Ältere Schmerz-Patienten leben oft isoliert

Gesund alt werden – diesen Wunsch haben die meisten Menschen. Da im Alter jedoch oft auch unterschiedliche Krankheiten kommen können, leiden besonders ältere Menschen häufig an Schmerzen. Etwa 60 bis 80 Prozent dieser Menschen haben chronische Schmerzen. Verursacht werden sie meist durch eine Erkrankung des Bewegungsapparates wie Rückenleiden, Arthrose, Arthritis oder Osteoporose. Aber auch Krebserkrankungen sind oft mit starken Schmerzen verbunden.

Insgesamt leiden in Deutschland 15 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen, die monate- oder jahrelang immer wieder auftreten oder ständig vorhanden sind. An Krebs erkranken jährlich mehr als 430.000 Menschen. Etwa ein Drittel aller Krebspatienten hat bereits in einem frühen Stadium der Erkrankung Schmerzen. Was tun?

Die Schulmedizin setzt bei Schmerzen vor allem auf Schmerzmedikamente und Spritzen, leichte Bewegungstherapien und Massagen. „Damit gewinnen die Patienten häufig wieder ein Stück mehr Lebensqualität“, erläutert auch eine neue Broschüre der „Aktion Schmerz 60plus“. „Viele Menschen haben Angst, ihrem Schmerz hilflos ausgeliefert zu sein. Sie werden durch den Schmerz auch zunehmend inaktiver und damit isolierter“, sagt Dr. Uwe Junker, Beiratsmitglied der „Aktion Schmerz 60plus“ und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie. “Die moderne medikamentöse Schmerztherapie kann sogar stärkste Schmerzen lindern, wenn auch oft nicht völlige Schmerzfreiheit erreichen.“

„Schmerzen beeinflussen die Lebensqualität eines Patienten und oft auch die seiner Angehörigen ganz enorm“, sagt die Alzenauer Altenpflegerin Heike Lotz. Gerade chronische Schmerzen sind meist täglich vorhanden und damit sind sie nicht nur ein körperliches sondern auch ein psychisches Problem.“ Heike Lotz weiß, dass diese Patienten vor allem menschlichen Zuspruch brauchen. „Gespräche sind mehr als eine Ablenkung vom Schmerz. Gespräche helfen loszulassen, sich auszusprechen, über den Schmerz zu sprechen und damit wird der Schmerz oft für eine gewisse Zeit vergessen und manchmal sogar dauerhaft gelindert“. Als Kranken- und Altenpflegerin hat Heike Lotz nur ein keines „Zeitfenster“ zur Betreuung ihrer Patienten. „Aber bei einigen alten oder kranken Menschen, gerade mit starken Schmerzen, nehme ich mir einfach ein bisschen mehr Zeit. Neben dem Gespräch bewirkt oft auch eine Berührung, eine Massage der Hände oder der Füße, ein kleines Wunder.“

Davon weiß auch die Aschaffenburger Heilpraktikerin und Therapeutin für Chinesische Medizin Claudia Christ zu berichten. „Alte Menschen, die mit Schmerzen oder körperlichen Einschränkungen in meine Praxis kommen, wollen vor allem ernst genommen werden. Sie suchen einen Ansprechpartner, der ihnen zuhört. Und sie wollen oft nur berührt werden. Gespräche und Berührungen kommen in der Betreuung von älteren Menschen, nicht nur im Heim sondern auch in der häuslichen Umgebung, oft zu kurz“. In der Therapie setzt die Heilpraktikerin bei Schmerzpatienten vor allem auf leichte Massagen, Akupunktur, Chinesische Kräutermedizin und homöopathische Mittel.

Es gibt also verschiedene Wege, um ältere Schmerzpatienten wieder fitter zu machen und damit ihr Wohlgefühl zu stärken.

Text: Red./ATH, Foto©Barmer

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