GesundinRheinMain zu Besuch: Ärztin Dr. Fela-Maria Winkler, Frankfurt

Die helfende Kraft der Engel – Die Frankfurter Ärztin Dr. Fela-Maria Winkler arbeitet mit Handauflegen

Eine große Altbauvilla aus dem späten 19. Jahrhundert im Frankfurter Stadtteil Eschersheim. Gediegene Räume mit Stuckdecken, in denen kleine und große Engelsfiguren nebeneinander aufgereiht sind, die wenigen schöne Antiquitäten erzählen die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner und der Duft von frisch gebrühtem Rooibusch-Tee wabert dem Besucher schon im kleinen Entrée entgegen. Mittendrin – die Schulmedizinerin und Heilerin Dr. Fela-Maria Winkler, die der HR-Redakteur und Buchautor Joachim Faulstich in seinem Buch und der ARD-Dokumentation „Das heilende Bewusstsein“ über Nacht Deutschlandweit bekannt gemacht hat. Gesund-in-RheinMain hat die Ärztin besucht.

Dr. Fela-Maria Winkler strahlt die Ruhe eines ZEN-Meisters aus. Seit einigen Jahren praktiziert die gelernte Schulmedizinerin, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde ausschließlich als Heilerin. Sie hat ihre große Innenstadt-Praxis verkauft und das „Haus für moderne Heilungswege“ eröffnet. Hier empfängt sie ihre Patienten, die aus ganz Deutschland angereist kommen, wie im heimischen Wohnzimmer. Im Gespräch ist sie sofort völlig zugewandt. Es herrscht eine Atmosphäre der völligen Entspannung, ein fast meditativer Zustand.

Girm: Was hat sie auf den alten Weg des Heilens mit Handauflegen gebracht? Und, was macht Heilung überhaupt möglich?

Dr. Winkler: „Ich war vor einigen Jahren sehr krank und kam nicht mehr so richtig auf die Beine. Die Schulmedizin konnte mir nicht helfen und so reiste ich durch die ganze Welt, um Heilung zu finden. In Indien, auf Hawaii und bei einem philippinischen Geistheiler fand ich das, wonach ich gesucht hatte: Heilung und einen spirituellen Zugang zu meinen körperlichen Problemen. Als ich wieder nach Hause kam war klar, dass ich neue Wege für meine Arbeit als Ärztin finden musste.

Die Erkrankung als Auslöser eines grundlegenden Wandels? Das ist ein tradiertes Bild vom Heiler oder Schamanen, gerade in der östlichen Medizin. Ist dieser grundlegende Wandel, die In-Frage-Stellung des gesamten Lebens nötig, um wieder gesund zu werden?

Ja, das glaube ich schon. Man muss etwas ändern, wenn sich die Krankheit verändern soll. Nur mit Medikamenten allein kann das bei einer schweren oder chronischen Krankheit nicht gelingen. Es ist der Weg nach Innen, nicht der Intellekt, der die Heilung ermöglicht. Ich hatte viele spirituelle Erlebnisse und Begegnungen mit begnadeten Heilern. Alle sind diesen Weg gegangen. Meine innere Wandlung habe ich bei meinen vielen Erlebnissen mit diesen Heilern vollzogen. Meine äußere Wandlung war die Gründung des „Hauses für moderne Heilungswege“ hier mitten in Frankfurt.

Wie muss man sich Ihren therapeutischen Ansatz vorstellen?    

Ich mache genau wie jeder Arzt oder Therapeut, eine ausführliche Anamnese, nehme mir Zeit, die Geschichte meiner Patienten zu erfragen. Dann pendele ich die körperliche und seelische Konstitution aus. Dabei sehe ich sehr genau, wo die Schwachpunkte im Körper liegen. Ich erkenne auch unerkannte Impfschäden, Vor-Infektionen, Elektrosmog- oder Giftstoffbelastungen. Auch viele ungelöste seelische Konflikte erfühle ich schon bei diesem ersten Gespräch.

Was meinen Sie mit erfühlen?

Ich nehme eine unsichtbare Kraft war, manchmal nur als Gefühl, manchmal aber auch bildhaft. Es sind Begegnungen mit helfenden Energien, die ich auch als Engelswesen im Raum erkenne. Die Naturwissenschaft kann nicht viel über solche Wesen oder Kräfte sagen, im Gegenteil, sie lehnt sie ab, denn diese Kräfte sind nicht messbar. Es sind Energien aus dem Kosmos, die wir alle anzapfen können. Nach der eigenen Einstellung kann man diese Energien als Liebe oder Heilkraft bezeichnen. In jedem Fall nutze ich sie, um Menschen zu helfen.

Wie sieht eine solche Therapie-Sitzung aus?

Oft spreche ich ein kurzes Gebet mit dem Patienten. Dann erfühle ich mit meinen Händen seine Aura. Dabei stelle ich nicht nur körperliche Defekte fest, sondern spüre auch seelische Blockaden. Dann lege ich die Hände auf und überlasse der kosmischen Energie die heilende Arbeit. Das Auflegen der Hände ist die nach Außen sichtbare Form der Therapie. Das eigentliche Heilen geschieht innen, in der Seele des Patienten.

Ich bin der Kanal, der die kosmische Energie anzapft und an den Patienten weiterleitet. Oft setze ich auch die Rückführungstherapie, eine spirituelle Psychotherapie, ein. Dabei komme ich mit den Patienten oft verblüffend schnell an die Ursache eines heutigen Problems heran. Hierbei wird die Heilenergie nicht wie beim Handauflegen in ein gestörtes Organsystem geleitet, sondern auf eine bestimmte Lebenssituation gelenkt, die meist in der Vergangenheit liegt, und die der Heilung bedarf.

Wie vereinbaren sich Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse als Ärztin mit diesem spirituellen, religiösen Weg?

Ich habe vor allem bei meiner eigenen Krankheit die Grenzen der Schulmedizin gesehen. Bei schweren Erkrankungen wie Krebs oder Aids oder auch bei chronischen Krankheiten ist die Schulmedizin nur ein Teil der Therapie-Säule. Ideal wäre es, wenn sich Schulmedizin, Geistiges Heilen und auch andere ganzheitliche Heilverfahren ergänzen würden. Gerade da, wo die Wissenschaft und die Apparate-Medizin einfach nicht mehr weiterkommen. Es gibt inzwischen in Deutschland ja schon ein paar lobenswerte Beispiele, ganzheitliche Heilverfahren und Schulmedizin zu verbinden, wie dies etwa Prof. Dobos in seiner Klinik in Essen eingeführt hat. Aber, noch ist das die Ausnahme.

 Was macht eine Ärztin und Heilerin, damit sie gesund bleibt?

Natürlich habe ich auch Ärzte, Therapeuten und Heiler, denen ich mich anvertraue, wenn es mir mal nicht so gut geht. Aber, zunächst sorge ich für mich selbst. Ich mache täglich meine meditativen Phantasiereisen. Dabei stelle ich mir vor, wie Heilwasser meine Zellen reinigt und sie stärkt. Dabei lasse ich alles los, was mir nicht guttut. Zweimal im Jahr mache ich zur Stärkung meines Immunsystems eine Sauerstofftherapie, trinke täglich viel gefiltertes, stilles Wasser und achte auf die Entgiftung und das Gleichgewicht meines Säure-Basen-Haushaltes. Das ist neben meiner inneren Reinigungsarbeit das Wichtigste, um langfristig gesund zu bleiben.

 Text: ATH

Foto: ATH Medien                                                                                                            

Weitere Informationen auch zu Seminaren und Workshops:

 Haus für moderne Heilungswege

Neumannstrasse 49

60433 Frankfurt

Tel. 069/510978

www.geistige-heilung-ffm.de

 „Das heilende Bewusstsein“

Autor: Joachim Faulstich

MensSana Verlag

ISBN 978 – 3 – 426 – 87330 – 4

 

 

GesundinRheinMain zu Besuch: Stefan Barthmann, Achtsamkeitstrainer, Hainburg

Achtsamkeitstraining und Touch Life – Stefan Barthmann im Interview

Stressreduktion durch Achtsamkeit. Der amerikanische Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn von der University of Massachusetts entwickelte dieses Programm vor fast 40 Jahren. Das Achtsamkeitstraining verbindet verschiedene Techniken des Yoga, der Meditation und ganz allgemein der Körperwahrnehmung. Einigen Studien zufolge lindert das konsequente Achtsamkeitstraining Schmerzen und Angst. Im April 2015 ergab eine große Studie im renommierten englischen Medizinmagazin „Lancet“, dass eine verwandte achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) ähnlich gut vor Rückfällen nach einer Depression schützt, wie es Medikamente tun.

Vereinfacht gesagt, zielt Achtsamkeit darauf ab, mehr im Hier und Jetzt zu leben. Es geht darum, dem Moment mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dazu ist es wichtig, den „inneren Autopiloten“ mal zu stoppen und einfach gedanklich abzuschalten. Ein regelmäßiges Training kann im Alltag in vielen Situationen helfen, auch um in stressigen Situationen souveräner zu reagieren.

Ein Gespräch mit dem Hainburger Achtsamkeits-Trainer Stefan Barthmann:

Herr Barthmann, kann ich Achtsamkeit trainieren?

Stefan Barthmann: Ja. Einerseits durch regelmäßige Geh- oder Sitzmeditationen, Yoga oder Bodyscann. Auch durch Achtsamkeit im Alltag, zum Beispiel beim Essen durch bewusstes Kauen, beim Spüren des Wassers auf der Haut beim Duschen, wenn Sie sich im Sitzen auf Ihre Atmung konzentrieren oder beim Gehen bewusst Ihre Schritte beachten. Sie werden merken, dass Ihr Geist beginnt abzuschweifen und seine „Geschichten“ erzählt. Wenn Sie die abschweifenden Gedanken erkennen, haben Sie Ihren Beobachter kennengelernt. Dieser neutrale Beobachter hat nur eine Aufgabe: zu erkennen und zu benennen. Die Glücksformel lautet: erkannt – benannt – gebannt.

 Was passiert beim Achtsamkeitstraining?

Mit Achtsamkeit trainieren wir unseren so genannten „inneren Beobachter“. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Gefühle und Gedanken. Wir sind ihnen nicht mehr hilflos ausgeliefert und müssen nicht jedem Reiz folgen. Wir lernen den Handlungsspielraum zwischen Reiz und Reaktion kennen. Wir haben immer die Wahl. Das faszinierende finde ich dabei, dass Verantwortung Spaß machen kann!

Ist mangelnde Entspannungsfähigkeit ein Problem unserer Zeit?

 Ja, wir sind viel zu oft und zu lange angespannt. Das bedeutet auch steigender Blutdruck und steigende Herzfrequenz. Der Stress muss aber auch wieder nachlassen, wenn die Anspannung vorbei ist. Und genau das geschieht bei vielen Menschen nicht mehr automatisch. Sie bleiben in dieser angespannten Situation und kommen damit in eine chronische Stress-Situation. Das ist auf die Dauer für Körper, Psyche und soziale Beziehungen extrem schädlich.

Bei welchen Krankheiten kann Achtsamkeitstraining schulmedizinische- oder naturheilkundliche Behandlungen unterstützen?

 Studien haben gezeigt, dass durch ein gezieltes und regelmäßiges Training Schlafstörungen, Schmerzen und Bluthochdruck sich verbessern. Sogar Krebs- und Schlaganfallpatienten können davon profitieren.

Wie sieht ein Achtsamkeitstraining bei Ihnen in der Praxis aus?

 Ich würde sagen: sehr genussvoll. Mit Hilfe der Kunst der achtsamen Berührung – der TouchLife Massage – führe ich meine Klienten Stück für Stück raus aus dem Denken, zurück zu Ihren Körper. In das Spüren im Hier und Jetzt. Der bewusst erfahrbare Atem schenkt dabei neue Energie. Im Vorgespräch stimme ich jede Massage individuell auf die aktuelle Situation meiner Klienten ab. Und damit meine Klienten einen entspannten und achtsamen Behandler vorfinden, meditiere ich selbst vor jeder Massage, um auch selbst innerlich in einer ruhigen Balance zu sein.

Ist ein gesunder Nachtschlaf oder auch eine Siesta am Mittag nicht genau so entspannend als jede geführte Entspannungstechnik?

Die entspannende Wirkung von Schlaf ist nachgewiesen und fast durch nichts zu ersetzen. Allerdings haben Menschen, die chronisch gestresst sind, ganz häufig auch Schlafprobleme. Auch bei vielen psychischen Erkrankungen ist der Schlaf oft massiv gestört. Dann sind Techniken zum runterkommen in jedem Fall sinnvoll.

Wie schaffe ich es, Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren?

 In meinen so genannten Impulsvorträgen erkläre ich genau, wie man das im Alltag umsetzen kann. Diese Vorträge geben erste Denkanstöße und dabei zeige ich auch Übungsbeispiele. Mit meinem achtteiligen Achtsamkeitskurs führe ich tiefer in das Thema ein. Mit angeleiteten CD´ s, zum Beispiel Body Scan, Yoga oder Sitzmeditation kann dann erfolgreich alleine geübt werden. Die Lektüre von ausgewählter Literatur erleichtert das selbstständige Üben. Zwei Tipps aus eigener Erfahrung: Lassen Sie sich von einem erfahrenen Trainer anleiten und üben sie lieber öfters und kürzer als länger und seltener.

Warum finden Sie Achtsamkeit so wichtig?

 Wir haben kaum noch Nischen zum Ausruhen. Steigendes Arbeitstempo, ständige Erreichbarkeit, zunehmender Leistungs- und Erwartungsdruck sowie die steigende Sorge um unseren Arbeitsplatz halten uns ständig auf Trapp. Wir sind häufig gestresst, spüren uns kaum noch und verlieren oft die Freude an den kleinen Dingen des Lebens.

Wie können diese Schwierigkeiten überwunden werden?

 Sehr hilfreich ist es, wenn ich auf die kleinen Freuden des Alltags achte, auch auf das Gute im vermeintlich Schlechten. Feste Pausen und Eins nach dem Anderen tun, geduldig mit mir sein. Auf meine Talente zu achten und an ihnen dran bleiben. Auch Chancen nutzen und neue Erfahrungen sammeln. Aus dem, was ich geschafft habe, gewinne ich Selbstvertrauen und Sicherheit. Loslassen ist das Schlüsselwort.

 Was fasziniert Sie selbst am Thema Achtsamkeit?

Dass es mit Achtsamkeit möglich ist, bewusst den gegenwärtigen Moment zu spüren. Wir leben meist im „Autopilot-Modus“ und machen uns zusätzlich Gedanken über Vergangenes oder Vorstellungen über Zukünftiges. Nur selten sind wir bewusst bei dem, was gerade ist. Häufig lassen wir das Erlebte verdecken von unseren rastlosen Gedanken, negativen Erfahrungen, Bewertungen, Ängsten, Zweifeln und Fantasien. Dabei verlieren wir die Freude am gerade Erlebten.

Welchen Weg sind Sie bisher gegangen? Das heißt: Was hat Sie zum Thema Achtsamkeit gebracht?

Ich bin als Seminarleiter für Prozessmanagement, aktiver Vater, Betreuer für Großtante und ehrenamtlich Engagierter mittendrin in der Sandwich-Generation. Ich weiß um die belastende Zeit in dieser Lebensphase und musste vor fast 20 Jahren durch eigene Krankheit lernen, achtsamer zu werden. Jetzt passe ich gut auf mich und andere auf. In diesem Prozess kam ich mit Achtsamkeitstraining und TouchLife in Berührung. Auch haben mir wertvolle Menschen geholfen, achtsamer zu werden. Diese Erfahrungen möchte ich aus Dankbarkeit weitergeben.

 Was tun Sie in Ihrem Alltag, um achtsam zu bleiben?

Üben, üben, üben…Zwei- bis dreimal die Woche sitze ich Wohnzimmer auf meinem „Bänkchen“ und nehme mir eine halbe Stunde Zeit, um bewusst zu meditieren. Einmal die Woche gehe ich zum Yoga. Seit fünf Jahren fahre ich immer im Oktober für eine Woche zum „Achtsamkeits-Intensiv-Training“ an den Edersee zu meinen Lehrern. Zudem unterstützt mich die Achtsamkeits-App auf meinem Smart-Phone. Letztlich werden durch das regelmäßige Üben immer mehr Momente zu One(Ein-)-Moment-Meditationen. Zugegeben: Auch ich bin nur ein Mensch und nicht immer achtsam, aber, durch das regelmäßige Training bin ich doch immer öfter achtsam. Und das ist im Alltag wichtig!

 Vielen Dank für dieses Gespräch.

https://www.stefan-barthmann.de/

Messevideo Stefan Barthmann, Raum für Berührung, Hainburg

Fotos © Stefan Barthmann, ©Text: ath

 

GesundinRheinMain zu Besuch: Dr. Guido Stöppel, Frankfurt

Dr. Guido Stöppel Frankfurt:

„Ich bin ein guter ärztlicher Handwerker“

Nur weil er seit vielen Jahren im angesagten Frankfurter Stadtviertel Sachsenhausen eine riesige, komfortabel eingerichtete Privatarzt-Praxis führt, möchte er nicht als  Promi-Arzt abgestempelt werden. „Ich bin Internist und Hausarzt. Ein gut ausgebildeter ärztlicher Handwerker. Und genau das war immer mein Ziel.“ –  Dr. Guido Stöppel, Arzt für innere Medizin und Naturheilverfahren und „Hausarzt aus Passion“ spricht häufig vom „Handwerk“ des Arztes. Er beklagt, dass in der medizinischen Ausbildung das Praktische leider immer noch eine viel zu kleine Rolle spielt. „Das ist auch das Problem für viele Ärzte nach dem Studium. Sie kennen noch nicht mal die Symptome der 20 wichtigsten Krankheiten, weil sie die äußeren Anzeichen dafür nie direkt am Menschen erleben konnten.“

 Der gebürtige Münsteraner, der seit vielen Jahren mit seiner Familie in Frankfurt lebt („Ich bin engagierter Wahl-Frankfurter“) hat das eigentliche Interesse für die Medizin bei einem Auslandsaufenthalt im afrikanischen Simbabwe gefunden, wo er als junger Student in einem abgelegenen Dorf als ärztlicher Helfer eingesetzt war. „Hier haben die Ärzte wirklich ganzheitlich gearbeitet“, erinnert er sich. „Hier bei uns ist der Begriff `Ganzheitlichkeit´ leider oft schon reinen Luxusthema verkommen. Vor meiner Zeit in Simbabwe hatte ich weder eine Geburt noch das Sterben miterlebt. Das ist dort für einen Arzt und auch für einen medizinischer Helfer an der Tagesordnung.“

Gipsen lernen

 Als er wieder in Deutschland landete, war klar, es musste noch mehr „handwerkliches“ Wissen her. Er jobbte in der Chirurgischen Ambulanz in Frankfurt. „Ich wollte auch gipsen und nähen können. Deshalb schicke ich meine Patienten in den meisten Fällen auch nicht direkt zum Orthopäden, wenn sie mit einer Verletzung kommen. Eine gute Naht kann ich selbst machen!“

Nach Studium und praktischer Ausbildung entschied er sich 1997, zusammen mit einem Kollegen, eine „Privatärztliche, Internistische Facharzt-Praxis“ in Frankfurt Sachsenhausen aufzumachen, mit dem Ziel, hausärztliche und fachärztliche Kompetenz zu bündeln. Inzwischen gehört auch eine Ärztin für Homöopathie und Akupunktur zum ärztlichen Team. „Mir ist der ganzheitliche Aspekt in der Medizin schon wichtig, aber nicht im Sinne des heutigen, oft missbrauchten Schickimicki-Begriffs, sondern im Sinne einer guten `Simbabwe-Medizin´, wie ich sie dort kennen gelernt habe.“ Der sportliche Frankfurter Arzt („Sport ist mein Leben“) hat auch eine Ausbildung als Arzt für Naturheilverfahren. „Ich habe diese Ausbildung vor allem gemacht, um zu lernen, wie man richtig mit Akupunktur-Nadeln umgeht. Das war etwas Handfestes. Damit konnte ich etwas anfangen.“

Wer mit gesundheitlichen Problemen in die Praxis von Dr. Guido Stöppel kommt, der wird zu aller erst mit den modernen Diagnoseverfahren der Schulmedizin konfrontiert. „Wo es Sinn ergibt, empfehle ich als Therapie dann gerne auch Medikamente aus der Naturheilkunde. Aber wenn es um eine gute Diagnose geht, verlasse ich mich auf meine haptische Erfahrung als Arzt („Bei mir müssen sich die Patienten bei einem Check-up noch ausziehen, das lassen viele Hausärzte heute leider ganz weg“), auf die Gespräche mit dem Patienten und die moderne Diagnostik der Schulmedizin.“

Mehr Kontrolle ist nötig

 Der Naturheilkunde steht er bei einigen Themen genauso kritisch gegenüber wie der „viel zu teuren und überflüssigen Anti-Aging-Medizin“ und manchen Neuerungen im Pharmabereich. „Es gibt viele Pseudo-Innovationen. Leider fehlt auch in der Medizin oft die nötige Kontrolle.“

Die ganzheitliche Medizin gehört auch zum privaten, familiären Umfeld von Dr. Stöppel. Die Mutter des Frankfurter Arztes ist nämlich Yogalehrerin und versucht immer wieder ihrem Sohn die „spirituelle Welt“ nahe zu bringen. „Da muss ich oft passen. Das wird mir dann zu esoterisch. Aber einige Übungen aus dem Yoga mache ich tatsächlich manchmal oder empfehle sie auch weiter. Doch auch hier bin ich kritisch, nicht alles überzeugt mich oder ist gut für meinen Körper.“

Wenn er Freizeit hat, dann stützt sich Dr. Guido Stöppel gerne mit Sohn und Lebensgefährtin in die Frankfurter Szene. Oder er zieht seine Laufschuhe an und dreht ein paar Runden am Main entlang. Am Häufigsten findet man den „Doc“ aber auf dem Tennisplatz. „Tennis ist für mich der beste Ausgleich zu meiner meist sitzenden täglichen Arbeit in der Praxis. Dabei kann ich entspannen und loslassen“. Im Winter fährt die ganze Familie gerne in die Berge zum Skifahren, im Sommer steht immer eine große Reise auf dem Familien-Programm. „Ich genieße es jetzt, jenseits der 50, häufiger zu reisen. Wir waren schon in Südafrika, USA, Syrien, Jordanien und sind – auch mit dem Fahrrad –  durch ganz Europa gefahren.“

Neben dem Sport und dem Reisen ist der Wahl-Frankfurter ein Musik-Freak. „Wenn ich nach Feierabend ins Auto einsteige, mache ich als erstes meine Jazz-Musik an“. Auch Ethno-Musik und Klassik gehören zum Repertoire für Mußestunden. „Ansonsten gebe ich wirklich viel Geld für gute Nahrung aus. Das ist mir wichtig. Ich kaufe ausschließlich Bio-Produkte ein. Meistens gehe ich am Samstag früh auf den Frankfurter Bio-Markt und lasse mich von den frischen Angeboten inspirieren. Dann wird am Abend mit der Familie einfach drauf los gekocht…“

https://www.internisten-ffm.de/

© Text:ath ©Foto: ath

GesundinRheinMain zu Besuch: Dr. Uwe Drews, Rodgau

Dr. Uwe Drews

„Viele Menschen laufen mit Sondermüll im Mund herum!“

– Deutschlands größte Praxis für Umweltzahnmedizin und ihr Leiter, Dr. Uwe Drews –

„Ganzheitliche Zahnmedizin bedeutet weit mehr als nur den Verzicht auf Amalgam. Störungen an Zähnen oder im Kiefer können zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen des gesamten Körpers führen“, sagt Dr. Uwe Drews, Umweltzahnmediziner aus Rodgau. „Deshalb geht es wirklich nicht nur darum, die alten Amalgam-Füllungen aus den Zähnen herausnehmen zu lassen, sondern es geht um die Betrachtung der Zusammenhänge zwischen Zähnen und körperlichen Symptomen.“

 „An jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch“, so formulierte es auch schon Wilhelm Busch. Es scheint aber, dass die Zahnmedizin der letzten 50 Jahre Buschs´ Gedanken von der Ganzheitlichkeit völlig überhört hat. Denn bis vor wenigen Jahren herrschte in der Zahnheilkunde noch das reine Spezialistentum.

Heute beachtet man die immer größer werdende Gruppe der „Multiple-Chemical-Sensitivity (MCS)-Erkrankten in Deutschland. Menschen, die auf Dental-Materialien, die der Zahnarzt bei Plomben, Wurzelbehandlungen, Kronen und Implantaten verwendet, allergisch reagieren. „Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen von solchen Schadstoffen, allgemeinen Umwelteinflüssen- und Belastungen betroffen“, schreibt Dr. Wolfgang Koch, Vorsitzender des Forums Natürliche Zahngesundheit e.V.

Die Symptome sind unter anderem: fortdauernde Abwehrschwäche, chronische Erkrankungen, Tinnitus, diffuse Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, andauerndes Zahnfleischbluten, Schleimhautstörungen, Immunschwäche, Allergien oder neurologische Störungen. Oft liegen Belastungen durch verschiedene Schadstoffe vor, die sich überlagern und verstärken. Das ist dann eine Herausforderung für den Zahnmediziner, den eigentlichen Herd zu finden.

Ein Fallbeispiel aus der Praxis von Dr. Uwe Drews in Rodgau:

Angelika Sauter, 47, ist aus Bamberg angereist. Seit Jahren leidet sie an zunehmender körperlicher Schwäche und neurologischen Problemen. Inzwischen musste sie ihren Beruf aufgeben. Bei ihr wurde vor fast 10 Jahren eine so genannte „Generalsanierung“ der Zähne durchgeführt. Ihr Zahnarzt hatte ihr dazu geraten. Erst nach langen Internetrecherchen entdeckte Frau Sauter den möglichen Zusammenhang zwischen ihren Symptomen und den neuen Zahnfüllungen- und Implantaten. Plötzlich wusste sie, dass ihre körperlichen Symptome vielleicht aus ihrem eigenen Mund kommen.

Schnell fand sie den Kontakt zur Rodgauer Umwelt-Zahnmedizin-Praxis. „Wir haben bei den energetischen Tests und den Bluttests festgestellt, dass die Patientin auf Palladium extrem allergisch reagierte. Genau dieses Material hat ihr Zahnarzt in ihren Kronen und Implantaten mehrfach verarbeitet“, sagt Dr. Drews. „Der Gentest aus der Blutprobe zeigte zudem ein weiteres Problem auf. Ihrem Körper fehlt ein Enzym, das die Schwermetalle im Körper über die Leber abbaut. Diese Faktoren zusammen haben den Körper der Patientin zu einer Art Giftmüll-Deponie gemacht.“

Die Patientin bekam zunächst Infusionen mit dem Enzym Glutathion, einem – normalerweise – im Körper vorkommenden Antioxidanz zur Schwermetall-Entgiftung, das, laut Gentest, dem Körper der Patientin fehlte. Dann mussten vier Zähne komplett gezogen werden und auch einige Füllungen wurden entfernt. Anschließend wurde ihr ein Kurzzeit-Provisorium und zwei Wochen später ein Langzeit-Provisorium angepasst („Die Wunden müssen erst komplett ausheilen“, so Dr. Drews). Erst nach Monaten wurden der Patientin neue, auf allergische Reaktionen getestete Implantate aus Zirkonoxid eingesetzt.

 In Dr. Drews´ Praxis arbeiten noch drei weitere Umwelt-Zahnmediziner. Alle haben ganzheitliche Zusatzausbildungen als Umwelt-Zahnmediziner und sind als ganzheitliche Implantologen ausgebildet. Es gibt ein eigenes Meisterlabor und Zahntechniker, die nach den Test-Ergebnissen die dentale Versorgung der Patienten herstellen. „Als ich die Praxis von meinem Vater 1988 übernommen habe, war die Prophylaxe mein erster Schwerpunkt“, erzählt der 55jährige Zahnarzt. „Dann habe ich schnell erkannt, dass bei uns Zahnärzten das Problem `am Kopf´ aufhört. Das gilt für viele meiner Medizin-Kollegen auch im Umkehrschluss. Es fehlt einfach der ganzheitliche Ansatz zwischen Arzt, Facharzt und Zahnarzt.“

Genau diesen Ansatz stellt die Umwelt-Zahnmedizin seit einigen Jahren her. Denn, nicht die Mundhöhle erkrankt, sondern das Gesamtsystem Mensch. Inzwischen wissen das auch immer mehr Ärzte und Zahnärzte. Jede Störung im Zahnbereich oder Unverträglichkeiten bei Dental-Materialien können Probleme im Körper hervorrufen.

Es ist keineswegs so, dass nur minderwertige oder bekannte toxische Legierungen, wie Amalgam und das damit einhergehende Quecksilber, für Vergiftungen im Körper sorgen können, sondern es sind häufig hochwertige Metalle, wie Gold, Platin, Titan und andere Dental-Bestandteile, die Probleme bei sensiblen Menschen auslösen. Denn alle Metalle und auch Kunststoffe, die in Kronen, Brücken, Stiften, Implantaten, Zahnfüllungen und in Klebern verwendet werden, geben 24 Stunden lang, zum Teil toxische Stoffe in den Organismus ab und können hier Reaktionen auslösen. Deshalb testen Umwelt-Zahnmediziner alle möglichen Unverträglichkeiten aus, bevor sie neue Materialien in die Zähne einbringen. – Der Patient soll nicht vom Regen in die Traufe kommen.

https://www.daszahnzentrum.de/

 

 In einer Praxis für Ganzheitliche Zahnmedizin wird inzwischen auch weitgehend „metallfrei“ gearbeitet. Denn alle Metalle geben Ionen an den Körper ab, deshalb benutzen Umwelt-Zahnmediziner andere Wirkstoffe, wie Keramik oder, bei den Stiften für Implantate, immer häufiger auch Zirkonoxid. Viele Patienten sind heute so genannte ´High Responder´. Sie reagieren extrem empfindlich auf toxische Stoffe und können sie auch im Körper schlecht abbauen.

Aktuelle Studien der Internationalen Gesellschaft für Ganzheitliche Zahn-Medizin (GZM) weisen auf, dass die Gold- und Platinkonzentrationen im Urin und im Stuhl, nachdem ein derartiger Zahnersatz eingesetzt wurde, erheblich ansteigen. Drei Monate danach seien siebenfach erhöhte Werte durch diese Metall-Belastungen im Körper eines Menschen messbar. Oft ist auch Gold ein elektrischer Leiter und wirke wie eine Antenne, so dass die Patienten Geräusche wie von Überlandleitungen hören würden. Das löse dann heftige Probleme im Kopf aus, wie etwa Tinnitus, Kopfschmerzen, Migräne oder das Gefühl verrückt zu werden.

 Zu den Krankheitssymptomen, die häufig in den Ganzheitlichen Zahnarztpraxen festgestellt werden, gehören auch allergische oder psychosomatische Reaktionen auf Brücken und Zahnspangen. Oft enthalten diese Nickel, Kobalt oder Chrom – Stoffe, auf die viele Menschen mit Allergien reagieren. Durch die Metallstrukturen, die diese Brücken oder Spangen zusammenhalten, wirken sie bei manchen Menschen auch wie ein „Elektrizitätswerk“ im Kopf.

Auch können Wurzelfüllungen, die die häufig als Allergen vorkommenden Kolophonium, Eugenol oder Perubalsam enthalten können, zu Unverträglichkeiten führen. Ebenso können Eiweißzerfallsprodukte aus den wurzelbehandelten Zähnen mögliche Auslöser von chronischen Erkrankungen im Körper sein – wie Migräne, Bluthochdruck, Hauterkrankungen.

Warum immer mehr Menschen auf bestimmte Stoffe allergisch oder überempfindlich reagieren, ist heute noch nicht umfassend geklärt. Vorbelastungen, wie zum Beispiel chronische Erkrankungen, Immun-Defekte oder Allergien, können ein Grund für Überempfindlichkeitsreaktionen sein. Aber, die Mundhöhle ist grundsätzlich den höchsten Belastungen mit körperfremden Materialen ausgesetzt, nicht zuletzt den verschiedenen Zahn-Materialien. Alles zusammen kommt im Mund in ein Milieu, das von basisch bis sauer variiert und eine ständig wechselnde Population von Bakterien erlebt. Das sind mögliche Voraussetzungen, damit sich Zahn-Metalle über die Jahre im Körper zersetzen können.

Bei heftigen Krankheitssymptomen stehen für den Patienten Infusionen mit dem Enzym Glutathion an erster Stelle. Aber auch Zeolithe, Algen, Bärlauch und Koriander-Präparate werden empfohlen. Die Entgiftung unterstützen können auch Apfelpektin, Sauerkraut und Ziegenmolke. Viele Ärzte raten, gerade bei Amalgam-Ausleitungen, zusätzlich zu hohen Vitamin C, Selen und Zink-Gaben. Ergänzt durch eine ganzheitliche Ernährung mit biologisch angebauten Früchten, Salaten und Gemüse.

„Die Patienten haben oft schon genug an toxischen Ablagerungen im Körper. Essen sie dann noch schädliche Nahrungsmittel, wohnen in Gegenden, die durch Elektrosmog belastet sind oder haben sogar noch giftige Ausdünstungen in Teppichen, Tapeten oder Hölzern, kann dies zu fatalen Reaktionen des Immunsystems führen“, so Dr. Uwe Drews. „Deshalb ist es unsere Aufgabe, den gesamten Menschen und seine häusliche Umgebung genau zu betrachten, um zu erkennen, wo und in welchem Ausmaß er belastet ist.“

Hintergrund: Ganzheitliche Zahnmedizin/Umwelt-Zahnmedizin

 Die meisten gesetzlichen Krankenkassen zahlen bis jetzt nur für Amalgam-Füllungen. Die Spezial-Keramik „Zirkonoxid-Vollkeramik“, die sich aus der Raumfahrt-Technik entwickelt hat, wird von den gesetzlichen Kassen nicht bezahlt. Diese Kassen kommen auch nicht für Amalgam-Sanierungen oder Störfeld-Beseitigungen auf. Bei Allergien, die auf Dental-Materialien zurückzuführen sind, gibt es ebenfalls keine Zuschüsse für eine Zahn-Sanierung.

Die privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten für Austestungen auf Unverträglichkeiten/Allergien. Man sollte sich im Einzelfall mit seinem behandelten Zahnarzt und mit der Krankenkasse – vor – Testung und Therapie, absprechen.

Für weitere Informationen:

Forum Natürliche Zahn-Gesundheit und Umwelt-Zahnmedizin, www.forum-nat-zahngesundheit.de

Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin (GZM), www.gzm.org

Bundesverband der naturheilkundlich tätigen Zahnärzte Deutschlands e.V. (BNZ), Tel. 0221/3761005

Buchtipps zum Thema:

Dr. Johann Lechner: “An jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch“, Verlag Zabert Sandmann

Klaus-Dieter Runow „Wenn Gifte auf die Nerven gehen“, Südwest-Verlag

Karlheinz Graf „Ganzheitliche Zahnmedizin“, Sonntag Verlag, Stuttgart

Prof. Dr. Wühr, Dr. Koch, Dr. Drews u. a. : Lehrbuch der oralen Medizin, Verlag Systemische Medizin

© Text ath,

© Fotos: ath, Praxis Dr. Uwe Drews

GesundinRheinMain zu Besuch: Michael von Sychowski, Alzenau 

Michael von Sychowski „Ich bin der Lotse meiner Patienten…“

Er ist Arzt geworden, „um möglichst vielen Menschen zu helfen, um Leiden zu lindern und, wenn möglich, auch zu beseitigen“. Er steht dafür auch mal nachts auf und fährt 20 Kilometer weit zu einem Patienten, „wenn er mich dringend braucht“. Michael von Sychowski ist Allgemeinmediziner mit einer chiropraktischen Zusatzausbildung, praktiziert im Alzenauer Stadtteil Hörstein und bezeichnet sich selbst am liebsten als „Hausarzt“ oder „Landarzt“. „Natürlich kenne ich meist nicht nur den Patienten, der vor mir sitzt und von seinen Wehwehchen berichtet, sondern ich kenne die ganze Familie. Von der Oma bis zum Onkel. Das ist so in einem kleinen Dorf“.

Der geborene Frankfurter, der schon als Heranwachsender seinem Vater, einem leitenden Krankenpfleger, „gern zur Hand gegangen ist“, und für den die Krankenhausluft schon als Kind vertraut war, machte seine Arzt-Ausbildung auf dem zweiten Bildungsweg. Begonnen hat alles im Frankfurter Marienkrankenhaus mit einer Lehre als Krankenpfleger. Ganz genau so wie der Vater, sein Vorbild. „Dann habe ich noch eine so genannte kleine Physiotherapieausbildung draufgesetzt und dabei wurde mir klar, dass ich doch ein größeres Ziel habe: Ich wollte Allgemeinmediziner werden.“ Nach seinem Studium war Michael von Sychowski dann einige Jahre in verschiedenen hessischen Krankenhäusern als Arzt tätig, arbeitete in einer naturheilkundlichen Praxis mit und war drei Jahre lang Stabsarzt bei der Bundeswehr, stationiert im bayerischen Erding und danach in Holland. „Doch das Soldatenleben blieb mir immer irgendwie fremd und ich machte mich auf die Suche nach einer Landarzt-Praxis.“

Ein echter Allrounder

 Die fand der Arzt und Chiropraktiker, gemeinsam mit seiner Familie, dann in der Spessart-Gemeinde Hörstein. „Hier bin ich als Hausarzt vor allem der Lotse für meine Patienten“, beschreibt er seinen Berufsalltag. „Dazu muss ich nicht nur Spritzen geben können, wenn es irgendwo zwickt, sondern ich muss mich auch mit dem sozialen Umfeld, mit den Lebensgewohnheiten meiner Patienten beschäftigen. Dann erst kann ich sie im wahrsten Sinne des Wortes ganzheitlich behandeln oder sie zu einem Facharzt-Kollegen schicken, wenn ich mir die Diagnose vervollständigen lassen möchte. Das ist zwar manchmal eine sehr aufwendige, vor allem auch zeitaufwendige Arbeit für einen Arzt, aber auch befriedigender als nur fachärztlichen Rat geben zu können. Der Hausarzt ist eben ein echter Allrounder.“

Der geborene Frankfurter engagiert sich gerne. So ist er in seiner Wahlheimat Hörstein beim „Roten Kreuz“ aktives Mitglied und damit auch bei allen Wein-Festen und Vereins-Veranstaltungen mit dabei. „So kenne ich die sozialen Strukturen sehr genau. Wenn die Patienten zu mir kommen, möchte ich sie familiär einordnen können, dann will ich wissen, wer vor mir steht, welche Alltagsprobleme die Familie vielleicht hat, ob es Eheprobleme gibt, wer die Oma versorgt oder ob die Kinder in der Schule Schwierigkeiten beim Lernen haben. Genau diese Kenntnisse sind für eine Diagnose oft enorm wichtig. So haben die Hausärzte früher gearbeitet und diese Tradition will ich fortführen. Als Haus- und Landarzt muss man für alles ein offenes Ohr haben!“

Wenn Michael von Sychowski, der seit über 25 Jahren verheiratet ist, nicht in seiner Praxis sitzt, dann trifft man ihn auf dem Fahrrad in den bayerischen Weinbergen, beim morgendlichen Schwimmen im Nachbarort, beim Volleyballspiel oder beim „Freitagstanz“ in einem Aschaffenburger Tanzclub. „Dazu hat mich allerdings meine Frau überreden müssen“, scherzt er. „Aber inzwischen macht es Spaß und Tanzen ist ein guter Ausgleichssport am Ende einer anstrengenden Arbeitswoche.“ Zum Lesen kommt er fast nur im Urlaub. „Landärzte sind auch abends oft im Einsatz“, berichtet er. „Und da bleibt die Zeit für neue Kriminalromane und meine `historischen Schinken´ eben nur im Urlaub.“

 Kein Kalorienzähler

 Den verbringt Familie von Sychowski – neben der Ehefrau, die in Polen als Lehrerin gearbeitet hat und nun als „Praxis-Managerin“ tätig ist, gibt es eine  erwachsene Tochter und einen Sohn – gerne im Norden. „All zuviel Sonne brauche ich im Urlaub nicht“, sagt der Arzt. „Ich bin auch keiner, der stundenlang am Strand faulenzt.“ So geht die Reise meist ins nördliche Europa. Nach Schottland, England, Norwegen oder Skandinavien. „Mindestens einmal im Jahr fahren wir auch in die Heimat meiner Frau, nach Polen. Dort genieße ich vor allem das Familienleben, den Freundeskreis und das gute, aber auch sehr deftige und kalorienhaltige Essen“, erzählt bald 60-jährige Mediziner.

Zuhause gibt es meist nur zu besonderen Festtagen polnische Spezialitäten. „Wenn meine Frau Zeit hat, dann kocht sie häufig eine Rote-Beete-Suppe, Piroggi (Teigtaschen) oder Bigos, ein herzhaftes Sauerkrautgericht. Dazu gibt es dann einen polnischen Wodka oder ein Bier.“ Sie leben zwar gesundheitsbewußt, die Arzt-Familie von Sychowski, aber nicht „asketisch“. „Bei uns gibt es gesunde Mischkost, und die empfehle ich auch meinen Patienten.“ Morgens bleibt oft nur die Zeit für ein Müsli mit Früchten oder mit Quark und Leinöl vermischt. Mittags ist das Essen eigentlich „Familienpflicht“, so Michael von Sychowski. „Aber seit die Praxis immer größer geworden ist, verschieben wir das Familien-Mittagessen schon mal auf den Abend.“

Für die Abhärtung in der kalten Jahreszeit versucht der Mediziner jeden Tag in der Mittagspause noch 30 Minuten zu walken. „Das klappt ganz und gar nicht immer“, berichtet er. „Aber das regelmäßige Schwimmen tut mir bereits sehr gut. Es baut nicht nur Muskeln auf, sondern ist auch für eine regelmäßige, tiefe Atmung wichtig.“

Leistung wird für Michael von Sychowski überhaupt groß geschrieben. Nicht nur beim Sport. Er hat oft einen 16 Stunden Tag in seiner Praxis. Und wenn dann „hinterm Wald“, wie er die kleinen Orte hinter Alzenau liebevoll nennt, ein Opa stürzt und die Familie „ihren Hausarzt“ anruft, dann macht er sich noch auf den Weg. Auch nach Mitternacht. Der Lotse aus Hörstein.

https://www.praxis-von-sychowski.de/

©Text:ath, ©Fotos ath, von Sychowski, privat