Klinikum Darmstaddt GmbH

Klinikum Darmstadt: PAUL ist da – Frühgeborenen-Simulationspuppe für multidisziplinäre Teams

Mit der Simulationspuppe PAUL können Notfälle bei Früh- und Neugeborenen lebensecht geübt werden

Sponsoren und Förderverein des Klinikums ermöglichen den Kauf

PAUL ist winzig; er wiegt 1000 Gramm, ist 35 Zentimeter groß und hat einen Kopfumfang von 26 Zentimetern.

Er entspricht einem Frühgeborenen, der 13 Wochen zu früh, in der 26. Schwangerschaftswoche auf die Welt gekommen ist. PAUL ist ein High-Tech-Patientensimulator, der auch im Inneren der Anatomie eines echten Babys entspricht. Dieser hochsensible Simulator ist neuer Dauerpatient im Klinikum Darmstadt, um die besonderen Herausforderungen, die Notfälle mit Kindern und Neugeborenen für die Rettungsteams bedeuten, künftig noch besser interdisziplinär üben zu können. Möglich gemacht haben diese Anschaffung in Höhe von 60.000 Euro vor allem die Merck Family Foundation, die Volksbank-Stiftung „Hoffnung für Kinder“ und weitere Sponsoren sowie das Engagement des Fördervereins Freunde und Förderer des Klinikums Darmstadt e.V..

PAUL ist bei der Klinik für Neonatologie, dem Team um Dr. Georg Frey in Obhut.

Als PAUL-Beauftragte kümmern sich Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Nadine Feldmann, stellvertretende Stationsleitung, und Isabel Dreher, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin mit Fachweiterbildung Pädiatrische Intensivpflege, um die Neuerwerbung. Normalerweise liegt PAUL, bestückt mit einer kleinen weinroten Mütze in einem niedlichen Schlafsack fest eingebettet in einem schwarzen Hartschalenkoffer. Doch PAUL wird ab September im Klinikum interdisziplinär im Einsatz sein, denn mit und an ihm können alle Notfälle im Umgang mit Frühchen realitätsnah geübt werden.

Die hochsensible Technologie kann kabellos gesteuert werden und alle Krankheitszeichen eines Frühgeborenen lebensecht simulieren. So wird PAUL blau, wenn er nicht ausreichend Sauerstoff erhält und hört schließlich komplett auf zu atmen. PAUL kann endotracheal intubiert (über eine Hohlsonde durch den Mund), mit einem Beutel beatmet werden, er hat einen Sensor für die korrekte Lage und Tiefe eines Nabelvenenkatheters und einen tastbaren Puls an der Nabelschnur und an allen Extremitäten.

Die Teams der Neonatologie und Geburtshilfe (beide zusammen bilden das Perinatalzentrum Level I am Klinikum Darmstadt, einziger Sitz eines Perinatalzentrums in Südhessen, dessen Qualitätskriterien unter anderem eine räumliche Nachbarschaft von Kreißsälen und Frühgeborenen-Intensiv- und Überwachungsstation mit einer rund um die Uhr ständigen Neonatologen-Arztbereitschaft vorschreiben), Vertretende der Zentralen Notaufnahme und der Akademie – der internen Fort- und Weiterbildungsabteilung – werden geschult, um das Wissen in Ärzteschaft, in der Pflege, bei den Auszubildenden und Medizinstudierenden weiterzugeben. Regelmäßig werden dann Simulationsübungen stattfinden, damit im Ernstfall bei einem Früh- oder Neugeborenen alle Handgriffe schnellstmöglich und sicher abgerufen werden können.

„Mit PAUL erreichen wir durch regelmäßige multidisziplinäre Trainings in der medizinischen Versorgung und Pflege von Früh- und Neugeborenen eine neue Sicherheit, die die Versorgung in unserem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe, das ganz Südhessen versorgt, noch einmal stärkt“, betont der medizinische Geschäftsführer Prof. Dr. Nawid Khaladj. „Wir sind den Sponsoren und der Unterstützung unseres Fördervereins außerordentlich dankbar. Denn die Krankenhausfinanzierung ist für die Anschaffung solcher medizintechnischen Geräte für die Aus-, Fort- und Weiterbildung nicht ausgelegt.“

„Gerade kleine Frühgeborene sind auch für erfahrenste Ärzteteams, für Medizinstudierende und für Pflegekräfte eine besondere Herausforderung. Diese Situationen müssen, auch wenn sie glücklicherweise nicht allzu oft eintreten, ständig geübt werden, damit sie im Notfall bestmöglich ablaufen und beherrscht werden. Da das Training mit PAUL so realitätsnah ist, können die erlernten Inhalte leichter abgerufen werden“, erläutert Dr. Georg Frey. Jedes Jahr kommt allein im Klinikum Darmstadt aufs Jahr gesehen jeden Tag ein Kind vor Beendigung der 36. SSW auf die Welt. Früh geborene Kinder – deutschlandweit ist das jedes zehnte Kind – haben ein höheres Risiko für Langzeitschäden; Seh- und Hörbehinderungen, Entwicklungsstörungen oder Lungenprobleme treten zehnmal häufiger als bei reifen Neugeborenen auf. Mit dem Hubschrauberlandeplatz und einem flugtauglichen Transportinkubator, den der Förderverein zusammen mit Sponsoren für das Haus in 2019 erwerben konnte, hat das Perinatalzentrum Südhessen noch einmal seine Magnetwirkung für die Versorgung von Früh- und Neugeborenen in der Region ausgebaut.

„Als Förderverein sind wir dafür da, das Klinikum Darmstadt sowohl materiell als auch ideell zu unterstützen. Von PAUL profitieren vor allem die Eltern betroffener Kinder in Südhessen. Uns macht es sehr stolz, dass wir für diese medizinisch und pflegerisch sinnvolle Anschaffung Sponsoren gewinnen und PAUL jetzt übergeben konnten“, erläutert Prof. Dr. Rupert Bauersachs für den Förderverein.

Text: Klinikum Darmstadt

Fotos: Anke Bettermann und Prof. Dr. Rupert Bauersachs vom Förderverein, Dr. Georg Frey, Nadine Feldmann, Dr. Sabine Jobmann, Klinikdirektorin der Zentralen Notaufnahme, Isabel Dreher und Geschäftsführer Prof. Dr. Nawid Khaladj.

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Zum zweiten Mal in Folge konnte das Klinikum Darmstadt im Focus-Klinik-Ranking überzeugen: mit Platz 74 (gestiegen von Platz 84) deutschlandweit als Top-Nationales Krankenhaus und mit Platz 10 (gestiegen von Platz 11) als Top-Regionales Krankenhaus im regionalen Wettbewerb – von insgesamt 150 hessischen Krankenhäusern. 

Jedes Jahr im Herbst veröffentlicht das Gesundheitsmagazin „Focus“ eine Klinikliste. Hier finden sich die besten Krankenhäuser Deutschlands, sortiert nach Bundesland und ausgewählten Krankheitsbildern. Für den bundesweiten Vergleich wertet ein unabhängiges Recherche-Team (Munich MINQ Media GmbH) die Qualitätsdaten von zuletzt 1.473 Krankenhäusern aus und befragt 12.000 zuweisende Ärzte. Die Klinikliste gilt als der bundesweit größte unabhängige Krankenhausvergleich und hat sich für viele Patienten zu einem Orientierungsmedium entwickelt, die auf der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus sind.

Die Gesamtbewertung des Klinikums Darmstadt setzt sich aus den Einzelwertungen der Fachbereiche zusammen. Im nationalen und regionalen Vergleich wurden besonders hervorgehoben: Klinik für Gefäßmedizin – Gefäßchirurgie, die Frauenklinik für Brustkrebserkrankungen, die Chirurgische Klinik I für Darmkrebs sowie für Gallenblasen- und Gallenwegschirurgie und die Hautklinik für Hautkrebs.

Um als TOP-Fachbereich in der Klinik-Liste aufgelistet zu werden, muss das gesamte Leistungs-, und Qualitätspaket stimmen: Reputation, Empfehlung durch Ärzte und Ärztinnen, medizinische Qualität, Qualität der Pflege, der Hygienestandard und auch das Management und die Organisation sowie die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten.

„Unter den Top 100 Krankenhäusern in Deutschland zu sein, ist ein ausgezeichnetes Ergebnis. Wir haben es geschafft, unsere Platzierung im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu verbessen, obwohl mehr Krankenhäuser untersucht worden sind. Der Dank geht an all unsere Mitarbeitenden, deren hervorragender Arbeit wir dieses Ergebnis verdanken“, erklärt Clemens Maurer, Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums Darmstadt. Prof. Dr. Nawid Khaladj ergänzt: „Die Auszeichnungen belegen, dass sich unsere Patienten auf eine hohe Kompetenz und ein großes Engagement aller Ärzte und Pflegekräfte verlassen können. Unsere Kliniken und Institute arbeiten auf dem aktuellsten Stand medizinischer Erkenntnisse. Auch für unsere Patienten ist dies ein wichtiges und vertrauensförderndes Signal.“

Text: Red. gm/Klinikum Darmstadt, Logo Klinikum Darmstadt

 

Herbstferien und Urlaub mit dem Auto: Was hilft gegen Reisekrankheit?

Aufgrund der aktuellen Situation greifen viele Hessen Urlauber dieses Jahr auf Reiseziele zurück, die mit dem Auto zu erreichen sind. Schnell kann es zu Strecken mit rund zehn Stunden Autofahrt kommen. Während einer so langen Fahrt stellt die Reisekrankheit oft ein großes Problem dar. Das CRM Centrum für Reisemedizin gibt Tipps, um beschwerdefrei am Reiseziel anzukommen.

Die Herbstferien in Hessen stehen vor der Tür. Bedingt durch die aktuelle Krise ist ein Herbsturlaub in fernen Ländern dieses Jahr kaum möglich. Für außereuropäische Länder gelten Reisewarnungen und Einreiseverbote. Viele Urlaubswillige haben zudem den Wunsch, volle Flughäfen oder Bahnhöfe zu meiden, und greifen auf Reiseziele zurück, die mit dem Auto zu erreichen sind. Ein Urlaub, beispielsweise am Mittelmeer, bringt schnell über zehn Stunden Autofahrt mit sich. Oftmals kann es dann zur sogenannten Reisekrankheit kommen. „Die Reisekrankheit, gelegentlich auch Seekrankheit oder fachsprachlich Kinetose genannt, tritt bei Reisen in unterschiedlichen Verkehrsmitteln auf und nicht, wie die Bezeichnung Seekrankheit vermuten lässt, nur auf dem Wasser“, erläutert Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. „Sie kann prinzipiell jeden treffen, auch Menschen, die noch nie an einer Kinetose litten.“ Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren entwickeln jedoch statistisch gesehen häufiger ein derartiges Krankheitsbild.

Betroffene leiden unter Symptomen wie Schwindel und Kopfschmerzen, gefolgt von Übelkeit und Erbrechen. Bei Kindern kündigt sich die Reisekrankheit oft durch Blässe und Teilnahmslosigkeit an. „Als Auslöser gelten Bewegungsreize, welche auf den Gleichgewichtssinn wirken“, erläutert Professor Jelinek. „Das Gehirn ist durch den Widerspruch zwischen der fehlenden körperlichen Bewegung und den von den Augen wahrgenommenen Eindrücken überfordert.“ Die einfachste Vorbeugung sei, sofern möglich, die Wahl des bewegungsärmsten Sitzplatzes: Bei der Autofahrt treten bei den vorne Sitzenden weniger häufig Symptome auf. Lesen und schreiben, sowie Computerspiele sollten vermieden werden, außerdem hilft es, den Blick auf den Horizont zu richten. Gelegentliche Pausen sowie Musikhören sorgen für Ablenkung. Leichte, fettarme Mahlzeiten entlasten den Magen, Kaubewegungen scheinen zusätzlich die Überreaktion des Magens zu mildern, als hilfreich gelten zudem Speisen mit Ingwer. Auf alkoholhaltige Getränke oder Zigaretten sollte verzichtet werden.

„Sollten diese Vorkehrungen nicht ausreichen, kann auf eine medikamentöse Prophylaxe oder Behandlung zurückgegriffen werden, über die man sich beim Hausarzt oder in der reisemedizinischen Beratung informieren sollte“, erläutert der Experte. Medikamente mit den Wirkstoffen Dimenhydrinat, Diphenhydramin oder in seltenen Fällen auch Scopolamin können vor Reisebeginn eingenommen werden. Diese, allen voran Scopolamin, rufen allerdings unter anderem Müdigkeit hervor. Als symptomlinderndes Mittel können zudem Dimenhydrinat enthaltende Kaugummis oder Ingwer eingenommen werden. Auch reisekranke Kinder können nach Rücksprache mit dem Kinderarzt medikamentös behandelt werden. Ohne Prophylaxe kann es bei einem akuten Übelkeitsanfall helfen, sich auf den Rücken zu legen und mit den Augen die Decke zu fixieren oder sich auf einen Punkt am Horizont zu konzentrieren.

Quelle:

CRM Handbuch Reisemedizin 2020, 56. Auflage Düsseldorf 2019

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 Über das CRM

Das CRM Centrum für Reisemedizin trägt als unabhängiges, anerkanntes Fachinstitut Informationen über Infektions- und andere relevante Gesundheitsrisiken aus aller Welt zusammen und wertet sie aus. Ärzte und Apotheker können auf die daraus entwickelten Fachinformationsdienste für ihre reisemedizinische Gesundheitsberatung zurückgreifen– etwa auf das jährlich erscheinende Standardwerk „CRM Handbuch Reisemedizin“. Das CRM ist außerdem der führende Anbieter von Seminaren zur Reise- und Tropenmedizin, die von Landesärzte- und Apothekerkammern als Fortbildungsmaßnahmen anerkannt und mit Punkten bewertet werden. Das CRM Centrum für Reisemedizin wurde 1988 gegründet und gehört seit 2005 zur Thieme Verlagsgruppe.

Bilder:123Rf

 

Hessen per Rad entdecken: 32 Radtouren warten auf Sie

Hessens qualitativ ausgebautes Radwegenetz bietet gleichermaßen Routen durch idyllische Flusstäler, Strecken für Genießer wie auch herausfordernde Touren über die hessischen Mittelgebirgslandschaften. Ihnen allen gemein ist die große landschaftliche, kulturelle und auch kulinarische Abwechslung. Jede Region hat ihre eigene spannende Identität – das werden Sie feststellen, wenn Sie durch unsere Landschaften fahren.

Suchen Sie sich Ihre Route nach Region – Distanz/Dauer – Kategorie und Schwierigkeitsgrad aus auf:  https://www.hessen-tourismus.de/de/naturerlebnis/aktivitaten/radfahren/
32 Radtouren warten auf Sie.

Text & Bilder: ©HA_Hessen_Tourismus_Foto_Blofield

 

Wandern in Hessen: 33 Wanderrouten warten auf Sie

HÖCHST ABWECHSLUNGSREICH UND REICHHALTIG KULTURELL

Die hessische Wanderwelt fordert immer wieder zu neuen Entdeckungen heraus. Themenwege beleuchten ein reichhaltiges kulturelles Erbe. Wiederum andere Wanderwege machen die Schönheit der Natur erlebbar und sind dabei sogar von Experten geprüft und ausgezeichnet. Odenwald, Spessart, Rhön, Vogelsberg, Taunus, Westerwald, Knüllgebirge, Habichtswald und Burgwald, die Täler von Lahn, Werra und Rhein – all diese klingenden Namen und ihr naturreiches Wanderangebot wartet darauf von Ihnen entdeckt zu werden.

33 Wanderrouten warten auf Sie. Suchen Sie sich Ihre Wanderroute nach Region – Distanz/Dauer – Kategorie und Schwierigkeitsgrad aus auf:
https://www.hessen-tourismus.de/de/naturerlebnis/aktivitaten/wandern/

Text & Bild: Wandern_Edersee©HA_Hessen_Tourismus_Foto_Blofield.j

Ökofashion mit Problemen

Rund 54 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher wollen mehr für nachhaltige Produkte ausgeben, auch für Kleidung. Treibhausgase, Pestizide, hoher Wasserverbrauch und intransparente Arbeitsbedingungen machen die Modebranche zu großen Umweltsünderinnen und -sündern.

Wie nachhaltig Ökolinien großer Modeunternehmen sein können, darüber informieren die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien unter www.nachhaltiger-warenkorb.de.  

Seit einigen Jahren ist das Thema Nachhaltigkeit auch im Mainstream angekommen. Es gibt zumindest Versuche, irgendwie fair, irgendwie bio und irgendwie nachhaltig zu wirken. Es wird mit Bio-Baumwolle geworben oder mit ganzen Reihen von nachhaltig produzierten Kleidungsstücken. Dennoch: Treibhausgase, Pestizide, hoher Wasserverbrauch und intransparente Arbeitsbedingungen machen die Unternehmen der Modebranche neben der Lebensmittelindustrie zu den größten Umweltsünderinnen und -sündern.  Konsumentinnen und Konsumenten werden durch die häufig wechselnden Kollektionen auf die Idee gebracht, dass Kleidungsstücke Wegwerfartikel sind. Das Problem der Branche ist nicht nur die Herstellung ökologisch fragwürdiger Kleidungsstücke, das Problem ist auch die kurze Lebenszeit der Stücke. So kommt es vor, dass Unternehmen die unverkaufte Ware einfach verbrennen oder Konsumentinnen und Konsumenten sie nach wenigen Malen des Tragens wegwerfen.

Schlagworte wie ‚nachhaltig‘ erfreuen sich auch in der Modebranche großer Beliebtheit.

Die Versprechen klingen gut: Kleidung recyclen, Bio-Baumwolle nutzen, in soziale Projekte investieren und Arbeitsbedingungen verbessern. Die Standards bleiben aber vage. Kontrollmechanismen gibt es wenige, häufig nur hauseigene. Auf anerkannte Siegel und Zertifizierungen wie GOTS und OEKO Tex Made in Green wird in vielen Fällen verzichtet. Bei Bio-Baumwolle ist der tatsächliche Anteil immer noch gering. Weltweit liegt ihr Herstellungsanteil nur bei knapp einem Prozent.

Auch das Thema Recycling wird gern aufgegriffen.

In vielen Filialen der Modehäuser stehen Boxen, in die alte Kleidung geworfen werden kann. Allerdings ist das Recycling von Mischgeweben aufwändig und schwierig, weshalb es diese Kleidungsstücke meist nicht zurück in den Kreislauf schaffen, sondern aussortiert werden. Heutzutage sind die meisten Kleidungsstücke aus Mischgewebe.

Oftmals nehmen Verbraucherin und Verbraucher automatisch an, dass als ökologisch gekennzeichnete Produkte auch faire Arbeitsbedingungen bedeuten. Die meisten Arbeiterinnen und Arbeiter in den Fabriken verdienen jedoch noch immer keinen existenzsichernden Lohn.

Schon vor den Nachhaltigkeitsbestrebungen war es für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht einfach herauszufinden, woher ein Kleidungsstück stammte und unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde. Konsumentinnen und Konsumenten, die ganz sicher gehen möchten, sollten deshalb besser auf Siegel wie z. B. den Grünen Knopf, GOTS, Fair Wear Foundation, OEKO Tex Made in Green oder Fairtrade Textile Production achten.

Das einfachste und günstigste Mittel, gekaufte Kleidung wertzuschätzen, ist es, sie möglichst lange zu tragen. So zollt man dem langen Herstellungsprozess des Kleidungsstücks seinen Wert. Macht man doch mal einen Fehlkauf oder passt die Kleidung nicht mehr richtig, kann man ihr auch ein zweites Leben schenken z. B. über einen Kleidertausch oder einen Secondhand-Laden.

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Nachhaltig konsumieren ist heute schon möglich: Wie es geht, zeigt „Der Nachhaltige Warenkorb“ der RENN. Der Einkaufsführer weist auf nachhaltige Konsum-Alternativen hin und gibt mit Faustregeln Orientierung für konkrete Konsumentscheidungen zu Lebensmitteln, Reisen und Mobilität, Wohnen und Bauen, Haushalt und Elektronik, Mode und Kosmetik.

Die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) wurden 2016 auf Initiative des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ins Leben gerufen. Ein neues Netzwerk von insgesamt 20 – vornehmlich zivilgesellschaftlichen – Akteuren aus allen 16 Bundesländern, gegliedert in vier Netzstellen. Ihr Ziel: Die Umsetzung der Agenda 2030 in Deutschland vorantreiben. Vom Bund finanziert, von den Ländern benannt und bei der Projektdurchführung unabhängig, können die RENN dabei über die politischen Ebenen hinweg Akteure miteinander vernetzen, wie dies in einem föderal organisierten Staat sonst kaum möglich ist. Das Projekt wird von der Bundesregierung zunächst für fünf Jahre gefördert. Für die Gesamtkoordination ist eine Leitstelle in der Geschäftsstelle des RNE eingerichtet.

RENN.süd ist die Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien für Süddeutschland. Sie trägt das Thema „Nachhaltig leben“ durch die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Akteure und Aktivitäten in die Breite. Themenschwerpunkt von RENN.süd ist „Nachhaltiger Konsum“.

Text: Nachaltiger Warenkorb

Bilder: RNE_Modekauf_Beratung_1_RNE_Christof Rieken_web

 

Corona Zeit sorgt für mehr Plastikmüll

Zehn Prozent mehr  Plastikmüll!

In der gelben Tonne oder den gelben Säcken von Privathaushalten landen seit März etwa zehn Prozent mehr Verpackungsabfälle. Darauf weisen die Regionalen Netzwerkstellen Nachhaltigkeitsstrategien unter

www.nachhaltiger-warenkorb.de hin.  

Steigende Zahl an Plastikmüll

Im Gegensatz zur rückläufigen Entwicklung der vergangenen Jahre erleben durch die veränderten Konsumgewohnheiten während der Coronazeit Einwegverpackungen einen Boom, im Haushalt entsteht aktuell mehr Müll. So ist mit einer Corona-bedingten Zunahme der Haushaltsabfälle um insgesamt 2,26 Millionen Tonnen auf 47 Millionen Tonnen in diesem Jahr zu rechnen. Das Problem: Verpackungsmüll aus Kunststoff wird überwiegend verbrannt statt recycelt. Nur 16 Prozent aller Kunststoffabfälle aus den deutschen Haushalten werden recycelt.

So lässt sich Plastik beim Einkauf vermeiden

Der einfachste Weg, den eigenen Plastikberg zu verkleinern: Auf Plastik verzichten, wenn es Alternativen gibt wie unverpacktes Obst und Gemüse. Milch und Joghurt sind meist auch in Glasbehältern erhältlich. Ein Laib frisches Brot ist nachhaltiger als geschnittenes im Plastikbeutel. Es kann ein Stück Seife statt Flüssigseife sein oder Duschgel und Waschpulver im Karton statt Flüssigwaschmittel in der Plastikflasche. Auch eine nachfüllbare Trinkflasche kann dabei helfen Verpackungsmüll einzusparen. Aus Hygienesicht spricht nichts gegen diese einfachen Maßnahmen.

Besser eintüten: Stoffbeutel gegen Plastikmüll

Bei Tragetaschen gilt ebenso: Mehrweg ist die bessere Wahl, da es Ressourcen schont. Seit 2016 eine Gebühr auf Einweg-Plastiktüten eingeführt wurde, ist der Verbrauch stark gesunken: um über die Hälfte von 2015 zu 2017. Dennoch greifen immer noch zu viele zumindest gelegentlich zum Einwegmodell. Empfohlen sind daher wieder verwendbare Tragetaschen, am besten aus Bio-Baumwolle, mit zum Einkauf zu nehmen. Zu den dünnen Plastiktüten für Obst und Gemüse gibt es ebenfalls wieder verwendbare Alternativen, zum Beispiel Stoffnetze. An der Frischetheke kann man mit einem selbst mitgebrachten Behältnis Verpackungen einsparen.

Müll sparen beim To Go-Essen

In den letzten Monaten haben viele Restaurants ihr To Go-Angebot erweitert oder setzen ausschließlich darauf. Entsprechend mehr wird bestellt, und somit mehr Verpackungsmüll produziert. Die Lösung, für diejenigen, die im Restaurant etwas mitnehmen möchten: mitgebrachte Verpackungen nutzen. Auch in Corona-Zeiten ist es erlaubt, Essen zum Mitnehmen in eigenes Geschirr verpacken zu lassen, wenn die damit verbundenen Hygienemaßnahmen beachtet werden. Diese besagen: Das Geschirr muss sauber sein, der Kunde muss es selbst öffnen und schließen und es sollte kein Kontakt zwischen dem Behälter und demjenigen entstehen, der das Essen ausgibt. Das geht beispielsweise, indem der Kunde den geöffneten Behälter auf ein Tablett stellt. Aus Hygienesicht reicht es aus, die bekannten Hygiene-Empfehlungen einzuhalten und die Hände nach dem Einkaufen gründlich zu waschen. Wer keine Behälter mitnimmt, der kann auch gezielt nach Restaurants wählen, die Mehrwegverpackungen anbieten.

Kaffeebecher-To Go vermeiden

In einigen Cafés und Bäckereien sind momentan wegen Corona keine mitgebrachten Kaffeebecher mehr erlaubt. Generell liegt die Entscheidung hierfür beim Unternehmen. Aber auch hier gilt: Von staatlicher Seite sind eigene Behälter beim Einkaufen nicht verboten. Ist das Geschirr sauber, öffnet der Kunde den Becher selbst, und werden die generellen Hygieneempfehlungen eingehalten, dann ist nichts dagegen einzuwenden, wenn man mit einem eigenen To Go-Becher den Kaffee mitnimmt. Beim Bäcker kann man sich die Sachen auch einfach „auf die Hand“ geben lassen und dann auf der eigenen Seite der Theke selbst einpacken. Eine gute Alternative sind Mehrweg-Pfand-Becher, die in einigen tausend Geschäften in Deutschland mittlerweile ausgegeben werden.

Masken und Handschuhe wiederverwenden

Auch Einweg-Handschuhe und Masken erzeugen viel Müll. Besser sind wiederverwendbare Masken aus Stoff, diese reichen für den Privatgebrauch aus. Sie können in der Waschmaschine bei 60°C mit Vollwaschmittel desinfiziert werden. Gleiches gilt für Handschuhe aus Stoff. Medizinische Masken sollte man nur im Notfall wiederverwenden.

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Nachhaltig konsumieren ist heute schon möglich: Wie es geht, zeigt „Der Nachhaltige Warenkorb“ der RENN. Der Einkaufsführer weist auf nachhaltige Konsum-Alternativen hin und gibt mit Faustregeln Orientierung für konkrete Konsumentscheidungen zu Lebensmitteln, Reisen und Mobilität, Wohnen und Bauen, Haushalt und Elektronik, Mode und Kosmetik.

Die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) wurden 2016 auf Initiative des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ins Leben gerufen. Ein neues Netzwerk von insgesamt 20 – vornehmlich zivilgesellschaftlichen – Akteuren aus allen 16 Bundesländern, gegliedert in vier Netzstellen. Ihr Ziel: Die Umsetzung der Agenda 2030 in Deutschland vorantreiben. Vom Bund finanziert, von den Ländern benannt und bei der Projektdurchführung unabhängig, können die RENN dabei über die politischen Ebenen hinweg Akteure miteinander vernetzen, wie dies in einem föderal organisierten Staat sonst kaum möglich ist. Das Projekt wird von der Bundesregierung zunächst für fünf Jahre gefördert. Für die Gesamtkoordination ist eine Leitstelle in der Geschäftsstelle des RNE eingerichtet.

RENN.süd ist die Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien für Süddeutschland. Sie trägt das Thema „Nachhaltig leben“ durch die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Akteure und Aktivitäten in die Breite. Themenschwerpunkt von RENN.süd ist „Nachhaltiger Konsum“.

 Text & Bild: Nachhaltiger Warenkorb
Bild im Beitrag:RENN_Warenkorb_Mockup_Website

Beitragsbild: RNE_Tuete vs Tasche_4_RNE_Christof Rieken_web

Klimawandel, Migration, Mobilität Neue Augeninfektionen in Deutschland

Durch Klimawandel, Migration und weltweite Mobilität treten in Deutschland neue entzündliche Augenerkrankungen auf, die unbehandelt Sehschäden bis hin zur Erblindung verursachen können.

 Tigermücken, die ursprünglich in Afrika und Asien heimisch waren, sind aufgrund des klimatischen Wandels in Südeuropa sesshaft geworden – und befinden sich derzeit auf dem Sprung nach Süddeutschland. Ihr Stich kann das Dengue-, Chikungunga-, West Nile- und Zika-Virus übertragen. „Diese Viren zählen zu den neuen Erregern für eine Entzündung der Aderhaut im Auge“, erklärt Professor Dr. med. Carsten Heinz, Leitender Arzt am Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital Münster.

Klimawandel: Tigermücke überträgt virale Augenentzündung

Die Anzeichen einer solchen viralen Augeninfektion reichen von einer leichten Entzündung im vorderen Teil des Auges mit Druckgefühl und vorübergehender Rötung bis hin zu einer schweren Netzhaut-Infektion mit dauerhaftem Verlust der Sehfunktion. „Weil die Erkrankung in unseren Breitengraden so selten vorkommt, liegt die Herausforderung für Augenärzte in der raschen Diagnose“, erläutert Heinz. Betroffen sind bislang vor allem Reiserückkehrer und Menschen mit Migrationshintergrund. „Neben der Untersuchung ist daher das Gespräch mit dem Patienten, die Anamnese, entscheidend“, so Heinz. Betroffene, die unter solchen Beschwerden leiden, sollten den Augenarzt über ihr Herkunftsland oder Reiseaktivitäten informieren. Die Symptome der viralen Aderhaut-Infektion werden mit Kortisonpräparaten behandelt.

Narbige Bindehautinfektion durch Chlamydien aus Afrika

Vorsicht ist auch geboten bei einer bakteriellen Infektion mit einem Chlamydientyp, der in Afrika vorkommt und sich in Form einer schwer vernarbenden Bindehautentzündung zeigt. „Wird ein solches Trachom rasch erkannt, hilft eine antibiotische Therapie“, so Heinz. „In fortgeschrittenen Stadien kann eine Operation erforderlich werden, um Erblindung zu verhindern.“ Die Erkrankung geht, im Gegensatz zu anderen Chlamydieninfektionen, nicht auf die Geschlechtsorgane über. Sie wird durch direkten Kontakt mit Tränenflüssigkeit übertragen, in Afrika ebenfalls durch Fliegen, die ins Auge gelangen.

 Migration bringt Rückkehr der Augen-Tuberkulose

Dank verbesserter Lebens- und Hygienebedingungen spielte die Lungenerkrankung Tuberkulose kaum noch eine Rolle in Deutschland. Was vielen nicht bekannt sein dürfte: Tuberkulose kann sich in Form einer Entzündung der Aderhaut auch an den Augen zeigen, als Uveitis. „Durch die Migration aus Risikogebieten, wozu auch Russland und Osteuropa zählen, sehen die Ophthalmologen diese Augen-Tuberkulose hierzulande wieder häufiger“, berichtet Heinz. Die Erkrankung wird über Tröpfcheninfektion übertragen und führt unbehandelt zur Erblindung. „Weltweite Mobilität und Klimawandel werden das Spektrum der infektiösen Augenerkrankungen vermutlich noch weiter verändern“, prognostiziert DOG-Präsident Professor Dr. med. Hans Hoerauf.

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DOG: Forschung – Lehre – Krankenversorgung

Die DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 7.750 Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, lehren und behandeln.

Reisewarnung für Staaten außerhalb der EU/Schengen-Gebiet

25.09.2020

Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland, außer
– in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union 
(Belgien*, Bulgarien*, Dänemark*, Estland, Finnland, Frankreich*, Griechenland, Irland*, Italien, Kroatien*, Lettland, Litauen, Luxemburg*, Malta, Niederlande*, Österreich*, Polen, Portugal*, Rumänien*, Schweden, Slowakei, Slowenien*, Spanien*, Tschechien*, Ungarn*, Republik Zypern),
– in Schengen-assoziierte Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz*),
– in das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland, Monaco, San Marino und in den Vatikanstaat,
wird derzeit bis einschließlich 30. September 2020 gewarnt.

Eine vorzeitige Aufhebung der Reisewarnung wird im länderspezifischen Einzelfall gesondert bekannt gegeben.

Weitere Informationen unter: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762

Pressemeldung & Bild Auswärtiges Amt

Weltweite Reisewarnung bis 31. August verlängert, © Auswärtiges Amt

 

 

Zahnbehandlung aktuell

Viele Menschen fragen sich aktuell, wie es während der  aktuellenPandemie mit anstehenden Kontrolluntersuchungen und Behandlungen in Zahnarztpraxen weitergeht. Dazu haben wir mit Dr. Dirk Müller von den Zahnärzten Am Kurhaus in Wiesbaden gesprochen.

Dr. Dirk Müller

Sicherheit und Gesundheit haben höchste Priorität in Zahnarztpraxen

In Zahnarztpraxen gelten bereits seit vielen Jahren, sehr hohe hygienische Vorschriften des Infektionsschutzes die für die Praxen bindend sind. Darüber hinaus gibt es aktuell im Rahmen der Infektionsprävention und nach den zentralen Maßgaben des von der Bundesärztekammer vorgelegten Hygieneplans und den speziellen für die Zahnmedizin geltenden Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) weitere Regeln.

Für die praktische Arbeit in den Praxen bedeutet dies, dass die Vorgaben für Hygiene und Organisation sich an diesen Vorgaben orientieren. Besonders sind hier zusätzliche Desinfektionsmaßnahmen in den Praxisräumen eingeführt, sowie für die Patienten, mit einer geeigneten Mundspülung vor jeder Behandlung Mund und Rachenraum zu reinigen. Außerdem wird auf eine zeitliche und räumliche Trennung von Patienten geachtet, wodurch das Risiko einer Covid-19-Infektion während einer Behandlung zusätzlich mimimiert wird. Oft diskutiert wird im Zusammenhang mit dem Infektionsschutz das Aerosol (Schwebestaub aus Tropfenkeimen) als mögliches Virus-Übertragungsmedium. Dafür sind in den Praxen, das zahnärztliche Team sensibilisiert und für Schutzmaßnahmen geschult: Dazu gehört unter anderem auch, eine systematische und konsequente besondere Absaugtechnik im Mund, die Aerosolbildung erheblich reduziert.

Die Schutzmaßnahmen gehören in den Praxen zur täglichen Kontrolle und unterliegen außerdem im Rahmen von Qualitätssicherungsmaßnahmen der ständigen Kontrolle externer Prüfstellen. Damit ist gewährleistet, dass ein Zahnarztbesuch auch in Corona Zeiten möglich ist.

Gesunde und schöne Zähne auch in „anderen Zeiten“

 Das Redaktionsteam von Gesund-in-RheinMain bedankt sich bei Dr. Dirk Müller für die Ausführungen.

Er steht mit seiner Praxis ZAHNÄRZTE AM KURHAUS, seit mehr als 30 Jahren für eine hochwertige, interdisziplinäre Zahnmedizin und auch in den aktuellen Zeiten, gerne für ein Gespräch und Behandlung in seiner Praxis zur Verfügung. www.zahnaerzte-am-kurhaus.de

Copyright Text: Redaktion Gesund-in-RheinMain und  Dr. Dirk Müller

Copyright Bilder: Team ZAHNÄRZTE AM KURHAUS und Dr. Dirk Müller

 

Fit sein, gesund werden, leistungsfähig bleiben – aber wie? Hälfte der Deutschen fühlt sich nur mittelmäßig gesund

AXA Präventionsreport: Wie schätzen die Deutschen ihren Gesundheitszustand im Allgemeinen ein?

• Fast zwei Drittel fehlt die Motivation, mehr für die eigene Gesundheit zu tun
• Wer Kinder hat, ist häufig nicht aktiv genug
• Frauen zeigen mehr Durchhaltevermögen
• Intensivere Begleitung durch Krankenversicherungen gefordert
• Staat soll Prävention durch steuerliche Förderung unterstützen

Sich fit zu halten, gesund zu ernähren und im stressigen Alltag zwischen Job und Privatleben ausreichend zu entspannen – das sind Ziele, die sich viele Deutsche vor allem zu Beginn des Jahres vornehmen. All diese guten Vorsätze wirken sich auch positiv auf die gesundheitliche Prävention aus. Aber natürlich nur, wenn man auch über eine längere Zeit durchhält.

Was tun sie, um gesund zu bleiben oder gesünder zu werden? Und vor allem: Wie steht es um das Durchhaltevermögen, wenn es um Gesundheitsprävention geht? Der AXA Präventionsreport 2019, eine groß anlegte Umfrage von AXA in Zusammenarbeit mit dem Institut forsa, spiegelt die Einschätzungen und Erwartungen der Bundesbürger.

Nur wenige Jahre ist es her, dass die Deutschen in Umfragen ein überwiegend positives Bild von ihrer eigenen Gesundheit zeichneten. 1 Im aktuellen AXA Präventionsreport hingegen bezeichnet fast die Hälfte aller Befragten, nämlich 48 Prozent, ihren aktuellen Gesundheitszustand als eher mittelmäßig oder schlechter.2 Vor allem Befragte aus Bremen und Berlin schätzen ihren Gesundheitszustand als mittelmäßig ein.
Gleichzeitig zeigt sich aber auch Einsicht und der Wunsch nach Verbesserung:

Immerhin 53 Prozent derjenigen, die ihren Gesundheitszustand als eher mittelmäßig einschätzen, sind der Meinung, dass sie mehr für ihre Gesundheit tun müssten. Doch selbst die Befragten, die den Gesundheitszustand mit „gut“ bewerten, wollen mehr tun: 42 Prozent sind der Meinung, dass sie mehr für ihre Gesundheit tun müssten.

Guter Vorsatz ja! Durchhaltevermögen nein? Hätte, könnte, würde, sollte – dass Gesundheitsprävention wichtig ist und sich positiv auf die Lebensqualität auswirkt ist unumstritten, und eigentlich kann man immer mehr für sich und seine Gesundheit tun. Dieser Meinung sind 58 Prozent der Befragten: Sie geben zu, mehr für ihre Gesundheit tun zu müssen. Dies zeigt sich erstaunlicherweise besonders in der verhältnismäßig jungen Gruppe der 30-44-Jährigen: 68 Prozent sind der Meinung, mehr für Ihre Gesundheit tun zu müssen. Gleicher Meinung sind viele der Eltern: 69 Prozent der Personen mit Kindern im Haushalt meinen, sie würden zu wenig für ihre Gesundheit tun, bei Personen ohne Kinder im Haushalt
sind es nur noch 55 Prozent.

Immerhin zwei Drittel der Befragten haben laut eigenen Angaben den guten Vorsatz auch in die Tat umgesetzt – dann aber nur kurz durchgehalten. Ein ernüchterndes Ergebnis vor dem Hintergrund, dass Gesundheitsprävention nur auf langfristige Sicht wirksam ist. Doch woran hapert es? Die Mehrheit der Deutschen (63 Prozent) verliert leider zu schnell die Motivation. Dies betrifft insbesondere unter 30-Jährige (76 Prozent) und ausgerechnet diejenigen, die meinen mehr für ihre Gesundheit tun zu müssen (79 Prozent). Die Ergebnisse zeigen, dass Männer häufiger die Motivation verlieren (69 Prozent) als Frauen (59 Prozent).

Macht uns Technik gesünder?
Nur wenige Befragte nutzen aktuell oder haben schon einmal technische Angebote, z. B. Apps für das Smartphone, genutzt, um ihr Gesundheitsverhalten zu beobachten. Am häufigsten werden aktuell Fitnessbzw. Sport-Apps sowie ein Fitness-Armband bzw. Fitness-Tracker (jeweils 17 Prozent) genutzt. Eine Schlaf-App bzw. einen Schlaf-Tracker nutzen derzeit 9 Prozent, Ernährungs-Apps 7 Prozent.

Text ©: Petersen&Partner Health Agentur

Bild©123RF Mark Bowden