Hessische Landesregierung stellt 32 Millionen Euro für Menschen mit Behinderungen zur Verfügung

„Arbeit zu haben, ist für Menschen mit Behinderungen eine wichtige Voraussetzung für eine gleichberechtigte Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben. Das gilt auch beim Thema Ausbildung, denn noch bleibt die betriebliche Ausbildung für viele Jugendliche mit Behinderungen ein unerreichbares Ziel“, so der Hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose, heute in Wiesbaden. Anlässlich der Neuauflage des Hessischen Perspektivprogramms zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen schwerbehinderter Menschen (HePAS) ab 1. Januar 2020, betont Klose, sich weiterhin für ein „echtes Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung“ einzusetzen und Arbeitnehmer wie Arbeitgeber zu unterstützen. Für die Umsetzung der Neuauflage des Hessischen Programms zur Verbesserung der Arbeitsmarktteilhabe schwerbehinderter Menschen (HePAS) stellt die Hessische Landesregierung 32 Millionen Euro aus der Ausgleichsabgabe des Landes zur Verfügung.

Verbesserung der Arbeitsmarktsituation

Das erfolgreiche Arbeitsmarktprogramm hat bislang über 2.500 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse und über 350 Ausbildungsverhältnisse unterstützt und damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen geleistet. Auch die Zahl der mit HePAS finanziell unterstützten Praktika hat sich in den letzten zwei Jahren fast verdoppelt und über 40 Prozent dieser Praktika konnten in direkte Anschlussbeschäftigungen oder Ausbildungen einmünden. „Daher werden wir das erfolgreiche Programm gemeinsam mit unseren Partnern, dem Landeswohlfahrtsverband Hessen, der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit sowie dem Hessischen Städtetag und dem Hessischen Landkreistag ab 2020 neu auflegen“, erklärt Klose.

HePAS 2020 will insbesondere die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderung stärken, denen alternativ nur der Weg in den zweiten Arbeitsmarkt, wie Werkstätten für behinderte Menschen, bleibt. Im Fokus stehen außerdem Schulabgänger mit sonderpädagogischem Förderbedarf. „Die hessischen Ausbildungs- und Arbeitgeber werden auch weiterhin bei der Deckung des Bedarfs an Arbeitskräften unterstützt. Das Arbeitsmarktprogramm bietet daher nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern will durch das ergänzende Angebot einer frühzeitigen und kontinuierlichen Begleitung die Rahmenbedingungen schaffen, die stabile Beschäftigung entstehen lassen können“, erläutert Minister Klose.

Susanne Selbert, Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbands Hessen: „Das Beschäftigungsprogramm HePAS 2020 wird aus Mitteln der Ausgleichsabgabe finanziert, die wir bei den Arbeitgebern erheben. Dabei ist uns insbesondere der Start junger behinderter Menschen ins Berufsleben wichtig. So freuen wir uns, dass auch dafür die Prämien und damit der Anreiz für ausbildende Arbeitgeber erhöht werden.“

Dr. Frank Martin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessen „Vor dem Hintergrund stetig wachsender Fachkräftebedarfe ist Inklusion unerlässlich. Chancen zu schaffen für die Beschäftigung von Menschen mit Handicap bietet Vorteile für beide Seiten: sie sichert soziale und gesellschaftliche Teilhabe für die Beschäftigten und Arbeitgebern die benötigte Fachkraft. Das Programm HePAS unterstützt die Integration schwerbehinderter Menschen in den ersten Arbeitsmarkt weiterhin sehr gezielt und ist somit ein wichtiger Schritt zu gelebter Inklusion auf dem hessischen Arbeitsmarkt“.

Prof. Dr. Jan Hilligardt, Geschäftsführender Direktor des Hessischen Landkreistages für den Hessischen Landkreistag und den Hessischen Städtetag: „Der Hessische Landkreistag und der Hessische Städtetag begrüßen und unterstützen als Kooperationspartner die unabdingbare Aufstockung der Mittel sowie die inhaltliche Weiterentwicklung dieses erfolgreichen Programms. Der gemeinsame Wille zur gesellschaftlichen Inklusion wird mit dem Programm HePAS 2020 mit Leben gefüllt, weil es uns mit diesem Bündnis gelingt, Menschen mit Behinderungen einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen“.

Text: girm und Hess. Landesregierung

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Sportland Hessen steht für mehr Bewegung….

Bewegung hilft der Gesundheit

Vier von fünf Jugendlichen weltweit bewegen sich zu wenig. Zu diesem Ergebnis kommt die Weltgesundheitsorganisation WHO in einem Bericht, in dem sie erstmals den Bewegungsmangel von Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren weltweit untersucht hat.

Eine besorgniserregende Zahl, meint der Hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose: „Bewegung ist ein wesentlicher Aspekt, um die eigene Gesundheit zu fördern und vielen chronischen Krankheiten vorzubeugen. Deshalb haben wir das Landesprogramm ‚Sportland Hessen bewegt‘ unter Federführung des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport geschaffen: Wir wollen die Bewegungsförderung in Hessen über alle Lebensphasen hinweg vorantreiben!“

„Gesundheitsförderung und Prävention sind Querschnittsaufgaben, die wir gemeinsam mit der Zivilgesellschaft anpacken.“ Durch die Vernetzung bestehender und den Aufbau neuer Strukturen wird die Bewegung im Alltag, vor Ort und in den Lebenswelten besonders in den Blick genommen. Als Kinder- und Jugendminister ist mir besonders wichtig, damit bei Kindern und Jugendlichen zu beginnen, denn wer sich jung gerne bewegt, setzt das meist auch im Erwachsenenalter fort.“

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CORONA-KABINETT: Weitere Regeln im Umgang mit der Corona-Pandemie vorgestellt

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, sein Stellvertreter Tarek Al-Wazir, Kultusminister Alexander Lorz und Sozialstaatssekretärin Anne Janz: „Wir passen die Verordnungen erneut der aktuellen Lage an – klare Regeln geben den Menschen Sicherheit im Alltag“

Das Corona-Kabinett der Hessischen Landesregierung hat neue Regelungen zur Bekämpfung des Corona-Virus beschlossen. Aufgrund des bevorstehenden Schulstarts und weil nach dem Ende der Sommerferien wieder mehr Kinder in die Betreuung gehen, wurden insbesondere für diese Bereiche neue landesweit gültige Regeln und Empfehlungen vereinbart. „Wir müssen mit Augenmaß handeln und die Situation immer wieder neu bewerten – die Krise ist noch nicht vorbei. Deshalb haben wir uns darum gekümmert, Kindern, Eltern, Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern klare Regeln an die Hand zu geben. Das gibt ihnen Sicherheit im Schul- und Kita-Alltag“, betonte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei. Das Corona-Kabinett hat darüber hinaus Vorgaben und Verordnungen zum Bus- und Bahnfahren, für Restaurants, Spielhallen und Weihnachtsmärkte angepasst.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Zum Schuljahresbeginn am kommenden Montag gilt grundsätzlich an den hessischen Schulen landesweit die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Die Regelung gilt mit Ausnahme des Präsenzunterrichts im Klassen- oder Kursverband.
  • Die Schulen und Kitas erhalten Sicherheit im Umgang mit Schnupfenkindern. Schnupfen ohne weitere Krankheitszeichen ist ausdrücklich kein Ausschlussgrund.

Das Sozialministerium hat gemeinsam mit dem Kultusministerium Leitlinien erarbeitet: Wann muss mein Kind zu Hause bleiben? Wann kann es wieder in die Schule? Was passiert mit einer Klasse, wenn ein Kind positiv auf Corona getestet wird? Zu all diesen Fragen gibt ein Informationsblatt Empfehlungen (corona.hessen.de).

  • Weihnachtsmärkte werden wie Wochen- und Flohmärkte behandelt und dürfen unter Einhaltung entsprechender Regeln stattfinden. Das bedeutet, es darf nicht auf den Wegen gegessen oder getrunken werden, sondern nur in hierfür vorgesehenen, abgesperrten Bereichen. Einzelne Kinderkarussells dürfen fahren.
  • Im Öffentlichen Personennahverkehr wird das Nichttragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nunmehr direkt mit einer Geldbuße belegt. Es wird zuvor keine Ermahnung bzw. Aufforderung mehr erfolgen.
  • In Restaurants und Lokalen dürfen wieder Pfeffer- und Salzstreuer auf den Tischen stehen.
  • Besucherinnen und Besucher von Spielhallen und Casinos müssen – anders als das Personal – keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr tragen. Die Regeln werden mit den geltenden Vorgaben der Gastronomie vereinheitlicht.

Die Anpassungen in den Verordnungen gelten ab dem kommenden Samstag. Alle weiteren Corona-Verordnungen wurden einheitlich bis zum 31. Oktober dieses Jahres verlängert.

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Zu den Maßnahmen im Einzelnen erläutern die Ressortminister:

Die Maskenpflicht an Schulen soll generell im Schulalltag gelten und zwar bis zum Betreten des Klassen- oder sonstigen Unterrichtsraums. „Während des Unterrichts im engeren Sinne halten wir es aus pädagogischen und sozialen Erwägungen nicht für zielführend, dass Schülerinnen und Schüler eine Maske tragen“, hob Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz hervor. „Eine solche Regelung wird auch von Medizinern kritisch gesehen, wie es jüngste Äußerungen aus dem Verband der Kinder- und Jugendärzte oder vom Marburger Bund erkennen ließen.“ Selbstverständlich sei es aber jedem freigestellt, dies freiwillig zu tun. Abweichend von dieser Vorgabe können Schulen – wenn sie beispielsweise ein sehr großes Außengelände haben – von der Maskenpflicht abweichen. Die Entscheidung liegt bei der Schulleitung. Vorher muss jedoch die Schulkonferenz angehört werden und eine Beratung durch den schulärztlichen Dienst stattgefunden haben. Für den Fall, dass das Infektionsgeschehen in einer Region deutlich ansteigt, liegt es im Ermessen der Gesundheitsämter vor Ort, eine weitergehende Maskenpflicht im Einzelfall anzuordnen. Dies sieht das Präventions- und Eskalationskonzept des Landes zur Eindämmung der Pandemie jetzt schon vor. „Bevor wir aus Vorsichtsgründen eine Schule ganz schließen, wäre das Tragen einer Maske auch im Unterricht natürlich das geringere Übel“, so die Einschätzung des Kultusministers.

Umgang mit Schnupfenkindern

Die in dem Info-Blatt vorgelegten Leitlinien sollen auch Sicherheit schaffen, wenn der absehbare Fall einzelner Corona-Infektionen in Schulen oder Kitas auftritt. Die Informationen sollen den Verantwortlichen helfen, damit nicht übereilt Schulen oder Kitas geschlossen werden. „Selbstverständlich müssen alle – Eltern, Ärztinnen und Ärzte, Pädagoginnen und Pädagogen, Fachkräfte und sonstige Kräfte in der unmittelbaren Arbeit mit Kindern in Kindertageseinrichtungen sowie Tagespflegepersonen – ganz genau hinschauen, wenn bei Kindern und Heranwachsenden im Herbst Erkältungssymptome auftreten, um eine mögliche Ausbreitung des Corona-Virus unmittelbar zu verhindern“, betonte Sozialstaatssekretärin Anne Janz. „Ein Kind, das eindeutig krank ist, soll zuhause bleiben – das gilt jetzt, das galt aber auch schon vor der Corona-Pandemie“, so Janz. Ein Besuchsverbot in der Kindertageseinrichtung, in der Kindertagespflegestelle und in der Schule gilt außerdem, wenn mindestens eines der relevanten, für COVID-19 typischen Symptome auftritt:

  • Fieber (ab 38,0°C)
  • Trockener Husten, d.h. ohne Auswurf (nicht durch chronische Erkrankung verursacht wie z.B. Asthma) – ein leichter oder gelegentlicher Husten oder ein gelegentliches Halskratzen soll aber zu keinem automatischen Ausschluss führen.
  • Störung des Geruchs- oder Geschmacksinns (nicht als Begleiterscheinung eines Schnupfens).

Alle Symptome müssen akut auftreten, Symptome einer chronischen Erkrankung sind demnach nicht relevant. Auf der anderen Seite gilt: Wer nur einen Schnupfen hat, darf trotzdem die Kita oder die Schule besuchen. Schnupfen ohne weitere Krankheitszeichen ist ausdrücklich kein Ausschlussgrund.

Covid-Tests für Lehr- und Fachpersonal sowie Erzieherinnen und Erzieher

Die Hessische Landesregierung ermöglicht außerdem Lehrpersonal, Fachkräften und sonstigen Kräften in der unmittelbaren Arbeit mit Kindern in Schulen, Kindertageseinrichtungen sowie Tagespflegepersonen, sich kostenfrei auf das Corona-Virus testen zu lassen, da sich das Abstandsgebot und auch die Mund-Nasen-Bedeckung im Alltag bei der Arbeit mit Kindern in Kitas oder der Kindertagespflege nicht oder nur eingeschränkt realisieren lassen. Testungen im Abstand von 14 Tagen sind für Lehrerinnen und Lehrer bis zum Beginn der Herbstferien möglich, für Fachkräfte in der Kinderbetreuung bis zum 8. Oktober.

Regeln in Bus und Bahn

Die Zahl der Fahrgäste in Bussen und Bahnen ist im Laufe der letzten Wochen wieder deutlich gestiegen, und mit Beginn des neuen Schuljahres wird es noch mehr zusätzliche Fahrgäste in den Bussen und Bahnen geben. Der sonst übliche 1,50-Meter-Abstand zu anderen Personen kann im öffentlichen Nahverkehr nicht immer sicher eingehalten werden. Zu Stoßzeiten und mit Beginn des Schülerverkehrs wird dies noch schwieriger. „Umso wichtiger ist es, dass sich alle an die geltenden Regeln halten und bei der Fahrt mit Bus oder Bahn eine Alltagsmaske tragen“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. „Der Großteil macht das vorbildlich, auch wenn das gerade bei den heißen Temperaturen kein Vergnügen ist. Wir müssen aber auch feststellen: Es gibt immer noch Menschen, die sich nicht an die Coronaregeln halten.“ Schon heute kann dies mit einem Bußgeld von 50 Euro geahndet werden. Allerdings nur dann, wenn der Fahrgast die Maske auch nach Aufforderung nicht aufzieht. „Das ändern wir jetzt. Ab sofort gilt: Wer im Bus oder in der Bahn keine Maske trägt, muss zahlen“, so der Minister. „Wir müssen alles dafür tun, um Infektionen zu verhindern und Infektionsketten zu durchbrechen. Deswegen gibt es die Maskenpflicht. Hinzu kommt, dass der öffentliche Nahverkehr nicht nur ein klimafreundliches Verkehrsmittel ist und bleibt, sondern er ist unverzichtbar, wenn wir nicht im Dauerstau enden wollen. Um seine Funktion erfüllen zu können, ist er aber auf Akzeptanz angewiesen.  Wir wollen nicht, dass jemand aus Angst vor Ansteckung lieber mit dem Auto fährt, als sich in die Bahn zu setzen.“

Text & Bild: Hessische Staatskanzlei