Darmkrebsmonat März: Darmspiegelung verhindert Darmkrebs

Der März ist der Darmkrebsmonat. Bei kaum einer Krebsart kann man so leicht vorbeugen. So auch die Erfahrung von Prof. Prof. Dr. Carl Schimanski, der gemeinsam mit Prof. Dr. Dietmar Lorenz das zertifizierte Darmkrebszentrum am Klinikum Darmstadt leitet:

Jedes Jahr erkranken 70.000 Menschen an einem Darmkrebs; der Darmkrebs gehört damit zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Im Laufe des Lebens betrifft diese Erkrankung einen von 15 Menschen. Der Häufigkeitsgipfel liegt jenseits des sechzigsten Lebensjahres. Der Großteil der Erkrankungen ist altersbedingt. Es gibt jedoch auch vererbbare Krebsformen, bei denen im Darm beispielsweise über 100 Darmpolypen entstehen können, beziehungsweise die mit anderen Krebserkrankungen des Bauchraumes oder auch der Geschlechtsorgane verbunden sein können. Diese seltenen Formen machen jedoch nur unter fünf Prozent der Krebserkrankung aus.

Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Alkoholkonsum und Konsum von gepökeltem und roten Wurst- und Fleischwaren erhöhen das Lebensrisiko an einem Darmkrebs zu erkranken. Auch die familiäre Situation kann ein Risiko darstellen: Sind Mutter oder Vater an einem Darmkrebs erkrankt, so verdoppelt sich das individuelle Risiko auf 1:7.

Der Darmkrebs ist ein stiller Krebs. Es gibt keine zuverlässigen Frühsymptome, die einen vor dieser Erkrankung warnen können. Blut im Stuhl und Wechsel der Stuhlgewohnheiten sind häufig bereits ein spätes Zeichen. Treten diese Zeichen erstmalig auf, so ist eine Darmspiegelung dringend angeraten.

Die Darmkrebsvorsorge beginnt ab dem 50. Lebensjahr. Die Darmspiegelung ist in der Vorsorge des unauffälligen Patienten die Methode der Wahl, sie wird bei Männern ab dem 50. und bei Frauen ab dem 55. Lebensjahr empfohlen. Besteht ein familiäres Risiko, so sollte sie mindestens zehn Jahre früher beginnen.

Bei der Darmspiegelung können kleine und große Polypen, die sich auf dem Weg zur Krebsentwicklung befinden, minimal invasiv abgetragen werden. Patienten können während der Untersuchung tief schlafen und selbstständig atmen; sie werden mittels Monitorkontrolle überwacht. Modernste, hochauflösende Endoskope und deutliche Weiterentwicklungen in der hygienischen Aufbereitung der Endoskope nach der Untersuchung machen die Darmspiegelung zu einer sicheren Untersuchung. Das Risiko der Darmspiegelung und der Polypenabtragung ist als deutlich geringer anzusehen, als das Risiko der Krebsentwicklung.

Die Hälfte der in Deutschland nachgewiesenen Tumoren ist auf den Darm begrenzt. Diese können direkt operiert werden. Auch bei Befall der lokalen Lymphknoten kann direkt operiert werden, hier besteht jedoch die Notwendigkeit einer meist gut verträglichen Chemotherapie über sechs Monate, um das Rückfallrisiko zu reduzieren. Auch die metastasierte Situation in Organen ist heutzutage in vielen Fällen noch kurativ angehbar. Sind Metastasen auf Lunge oder Leber und in der Anzahl begrenzt, so können diese mit guter Prognose operativ entfernt werden. Liegen zu viele oder inoperable Metastasen vor, ist der Patient zu alt oder zu schwach, so besteht die Möglichkeit einer abgestuften Chemotherapie, welche heutzutage mit biologischen Antikörpern kombiniert wird, wodurch der Therapieerfolg deutlich verbessert wird. Tumore des Enddarmes müssen in manchen Fällen vorbestrahlt werden, damit eine sichere Entfernung und anhaltende Heilung gewährleistet werden kann.

Durch Teilnahme aller Bürger an der Vorsorgeuntersuchung könnten ca. 63.000 Darmkrebsfälle im Jahr vermieden werden. Darmkrebs wäre – würde die Vorsorge adäquat wahrgenommen – eine der seltensten Tumorerkrankungen. Und eine gut behandelbare. Denn: Eine Frühdiagnose erlaubt die bestmögliche Therapie.

 Pressemeldung: Klinikum Darmstadt

Bild: BU: Prof. Dr. med. Carl Schimanski, Direktor der Medizinischen Klinik II