Nach dem August-Sturm wichtiger denn je – 12-Punkte-Plan für Wälder in Hessen!

Regierung präsentiert: 200 Millionen Euro zusätzlich für 100 Millionen Bäume

Die Hessische Landesregierung hat ein Sofortprogramm zum Erhalt und Schutz der hessischen Wälder aufgestellt. Der 12-Punkte-Plan fördert die Aufforstung der Wälder und sichert eine umfassende Unterstützung für die Beseitigung von Waldschäden zu, die durch Stürme, Dürre und Schädlinge entstanden sind.

„Wir bringen ein umfassendes Maßnahmenpaket auf den Weg, damit sich der Wald an Klimaveränderungen besser anpassen kann und helfen den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern. Die Folgen des Klimawandels finden in unseren Wäldern real statt und verursachen erhebliche Schäden und Kosten. Mit der finanziellen Förderung können in den nächsten Jahren 100 Millionen Bäume für einen gesunden und starken Wald gepflanzt werden. Der Wald ist ein Schatz unserer Heimat, den wir bewahren müssen. Wir brauchen ihn als Erholungsraum für die Menschen, Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen und auch als Wirtschaftsfaktor“, sagten Ministerpräsident Volker Bouffier und Umweltministerin Priska Hinz dieser Tage in Wiesbaden.

Die Landesregierung wird bis 2023 insgesamt 200 Millionen

Euro für den Wiederaufbau des Waldes investieren

Sie hilft unter anderem privaten und kommunalen Waldeigentümern, die mitunter erhebliche Schäden durch Stürme und Trockenheit bewältigen müssen. Als Sofortmaßnahme unterstützt das Land die Betroffenen bei Aufräumarbeiten und Aufforstung mit fünf Millionen Euro jährlich.

Bis 2023 werden in diesem Bereich insgesamt 25 Millionen Euro fließen. Darüber hinaus wird ein Härtefallfonds eingerichtet, mit dem Waldbesitzer ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen können. Er ist zunächst mit einer Million Euro ausgestattet. Für die Schadensbeseitigung im Hessischen Staatswald erhält der Landesbetrieb Hessen Forst jährliche Mittel in Höhe von 20 Millionen Euro für die Jahre 2018 und 2019. Ab 2020 werden jährlich 30 Millionen Euro bereitgestellt.

Hessen ist das waldreichste Bundesland

Hessen ist mit einem Waldanteil von 42 Prozent das waldreichste Bundesland. „Durch die Trockenheit der letzten beiden Sommer sterben nicht nur Nadelbäume wie die Fichte, sondern mittlerweile auch Buchen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Dieser Entwicklung wollen wir noch entschiedener entgegentreten. Wir brauchen zum einen Sofortmaßnahmen, um den Wald zu schützen, aber auch mittel- und langfristige Maßnahmen. Unser Ziel sind klimastabile und vielfältige Mischwälder. Gleichzeitig müssen wir unsere Bemühungen für einen konsequenten Klimaschutz fortsetzen“, ergänzte Hinz.

Die Landesregierung setzt sich dafür ein, dass Leistungen von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern für die Gesellschaft, zur Daseinsvorsorge und für den Klimaschutz honoriert werden. Klimaangepasste, nachhaltig bewirtschaftete Mischwälder mindern das Risiko des großflächigen Waldsterbens und binden CO2. „Der Wald – so wie wir ihn kennen – wird sich in den kommenden Jahrzehnten stark verändern. Das müssen wir nutzen, um unseren Wald klimasicher und nachhaltig zu entwickeln und als ,Klimaretter‘ zu stärken. Denn wir wollen auch in den nächsten Jahren vom Lebensraum Wald profitieren“, sagten Bouffier und Hinz abschließend.

Und so sieht der 12-Punkte-Plan im Detail aus:

  1. Unterstützung der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bei der Beseitigung der Waldschäden

Die Landesregierung unterstützt private und kommunale Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bei der Aufarbeitung von Schäden durch Stürme und Dürren und stellt noch in diesem Jahr eine Soforthilfe in Höhe von fünf Millionen Euro aus Landesmitteln bereit. Darüber hinaus hat der Bund angekündigt, für die Jahre 2020 bis 2023 zusätzliche Gelder zur Verfügung zu stellen. In den Jahren 2020 bis 2023 können vom Land mit der Unterstützung des Bundes insgesamt 50 Millionen Euro für die Beseitigung von Waldschäden fließen. Darüber hinaus wird sich die Landesregierung auf Bundesebene für eine Erhöhung der Hilfszahlungen einsetzen.

  1. Unterstützung der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern bei der Wiederbewaldung von klimaangepassten Wäldern und bei der Verkehrssicherung

Die Landesregierung wird auch die Aufforstung in privaten Wäldern fördern. Ziel der Unterstützung ist es, den Wald zu erhalten, eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu sichern und klimaangepasste Wälder aufzubauen. Als fachliche Grundlage und Entscheidungshilfe für den Aufbau klimaangepasster Mischwälder werden im Hessischen Klimaschutzplan Klimarisikokarten erstellt.

  1. Unterstützung bei der Verkehrssicherungspflicht

Die massiven Schäden im Wald machen ebenfalls vermehrt Verkehrssicherungsmaßnahmen nötig, die in der angespannten Finanzlage der Forstbetriebe oft kaum finanzierbar sind. Das Land wird daher einen Härtefallfonds für besonders betroffene Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer einrichten und diesen mit zunächst einer Millionen Euro ausstatten.

  1. Entlastung der Kommunen durch ein Gebührenmoratorium

Außerdem wird der jährliche Anstieg der Beförsterungskosten für die Kommunen für drei Jahre ausgesetzt. Diese Kosten stellt Hessen-Forst Kommunen in Rechnung, wenn der Landesbetrieb Pflege des Waldes des kommunalen Waldes übernimmt. Da diese Kosten nun nicht wie ursprünglich geplant weiter ansteigen, werden die Kommunen insgesamt um sechs Millionen Euro entlastet.

  1. Vereinfachung forstlicher Förderverfahren

Die Landesregierung fordert die Bundesregierung auf, dass sie sich bei der Europäischen Union für vereinfachte Förderverfahren im Bereich des Forstes einsetzt. Zum Beispiel sollte bei der Unterstützung im Falle von Extremwetterereignissen die Antragsverfahren verkürzt werden. So könnte eine finanzielle Auszahlung für die Unterstützung zur Schadholz-Aufarbeitung direkt bei Antragstellung erfolgen.

  1. Unterstützung zum Schutz des Waldes

Der Landesbetrieb Hessen-Forst berät private und kommunale Waldeigentümerinnen und -eigentümer, die Schäden im Wald beseitigen, Bäume pflegen und neu setzen wollen. Hessen-Forst unterstützt ebenfalls bei der Gründung von eigenständigen Holzverkaufsorganisationen. Für diese neu entstehenden Vermarktungsgesellschaften stehen vier Millionen Euro zur Verfügung.

  1. Wiederbewaldung des hessischen Waldes und Intensivierung der Forschung

Um den Wald fit für die Zukunft zu machen, müssen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wo welche Baumart bei veränderten klimatischen Bedingungen in Hessen wachsen kann. Das Land erarbeitet aus diesem Grund ein Wiederbewaldungsprogramm für den Staatswald. Dazu wird im Herbst ein Fachsymposium „Baumarten im Hessischen Wald der Zukunft“ stattfinden, an dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Verbände ihr Fachwissen einbringen. Daraus werden ebenfalls Empfehlungen für kommunale und private Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer entstehen.

  1. Staatswaldprogramm „Mischwald für morgen“

Der Hessische Staatswald soll in Zukunft in der Lage sein, dem Klimawandel standzuhalten und dabei große Mengen CO2 zu speichern. Dazu wurden und werden dem Landesbetrieb Hessen-Forst jeweils 20 Millionen Euro für 2018 und 2019 bereitgestellt. Ab 2020 werden 30 Millionen Euro pro Jahr für die nächsten fünf Jahre zur Verfügung stehen.

  1. Anpassung der Personalausstattung

Der Landesbetrieb Hessen-Forst arbeitet mit Hochdruck, um Sturm- und Dürreschäden zu beseitigen. Das derzeitige Personalkonzept von Hessen-Forst soll überprüft und gegebenenfalls neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt werden, damit ein effektiver Waldschutz möglich ist.

  1. Schutz der Wiederbewaldung vor Wildschäden

Vor dem Hintergrund der umfangreichen Verjüngungsflächen sind Schutz der Kulturen und Naturverjüngungen vor Wildverbiss und Wildschäden besonders wichtig. Die Landesregierung wird daher gemeinsam mit der Jägerschaft, den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern sowie der Landwirtschaft entsprechende Lösungen entwickeln.

  1. Steuerliche Maßnahmen zur Abmilderung unbilliger Härten

Die Hessischen Finanzbehörden werden über Anträge auf Billigkeiten (u.a. Steuerstundungen), die unter Hinweis auf Waldschäden gestellt werden, schnell entscheiden und dabei im Rahmen der gegebenen Ermessenspielräume auch die besondere Situation der Forstwirtschaft angemessen berücksichtigen.

  1. Aufforderung des Bundes zur Modernisierung des Forstschädenausgleichsgesetzes

Die Landesregierung fordert die Bundesregierung auf, das Forstschädenausgleichsgesetz zu überarbeiten. Mit diesem Bundes-Gesetz kann der Holzeinschlag beschränkt werden, um ein mögliches Überangebot auf dem Rohholzmarkt zu kompensieren. Zusammen mit der Einschlagsbeschränkung gelten dann steuerliche Erleichterungen für die Holzbetriebe.  Das Gesetz ist allerdings auf kurzfristige Hilfe nach einzelnen Großschaden-Ereignissen, beispielsweise einem Orkan, ausgelegt und berücksichtigt nicht, dass durch den Klimawandel eine Dauerbelastung im Wald bestehen kann. Es sollte deshalb dahingehend überarbeitet werden.

Text: Presse Hessische Staatsregierung/Redaktion girm

Foto: Hermanns

TRAUMBERUF SCHÄFER(IN) IN HESSEN!

Schäfer gibt es auch in Hessen kaum noch. Julia Djabalameli und Kurt Hartmann zählen in Hessen zu den letzten ihrer Art – die beiden sind Schäfer aus Leidenschaft und können unglaubliche Geschichten erzählen.

Julia Djabalameli ist in der Rhön zuhause, eine Vorzeigeregion, wenn es darum geht, das Zusammenleben von Mensch, Tier und Natur zu gestalten. Sinnbild dieser Symbiose ist das Rhönschaf. Es ist weiß mit schwarzem Kopf und leistet ganze Arbeit bei der Landschaftspflege des UNESCO Biosphärenreservats Rhön. Vor 40 Jahren fast ausgestorben, ist das Rhönschaf heute aus der Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken. Den Ursprung der Rasse vermutet man im 16. Jahrhundert, womit das Rhönschaf eine der ältesten deutschen Schafrassen wäre.

Julia Djabalameli wollte schon als Kind einen Bauernhof besitzen und Schafe hüten. Heute gehört der 47-Jährigen der Spiegelshof sowie 100 Mutterschafe und rund 40 Ziegen. Mit dem Kauf des Hofes 2005 hat sich die Rhönschäferin einen Traum erfüllt: „Schafe hüten ist mein Leben. Ich liebe es bei Wind und Wetter draußen zu sein und am liebsten bin ich da, wo meine Tiere sind.“

Neben dem Schafe hüten, führt sie den Spiegelshof. Hier können auch bis zu zehn Personen in insgesamt vier Ferienzimmer übernachten. Ihren Gästen bietet Julia Djabalameli außerdem geführte Themenwanderungen an. Gemeinsam geht es durch die Kulturlandschaft zu ihrer Rhönschafherde. Die Teilnehmer können die Nutztiere anfassen und erfahren bei der Wanderung die Geschichte des Rhönschafes sowie der Entstehung der Kulturlandschaft. „Ich habe auf meinem Hof in Ehrenberg immer wieder Urlaubsgäste zu Besuch und die Kinder freuen sich, wenn sie den Schafen in ihr weiches Fell greifen können“, sagt Djabalameli.

Wer im Winter zu Besuch ist, kann die Lämmchen mit der Flasche füttern – ein ganz besonderes Highlight für Groß und Klein. Denn wenn die Schafe im Winter im Stall sind, beginnt die Ablammung. Bis zu 120 Lämmer werden dabei geboren. Eine stressige, aber auch schöne Zeit.

Schäfer Kurt Hartmann aus dem Spessart spielt Anfang des Jahres ebenfalls Hebamme. Auch seine rund 160 Mutterschafe bringen dann ihren Nachwuchs zur Welt – 2018 zählte er 170 Lämmchen. „Die Schafe machen das zwar alleine. Aber als Schäfer bin ich Tag und Nacht dabei“, erzählt der 73-Jährige aus Sinntal-Sterbfritz. Schäfer sein ist seine Leidenschaft: Kurt Hartmann wollte diesen Beruf schon als Kind ausüben. Doch ersteimal wurde er Baumaschinenführer bei einer Baufirma. Erst als er in Vorruhestand ging, machte Hartmann seine Passion zur neuen Berufung und ließ sich als Schäfer nieder.

Geholfen hat ihm dabei der Naturschutz, denn die Magerwiesen im Spessart sind etwas ganz Besonderes und müssen gepflegt werden, damit dort keine Büsche hochwachsen und die Kulturlandschaft verkrauten lassen. Magerwiesen gehören in Europa zu den artenreichsten Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Auf dem besonders nährstoffreichen Boden wachsen zahlreiche Wildblumen, die ein Paradies für eine ungeheure Vielfalt an Insekten darstellen. Wenn im Frühjahr der Kalkmagerrasen zu sprießen und die Blumen zu blühen beginnen, ist die Zeit gekommen: Dann weiden Hartmanns Schafe rund um die Dörfer des Sinntals über 30 Hektar Naturschutzfläche ab. Für Hartmann steht der Naturschutz an erster Stelle und er ist mit seiner Herde im Auftrag des Forstamts Hessen unterwegs, um die Verbuschung der hügeligen Wiesen zu verhindern.

Text: Red. und www.hessen-tourismus.de

Foto  ©: hessen-agentur

 

Gesünder essen – weniger CO2 durch weniger Fleisch

Die Treibhausgas-Emissionen gehen aktuell viel zu langsam zurück. 2007 hat die
Bundesregierung sich mit dem „Integrierten Energie- und Klimaprogramm“ verpflichtet, die
deutschen Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu mindern.

Dieses Ziel wird Deutschland ohne Weiteres nicht erreichen, das geht aus dem Indikatorenbericht
2018 des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Politik muss dringend handeln, um das Klima zu
schützen. Aber auch jeder und jede Einzelne kann etwas tun: Der Nachhaltige Warenkorb zeigt, wie
man durch kleine Veränderungen im Alltag den individuellen CO2-Fußabruck verringern kann –
und sich selbst etwas Gutes tut.

Gesünder essen – weniger CO2 durch weniger Fleisch

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt einen Fleischkonsum von 15,6 kg für Frauen
und 31,2 kg für Männer im Jahr – das entspricht 300 bis 600 Gramm in der Woche. Der heutige
Verzehr beträgt in etwa das Doppelte, fast 28% der Bevölkerung essen täglich Fleisch. Das ist nicht
nur ungesund, sondern bedeutet auch einen viel zu hohen CO2-Ausstoß durch Massentierhaltung.
So sind 14,5 Prozent aller weltweiten Treibhausgasemissionen auf die Haltung und Verarbeitung
von Tieren zurückzuführen. Außerdem trägt der Fleischkonsum aufgrund des hohen Bedarfs an
Soja als Futtermittel (vor allem für Geflügel, Schwein und Rind) insbesondere in Südamerika zur
Rodung von Urwäldern und der Zerstörung von Ökosystemen bei, was ebenfalls zum vermehrten
Ausstoß von Treibhausgasen führt.

Weniger shoppen – Kleidung gebraucht kaufen, CO2 einsparen

Pro Person werden in Deutschland jährlich im Schnitt 26 kg Textilien gekauft, davon zwischen 12
und 15 kg Kleidung. Das bedeutet während der Produktion eine enorme Menge an CO2-Ausstoß. So
werden beispielsweise bei der Herstellung eines weißen Damen-T-Shirts circa 10,75 kg CO2
freigesetzt. Wer weniger (neue) Kleidung kauft, spart Geld und gleichzeitig CO2.
Nutzen Sie einfach Flohmärkte oder Secondhandläden oder tauschen Sie im Bekanntenkreis.

Mehr Bewegung – zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein, statt mit dem Auto zu fahren, spart CO2

Die vom Autoverkehr verursachte Umweltbelastung ist in den letzten Jahren gewachsen. Als
Gründe für den Anstieg um 6,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 nennt das Statistische
Bundesamt mehr Autos, eine größere Gesamtlaufleistung und stärkere Motoren. Das Auto ist in
Deutschland der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen, denn Autoverkehr
verursacht rund 18 Prozent all unseres CO2-Ausstoßes. Zu Fuß gehen oder das Fahrrad sind im
Stadtverkehr die besten Alternativen, da hierbei kein weiterer CO2-Ausstoß stattfindet.

In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass eine Berufspendlerin oder Berufspendler, die oder
der werktags je 5 km mit dem Rad zur Arbeit hin und zurück fährt, im Jahr rund 350 kg CO2-
Emissionen einsparen kann, dazu Geld spart und etwas für die eigene Gesundheit tut.

Geld sparen – Lebensmittelverschwendung reduzieren, heißt CO2 -Emissionen reduzieren

In Deutschland landen pro Person jährlich bis zu 55 kg Lebensmittel in der Tonne. Ernährung ist
neben Wohnen und Mobilität der Bereich, der sich am stärksten auf unsere Klimabilanz auswirkt.
Durch Produktion, Transport und Lagerung verursacht unser Ernährungsstil jährlich im
Durchschnitt 1,75 Tonnen CO2 pro Kopf. Ein bewusster Einkauf, der am besten auf regionale und
saisonale Produkte setzt, und ein geordneter Kühlschrank helfen, weniger Lebensmittel
wegzuwerfen. Fast 22 Mio Tonnen CO2 könnten durch vermeidbare Lebensmittelverluste eingespart werden,
mehr als doppelt so viel, wenn man die dadurch reduzierte Flächennutzung mit einbezieht.

Geld sinnvoller nutzen – der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank ist eine Investition in den Klimaschutz

Nach eigenen Schätzungen muss die Europäische Union zur Umsetzung der Klima- und
Energieziele jährlich 180 Milliarden Euro an Kapital mobilisieren. Ohne nachhaltig ausgerichtete
öffentliche und private Investitionen wird diese gewaltige Aufgabe nicht zu stemmen sein. Wer sich
vornimmt, im neuen Jahr die eigenen Finanzen neu zu ordnen, kann die Chance direkt nutzen, um
zu einer nachhaltigen Bank zu wechseln und über diese das eigene Geld in Projekte zu investieren,
die positiv auf die Klima- und Energieziele einzahlen.

Ökologisch orientierte Finanzanlagen sind wichtiger denn je, um den Klimaschutz zu unterstützen.
Besonders deutlich wird dies, wenn man sich den Klimafußabdruck herkömmlicher
Investmentfonds im Vergleich zu nachhaltigen Fonds anschaut: herkömmliche Fonds produzieren
im Schnitt 904 Kg CO2 je 1000 Euro nachhaltig orientierte Fonds hingegen nur 163 Kg CO2. je 1000
Euro.

Der Nachhaltige Warenkorb

Nachhaltig konsumieren ist heute schon möglich: Wie es geht, zeigt der Nachhaltige Warenkorb des Rates
für Nachhaltige Entwicklung. Der Einkaufsführer weist auf nachhaltige Konsumalternativen hin und gibt
mit Faustregeln Orientierung für konkrete Konsumentscheidungen zu Lebensmitteln, Reisen und
Mobilität, Wohnen und Bauen, Haushalt und Elektronik, Mode und Kosmetik. Zudem bietet er
Bewertungen von Siegeln und Produktkennzeichnungen. Der Nachhaltige Warenkorb wird jährlich unter
wissenschaftlicher Begleitung aktualisiert. Er ist als Broschüre erhältlich und im Internet.
www.nachhaltiger-warenkorb.de

Foto Copyright 123Rf.com

Deutscher Nachhaltigkeitspreis: Prämiert Städte und Gemeinden 2019

Deutscher Nachhaltigkeitspreis:
Diese Kommunen sind Vorreiter der Nachhaltigkeit.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis prämiert auch 2019 Städte und
Gemeinden, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten erfolgreich eine nachhaltige
Stadtentwicklung betreiben und in wichtigen Themen erfolgreiche Nachhaltigkeitsprojekte
realisieren. Neun Vorreiter zukunftsfähigen Verwaltungshandelns wurden jetzt nominiert.

Erlangen, Osnabrück und Stuttgart konnten sich unter den Großstädten durchsetzen. Bei den
Kommunen mittlerer Größe ziehen Aschaffenburg, Pfaffenhofen an der Ilm und St. Ingbert ins
Finale ein. Unter den Kleinstädten und Gemeinden haben Bad Berleburg, Dornstadt und
Wildpoldsried die Nase vorn. Zusätzlich qualifizieren sich Bad Berleburg, Heilbronn, Pfaffenhofen
an der Ilm, Ulm und Waiblingen für den Sonderpreis Digitalisierung.

„Das diesjährige Spitzenfeld zeigt echte Vorbilder unter den Kommunen. Nachhaltige
Entwicklung prägt dort in besonderer Weise den kommunalen Alltag“, sagt Stefan Schulze-
Hausmann, Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. „Sie setzen auf breite
Bürgerbeteiligung, adressieren konsequent Themen wie Klimaschutz und Bildungsgerechtigkeit.
Und sie übernehmen globale Verantwortung.“
Nach der Auswertung der Fragebögen werden die Kommunen nun besucht. Vor Ort führen
Experten des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), des Wuppertal Instituts für Klima,
Umwelt, Energie und des kommunalen Umweltschutzverbandes ICLEI vertiefende Interviews.
Ende Juli entscheidet eine unabhängige Expertenjury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Günther
Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, über die Sieger. Die
nominierten Akteure für den Sonderpreis Digitalisierung werden separat für Ihre Leistungen
beurteilt und ausgezeichnet.

Eine Besonderheit der Auszeichnung für Städte und Gemeinden sind die Preisverleihungen
direkt vor Ort, die möglichst viele Beteiligte und Interessierte einbinden sollen. Die Sieger
erhalten von der Allianz Umweltstiftung jeweils 30.000 Euro für Projekte zur nachhaltigen
Stadtentwicklung. Im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages am 21. und 22. November
2019 in Düsseldorf stellen die erfolgreichsten Kommunen ihr Nachhaltigkeitsengagement vor.
Die nominierten Städte und Gemeinden in alphabetischer Reihenfolge:

Deutschlands nachhaltigste Großstädte
• Stadt Erlangen
• Stadt Osnabrück
• Landeshauptstadt Stuttgart
Deutschlands nachhaltigste Städte mittlerer Größe
• Stadt Aschaffenburg
• Stadt Pfaffenhofen an der Ilm
• Stadt St. Ingbert

Deutschlands nachhaltigste Kleinstädte und Gemeinden
• Stadt Bad Berleburg
• Gemeinde Dornstadt
• Gemeinde Wildpoldsried

Sonderpreis Digitalisierung
• Stadt Bad Berleburg
• Stadt Heilbronn
• Stadt Pfaffenhofen an der Ilm
• Stadt Ulm
• Stadt Waiblingen

Weitere Informationen unter www.nachhaltigkeitspreis.de
Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der
Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Mit fünf Wettbewerben (darunter der
Next Economy Award für „grüne Gründer“), über 800 Bewerbern und 2.000 Gästen zu den
Veranstaltungen ist der Preis der größte seiner Art in Europa. Die Auszeichnung wird vergeben
von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung,
kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen
und Forschungseinrichtungen. Rahmen für die Verleihung ist der Deutsche Nachhaltigkeitstag in
Düsseldorf, die meistbesuchte jährliche Kommunikationsplattform zu den Themen nachhaltiger
Entwicklung.

Foto Copyright Frank Fendler

„Clean Heating“ Grillen ohne Tropenholz – Tipps für einen nachhaltigen Sommer

„Clean Heating“: Grillen ohne Tropenholz

Ob beim Grillen, auf der nächsten Gartenparty oder unterwegs: Für einen nachhaltigen
Sommer informiert „Der Nachhaltige Warenkorb“ des Rates für
Nachhaltige Entwicklung (RNE), wie eine öko-faire Zeit in der heißen Jahreszeit gelingt.

Studien zeigen: Für eine große Mehrheit der Deutschen gehört Grillen zum Sommer dazu. Häufig
wird dabei Holzkohle verwendet – weit über 200.000 Tonnen werden jährlich in Deutschland
verbraucht. Viele Grillfans ahnen nicht, dass sie mit den glühenden Kohlen auch Tropenholz
verfeuern. Rund 85 Prozent der in Deutschland verkauften Holzkohle ist importiert. Sie stammt
teils aus Raubbau in Ländern wie Polen und der Ukraine, aber auch aus Paraguay und Nigeria. So
landet auch Tropenholz auf dem Grill, was zur Abholzung tropischer Wälder beiträgt. Achten Sie
daher beim Holzkohlekauf auf Produkte mit den Siegeln vom FSC oder (noch besser) von Naturland.
Diese fördern eine ökologischere Waldwirtschaft. Für die Ökobilanz Ihres Grillabends besonders
wichtig ist auch, was auf das Rost kommt: Klimafreundlicher und gesünder isst, wer mehr
regionales und saisonales Gemüse auf den Grill legt. Denn: Bei der Erzeugung von Bratwurst,
Nackensteaks und Co. entstehen besonders viele klimaschädliche Emissionen.

Gartenparty: mit Bio-Bier, ohne Plastik

Durch eine bewusste Ernährung können Sie bei der nächsten Gartenparty etwas für sich und das
Klima tun. Werten Sie das Partybuffet durch saisonale Bio-Kost auf. Zum Sommer haben
beispielsweise Kirschen, Erdbeeren, Auberginen und Zucchini Saison. Auch bei den Getränken
können Sie kreativ werden. In Glaskaraffen serviertes Leitungswasser mit Zitrone oder Minze dient
als Alternative für Limo aus Plastikflaschen. Beim Kauf von Wein oder Sekt hilft das EcoVin-Label.
In vielen Supermärkten gibt es mittlerweile auch Bier mit Bio-Siegel zu kaufen.

Um beim Feiern nicht zu viel Müll zu produzieren, verwenden Sie Mehrweg-Geschirr statt To-go-
Produkte. Auch Lebensmittelabfälle lassen sich gemeinschaftlich vermeiden. Lagern Sie Obst,
Gemüse und Co. bei der Hitze richtig. Und wer am Tag nach der Party noch viel Essen übrig hat,
kann dieses weitergeben – zum Beispiel über das Netzwerk Foodsharing oder bei der örtlichen Tafel,
wenn diese Spenden von Privatpersonen annimmt.

Gut geschützt und gut gekleidet, auch bei Hitze

Im Sommer sollten Sie Ihre Haut mit einem effektiven Sonnenschutzmittel schützen und pflegen.
Viele konventionelle Cremes, Lotionen und Sprays enthalten chemische UV-Filter, die
gesundheitsschädlich wirken können. Wer lieber auf Naturkosmetik setzt, kann sich am Siegel des
Bundesverbands Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen (BDIH) oder dem Natrue-Label
orientieren.

Einen guten Schutz vor Sonnenschäden bietet auch die richtige Kleidung – je dicker und dichter
gewebt, desto besser. Dafür lässt sich auch im Secondhand-Shop stöbern. Für Waren aus zweiter

Hand müssen keine neuen Ressourcen wie Strom, Wasser oder Baumwolle verbraucht werden. Und
wenn es doch neue Kleidung sein soll, greifen Sie am besten zu luftigen Fair-Fashion-Produkten.
Die Siegel von Transfair e.V. oder der Fair Wear Foundation sowie der GOTS-Standard helfen bei der
Auswahl.

Nachhaltig unterwegs: mehr Fahrrad, weniger Flugzeug

Nutzen Sie das gute Wetter, um aufs Rad umzusteigen. Das ist umweltfreundlich und auf
Kurzstrecken in Städten oft schneller als Auto, Tram, Bus und Bahn. Auch im Sommerurlaub
können Sie nachhaltig unterwegs sein. Für Reisen in Deutschland und Europa nehmen Sie am
besten einen Reisebus oder den Fernzug – ein Flugzeug produziert viel mehr CO2 pro Kilometer und
Person . Zudem machen endlose Warteschlangen an der Sicherheitskontrolle und überlastete
Flughäfen oft den vermeintlichen zeitlichen Vorteil des Fliegens zunichte.
Bei der Suche nach Urlaubsanbietern und Unterkünften helfen das TourCert-Label sowie die Siegel
von Viabono und Bio-Hotels weiter. Herbergen und Campingplätze mit besonders guten
Umweltkonzepten erhalten das Europäische Umweltzeichen.

Der Nachhaltige Warenkorb

Nachhaltig konsumieren ist heute schon möglich: Wie es geht, zeigt
„Der Nachhaltige Warenkorb“ des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Der Einkaufsführer weist auf nachhaltige Konsumalternativen hin und
gibt mit Faustregeln Orientierung für konkrete Konsumentscheidungen zu Lebensmitteln, Reisen und
Mobilität, Wohnen und Bauen, Haushalt und Elektronik, Mode und Kosmetik. Zudem bietet er
Bewertungen von Siegeln und Produktkennzeichnungen. Der Nachhaltige Warenkorb wird jährlich unter
wissenschaftlicher Begleitung aktualisiert. Er ist als digitale Broschüre im Internet
erhältlich: www.nachhaltiger-warenkorb.de

Foto:123RF.com

“ Fridays for Future“wird von BUNDjugend und BUND unterstützt

BUND, Klimawandel, Mobilität
Im Rahmen des globalen durch „Fridays For Future“ initiierten Klimastreiks unterstützen die BUNDjugend und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Forderungen der streikenden Schülerinnen und Schüler. Die unter dem Motto „Verkehrswende statt Weltende“ gestellten Forderungen sind richtig und wichtig: Die Bundesregierung ist gut beraten, die Sorgen und Nöte der kommenden Generationen ernst zu nehmen.

Linda Mederake, Jugendvertreterin im Bundesvorstand des BUND, sagt dazu: „Die jungen Menschen gehen auf die Straße, weil sie etwas bewegen wollen. Weil sie den Filz zwischen Politik und Industrie satthaben, der maßgeblich zur Klimakrise beiträgt. Insbesondere im Verkehrsbereich gibt es dafür anschauliche Beispiele. Der Verkehr ist der einzige Sektor hierzulande, in dem die CO2-Emissionen nicht zurückgehen.

Die Ursachen dafür sind vielfältig, hängen aber alle mit unzureichenden politischen Regulierungen zusammen. Steuerfreies Kerosin und massive staatliche Subventionierung der Flughäfen sorgen für immer mehr Billigflieger – dabei ist Fliegen die klimaschädlichste Art zu reisen. Immer größere, schwerere und leistungsstärkere Autos fahren immer weitere Strecken und die Hersteller ‚optimieren‘ immer weiter an den offiziellen Angaben zu Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß der Fahrzeuge. Staatliches Handeln? Fehlanzeige.

Die Liste der Beispiele für klimapolitisches Versagen im Verkehrsbereich lässt sich leicht verlängern: Immer mehr Lkw auf den Straßen, immer mehr Lieferwagen in den Städten, immer mehr Pendlerinnen und Pendler, die immer weitere Strecken fahren müssen, weil sie sich das Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten können, ein kaputtgesparter öffentlicher Verkehr – alles Auswirkungen verfehlter Investitionen und Regulierungen.

Deshalb braucht es mutige Entscheidungen und eine Bundesregierung, die nicht länger im Interesse von Konzernen, sondern im Interesse der Bürgerinnen und Bürger agiert. Nur so kann die globale Klimakatastrophe zumindest noch abgemildert werden.“

©Quelle: BUND

© Foto: 123RF

Baumpilze

Hessen steht für mehr unberührte Naturwälder – 31.900 Hektar dafür vorgesehen

„Im waldreichsten Bundesland sind nun insgesamt 31.900 Hektar für die freie Entfaltung der Natur vorgesehen. Bäume können in Ruhe altern, in ihren Baumhöhlen finden der Schwarzspecht und die Bechsteinfledermaus Unterschlupf. Umgefallene und abgestorbene Bäume bleiben liegen und werden von Insekten bewohnt. Seltene Urwaldreliktarten, wie der Eremit und der Veilchenblauen Wurzelhals-Schnellkäfer finden hier Lebensräume. Ebenso bieten Naturwälder Rückzugsräume für Wildkatzen und Luchse“, sagt Umweltministerin Priska Hinz, die in diesen Tagen die Stilllegung von weiteren zwei Prozent Waldfläche verkündete. „Die Erweiterung der Naturwälder im Staatswald führt dazu, dass zukünftig über ganz Hessen verteilt die Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten vergrößert und gesichert wird. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.“

Die Landesregierung hat sich verpflichtet 10 Prozent der Staatswaldfläche als Naturwaldflächen auszuweisen. Rund 6.400 Hektar Waldfläche, das entspricht den noch fehlenden zwei Prozent, werden aus der Bewirtschaftung genommen. Hessen erfüllt damit die Anforderungen der nationalen und hessischen Biodiversitätsstrategie. Gleichzeitig ist damit eine nachhaltige Waldbewirtschaftung nach FSC gewährleistet. In Naturwäldern werden keine Maßnahmen mehr durchgeführt, die wirtschaftlichen Zielen dienen. Trotzdem bleiben die Flächen unter Aufsicht der Forstämter, um zum Beispiel Waldbrände abzuwenden und die Entwicklung der Wälder zu beobachten, aber auch zur Verkehrssicherung. Ebenso können ausgewiesene Wanderwege erhalten werden.

Im Reinhardswald, der Kühkopf-Knoblochsaue und dem Wispertaunus sind die Naturwaldflächen über 1.000 Hektar groß. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee umfasst eine Naturwaldfläche von über 5.000 Hektar, die nun noch erweitert wird. „Mit weiteren großen Naturwaldflächen wie zum Beispiel im Kammerforst, im Vogelsberg, am Grünen Band bei Wanfried oder am Landecker Berg erweitern wir das Biotopverbundnetz. Das ist wichtig für die Wanderung von Tierarten und die Weiterverbreitung von bedeutenden Pflanzenarten. Deshalb werden wir die Naturwälder, die über 100 Hektar groß sind auch dauerhaft für den Naturschutz sichern“, so Hinz weiter. „Hier in Wiesbaden entsteht mit der heutigen Ausweitung ein über 150 Hektar großes Naturwaldgebiet, das neben Tieren und Pflanzen auch für die nahen Stadtbewohnerinnen und -bewohner attraktiv ist. So wird die Natur unverfälscht erlebbar und die Bedeutung von Naturschutz sichtbar“, ergänzte die Ministerin.

© Text: Hessisches Umweltministerium; © Foto: Förster L. Postl – HessenForst

Jedes 8. Lebensmittel,das wir kaufen, werfen wir weg.

Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg.
Du kannst das ändern.

Rezepte für beste Reste: Kartoffel-Gemüsepuffer

Das brauchst du für 12 Puffer: 200 g Kartoffel,
300 g Gemüse (was da ist), 1 Ei, 1 EL Mehl, Pfeffer, Salz
Kartoffeln und Gemüse putzen, schälen und reiben. Mit Ei, Mehl
und Gewürzen vermischen und abschmecken. Falls die Masse zu
„nass“ ist, etwas mehr Mehl untermischen. Aus der Masse flache
Puffer formen und in einer Pfanne in Fett beidseitig goldbraun
braten. Dazu schmeckt Kräuterquark oder ein Joghurtdip!

© Text und Foto: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Foto© Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Nein zum Wegwerfen: gemeinsam für weniger Lebensmittelabfälle in Großküchen Riedstadt

Für den bewussten Umgang mit Lebensmitteln

Abfallmengen im Food-Service-Markt reduzieren und Lebensmittelverschwendung entgegenwirken – was derzeit immer stärker als Thema in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, beschäftigt Transgourmet seit Jahren. Als Lebensmittelgroßhändler für Kunden aus Gastronomie, Hotellerie, Betriebsverpflegung und sozialen Einrichtungen kennt das Unternehmen den Küchenalltag und dessen Herausforderungen, insbesondere wenn es um Wareneinsatz und Lebensmittelabfälle geht. Gemeinsam mit United Against Waste e.V., einer Initiative für die Food-Branche, entwickelt und berät Transgourmet als Gründungs- und Vorstandsmitglied Kunden bei der Umsetzung von praxistauglichen Lösungen zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen. Dies kommt allen zugute: Weniger Müll entlastet die Umwelt, die Betriebe sparen Geld und der respektvolle Umgang mit der Ressource „Lebensmittel“ wird nachhaltig gestärkt.

Jahr für Jahr landen in Deutschland rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – davon entfallen ca. 17 Prozent, was 1,9 Millionen Tonnen entspricht, auf Großverbraucher1. Somit produzieren sie nach den Privathaushalten (61 Prozent) und zusammen mit dem Handel die zweitgrößte Menge an Lebensmittel-abfällen. Zu viel – findet Transgourmet vor dem Hintergrund des eigenen Nachhaltigkeitsanspruches. Das Unternehmen ist Gründungsmitglied und aktives Mitglied von United Against Waste e.V. Gemeinsam arbeiten sie seit der Gründung des Vereins im Jahr 2011 an praxistauglichen Lösungen, um Lebensmittelabfälle im Außer-Haus-Markt zu reduzieren. Der Schwierigkeit von Großbetrieben, das Entsorgen von Lebensmitteln zum Beispiel aus Hygienegründen nicht komplett vermeiden zu können, begegnet das Unternehmen mit Lösungsansätzen, die sich an den individuellen Bedürfnissen von Großküchen orientieren. Mit einem doppelten Nutzen – für die Umwelt und eine höhere Kosteneffizienz in den Betrieben.
1 Quelle: BMELV/Universität Stuttgart, 2012

Praktische Hilfe zur Umsetzung

„Aus zahlreichen Gesprächen mit unseren Kunden wissen wir, dass viele Betriebe den Anspruch haben, Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Häufig liegt die Schwierigkeit jedoch in der Umsetzung auf nahezu allen Ebenen. Es gilt im ersten Schritt herauszufinden, wo und wodurch die Menge an Abfall entsteht. Unsere Lösungsansätze zielen darauf ab, messbar weniger Müll zu produzieren und so Ressourcen einzusparen“, erklärt Thomas Bartelt, Projektleiter Beratung & Konzept bei Transgourmet. Dabei geht es nicht nur um den Umgang mit Lebensmitteln, sondern auch um wichtige Faktoren wie Energieaufwand, Wasserverbrauch und personelle Ressourcen.

Den Einkauf bedarfsgerecht zu planen, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Vermeidung von Lebensmittelresten. Der Planungsaufwand kann jedoch enorm sein. Mithilfe des „MenüManagers“ bietet Transgourmet seinen Kunden die Möglichkeit, sich in diesem Prozess IT-basiert unterstützen zu lassen. Durch mehr als 10.000 im System hinterlegte, auf individuelle Bedarfe abgestimmte Rezepte wird der Verpflegungsaufwand im Vorfeld kalkuliert, sodass bereits beim Einkauf keine zu großen Mengen bestellt werden. Ein integriertes Controlling Tool ermöglicht zudem eine permanente Übersicht des Verhältnisses von Bedarf und Verbrauch und damit eine tagesaktuelle Budgetverfolgung.

Einen ersten Einblick in das Thema bieten die Seminar- und Workshop-Angebote, die sich an Betriebsleiter, Küchenleiter und Köche richten. Bei den meist halbtägigen Veranstaltungen profitieren sie von der jahrelangen Erfahrung des Großhändlers und können ganz konkrete Ansatzpunkte für ihre Einrichtungen entwickeln. Das Seminar „Abfallmanagement – Lebensmittelabfälle vermeiden und Geld sparen“ wird beispielsweise in Kooperation mit United Against Waste e.V. angeboten und beschäftigt sich zum Beispiel mit den zentralen Fragen, an welchen Stellen im Prozess besonders viele Abfälle entstehen, in welchem Ausmaß Einsparungen zu erwarten und wie diese organisatorisch und kommunikativ zu realisieren sind. Erfahrene Projektleiter unterstützen die Teilnehmer ganz individuell und begleiten sie bei der erfolgreichen Implementierung neuer Prozesse.

Unternehmen wie die DIAKO Service Nordfriesland nutzen die Tools von Transgourmet und ziehen eine positive Bilanz: „Wir nutzen den MenüManager seit mehr als zwei Jahren. Dadurch haben wir maximale Planungssicherheit und können sicherstellen, dass wir nicht mehr Lebensmittel als nötig bestellen und dass alles weiterverarbeitet wird. Jetzt wissen wir exakt, wie viel Mayonnaise oder Matjes bestellt werden muss. Diese zielgenaue Kalkulation war vorher nicht möglich“, stellt Betriebsleiterin Anja Wolf zufrieden fest und fügt

hinzu: „Innerhalb von zwölf Monaten konnten wir unseren Nassmüll um 30 Prozent reduzieren. Das entspricht einer Kostenersparnis von über 20.000 Euro pro Jahr.“
Auch beim Unternehmen Airbus Helicopters hat sich das Küchenteam der Betriebskantine der Abfallreduktion verpflichtet. Catering-Leiter Helmut Schüle hat mit seinem Team im letzten Jahr ein Transgourmet Inhouse-Seminar zum Thema „Abfallmanagement“ besucht. „Das Seminar hat sehr dabei geholfen, meine Mitarbeiter für das Thema Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren und ihren Blick im Küchenalltag zu schärfen. Wir dokumentieren sehr genau, wie viel wir entsorgen, und überprüfen regelmäßig, ob wir unsere Zielwerte einhalten. Wenn zu viel Essen übrig bleibt, besprechen wir sofort im Team, was die Gründe für die jeweilige Überproduktion sein könnten. Geht beispielsweise das Mittagsgeschäft runter, muss auch weniger nachproduziert werden.“

Nachhaltiges Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Ressourceneffizienz und Klimaschutz bilden ebenso wie verantwortungsvoll hergestellte Produkte, eine hohe Arbeitgeberattraktivität und gesellschaftliches Engagement die Schwerpunkte der Transgourmet Nachhaltigkeitsstrategie. Ziel ist es, das nachhaltigste Unternehmen der Branche zu werden. Dass dieses Engagement nicht an der eigenen Haustür endet, versteht sich von selbst. „Für uns bedeutet nachhaltig zu agieren auch, Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Der Dialog mit unseren Kunden und der Wissenstransfer durch unsere Mitarbeiter spielen dabei eine zentrale Rolle. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, potenziert sich der Erfolg der Maßnahmen zugunsten von Lebensmittelwertschätzung, nachhaltiger Landwirtschaft oder eines kleineren CO2-Fussabdrucks“, bestätigt Melanie Prengel, Nachhaltigkeitsmanagerin bei Transgourmet.

Über United Against Waste e.V.

„Gemeinsam gegen Verschwendung“ lautet das Motto des 2012 gegründeten Vereins, der sich unter Geschäftsführer Torsten von Borstel gegen die Verschwendung von Lebensmitteln insbesondere in der Gemeinschaftsverpflegung einsetzt. Mit dem Ziel, langfristig Lebensmittelabfälle bestmöglich zu reduzieren, bietet die Initiative verschiedene praxisorientierte Lösungen an, die Einrichtungen bei der Umsetzung behilflich sein sollen. Hierzu gehören unter anderem das „Abfall-Analyse-Tool“, bei dem Quantität, Qualität sowie Ursachen anfallender Lebensmittelabfälle ausgewertet und damit greifbar gemacht werden, oder die Aktion „Genießen ohne Reste“, bei der 2016 zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Betriebsrestaurants und Kantinen das Thema Lebensmittelverschwendung an die Tischgäste herangetragen wurde. Als Gründungsmitglied und mit Manfred Hofer, Geschäftsführer Transgourmet Deutschland, im Vorstand des Vereins hat Transgourmet den Anspruch, diese Grundsätze im eigenen Betrieb wie auch bei seinen Kunden nachhaltig zu verankern.

Text © Transgourmet Deutschland

Foto © Transgourmet Deutschland