf. Ihrem Körper fehlt ein Enzym, das die Schwermetalle im Körper über die Leber abbaut. Diese Faktoren zusammen haben den Körper der Patientin zu einer Art Giftmüll-Deponie gemacht.“

Die Patientin bekam zunächst Infusionen mit dem Enzym Glutathion, einem – normalerweise – im Körper vorkommenden Antioxidanz zur Schwermetall-Entgiftung, das, laut Gentest, dem Körper der Patientin fehlte. Dann mussten vier Zähne komplett gezogen werden und auch einige Füllungen wurden entfernt. Anschließend wurde ihr ein Kurzzeit-Provisorium und zwei Wochen später ein Langzeit-Provisorium angepasst („Die Wunden müssen erst komplett ausheilen“, so Dr. Drews). Erst nach Monaten wurden der Patientin neue, auf allergische Reaktionen getestete Implantate aus Zirkonoxid eingesetzt.

 In Dr. Drews´ Praxis arbeiten noch drei weitere Umwelt-Zahnmediziner. Alle haben ganzheitliche Zusatzausbildungen als Umwelt-Zahnmediziner und sind als ganzheitliche Implantologen ausgebildet. Es gibt ein eigenes Meisterlabor und Zahntechniker, die nach den Test-Ergebnissen die dentale Versorgung der Patienten herstellen. „Als ich die Praxis von meinem Vater 1988 übernommen habe, war die Prophylaxe mein erster Schwerpunkt“, erzählt der 55jährige Zahnarzt. „Dann habe ich schnell erkannt, dass bei uns Zahnärzten das Problem `am Kopf´ aufhört. Das gilt für viele meiner Medizin-Kollegen auch im Umkehrschluss. Es fehlt einfach der ganzheitliche Ansatz zwischen Arzt, Facharzt und Zahnarzt.“

Genau diesen Ansatz stellt die Umwelt-Zahnmedizin seit einigen Jahren her. Denn, nicht die Mundhöhle erkrankt, sondern das Gesamtsystem Mensch. Inzwischen wissen das auch immer mehr Ärzte und Zahnärzte. Jede Störung im Zahnbereich oder Unverträglichkeiten bei Dental-Materialien können Probleme im Körper hervorrufen.

Es ist keineswegs so, dass nur minderwertige oder bekannte toxische Legierungen, wie Amalgam und das damit einhergehende Quecksilber, für Vergiftungen im Körper sorgen können, sondern es sind häufig hochwertige Metalle, wie Gold, Platin, Titan und andere Dental-Bestandteile, die Probleme bei sensiblen Menschen auslösen. Denn alle Metalle und auch Kunststoffe, die in Kronen, Brücken, Stiften, Implantaten, Zahnfüllungen und in Klebern verwendet werden, geben 24 Stunden lang, zum Teil toxische Stoffe in den Organismus ab und können hier Reaktionen auslösen. Deshalb testen Umwelt-Zahnmediziner alle möglichen Unverträglichkeiten aus, bevor sie neue Materialien in die Zähne einbringen. – Der Patient soll nicht vom Regen in die Traufe kommen.

https://www.daszahnzentrum.de/

 

 In einer Praxis für Ganzheitliche Zahnmedizin wird inzwischen auch weitgehend „metallfrei“ gearbeitet. Denn alle Metalle geben Ionen an den Körper ab, deshalb benutzen Umwelt-Zahnmediziner andere Wirkstoffe, wie Keramik oder, bei den Stiften für Implantate, immer häufiger auch Zirkonoxid. Viele Patienten sind heute so genannte ´High Responder´. Sie reagieren extrem empfindlich auf toxische Stoffe und können sie auch im Körper schlecht abbauen.

Aktuelle Studien der Internationalen Gesellschaft für Ganzheitliche Zahn-Medizin (GZM) weisen auf, dass die Gold- und Platinkonzentrationen im Urin und im Stuhl, nachdem ein derartiger Zahnersatz eingesetzt wurde, erheblich ansteigen. Drei Monate danach seien siebenfach erhöhte Werte durch diese Metall-Belastungen im Körper eines Menschen messbar. Oft ist auch Gold ein elektrischer Leiter und wirke wie eine Antenne, so dass die Patienten Geräusche wie von Überlandleitungen hören würden. Das löse dann heftige Probleme im Kopf aus, wie etwa Tinnitus, Kopfschmerzen, Migräne oder das Gefühl verrückt zu werden.

 Zu den Krankheitssymptomen, die häufig in den Ganzheitlichen Zahnarztpraxen festgestellt werden, gehören auch allergische oder psychosomatische Reaktionen auf Brücken und Zahnspangen. Oft enthalten diese Nickel, Kobalt oder Chrom – Stoffe, auf die viele Menschen mit Allergien reagieren. Durch die Metallstrukturen, die diese Brücken oder Spangen zusammenhalten, wirken sie bei manchen Menschen auch wie ein „Elektrizitätswerk“ im Kopf.

Auch können Wurzelfüllungen, die die häufig als Allergen vorkommenden Kolophonium, Eugenol oder Perubalsam enthalten können, zu Unverträglichkeiten führen. Ebenso können Eiweißzerfallsprodukte aus den wurzelbehandelten Zähnen mögliche Auslöser von chronischen Erkrankungen im Körper sein – wie Migräne, Bluthochdruck, Hauterkrankungen.

Warum immer mehr Menschen auf bestimmte Stoffe allergisch oder überempfindlich reagieren, ist heute noch nicht umfassend geklärt. Vorbelastungen, wie zum Beispiel chronische Erkrankungen, Immun-Defekte oder Allergien, können ein Grund für Überempfindlichkeitsreaktionen sein. Aber, die Mundhöhle ist grundsätzlich den höchsten Belastungen mit körperfremden Materialen ausgesetzt, nicht zuletzt den verschiedenen Zahn-Materialien. Alles zusammen kommt im Mund in ein Milieu, das von basisch bis sauer variiert und eine ständig wechselnde Population von Bakterien erlebt. Das sind mögliche Voraussetzungen, damit sich Zahn-Metalle über die Jahre im Körper zersetzen können.

Bei heftigen Krankheitssymptomen stehen für den Patienten Infusionen mit dem Enzym Glutathion an erster Stelle. Aber auch Zeolithe, Algen, Bärlauch und Koriander-Präparate werden empfohlen. Die Entgiftung unterstützen können auch Apfelpektin, Sauerkraut und Ziegenmolke. Viele Ärzte raten, gerade bei Amalgam-Ausleitungen, zusätzlich zu hohen Vitamin C, Selen und Zink-Gaben. Ergänzt durch eine ganzheitliche Ernährung mit biologisch angebauten Früchten, Salaten und Gemüse.

„Die Patienten haben oft schon genug an toxischen Ablagerungen im Körper. Essen sie dann noch schädliche Nahrungsmittel, wohnen in Gegenden, die durch Elektrosmog belastet sind oder haben sogar noch giftige Ausdünstungen in Teppichen, Tapeten oder Hölzern, kann dies zu fatalen Reaktionen des Immunsystems führen“, so Dr. Uwe Drews. „Deshalb ist es unsere Aufgabe, den gesamten Menschen und seine häusliche Umgebung genau zu betrachten, um zu erkennen, wo und in welchem Ausmaß er belastet ist.“

Hintergrund: Ganzheitliche Zahnmedizin/Umwelt-Zahnmedizin

 Die meisten gesetzlichen Krankenkassen zahlen bis jetzt nur für Amalgam-Füllungen. Die Spezial-Keramik „Zirkonoxid-Vollkeramik“, die sich aus der Raumfahrt-Technik entwickelt hat, wird von den gesetzlichen Kassen nicht bezahlt. Diese Kassen kommen auch nicht für Amalgam-Sanierungen oder Störfeld-Beseitigungen auf. Bei Allergien, die auf Dental-Materialien zurückzuführen sind, gibt es ebenfalls keine Zuschüsse für eine Zahn-Sanierung.

Die privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten für Austestungen auf Unverträglichkeiten/Allergien. Man sollte sich im Einzelfall mit seinem behandelten Zahnarzt und mit der Krankenkasse – vor – Testung und Therapie, absprechen.

Für weitere Informationen:

Forum Natürliche Zahn-Gesundheit und Umwelt-Zahnmedizin, www.forum-nat-zahngesundheit.de

Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin (GZM), www.gzm.org

Bundesverband der naturheilkundlich tätigen Zahnärzte Deutschlands e.V. (BNZ), Tel. 0221/3761005

Buchtipps zum Thema:

Dr. Johann Lechner: “An jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch“, Verlag Zabert Sandmann

Klaus-Dieter Runow „Wenn Gifte auf die Nerven gehen“, Südwest-Verlag

Karlheinz Graf „Ganzheitliche Zahnmedizin“, Sonntag Verlag, Stuttgart

Prof. Dr. Wühr, Dr. Koch, Dr. Drews u. a. : Lehrbuch der oralen Medizin, Verlag Systemische Medizin

© Text ath,

© Fotos: ath, Praxis Dr. Uwe Drews