Gesündere Lebensmittel sofort erkennen!

Wie können Verbraucher bei einer gesünderen Lebensmittelauswahl unterstützt werden? „Mit den Angaben auf Lebensmittelverpackungen sind viele Verbraucher überfordert. Daher könnte eine einfache, leicht verständliche Nährwertkennzeichnung auf Verpackungen helfen. Ein zurzeit viel diskutierter Ansatz ist der sogenannte Nutri-Score. In Frankreich wird es bereits seit 2017 angewandt. Doch was ist der Nutri-Score eigentlich? Wie wird der Score berechnet? Und was kann er leisten?

Was ist der Nutri-Score?

Der Nutri-Score ist ein von renommierten Wissenschaftlern konzipiertes fünfstufiges Kennzeichnungssystem (A, B, C, D, E), das Lebensmittel und Getränke anhand ihres Nährwertprofils in fünf Kategorien einteilt. Dabei werden „weniger günstige“ sowie „günstige“ Nährwertelemente berücksichtigt.

Darüber hinaus wird der jeweilige Buchstabe farblich hervorgehoben – von Dunkelgrün bei A über Gelb bei C bis hin zu Rot bei E. Durch das Symbol auf der Vorderseite von Verpackungen (Front-of-pack) kann der Verbraucher das Nährwertprofil von Lebensmitteln und Getränken auf einen Blick erfassen.

Ein Produkt der Kategorie B weist ein eher gesundes Nährwertprofil auf.

Wie erfolgt die Bewertung?

Für die Berechnung des Nutri-Scores wird der Gehalt an Nahrungsenergie, Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz (Natrium) pro 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter ermittelt, da sich ein zu hoher Verzehr dieser Nährstoffe langfristig ungünstig auf die Gesundheit auswirken kann. Das Modell berücksichtigt aber auch günstige Nähr- und Inhaltsstoffe wie Proteine und Ballaststoffe sowie den Anteil an Obst, Gemüse und Nüssen.

Für jeden einzelnen Nähr- beziehungsweise Inhaltsstoff, den das System berücksichtigt, werden Punkte vergeben und miteinander verrechnet. Anhand des Gesamtergebnisses erfolgt dann die Einordnung auf der Bewertungsskala vom dunkelgrünen „A“ bis zum roten „E“. Dabei gilt: Je geringer die Gesamtpunktzahl, desto gesünder das Nährwertprofil.

Was soll das farbliche fünfstufige Modell leisten?

Der Nutri-Score ist ein Ansatz, der Konsumenten bei einer besseren Lebensmittelauswahl und damit bei der Umsetzung einer gesünderen Ernährung unterstützen kann. Denn wie verschiedene Verbraucher- und Vergleichsstudien belegen, ermöglicht das Kennzeichnungssystem, die Nährwertqualität von Lebensmitteln innerhalb einer Lebensmittelgruppe sowie über Lebensmittelgruppen hinweg einfach und intuitiv zu unterscheiden.

Auf einen Blick ist die Bewertung durch den Nutri-Score auf der Verpackung zu erkennen.

Allein kein Garant für eine bessere Ernährung

Der Nutri-Score ist nicht automatisch Garant für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Nach wie vor kommt es auf ein gewisses Ernährungswissen, die sinnvolle Kombination von verschiedenen Lebensmittelgruppen und deren Verzehrmenge an. Nichtsdestotrotz kann eine für den Verbraucher leicht verständliche Nährwertkennzeichnung zusammen mit verbraucherorientierten Ernährungsinformationen die Ernährungsgewohnheiten nachhaltig beeinflussen.

Wie geht es weiter?

Derzeit führt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Verbraucherbefragung zu vier „Front-of-Pack-Modellen“ durch. Neben dem Nutri-Score stehen drei weitere Modelle zur Auswahl – eines des Lebensmittelverbands Deutschland, des Max Rubner-Instituts sowie das skandinavische Keyhole-Modell.

Die Ergebnisse dieser Verbraucherbefragung werden die Grundlage für eine politische Empfehlung eines Nährwertkennzeichnungssystems in Deutschland sein. Die Ergebnisse werden im September 2019 erwartet.

 Information: Nestlé Deutschland

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Erster stadtweiter Sauberkeitstag „Frankfurt Cleanup“ startet am 21. September 2019 – Anmelden!

Die Stadt Frankfurt am Main ruft ihre Bürger auf, sich für den ersten stadtweiten Sauberkeitstag „Frankfurt Cleanup“ anzumelden. Dieser findet am 21. September im Rahmen des World Cleanup Day 2019 statt – gemeinsam mit Städten in über 150 Ländern weltweit.

„Gefragt sind alle Frankfurterinnen und Frankfurter, denn sie kennen sich bekanntlich am besten aus in ihrer Stadt“, sagt Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt und Frauen, und Schirmherrin des Sauberkeits-Aktionstags. Dieses Jahr sei das Team von #cleanffm, der städtischen Sauberkeitskampagne, das erste Mal Partner des World Cleanup Day. „Machen Sie mit. Ob in großen oder kleinen Gruppen, ob aus den Stadtteilen oder Firmen und aus Geschäften: Suchen Sie sich Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Lassen Sie uns gemeinsam weltweit ein Zeichen setzen gegen die Vermüllung unserer Stadt, gegen die Flut von Müll auf unserem Planeten“, unterstreicht die Dezernentin.

Holger Holland, Projektleiter des World Cleanup Day Deutschland, ergänzt: „Die Welt ist unsere Lebensader und wir brauchen sie müll- und vor allem plastikfrei! Daher sind wir sehr froh darüber, dass wir mit der Stadt Frankfurt am Main einen wichtigen Partner gefunden haben.“ Neben Berlin und München sei Frankfurt der dritte große Partner unter Deutschlands größten Städten.

Ziel des Sauberkeitstages ist es, mit der weltweiten Aktion die Menschen zu aktivieren, in ihrer direkten Nachbarschaft einen eigenen Beitrag für eine sauberere Umwelt zu schaffen. Aber auch, das eigene Bewusstsein für einen anderen Umgang mit Verpackungen und damit zusammenhängender Vermüllung zu schärfen.

Unterstützt wird die Aktion durch die FES, die allen, die mitmachen, das benötigte Equipment kostenfrei zur Verfügung stellt, etwa Mehrweghandschuhe, Müllzangen und Müllbeutel.

Sie stellt auch die Anmeldeplattform http://cleanup.fes-frankfurt.de oder http://www.ffmcleanup.de bereit, auf der sich alle Interessierten rund um „Frankfurt Cleanup“ informieren können. Wer dies lieber persönlich möchte, kann dies im FES – Servicecenter in der Innenstadt am Liebfrauenberg 52-54 tun.

Hintergrund

Der World Cleanup Day hat seine Wurzeln in Estland und findet seit 2008 jedes Jahr am 3. Samstag im September statt, in Deutschland erstmalig letztes Jahr am 15. September. 2018 sind weltweit 17.000.000 Menschen in über 150 Ländern gegen das globale Müllproblem aufgestanden und haben ein Zeichen gegen Müll und für unsere Erde gesetzt. Mehr Infos gibt es unter https://deutschlandmacht.de/about/ im Internet.

 

Text: Stadt Frankfurt/Redaktion girm

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Weniger Hausärzte in Hessen als bundesweit

Das Ärztenetz in Hessen ist dichter geworden, aber die einzelnen Mediziner sind regional und nach Fachrichtungen ungleich verteilt. Das geht aus neuen Daten des Bundesarztregisters hervor, die die Deutschen Presse-Agentur veröffentlicht hat.

Ende 2019 kamen in Hessen 214,2 Ärzte und Psychotherapeuten auf 100 000 Einwohner. Im Jahr zuvor waren es 210,9 gewesen. Gesunken ist allerdings die Zahl der Hausärzte: von 65,2 auf 64,9 pro 100 000 Einwohner. Fakt ist: Immer weniger junge Mediziner wollen sich als Hausärzte niederlassen.

Der hessische Durchschnittsarzt ist 54 Jahre alt, fast zwölf Prozent der Mediziner im Land sind älter als 65 Jahre. Der durchschnittliche Hausarzt ist sogar zwischen 55 und 56, in dieser Berufsgruppe sind fast 15 Prozent älter als 65 Jahre.

Sowohl bei der Ärztedichte als auch beim Durchschnittsalter liegt Hessen im Mittelfeld der Bundesländer.

Schaut man sich aber die einzelnen Regionen in Hessen genauer an, dann sieht das Bild wie folgt aus:

Der Kreis Darmstadt-Dieburg hat am zweitwenigsten Hausärzte von ganz Deutschland! 51,2 Hausärzte kommen hier auf 100 000 Einwohner. Nur in Herford in Nordrhein-Westfalen ist die Lage noch schlechter. Die Stadt Kassel gehört hingegen mit 316,7 Ärzten und Therapeuten pro 100 000 Einwohner zu den „Top 10“ bei der allgemeinen Arztdichte, die niedergelassene Mediziner verschiedener Fachrichtungen erfasst.

Zur Gesundheitsversorgung in der jeweiligen Region tragen die Praxen der Kassenärzte nicht alleine bei – dazu kommen Ärzte in Krankenhäusern sowie etwa auch Physiotherapeuten, Logopäden und andere Heilberufler.

Text: dpa/girm Red.

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Misteltherapie: Erfolge bei Lungenkrebs!

Mehr Lebensqualität, Linderung der Nebenwirkung aggressiver Therapien: Was Misteltherapie bewirkt, ist gut belegt. Eine aktuelle Studie gibt Hinweise auf eine verlängerte Lebenszeit bei fortgeschrittenem Lungenkrebs.

Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom leben länger, wenn sie ergänzend zur konventionellen Therapie eine Misteltherapie bekommen haben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Beobachtungsstudie. Von einem bemerkenswerten Ergebnis spricht Dr. med. Friedemann Schad, Erstautor der Studie und Leiter des Onkologischen Zentrums am anthroposophischen Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, auch angesichts der schlechten Prognose für ein fortgeschrittenes Bronchialkarzinom. Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom, das rund 85 Prozent der Lungenkrebsfälle ausmacht, gilt als besonders aggressiv.

Für die Studie waren die Daten von 158 Patienten im Stadium IV (mit Metastasen) ausgewertet worden. 108 Betroffene bekamen ausschließlich eine konventionelle Therapie (Chemotherapie, gegebenenfalls zusätzlich Bestrahlung), 50 Patienten wurden zusätzlich mit der weißbeerigen Mistel (Viscum album L.) behandelt. Das durchschnittliche Überleben in der kombinierten Be-handlungsgruppe betrug 17 Monate, in der Vergleichsgruppe ohne Mistel lediglich acht Monate. Die Drei-Jahres-Überlebensrate lag bei den mit Mistel behandelten Patienten bei 25,7 Prozent gegenüber 14,2 Prozent in der Kontrollgruppe. Die Forscher weisen einschränkend darauf hin, dass die Studie lediglich eine Korrelation zeige, sehen aber ein positives Signal für weitere Forschung.

Wirksamkeit von Misteltherapie vielfach belegt
„Es gibt mehr als 100 veröffentlichte klinische Studien, die in der Mehrzahl die Wirksamkeit der Mistelpräparate belegen. Davon sind 39 wissenschaftlich besonders hochwertig („prospektiv-randomisiert“)“, sagt Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. Misteltherapie verbessert die Lebensqualität und hilft die Nebenwirkungen belastender Therapien wie Müdigkeit (Fatigue), Depression, Angst, Schmerzen und Übelkeit/Er-brechen zu verringern. Einige Studien dokumentieren auch günstige Auswirkungen auf das Über-leben, etwa in einer Studie mit 240 Patienten, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs im Stadium IV erkrankt waren. Durch die Kombination von Chemotherapie und Mistel verlängerte sich das Gesamtüberleben von 7,3 (Chemo ohne Mistel) auf 12,1 Monate (Axtner J et al./BMC Cancer 2016). Die Wirkstoffe der Mistel sind die Mistellektine, die zellzerstörende Eigenschaften haben. Viscotoxine, die in jungen Blättern und Trieben die höchste Konzentration haben, stimulieren das Immunsystem.

Streit um Misteltherapie
Viele Krebspatienten entscheiden sich für die ergänzende Misteltherapie, mit guten Ergebnissen, so die Erfahrungen der GfBK. Die US-Amerikanerin Ivelisse Page begegnete mit einer Kombination von Operationen und Misteltherapie einer Darmkrebserkrankung im Stadium IV mit Metastasen in der Leber und ist bis heute krebsfrei. Mit ihrer Nonprofit-Organisation Believe Big hat sie die erste klinische Studie in den USA auf den Weg gebracht, die die Wirkung intervenöser Misteltherapie untersucht. Für Schulmediziner, die der Mistel die Wirksamkeit absprechen, hat der Ärztliche Direktor deshalb kein Verständnis.

Im Frühjahr 2019 hatte ein Team um Dr. Jutta Hübner, Professorin für Integrative Onkologie an der Universitätsklinik Jena, nach einer Literaturrecherche die Evidenz für die Misteltherapie bei Krebs bestritten: Mistelpräparate würden weder mit Blick auf das Überleben noch hinsichtlich Lebensqualität und therapiebedingten Nebenwirkungen irgendeinen Vorteil ergeben. „Das halten auch andere qualifizierte Verbände für einseitige effekt-heischende Stimmungsmache“. Eine Gruppe anthroposophischer Ärzte und Onkologen um den Gastroenterologen Professor Dr. med. Harald Matthes vom Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe übte scharfe Kritik an der Arbeit Hübners. Sie enthalte gravierende methodische Mängel.

Kostenerstattung der Misteltherapie
Mistel wird auf Kassenrezept in der sogenannten palliativen Therapie erstattet, wenn zum Beispiel bei Patienten Fernmetastasen auftreten oder die Krebserkrankung inoperabel ist. In der unterstützenden, adjuvanten Therapie bei einer heilbaren Krebserkrankung sind Mistelpräparate nach einem Urteil des Bundessozialgerichtes zwar arzneimittelrechtlich zugelassen, nur nicht mehr auf Kassenrezept. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen die Kosten auf Antrag über-nehmen, müssen es aber nicht. „Leider lehnt die Mehrzahl der Gesetzlichen Krankenkassen die Erstattung der Mistelpräparate in der adjuvanten Situation ab, dennoch sollte im Einzelfall nichts unversucht bleiben“, so Dr. Irmey.

Beobachtungsstudien: In Beobachtungsstudien wird wissenschaftlich untersucht, welche Ergebnisse (Real World Data) in der Praxis bei Patienten ankommen. Diese Perspektive gewinnt – auch international – zunehmend an Bedeutung.

Text: Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V.

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Hessen hält als Sportland eine Spitzenposition inne

Der Sport ist ein elementarer Bestandteil der aktiven Bürgergesellschaft in Hessen. Über zwei Millionen Menschen betreiben in den gut 7.600 hessischen Vereinen Sport. Hiervon sind ca. 800.000 Kinder und Jugendliche im Alter bis 27 Jahre. Das entspricht rund 40 Prozent aller Vereinsmitglieder. Aber auch die über 60-Jährigen sind aktiv: 15 Prozent von ihnen treiben Sport in den Vereinen. Der Anteil wächst weiter.

Das zeigt: Sport geht einen Großteil der Bevölkerung in Hessen an.

Sport ist eine der wichtigsten und erfolgreichsten gesellschaftlichen Organisationen. Es ist deshalb eine unverzichtbare Aufgabe für die Landesregierung, den Sport in all seinen Facetten zu stärken und zu fördern.

Die Hessische Landesregierung verfolgt einen auf dem Prinzip der Subsidiarität beruhenden sportpolitischen Ansatz. Das bedeutet, dass all diejenigen Aufgaben, die von der nächst niedrigeren Ebene, also lokal und regional, erledigt werden können, dort auch erfüllt werden sollten. Die Landesregierung hilft den Rahmen zu setzen, damit die Bevölkerung in der Breite Sport treiben kann sowie Leistungs- und Spitzensport systematisch entwickelt werden können. In diesem Sinne betreibt die Landesregierung Sportpolitik als Politik für den Sport und füllt die große Bandbreite sportpolitischer Wirklichkeit mit Leben.

Von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter begleitet uns der Sport, er durchzieht alle Lebensbereiche und alle Kulturen. In jedem Alter vermittelt der Sport ein lebenstaugliches Wertegerüst und eine positive Kraft, die weit über das eigentliche Sporttreiben hinausgeht. Sport ist zudem das ideale Mittel zur Integration von Jung und Alt, Deutschen und Ausländern, für Behinderte und Nichtbehinderte und zwischen Frauen und Männern. Nirgendwo in der Gesellschaft ist es so selbstverständlich, sich gemeinsam zu betätigen. Das belegt eindrucksvoll die Bedeutung des Sports.

In den Jahren 2019-2023 sollen über das neu aufgelegte Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramms („SWIM“) erforderliche Investitionen in hessischen Frei- und Hallenbädern erneut mit 50 Millionen € Landesmitteln gefördert werden. Fünf Jahre lang stehen jeweils 10 Millionen Euro zur Förderung von Investitionsvorhaben zur Verfügung, die insbesondere die Betriebskosten und den Energieverbrauch senken. Das Landesprogramm zielt darauf ab, dass moderne und zukunftsfähige Schwimmbäder in Hessen zur Verfügung stehen und somit umfangreiche Möglichkeiten bestehen, die Schwimmfähigkeit generell zu erlernen und den Schwimmsport in Hessen weiterzuentwickeln. Die Förderung des Behindertensports und der Inklusion im Sport ist ein großes Anliegen der Hessischen Landesregierung. So unterstützt sie u.a. die Arbeit des Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes mit einer institutionellen Förderung von jährlich 340.000 €.

Text: Hessische Landesregierung/Redaktion girm

Logo: Hessische Landesregierung

Sollen auch Arbeitnehmer jetzt Hitzefrei bekommen?

Die Partei „Die Grünen“ hat eine Idee für zukünftige Hitzewellen: Sie fordert ein „Recht auf Hitzefrei“! Das berichtet heute „Spiegel online“. Weiterhin möchte die Partei für Büroangestellte ein „Recht auf Home-Office“.

Hitzeaktionsplan

Geht es also nach den Grünen, so soll es ab dem nächsten Sommer nicht mehr nur Hitzefrei für Schüler und Lehrer geben, sondern auch für Arbeitnehmer mit Freiluftberufen. Die immer deutlicher werdende Klimakrise sei eine Gefahr für die menschliche Gesundheit, heißt es in einem sogenannten „Hitzeaktionsplan“ der Partei. Der Bericht zitiert Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter mit den Worten: „Wir brauchen dringend einen koordinierten Hitzeaktionsplan, um unsere Gesellschaft auf die extreme Hitze vorzubereiten und unsere Gesundheit zu schützen.“ (dpa)

Des Weiteren ergänzen die Grünen ihre aktuellen Forderungen: Das Recht auf Arbeit von Zuhause solle demnach für alle Beschäftigten gelten, „sofern dem keine betrieblichen Gründe entgegenstehen“.

Beitragsfoto: Copyright 123RF

Vorsicht vor Durchfallerkrankungen bei Ägypten-Urlauben!

Das Robert-Koch-Institut meldet aktuell: Bereits 31 deutsche Ägyptenreisende haben sich im Sommer 2019 eine EHEC-Infektion mit Durchfällen und teilweise schweren Komplikationen zugezogen.

Das Kürzel EHEC steht für enterohämorrhagische Escherichia coli – bestimmte Stämme des Darmbakteriums E. coli, die hauptsächlich im Darm von Wiederkäuern vorkommen und besondere Giftstoffe, so genannte Shigatoxine produzieren können.

Infektionen mit diesen Erregern verursachen wässrige Durchfälle und krampfartige Bauchschmerzen, die manchmal mit Fieber einhergehen, in den meisten Fällen aber ohne ärztliche Hilfe wieder abklingen. „Gerade Kinder und ältere Menschen sind jedoch durch den Flüssigkeitsverlust stark belastet“, sagt Prof. Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin.

Außerdem bestehe gerade bei diesen Altersgruppen ein erhöhtes Risiko, ein so genanntes hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) zu entwickeln – eine gefährliche Komplikation der EHEC-Infektion, bei der die Bakteriengifte unter anderem die Niere angreifen und das Organ schwer schädigen können. Von dieser Komplikation, die unbehandelt bis zum Nierenversagen führen kann, waren in diesem Jahr bereits fünf deutsche Ägyptenreisende betroffen – im Vergleich zu jeweils nur einem Reisenden in den beiden Vorjahren.

Wodurch die diesjährigen Erkrankungen im Einzelnen verursacht wurden, ist nicht bekannt.

Die Urlauber, die von der aktuellen Erkrankungswelle betroffen waren, hatten in verschiedenen Hotels an unterschiedlichen Orten Urlaub gemacht. „Eine gemeinsame Infektionsquelle gab es somit nicht“, sagt Jelinek. Häufig gelangen die Bakterien mit kontaminiertem Essen oder Getränken in den Körper – auch Leitungswasser ist in Ägypten, anders als in Deutschland, nicht sicher. Die gefährlichen Keime können aber auch beim Schwimmen aufgenommen werden, wenn verunreinigtes Wasser in den Mund gelangt.

Um einer EHEC-Infektion vorzubeugen, empfiehlt das CRM daher, sich an die Vorsichtsmaßnahmen zu halten, die prinzipiell für den Urlaub in Ländern mit geringeren Hygiene-Standards gelten:

 – Auf Salat oder rohes Gemüse verzichten,

– Obst nur dann essen, wenn man es selbst schälen kann,

– nur frisch zubereitetes, durchgegartes Fleisch essen – Fleisch, das noch rosa oder schon wieder abgekühlt ist, sollte vermieden werden.

– Keine Rohmilch trinken. Auch Milchprodukte wie Käse oder Speiseeis sollten aus pasteurisierter Milch hergestellt sein.

– Kein Leitungswasser trinken oder zum Zähneputzen verwenden – auch Eiswürfel sollten nicht aus Leitungswasser bestehen.

– Speisen vermeiden, die unbedeckt herumstanden und möglicherweise Hitze und Fliegen ausgesetzt waren,

– beim Schwimmen darauf achten, möglichst kein Wasser zu schlucken,

– aus Rücksicht auf andere: aufs Schwimmen verzichten, wenn man sich bereits krank fühlt.

 Wie das CRM betont, gelten diese Vorsichtsmaßnahmen auch für Urlauber, die in vergleichsweise teuren Hotels untergebracht sind. Wer sich trotz aller Vorsicht eine Durchfallerkrankung zuzieht, sollte zunächst vor allem seinen Flüssigkeits- und Salzhaushalt stabilisieren – also ausreichend trinken und auch salzhaltige Speisen zu sich nehmen. Um den Keim nicht weiterzutragen, ist eine gute Toiletten- und Händehygiene wichtig. Wenn die Symptome nach 48 Stunden nicht deutlich nachlassen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

 Text: Zentrum für Reisemedizin und Redaktion girm

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Zehntausende Kleinkinder ungeimpft!

In Deutschland gibt es trotz steigender Impfquoten deutliche Impflücken bei hunderttausenden Kleinkindern und Jugendlichen. So war mehr als jedes fünfte im Jahr 2015 geborene Kind in den ersten beiden Lebensjahren nicht oder unvollständig gegen Masern geimpft. Im Jahr 2017 waren damit hochgerechnet auf Basis der Daten von Barmer-Versicherten bundesweit knapp 166.000 Zweijährige ohne vollständigen Masernschutz. Zudem war jede fünfte Zweijährige, also knapp 81.000 Mädchen, nicht vollständig gegen Röteln geimpft.

Dies geht aus dem aktuellen Arzneimittelreport vom August 2019 der Barmer hervor, den die Krankenkasse in Berlin vorgestellt hat. 3,3 Prozent der 2015 geborenen Kinder hatten in den ersten beiden Jahren demnach überhaupt keine der 13 Impfungen erhalten, die die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt.

Das entspricht knapp 26.000 ungeimpften Mädchen und Jungen. „In Deutschland werden immer noch zu wenige Kinder geimpft. Das macht die Ausrottung bestimmter Infektionskrankheiten unmöglich und verhindert den Schutz für all diejenigen, die sich nicht impfen lassen können. Wir brauchen zielgruppenspezifische Impfkampagnen, um die Skepsis und mögliche Ängste vor Impfungen abzubauen“, sagte Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. Erforderlich seien auch strukturierte Fortbildungsprogramme für Ärzte, um einen adäquaten Dialog mit Impfskeptikern zu trainieren.

Impflücken sind größer als bisher bekannt

Laut Arzneimittelreport der Barmer gibt es aber nicht nur Impflücken bei den Kleinsten, sondern auch bei älteren Kindern. So wurde bei den Kindern im einschulungsfähigen Alter bei keiner der 13 wichtigsten Infektionskrankheiten ein Durchimpfungsgrad von 90 Prozent im Jahr 2017 erreicht. Dabei wäre für eine ausreichende Herdenimmunität, die auch nicht geimpften Personen Schutz bietet, eine Immunisierungsrate von mindestens 95 Prozent erforderlich.

„Die Impflücken bei Kleinkindern in Deutschland sind größer als bisher bekannt. Der Arzneimittelreport der Barmer liefert aufgrund der gewählten Methodik der Analysen erstmals ein Bild von den tatsächlichen Impfquoten“, sagte der Autor des Arzneimittelreports, Prof. Dr. Daniel Grandt, Chefarzt am Klinikum Saarbrücken. So würden bei den häufig zitierten Schuleingangsuntersuchungen die Impfquoten nur anhand der vorgelegten Impfpässe ermittelt. Dabei werde der Impfstatus von Kindern, die keinen Impfpass vorlegen, nicht berücksichtigt. Das führe zu höheren, unrealistischen Impfquoten, betonte Grandt, denn nicht geimpfte Kinder hätten natürlich auch keinen Impfpass.

Jedes neunte sechsjährige Kind ohne ausreichenden Masern-Impfschutz

Laut Barmer-Arzneimittelreport hatten im Jahr 2017 nur 88,8 Prozent der Sechsjährigen in Deutschland den empfohlenen Masern-Impfschutz. Die Immunisierungsraten reichten von 79,7 Prozent in Sachsen bis zu 86,4 Prozent in Baden-Württemberg und 91,0 Prozent in Schleswig-Holstein. „Durch Masernimpfungen konnten allein seit der Jahrtausendwende rund 21 Millionen Todesfälle weltweit verhindert werden.

Eine Masern- aber auch eine Röteln­erkrankung ist kein unvermeidbares Lebensrisiko, sondern ein Versagen der Gesundheitsvorsorge“, sagte Straub. Schließlich gehe es hier auch um den Schutz von Gefährdeten, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten oder altersbedingt für sich selbst noch keine Impfentscheidung treffen könnten.

Nachimpfungen und spätere Impfungen erfolgen nur unzureichend

Nach dem Report, der auf Analysen von Dr. Veronika Lappe von der „PMV Forschungsgruppe“ an der Universität zu Köln basiert, gibt es nicht nur bei Masern, sondern auch bei Mumps Impflücken. So waren nur 88,7 Prozent der Sechsjährigen im Jahr 2017 gegen Mumps geimpft. Obwohl die STIKO ein Nachimpfen gegen beide Krankheiten bis zum 17. Lebensjahr vorsieht, erfolgten nach der Einschulung mit der Ausnahme von Sachsen, wo dies durch den landesspezifischen Impfkalender erklärt wird, praktisch keine Impfungen mehr. Dies sei, so der Barmer-Vorstandschef, auch deshalb äußerst bedenklich, da die Kinder und Jugendlichen ihre Impflücken auch im Erwachsenenalter behalten würden und bei Auftreten eines Erkrankungsfalls das Risiko regionaler Epidemien steige.

Allein mit der Impfung von Kindern sei dem Problem also nicht beizukommen. „Zur Schließung von Impflücken ist es hilfreich, an Impfungen konsequent zu erinnern. Die Barmer bietet ihren Versicherten daher einen digitalen Impfplaner an. Er ist Teil der Barmer-App, zeigt Impflücken auf und weist auf Auffrischimpfungen hin“, sagte Straub. „Die Überprüfung des Impfstatus von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen samt Aufklärung über Durchführung von Nachimpfungen sollte im Rahmen von hierzu festzulegenden Vorsorgeuntersuchungen erfolgen. Analog zu den Programmen zur Krebsvorsorge brauchen wir eine strukturierte Infektionserkrankungs-Vorsorge“, forderte Grandt.

Aus dem Arzneimittelreport gehen darüber hinaus deutliche regionale Unterschiede bei den Impfquoten hervor. So waren die Impfquoten bei den Zweijährigen des Jahrgangs 2015 in Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein vergleichsweise hoch und in Baden-Württemberg, Bayern, Bremen und Thüringen hingegen gering.

In Bayern waren auch 5,3 Prozent der Zweijährigen überhaupt nicht geimpft, während dies in Brandenburg nur auf 2,2 Prozent der Kleinkinder zutraf. Ein ähnliches Bild ergab sich bei den älteren Kindern. So waren in Bayern 3,5 Prozent der Sechsjährigen des Jahrganges 2011 gegen keine der 13 wichtigsten Infektionskrankheiten geimpft. In Brandenburg traf dies nur auf 1,2 Prozent zu.

Text: Barmer Presse und girm-Redaktion

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ARD-Beitrag schlägt Wellen – weniger Krankenhäuser?

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es zu viele Krankenhäuser. Eine starke Verringerung der Klinikanzahl, von aktuell knapp1.400 auf deutlich unter 600 Häuser, würde die Versorgungsqualität für Patienten verbessern und bestehende Engpässe bei Ärzten und Pflegepersonal mildern. Das zeigt eine neue Studie inklusive Modellberechnung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, auf die sich auch Montag den 15.07.2019 eine aktuelle ARD-Dokumentation bezogen hat.

Eine Reduzierung der Klinikanzahl würde zu einer besseren medizinischen Versorgung der Patienten in Deutschland führen – so die Studie.

Führende Krankenhausexperten weisen darauf hin, dass viele Krankenhäuser in der Bundesrepublik Deutschland zu klein sind und oftmals nicht über die nötige Ausstattung und Erfahrung verfügen, um lebensbedrohliche Notfälle wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall angemessen zu behandeln.

Viele Komplikationen und Todesfälle ließen sich durch eine Konzentration auf deutlich unter 600 statt heute knapp 1.400 Kliniken vermeiden. Ebenso gingen damit eine bessere Ausstattung, eine höhere Spezialisierung sowie eine bessere Betreuung durch Fachärzte und Pflegekräfte einher.

  ©123RF.com

Dies dokumentierte der aktuelle ARD-Bericht mit eindrücklichen Fallbeispielen mehrerer „schlecht behandelter“ Patienten aus ganz Deutschland!

 Das Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) ist im Auftrag der Bertelsmann Stiftung der Frage nachgegangen, wie eine Versorgung durch Kliniken aussähe, die sich nicht in erster Linie an einer schnellen Erreichbarkeit, sondern an Qualitätskriterien orientiert. Dazu gehören beispielsweise eine gesicherte Notfallversorgung, eine Facharztbereitschaft rund um die Uhr, ausreichend Erfahrung und Routine des medizinischen Personals sowie eine angemessene technische Ausstattung.

„Die Neuordnung der Krankenhauslandschaft ist eine Frage der Patientensicherheit und muss vor allem das Ziel verfolgen, die Versorgungsqualität zu verbessern“, sagt Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Eine primäre Orientierung an Fahrzeiten ginge dagegen in die falsche Richtung. „Wenn ein Schlaganfallpatient die nächstgelegene Klinik nach 30 Minuten erreicht, dort aber keinen entsprechend qualifizierten Arzt und nicht die medizinisch notwendige Fachabteilung vorfindet, wäre er sicher lieber ein paar Minuten länger zu einer gut ausgestatteten Klinik gefahren worden“, so Mohn.

Für die Studie haben die führenden deutschen Krankenhausexperten in einem ersten Schritt ein Zielbild für Deutschland entwickelt, das sich an den benannten Qualitätskriterien orientiert. Im Anschluss berechnete das IGES in einer Simulation erstmals, wie sich eine verpflichtende Einhaltung dieser Vorgaben auf die Kliniklandschaft einer ganzen Region auswirken würde.

Die Wahl fiel dabei auf den Großraum Köln/Leverkusen, der sowohl von städtischen als auch ländlichen Gebieten geprägt ist. Wie die Simulation zeigt, könnte die Region mit 14 statt den aktuell 38 Akutkrankenhäusern eine bessere Versorgung bieten, ohne dass die Patienten im Durchschnitt viel längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssten. Die Bündelung von medizinischem Personal und Gerät würde zu einer höheren Versorgungsqualität in den verbleibenden Häusern beitragen, vor allem in der Notfallversorgung und bei planbaren Operationen.

Nur diese Kliniken in der Region verfügen überhaupt über die technische Ausstattung, um Herzinfarktpatienten angemessen zu behandeln. „Das Ergebnis, dass in der betrachteten Region eine Reduzierung auf weniger als die Hälfte der Kliniken zu einer Verbesserung der Versorgung führen würde, klingt zunächst drastisch“, sagt der internationale Krankenhausexperte Uwe Preusker. An vielen Stellen lägen der Berechnung jedoch eher zurückhaltende Annahmen zugrunde, so zum Beispiel bei der medizinisch erforderlichen Leistungsmenge oder der Verweildauer im Krankenhaus.

„Beide liegen in vergleichbaren Ländern deutlich niedriger“, erklärt Preusker. Wenn man sich am internationalen Standard orientieren würde, müsste man einen deutlich konsequenteren Umstrukturierungsprozess einleiten, so der Experte.

Tatsächlich zeigt der Blick ins Ausland, dass es Potenzial für eine Verringerung der Klinikanzahl gibt. Deutschland weist im internationalen Vergleich im Durchschnitt mehr medizinisches Personal pro Einwohner auf als vergleichbare Länder, aber weniger pro Patient. Diese paradoxe Situation liegt daran, dass in der Bundesrepublikviel mehr Patienten in Krankenhäusern versorgt werden als im Ausland. Wie Untersuchungen ergaben, müssten rund ein Viertel der heute in deutschen Kliniken behandelten Fälle nicht stationär versorgt werden.

Zwar ist die konkrete Ausgestaltung der umliegenden ambulanten Strukturen noch offen. Trotzdem belegen die Erkenntnisse der Studie, dass es zur Konzentration im Kliniksektor keine Alternative gibt. Zum einen kann eine Qualitätssteigerung nur gelingen, wenn sowohl die Patienten als auch die medizinischen und pflegerischen Fachkräfte in größeren, spezialisierten Kliniken mit mehr Fällen zusammengeführt werden. Auf der anderen Seite wird gut ausgebildetes Personal auch in Zukunft knapp sein. Nur durch die Bündelung könnten Krankenhäuser der Regelversorgung in allen zentralen Abteilungen jederzeit die entsprechende fachärztliche und pflegerische Kompetenz vorhalten.

Text: Bertelsmann-Stiftung und Red. gesund-in-rheinmain.de

Beitragsbild: © Emma Klinik

Sommer, Sonne, flacher Bauch und Diäten…unser Check!

Nicht alle Diäten sind gesund – Das müssen Sie beachten!

Gerade im Sommer ist ein flacher Bauch für viele von uns extrem wichtig. Dann ist Abnehmen angesagt. Aber wie? Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Ernährungskonzepten. Die meisten Diäten versprechen schnelle Erfolge. Ist das auch gesund? Wir haben uns für Sie, liebe Leserinnen und Leser, ein paar dieser (modernen) Diäten genauer angeschaut.

 Diese Erkrankungen stehen im Zusammenhang mit Ernährung:

  •  Herz und Kreislauf: In Studien wurde nachgewiesen, dass leichtes Übergewicht sogar vor Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems schützt! Hoher Blutdruck wird dadurch eher gesenkt.
  • Stoffwechsel: Hier ist weniger Essen sinnvoll, denn das Thrombose-Risiko wird dabei gesenkt. Auch die Entzündungswerte im Blut sinken dadurch.
  • Krebs: Zumindest bei fettleibigen Frauen entstehen durch zu viel Gewicht leichter Nieren-, Gallenblasen-, Brust- und Gebärmutterschleimhautkrebs.
  • Blase: Bei Frauen ist Übergewicht ein Risikofaktor für die Entstehung einer Blasenschwäche (Inkontinenz).
  • Gehirn: Gewichtsreduktion kann eine Depression positiv beeinflussen.
  • Lunge: Abnehmen vermindert starkes Schnarchen und nächtliche Atemaussetzer, so dass oftmals keine Atemmasken mehr notwendig sind.
  • Speiseröhre: Sodbrennen und die Refluxkrankheit verbessern sich, wenn das Fett im Bauchraum abgebaut wird, weil der Magen weiter nach unten rutscht und der Schließmuskel dadurch wieder besser schließt.
  • Knochen und Muskeln: Diäten können zum Verlust von Knochen- und Muskelmasse führen. Aber mit gezielter Bewegung (Sport, Muskelaufbautraining) kann man gegensteuern.
  • Gelenke: Gewichtsreduktion kann den Stoffwechsel des Gelenkknorpels normalisieren.

Nicht jede(r) Übergewichtige ist krank!

Wie man sein Gewicht selbst einschätzen kann, das sagt uns der Body-Mass-Index (BMI). Er errechnet sich, indem Sie Ihr Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat Ihrer Körpergröße (in Meter) teilen.

Sie geben in Ihren Taschenrechner Ihr Gewicht in Kilogramm ein und teilen es zweimal nacheinander durch Ihre Körpergröße in Metern. Ein Beispiel: 70 kg/ 1,70 m/ 1,70 m = 24,2 = Normalgewicht.

Einteilung der BMI-Gewichtsklassen:

Untergewicht: BMI unter 18,5

Normalgewicht: BMI 18,5 – 24,9

Übergewicht: BMI 25 – 29,9

Adipositas Grad I: BMI 30 -34,9

Adipositas Grad II: BMI 35 – 39,9

Adipositas Grad III: BMI über 40

Wichtig zu wissen: Die Körpermasse von Frauen enthält grundsätzlich mehr Fettgewebe als die von Männern.

Krankes beziehungsweise krankmachendes Fettgewebe ist das bereits erwähnte Fett im Bauchraum, das sogenannte viszerale Fett. Man spricht dann von einer Adiposopathie. Fett in dieser Körperregion macht deshalb krank, weil es Entzündungsmediatoren (Cytokine), Hormone (Adiponektine) und Produkte des freien Fettabbaus (freie Fettsäuren) in das Blut freisetzt. So können Krankheiten entstehen wie zum Beispiel Diabetes und Bluthochdruck.

Gut gelaunt abspecken!

Gesundes Essen – auch weniger Essen – soll vor allem Spaß machen! Foto:…

  1. FdH („Friss die Hälfte“). Leider scheitern 90 bis 95 Prozent der Abnehm-„Kandidaten“ genau an dieser Strategie. Und warum scheitern sie? Zum einen wegen komplizierter Stoffwechselvorgänge im Körper, und zum anderen, weil der Übergewichtige selbst bestimmt, wann er die Hälfte gegessen hat.
  2. Intervallfasten. Es geht dabei um die Stunden, in denen einfach nichts gegessen wird. Somit ist Intervallfasten eigentlich keine Diät sondern ein zeitliches Versetzen von Nahrungsaufnahme.

Am häufigsten angewendet wird hierbei: 8:16. Das bedeutet: 8 Stunden wird gegessen und 16 Stunden wird gefastet, also nur kalorienfrei getrunken (Wasser, Tee). Bei der 5:2 Methode wird 5 Tage in der Woche gegessen und an 2 Tagen sind dann nur noch bis zu 500 Kilokalorien erlaubt.

Und dann gibt es noch die 8:16 Methode. Wichtig ist, dass Sie in den 8 Stunden Essenzeit auch ausreichend Kohlenhydrate, Eiweiß und wenig Fett zu sich nehmen, dann klappt das mit dem Abnehmen eigentlich recht gut.

  1. Glyx-Diät.       Hierbei spielt der sogenannte glykämische Index (GI) die Hauptrolle. Er ist ein Maß zur Bestimmung der Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. Je höher dieser Wert ist, desto mehr Zucker ist danach im Blut.
  2. Trennkost. Dabei werden Kohlenhydrate und Eiweiße getrennt gegessen.
  3. Formula-Diät. Sie ermöglicht eine Abnahme von 8 bis 12 Kilogramm in etwa acht Wochen: Hierbei ersetzen industriell hergestellte Nährstoffgemische (als Shakes oder Suppen) die Mahlzeiten zum Teil oder sogar komplett. Keine Dauerlösung! Langfristig muss dem Einzelnen eine Ernährungs- und Verhaltensänderung gelingen.

Essverhalten ist wichtig! Dazu folgende Tipps:

  •  Konzentration auf das Essverhalten, nicht auf das Gewicht.
  • „Notfall“-Pläne: Überlegen Sie sich einen Plan B, der Ihnen in unvorhergesehenen Situationen weiterhilft, wenn Sie Heißhunger bekommen.
  • Setzen Sie sich mit der Realität auseinander, die Ihnen Abnehmen erschwert. Ein Beispiel: Wenn die Kinder aus der Schule kommen, haben sie Hunger, dann ich sitze beim Essen dabei und werde „verführt“. Ein Mensch, der abspeckt, ohne sich körperlich zu betätigen, verliert auch an Muskelmasse. Und je weniger Muskulatur da ist, desto weniger Fett kann der Körper verbrennen. Also nimmt er mit der Zeit wieder zu und überschreitet sogar das ursprüngliche Ausgangsgewicht.
  • Deshalb: Beim Abspecken vor allem auch die Muskeln trainieren!
  • Ganz gleich für welche der Diäten Sie sich entscheiden, es ist wichtig, Bewegung ins Leben zu integrieren. Ohne Bewegung kommt es nach dem Abnehmen zum gefürchteten Jo-Jo-Effekt: Man nimmt ein paar Kilos ab, doch schon bald sind sie wieder drauf.
  • Text: ATH Medien, Foto: 123RF Mirko Vatali