Älter werden wir später! Aylin Urbersbach-Jeder will möglichst lange jung sein. Warum?

Aylin Urbersbach

Mein Anti-Aging-Programm für ein gesundes, glückliches Leben

Jeder will möglichst lange jung sein. Warum?

Darum geht es gar nicht! Wir wollen lebenslang attraktiv sein. Jung auszusehen oder jünger zu wirken führt nicht automatisch zu mehr Attraktivität. Die Definition von „jung“ impliziert Frische, Vitalität und Gesundheit. Wie wir alle wissen, stimmen diese Aspekte nicht unbedingt mit den realen Lebensjahren überein. Fassaden bröckeln. Das Fundament ist ausschlaggebend – ob es lange stabil und schön bleibt. Das ist mir sehr wichtig. Mir geht es darum, die Stufe auf der Evolutionsleiter höher zu steigen und nicht nur älter zu werden, sondern frisch und dynamisch älter zu werden.

Zweifellos ermöglicht heute die Medizin in den westlichen Industrienationen ein höheres Lebensalter aufgrund medizinischer Fortschritte und eines hohen Lebensstandards. Aber wir selbst sind maßgeblich verantwortlich für die Qualität unserer Lebensjahre. Es gibt keine Pille, die dafür sorgt, dass wir fit und gesund bleiben, Jede einzelne Gemüseportion, jedes Obststück, jede Bewegung und jede Ressource, der wir uns bedienen, trägt dazu bei, unseren Körper und unseren Geist fit zu halten. Wer körperlich gesund, mental fit und psychisch gelassen ist, strahlt auch im höherem Alter Schönheit und Attraktivität aus. Und die ist meines Erachtens jeder Schönheit eines unterernährten und gestressten 20-jährigen Modells überlegen :-).

Welche Rolle spielt die Schönheit beim Älterwerden?

Natürlich sind ein hübsches Gesicht und ein durchtrainierter Körper sehr ansehnlich. Schönheit ist aber mehr. Schönheit ist das Produkt aus körperlicher Gesundheit, mentaler Gelassenheit und glücklicher Gegenwärtigkeit. Bestimmt haben Sie schon mal eine Person wahrgenommen, der aus einer Menschenmenge herausstrahlt. Und Sie denken „Wow, was ein schöner Mensch?!“ Bei näherer Betrachtung sehen Sie vielleicht Falten im Gesicht, vielleicht sind die Haare schon etwas lichter, vielleicht zeigt sich das eine oder andere Fettpolster und doch bleiben Sie dabei, dass dieser Mensch schön ist und eine charismatische Schönheit ausstrahlt. Entweder hat dieser Mensch mein Buch gelesen ;-) oder mindestens intuitiv praktiziert, was ich darin empfehle.

Ist es in Ordnung, sein Aussehen zu optimieren?

Wir leben in einem goldenen Zeitalter, in dem uns viele Möglichkeiten zur Verfügung stehen, unser Leben zu optimieren. Ich bin kein Freund davon, streng und dogmatisch von konservativen oder operativen Behandlungen abzuraten. Wer sein Aussehen mittels Schönheitschirurgie optimieren möchte, sollte aber unbedingt auf höchste Qualitätsstandards setzen. Eine krankheitsbedingte Operation ist oft nicht zu vermeiden, eine ästhetisch begründete OP aber schon. Daher sollte sie nur unter besten Bedingungen erfolgen. Und, was noch viel wichtiger ist: Eine Schönheits-OP soll nicht dazu dienen, psychische Konflikte zu überdecken.

Ich erinnere mich an Patientin Ende Dreißig. „Ich habe schon alles machen lassen. Sehen Sie noch etwas, was ich noch optimieren könnte?“, fragte sie mich verzweifelt. Tatsächlich hatte sie bereits Botox- und Filler-Behandlungen, Mesotherapie, Brustaufbau, Fettabsaugung und Beinmodellierung machen lassen. Nach näherer Befragung stellte sich heraus, dass ihr Lebensgefährte vier Jahre jünger war und sie sich „nicht genug“ für ihn fühlte. Ich lehnte die Behandlung ab und habe die Patientin danach leider nicht wiedergesehen. Diese Patientin verdeutlicht, dass Schönheitsoperationen nicht dazu dienen dürfen, psychische Konflikte zu behandeln. Und auch kein Vorzeigebeispiel für wirkliche Schönheit sind. Die Patientin war fachlich perfekt behandelt, hatte aber keine Ausstrahlung.

Wie werden wir wirklich im Alter zufrieden?

Entscheidend ist die innere Einstellung. Ob wir uns grundsätzlich annehmen und mit uns selbst einverstanden sind. Wenn ja, sind wir zufrieden. Es geht nicht darum, höher, schneller und besser zu werden, sondern anzukommen im Hier und Jetzt und die ‚Lebens-Diamanten‘ zu nutzen, die man bereits bei sich trägt. Diamanten wie Erfahrungen, Lebensweisheit oder Humor, mit denen man Hürden und Krisen meistern und gestärkt sagen kann „Hier bin ich!“

Gibt es eine Methode, um Alterskrisen gut zu begegnen?

Es mag sich zwar einfach anhören, dennoch möchte ich Sie einladen, es auszuprobieren: mit heiterer Gelassenheit! Um Gelassenheit zu erreichen, ist Akzeptanz ist das Schlüsselwort. Oft stressen wir uns durch Dinge, die wir nicht ändern können. Wie schon der römische Kaiser und Philosoph Marc Aurel wusste: „„Es ist dumm, sich über die Welt zu ärgern. Es kümmert sie nicht.“

Wir können unsere Lebensuhr nicht anhalten und haben auf viele Ereignisse keinen Einfluss. Aber auf unsere Wahrnehmung! Sie entscheidet, wie wir Lebensereignisse emotional bewerten. Ob wir gestresst reagieren oder gelassen. Ob wir das Lebens als Kampf oder als Herausforderungen begreifen. Ob wir lieber stehen bleiben oder Lust haben, uns weiterzuentwickeln. Lebenslang im Lernmodus zu bleiben, versetzt uns in einen höheren Zustand. Negative Gedanken und Gefühle sind hingegen rückwärtsgerichtet. Jeder kann aktiv entscheiden, ob er gehetzt, unzufrieden und unglücklich oder neugierig, offen und gelassen bleiben.

Gibt es neuen Erkenntnisse rund um die Gesundheit im Alter?

Zwei Dinge faszinieren mich besonders. Als bahnbrechend empfinde ich die Forschungen über die Telomere. Telomere sind Schutzklappen auf den Chromosomen. Gut gepflegt, halten sie uns länger gesund und jung und behüten uns vor Krankheiten. Die Forschung konnte beweisen, dass die Länge der Telomere unser biologisches Alter bestimmt. Ich glaube, dass hierzu in Zukunft noch eine ganze Menge neuer Erkenntnisse kommen wird, die unserem Wohlbefinden dienen werden.

Zum anderen bin ich fasziniert davon, wie Jahrhunderte altes Wissen in Bezug auf Ernährung, auf die Früchte der Natur – und damit meine ich Gemüse, Obst, Kräuter, Pflanzen – durch die Fortschritte der Medizin keinesfalls in den Hintergrund getreten sind. Im Gegenteil: je mehr wir sie verstehen, desto mehr erkennen wir ihren Wert. Es kann so einfach sein, gesund und schön älter zu werden. Ein einfaches Beispiel dafür ist das Lebenselixier Wasser. Viele trinken zu wenig und behandeln dann ihre trockene fahle Haut mit teuren feuchtigkeitshaltigen Cremes und laufen aufgrund unzureichender Flüssigkeitszufuhr sogar Gefahr, an einer Niereninsuffizienz zu erkranken. Natürlich ist Wassertrinken kein Allheilmittel. Aber es gehört zur Basis unserer Gesundheit!

Genauso verhält es sich mit der Ernährung. Wir müssen nicht auf Berge klettern, um gutes Gemüse, Obst oder Kräuter zu pflücken. Sie sind auch nicht unerschwinglich teuer. Dennoch erlebe ich häufig, dass lieber Nahrungsergänzungsmittel „eingeworfen“ werden, statt sich gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Das aber macht einen großen Unterschied. Bestimmte pflanzliche Lebensmittel enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die einerseits sehr gesund, andererseits aber auch giftig sind. Für Pflanzen haben sie eine höchst wichtige Funktion: Sie schützen sie vor Angriffen von allen Seiten, zum Beispiel vor Schädlingen, UV-Strahlung, Bakterien, Pilzen oder Parasiten, die die Pflanzen befallen würden, wenn sie sich nicht dagegen wehren könnten. Um genau dies zu schaffen, verfügen die Pflanzen über Sirtuine in großen Mengen. Wenn Pflanzen gestresst sind, produzieren sie mehr davon. Diese Enzyme wirken der Zellalterung entgegen und kurbeln die Verbrennung an. Die Erkenntnisse über diese sekundären Pflanzenstoffe sind vergleichsweise neu; ihre Erforschung ist noch nicht vollständig abgeschlossen

Neu ist aber auch, dass heute eine Generation in die „besten Jahre“ kommt, die noch lange lebenslustig bleibt. Die auch in der zweiten Lebenshälfte viel vorhat. Nicht mehr der Schrecken des Alters, sondern die neuen Chancen stehen im Mittelpunkt. Nie konnten die Menschen so viel angenehme Lebensjahre verbringen, die sie jenseits der Rushhour des Lebens selbstbestimmt, frei und mit Elan genießen dürfen. 20 Jahre „geschenkt“ – das ist neu und war noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar. Die Existenzgrundlagen sind gesichert und reichlich Lebenserfahrung gespeichert. Träume von Familie, Beruf und finanzieller Sicherheit sind erfüllt – und jetzt bleibt immer noch Zeit zum Leben.

Gibt es ein besonderes Schönheitsrezept für uns alle?

Ja, habe ich! Seien Sie gut zu sich! Pflegen Sie sich, Ihren Körper und Ihren Geist. Beide sind ein ganz besonderes Geschenk. Wir können unglaublich viel ertragen und aushalten. Aber wenn wir nicht erkennen, dass unserer Körper und Geist nicht selbstverständlich sind und dass wir lebenslang liebevolle Pflege brauchen, werden wir auf Dauer krank … mit allen Konsequenzen.

Deswegen mein Appell: Pflegen Sie Ihren Körper mit ausreichend viel Wasser, abwechslungsreich mit natürlichen Lebensmitteln, deren Inhaltsliste so kurz wie möglich ist, mit Bewegung und Sport. Pflegen Sie Ihren Geist. Lassen Sie sich nicht mitreißen von der Hektik unseres Zeitgeistes, sondern bleiben einfach mal stehen und genießen, was Sie alles geschafft haben, atmen durch und nehmen sich wahr. Last, but not least: seien Sie dankbar. Und dann schauen Sie mal in den Spiegel und sehen, welche Schönheit Sie da anstrahlt.

Wie steht es mit Ihnen? Was ist Ihnen wichtig

Zwei Dinge sind mir sehr wichtig. Zum einen bin auch ich kein Held und schaffe auch nicht immer zu beherzigen, was ich denke, ausspreche und empfehle. Ich möchte unbedingt so gut, intensiv und vor allem so lange wie möglich weiterleben. Und noch wichtiger ist mir, dass ich all mein Wissen und meine Erkenntnisse meinen Töchtern weitergeben kann, damit auch sie ein glückliches und schönes Leben führen dürfen.

Aylin Urmersbach, Jahrgang 1971, ist Fachärztin für Allgemein-medizin und Chirurgie mit den Zusatzqualifikationen Ernährungs-medizin, Sportmedizin, Chiro-therapie und Notfallmedizin. Sie betreibt seit 2016 das Institut für Ästhetik und Life Coaching in Wesseling bei Köln. Zusätzlich arbeitet sie beim WDR als Expertin und Moderatorin für die TV-Sendung Servicezeit Gesundheit und tritt regelmäßig als Gast bei Doc Esser auf. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Wesseling.

Titelbild: © privat

THERMEN-HOPPING IST ENTSPANNUNG IN HISTORISCHEM AMBIENTE

Trotz Sommer sehnen sich viele Menschen nach einer kleinen Auszeit und ganzheitlichem Wohlbefinden in warmen Gefilden. Machen Sie doch einmal „Thermen-Hopping“ in Hessen!

14 Thermalbäder mit Heilwasser laden in Hessen zum Entspannen ein – einige davon mit bewegter Vergangenheit und in historischem Ambiente. So zum Beispiel das Jugendstilbad Darmstadt, das 1909 unter Großherzog Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt als Volksbad eröffnet wurde. Seiner Zeit entsprechend war es einst in zwei Teile aufgeteilt: Im nördlichen Trakt befand sich das Herrenbad, im südlichen Trakt das Damenbad.

Trotz historischem Ambiente verbirgt sich heute eine moderne Bade- und Saunalandschaft hinter den Mauern. Zusätzlich finden Wellnessfans einen SPA-Bereich, die Möglichkeit für wohltuende Massagen und Anwendungen und obendrauf noch ein sehr abwechslungsreiches Kursangebot. Weiche und warme Farben geben dem Bad mit seiner Bade- und Saunawelt eine unverwechselbare Wohlfühlatmosphäre. Das Jugendstil-Highlight ist das ehemalige Herrenbad mit restaurierter Jünglingsfigur, einem Brunnen und den historischen Umkleidekabinen auf dem Balkon der Schwimmhalle. 2008 wurde das Bad von der European Waterpark Association mit dem Sonderpreis für „Wiederbelebung historischer Badekultur“ ausgezeichnet. Internet: www.jugendstilbad.de

In der Kaiser-Friedrich-Therme mitten in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden finden Badefreunde und Erholungssuchende Badeluxus auf höchstem Niveau. Vorbild für das 1913 eröffnete Bad waren antike Thermen: Als Hommage an das römische Schwitzbad, auf dessen Fundament es errichtet wurde, präsentiert sich die Anlage im Stil einer antiken Therme mit säulenverzierten Räumen und aufwändigen Ornamenten. Die originale Ausgestaltung im Dekor des Jugendstils ist in verschiedenen Räumlichkeiten noch heute erhalten, ebenso das denkmalgeschützte Irisch-Römische-Bad. Tepidarium, Sudatorium, das historische Schwimmbad, wertvolle Keramiken und Fresken und das Russische Dampfbad spiegeln ebenfalls den Jugendstil wider.

Das Wasser der Therme stammt aus der Adlerquelle, die bereits vor 2.000 Jahren von den Römern entdeckt und genutzt wurde. Dank dieses wertvollen Naturelements wurde Wiesbaden zur weit bekannten Weltkurstadt. Selbst Goethe berichtete in Briefen an seine Frau, wie sehr die Bäder zu seinem Wohlbefinden beitrugen. Internet: www.wiesbaden.de

Das 1890 erbaute Kaiser-Wilhelms-Bad im denkmalgeschützten Kurpark von Bad Homburg hieß einst Fürstenbad. Keine Geringeren als der König von Großbritannien Eduard VII., Otto von Bismarck und König Chulalongkorn von Siam, dem heutigen Thailand, weilten in dem hessischen Heilbad zur Therapie. Wo früher die Adligen Erholung fanden, können heute Erholungssuchende in den Genuss großer Badetraditionen kommen.

Hinter den historischen Mauern verbirgt sich das Kur-Royal Day Spa – eine Wellnessoase im mediterranen Ambiente mit Dampf- und Dunstbädern. Der Wellnessgast hat die Möglichkeit, Massagen und Packungen zu genießen, doch auch Gesundheitsvorsorge, traditionelle und fernöstliche Anwendungen und medizinische Behandlungen werden angeboten. Internet: www.kur-royal.de.

Text: Red. und www.hessen-tourismus.de

Foto: Fohud Vollmer

 

Ganzheitkosmetik „Anti-Stress-Programmen“ für Körper und Seele

– Fitness für Körper, Seele und Geist –

Zurzeit gibt es eine breite Palette von so genannten „Anti-Stress-Programmen“ für den Körper und die Seele. Angefangen vom Fitness-Kult über Vitalitäts-Trainingsprogramme, Private Coaching bis hin zu Psycho-Seminaren – alles Schlagworte für ein schöneres und gesünderes Leben. Aber, wahre Schönheit kommt von innen. Diese uralte Weisheit macht sich nun schon seit einigen Jahren auch die Ganzheitskosmetik immer mehr zu Nutzen. Ganzheit steht dabei für Schönheitspflege und Entspannung des ganzen Menschen, die eben auch seine Seele und seinen Geist ansprechen muss.

Da gibt es einige Vorreiter, wie Gertraud Gruber, die am bayerischen Tegernsee schon seit Jahrzehnten Prominente und weniger prominente Menschen mit ihrer Bio-Kosmetik aus reinen Naturprodukten überzeugt. Auch ihre mehrfach ausgezeichnete Kollegin Annemarie Börlind gehört zu den Begründern dieser neuen Bewegung für Ganzheitskosmetik.

Bei diesen ganzheitlichen Programmen für die Schönheit wird immer auch auf die innere Entspannung des Menschen geschaut. Abbau von Stress durch Körperpackungen, Massagen mit ätherischen Ölen, Meditation – all das steht heute auf den Seminar-Programmen, wenn es um Wellness geht. Denn, Stress ist der Schönheitskiller Nr. 1! Er macht die Gesichtszüge härter, lässt die Falten hervortreten. Die meisten Menschen sind fast ständig angespannt. Auch der Feierabend dient nicht wirklich einer bewussten Entspannung von Körper, Seele und Geist. Dann beginnt oft der „Freizeit-Stress“. Es entstehen Körper-Blockaden, vielen sitzen ungeweinte Tränen auf dem Brustkorb und geben ein Gefühl der Enge, bei anderen klemmt die „Angst im Nacken“ fest.

Was tun? Die östlichen Gesundheitslehren, die immer schon ein ganzheitliches Bild vom Menschen hatten, haben u.a. mit ihrer 5-Elemente-Medizin eine gute Basis für die innere und äußere Entspannung gelegt. Mit den sogenannten Meridiandehnungen, bezogen auf die einzelnen Elemente, balancieren sie ihren Körper perfekt aus. Denn, nur in der Balance zwischen Innen und Außen, zwischen Ruhe und Aktivität findet der Einzelne „seine Mitte“. Nur aus der Mitte heraus beginnt er bewusster zu leben.

Unser „gesund-in-rheinmain“ – Meridian-Dehnungstipp:

 Sie sitzen auf dem Boden, strecken beide Beine gerade nach vorne und berühren (soweit möglich) die Zehen mit den Händen. Am Punkt der größtmöglichen Streckung halten sie inne, entspannen sich und atmen zweimal ruhig durch. So fühlen Sie, wie das Qui (die Körperenergie) entlang des Rückens und an den Beinen fließt. – Das ist der Nieren-Blasen-Meridian, dem man vor allem im Winter Entspannung zukommen lassen sollte.

 Zu den besten Entspannungsmethoden gehören unter anderem: Akupressur (Shiatsu), Atemtherapie, Aromatherapie, Ayurveda, Autogenes Training, Meditatives Tanzen, Rolfing, Thai Chi, Polarity oder Yoga.

Text: Red. girm

Bild: 123Rf.com

Was ist Naturkosmetik? – Bio-Produkte stark im Trend

Im Bereich der Kosmetikartikel werden, wie auch bei den Lebensmitteln, Bio-Produkte immer beliebter. Diese versprechen mehr enthaltene Vitamine, spezielle Wirkstoffe und bessere Verträglichkeit. Doch wie steht es um die Naturkosmetik?

Wer ist nicht auf Suche nach der geeigneten Gesichtscreme und -maske, Körperlotion, dem richtigen Haarshampoo und anderen Kosmetikprodukten? Am besten sollen sie neben der gesuchten Wirkung auch gut verträglich, vitamin- und nährstoffreich, umweltbewusst und nachhaltig sein. Hier sind Produkte mit reiner Pflanzenkraft für viele die optimale Wahl.

Doch fällt die Entscheidung zwischen den zahlreichen Kosmetikprodukten oft schwer, da das Angebot einfach zu groß und somit unübersichtlich ist. In diesem Fall sollten Sie auf ein entsprechendes Bio-Siegel auf der Verpackung achten. Es stellt sich für alle bisherigen „Nicht-Nutzer“ dieser Angebote die Frage, was Natur-/Biokosmetik anders macht und wie die Produkte zusammengesetzt sind.

Was ist Naturkosmetik?

Der Begriff Naturkosmetik ist grundsätzlich nicht geschützt. Entsprechende Bio-Siegel (z.B. BDIH, ICADA) geben Sicherheit, dass es sich um 100-prozentige Bio-Kosmetik handelt. Hier wird bei der Herstellung auf den Einsatz von Parabenen, Paraffinen, Silikonen, synthetischen Duft- und Konservierungsstoffen sowie Tierversuchen verzichtet.

Die Hauptwirkstoffe sind meist pflanzlich, in der Regel stammen sie aus kontrolliert biologischem Anbau. Die genauen Anforderungen an den Kosmetikhersteller variieren in einigen Punkten, die grundsätzlichen Kriterien für die Verleihung eines der Siegel sind jedoch meist Woran erkennen Sie, dass es sich um ein Naturkosmetikprodukt handelt?

Zur Kennzeichnung haben sich mehrere Systeme entwickelt. Die Siegel befinden sich meist auf den Verpackungen, was zu einer leichteren Kaufentscheidung führen soll. Je nach Siegel werden für die Vergabe neben der Rohstoffart auch die Art des Anbaus, der Rohstoffgewinnung und die Verarbeitungsmethoden überprüft. Im Folgenden finden Sie die bekanntesten Siegel für Natur- und Biokosmetik:

  • BDIH – Siegel für kontrollierte Naturkosmetik
  • ICADA- Siegel für zertifizierte Naturkosmetik
  • „Ökologische Naturkosmetik“ und „Naturkosmetik“ von der Organisation ECOCERT
  • NaTrue-Siegel in drei Qualitätsstufen

gleich. Sie fragen sich vielleicht, ob die reinen Naturprodukte in ihrer Wirkung mit der Hightech-Kosmetik aus dem Labor mithalten können? Das Ziel ist zumeist die sanfte Pflege der Haut und die Verschönerung des Aussehens. Und die Antwort lautet: ja. Den Ansprüchen an die Hautpflege werden sie in jedem Fall gerecht. Nur die Wirkungsschnelligkeit kann in manchen Fällen abweichen. Doch welche Pflanzen und deren Inhaltsstoffe haben welche Wirkung? Wir geben Ihnen beispielhaft einen kleinen Überblick:

  • Gegen Falten wirken Granatapfel- und Hibiskusextrakte.
  • Q10 kann rein biologisch aus Pistazien gewonnen werden.
  • Bei der Pflege reiferer Haut eignet sich besonders Rosenöl.
  • Für mehr Hautgeschmeidigkeit und Glättung kleiner Fältchen sorgen Öle, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind (z.B. Olivenöl, Arganöl).
  • Jojobaöl schützt die Haut vor Austrocknung.

Mit Lebensmitteln, die Sie in Ihrer Küche finden, können Sie einfach und schnell effektive Masken zaubern. Nach sorgfältiger Reinigung oder Peeling ist die Haut besonders aufnahmefähig für Schönheitsmasken. Die Poren sind weit geöffnet, und durch die erhöhte Durchblutung wird jede Maske optimal aufgenommen, was die Wirksamkeit noch erhöht. Nach der empfohlenen Einwirkzeit sollten Sie die Maske gründlich abwaschen und die Haut mit einer Feuchtigkeitscreme pflegen.

  • Quarkmaske: 2 EL Quark, 1 EL warmer Honig und 1 TL Olivenöl
    Einwirkzeit: 20 Minuten
    bei müder Haut
  • Avocadommaske: 1 Avocado, ½ TL Honig, 1 TL Sahne
    Einwirkzeit: 30 Minuten
    bei trockener HautText: IKK, – Red. girm
  • Bild:123Rf.com

Naturkosmetik-Markt boomt – Kosmetik von der Kräuterwiese

– Natur-Kosmetik wird aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt –

„Wahre Schönheit kommt von innen“ – so lautet die uralte Weisheit. Doch manchmal muss man auch von außen ein bisschen nachhelfen. Gerade bei zunehmendem Alter. Ob „Frau“ oder „Mann“ die duftenden Kosmetik-Produkte aus der Drogerie kaufen oder – umweltbewusst – der Naturkosmetik den Vorzug geben, ist individuell sehr unterschiedlich. Aber, der Naturkosmetik-Markt boomt. Längst haben die Produkte ihren „Geruch“ von „Öko“ verloren. Der Markt für kontrollierte Naturkosmetik ist gerade in den letzten Jahren immens gewachsen.

 Naturkosmetik ist:

  • Ohne künstliche Duft- und Farbstoffe,
  • frei von Mineralölen und Silikonen,
  • mit Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau,
  • hergestellt ohne Tierversuche.

„Heute wechseln immer mehr Menschen zur Naturkosmetik oder zu Haushaltsmitteln ohne synthetische Stoffe, weil ihr Arzt eine Duftstoff- oder Körperpflegemittel-Allergie diagnostiziert hat“, sagt Naturkosmetikerin Claudia Englert. „Ich habe auch so angefangen. Meine Tochter hatte mit zwei Jahren eine schlimme Hautallergie. Ich habe dann lange gesucht, bis ich die Ursache für diese Krankheit gefunden habe. Letztendlich war sie allergisch auf die vielen Duftstoffe der Körperkosmetik und der Haushaltsreiniger“. So begann Claudia Englerts´ „ganzheitlicher Weg“.

Die Palette der „kontrollierten Naturkosmetik“ ist riesig. Nicht jeder wagt sich gleich an Präparate von Firmen wie „Weleda“ oder „Dr. Hauschka“. Letzterer arbeitet sogar auf Basis der anthroposophischen Medizin. Auch die Kosmetik von „Martina Gebhardt“, die als einzige Herstellerin Demeter-zertifiziert ist, und die ihre Inhaltsstoffe nach dem Stand des Mondes erntet, ist etwas für „Fortgeschrittene“, wie Claudia Englert es formuliert.

Die Naturkosmetik hält so genannte „Einsteiger-Produkte“ bereit. Von „Börlind“ über „Tautropfen“, „Logona“ oder „Lavera“ kann sich der Käufer „durch riechen“. Denn, die Naturkosmetik unterscheidet sich nicht nur durch ihre andere Konsistenz – sie ist ohne Mineralöle und Silikone – sondern auch durch ihre Gerüche, die eher an eine Almwiese als an ein Kosmetikstudio erinnern. Minze, Sanddorn, Kamille, Salbei oder Rosmarin – die ätherischen Öle, die hier zur Anwendung kommen, sind nicht jedermanns Sache.

Für die Zellregeneration setzt die Naturkosmetik auf Pflanzenstoffe wie Granatapfel, Katzenkralle, Trauben- und Sojaextrakte oder Rotklee. Sie enthalten ungesättigte Fettsäuren und Antioxidantien. Auch die körpereigene Hyaluronsäure wird in der „Kosmetik von der Kräuterwiese“ verwendet.

Heute gibt es für jede Haut und für jedes Alter – und für jeden Geruchssinn – die passende Kosmetik, deren Rezepturen auf die Kräfte der Natur setzen, und die man auch selbst herstellen kann, wie:

Basisöl für Gesicht und Körper

Olivenöl kann pur direkt auf die Haut aufgetragen werden. Für die Gesichtspflege nimmt man etwa einen halben Teelöffel zimmerwarmes Öl und massiert es sanft ein.

Etwas aufwendiger ist es, das Öl mit Johanniskraut zu veredeln. Die als Heilkraut verwendete Pflanze soll die Wirkung des Olivenöls verstärken, indem sie Entzündungen hemmt und bei Juckreiz hilft. So geht’s: 100 Milliliter Olivenöl in einem Topf leicht erwärmen und mit einer Tasse Johanniskrautblüten aus der Apotheke oder dem Reformhaus vermengen. Die Mischung etwas abkühlen lassen und in einem fest verschlossenen Glas zwei Wochen ziehen lassen. Sobald sich das Öl dunkelrot verfärbt, die Mischung durch ein Sieb gießen und in einem luftdicht verschließbaren Glas aufbewahren – am besten kühl und geschützt vor Sonneneinstrahlung. Das Öl ist gut als Basisöl für die Pflege normaler Haut zu verwenden. Wer eine sonnenempfindliche Haut hat oder zu Allergien neigt, sollte darauf verzichten, Johanniskraut beizumischen, da es die Lichtempfindlichkeit erhöhen kann.

Text: Red. girm

Bild: 123Rf.com