Die Ursachen von Stress und Überlastung erkennen und zu neuer Leichtigkeit finden

Die Last des Alltags abwerfen: Glaubenssätze und Wertvorstellungen als unsichtbare Ursachen von Stress

Der Kalender ist voll mit Terminen, der Job fordert viel, die Steuererklärung wartet auf die Abgabe und der Haushalt macht sich auch nicht von allein: Das tägliche Hamsterrad mit seinen Deadlines und To-Do-Listen ist nur der offensichtliche Teil dessen, was uns stresst. Die wahren Ursachen von Überlastung sind oft unsichtbar: alte Glaubenssätze, übernommene Wertvorstellungen, verdrängte Traurigkeit oder unausgesprochene Erwartungen. Die australische Bestseller-Autorin Dr. Libby zeigt in ihrem neuen Buch „Die Last des Alltags abwerfen“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2020) wie Überlastung auf den Körper wirkt und bietet Lösungen, wie wir uns von eingefahrenen Denkmustern lösen und zu einem entspannten Alltag zurückfinden.

„Wir haben eine Menge um die Ohren, aber das ist nicht die wahre Ursache für Stress. Er entsteht durch den Wert, den wir diesen Dingen zuschreiben“, erklärt Dr. Libby. Wie wir die Verpflichtungen beurteilen, hängt mit der „unsichtbaren Last“ zusammen, wie es Libby nennt. Sie vergleicht sie mit einem schweren Rucksack voller Steine: „Die Steine stehen nicht für das, was uns widerfahren ist. Es handelt sich vielmehr um die Gedanken, Überzeugungen und Bedeutungen, die wir aus unseren Erfahrungen abgeleitet haben. All dies stopfen wir in unseren Rucksack, und das belastet uns körperlich und emotional.“ Zu dieser Bürde gehören beispielsweise Glaubenssätze, wie wir zu sein haben, um geliebt zu werden, zum Beispiel erfolgreich, witzig oder nett. Andere Steine weisen darauf hin, wie das Leben unserer Meinung nach verlaufen müsste oder hätte verlaufen sollen. „Um herauszufinden, worauf unser Stress tatsächlich beruht, sollten wir uns weniger der Frage widmen, was uns stresst, sondern ansehen, wie wir denken“, erklärt Libby.

Die Autorin: Dr. Libby Weaver zählt in Australien zu den erfolgreichsten Autorinnen im Ernährungssegment. Die studierte Ernährungswissenschaftlerin und Biochemikerin berät seit über 20 Jahren Frauen, die sich in ihrem Körper wohler fühlen wollen. Mehr erfahren sie auf ihrer englischsprachigen Website https://www.drlibby.com/.

Die Biochemikerin weiß, welchen negativen Einfluss Stresshormone auf den Körper, die Organe, die Verdauung, das Nervensystem und den Hormonhaushalt haben. Es ist deshalb wichtig, sich der unsichtbaren Last bewusst zu werden: „Erst, wenn wir diese Gedanken und Überzeugungen erkennen, kann unsere Biochemie umschwenken. Wir reagieren anders auf Stress, werden gesünder und können ganz anders leben,“ erklärt Libby. In ihrem Buch gibt sie Lesern deshalb Anregungen, den eigenen Denkmustern auf die Spur zu kommen. „Es ist wichtig, sich vorbehaltlos angenommen zu fühlen“, so Libby. Wenn wir kompromisslos liebevoll und geduldig mit uns selbst und anderen umgehen, nähmen wir Stressfaktoren anders wahr. Darüber hinaus bietet Libby Strategien, mit denen zum Beispiel Verdauungssystem, Nebennieren oder Schilddrüse, die unter dem Dauerstress leiden, entlastet werden können. Meditieren, weniger Koffein, langsame Atmung und naturnahe Lebensmittel helfen beispielsweise, die Ausschüttung von Stresshormonen zu reduzieren. „Was uns im Alltag begegnet, haben wir nur bedingt in der Hand. Mit der nötigen Achtsamkeit und Übung können wir jedoch unseren Reaktionen auf die Schliche kommen. Diesen Faden sollten wir festhalten, um den Stress ein für alle Mal zu entwirren“, rät sie.

Wissenswertes: Opfer oder Everybody’s Darling?

„Es gibt spezielle emotionale Muster, die Menschen von wichtigen Veränderungen abhalten, durch die es ihnen besser gehen würde“, so Libby. Das erste nennt sie „Ich Arme“. Typische Reaktionsmuster sind Selbstmitleid und das Gefühl, dass andere einem etwas schuldig sind. Man lehnt die Verantwortung für das eigene Handeln ab, bemitleidet sich selbst und möchte, dass auch die anderen einen bemitleiden und entlasten. Das zweite Muster sind die „Everybody’s Darlings“, die ständig auf der Suche nach Bestätigung sind. Viele ihrer Verhaltensweisen zielen darauf ab, niemals „abgelehnt“ zu werden. Sie schleppen eine enorme unsichtbare Last mit sich herum, die nicht nur darauf beruht, wie sie ihrer Meinung nach für andere erscheinen müssen, sondern auch auf den unzähligen Aufgaben, die sie übernehmen, um diesen Anschein aufrechtzuerhalten. „Wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, ist es bequemer, sich einzureden, dass ‚die Dinge, die Leute, die Aufgaben‘ uns überfordern, als sich einzugestehen, dass die eigenen Gedanken dafür verantwortlich sind. Wer akzeptiert schon gern, dass wir uns selbst so viel Leid zufügen?“, erklärt Libby. „Doch sobald wir die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass wir selbst der Auslöser unserer Stressreaktion sein könnten, lässt sich die Dauerüberforderung ganz anders angehen.“

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