Andrea Thoma trifft: Dr.Wolfgang Schröder „Krebs kann man riechen!“

Dr. Wolfgang Schröder und ist mit Hilfe von Hundenasen „Krebs-Duftmarkern“ auf die Spur gekommen

Mithilfe der Retriever-Hündin Paula vom „TEAMCANIN“ aus dem Schwarzwald konnte der Chemiker Dr. Wolfgang Schröder seine Vorschläge für eine neue Geruchsklasse, die für Krebsgewebe charakteristisch zu sein scheint, bestätigen. Obwohl es schon länger bekannt ist, dass Hunde beim Menschen unterschiedlichste Tumorarten früh und extrem sicher erschnüffeln können („Sniffer Dogs“), sucht die Forschung seit mehr als einem Jahrzehnt nach einem Nachweis für den Geruch von Krebsgewebe, um damit neue Wege in der Diagnostik der Krankheit gehen zu können. Andrea Thoma hat mit dem Chemiker aus dem Norden, der inzwischen pensioniert ist, im Rahmen einer Fernsehsendung beim Südwestfunk gesprochen.

Der Hamburger Chemiker Dr. rer nat. Wolfgang Schröder ist den für Hunde riechbaren Duftmarkern von Krebszellen offenbar auf die Spur gekommen. Zwar lassen sich diese Stoffe immer noch nicht durch ein chemisch-analytischen Labor nachweisen, die chemischen Abläufe in Krebsgewebe lassen aber die Bildung einer ganz bestimmten und geruchsintensiven Stoffklasse wahrscheinlich erscheinen.

Zunächst hat er diese im Labor synthetisch hergestellt. Die Mischungen schickte er in Diffusionsröhrchen zu einem Tiertrainer-Team in den Schwarzwald. Da er sich mit den Sniffer-Dogs schon lange befasst hatte, wusste er um ihre Fähigkeiten bei Geruchsstoffen. Die Tiere erschnüffelten und übten zunächst mit den synthetischen Stoffen. Nach einigen Monaten Training bekamen sie schließlich von Dr. Schröder menschliche Gewebeproben zum Schnüffeln. Diese entstammten z.T. Menschen, die keine Krebserkrankung erlitten hatten und parallel dazu enthielt das Testszenarium auch Krebsgewebeproben. Über den voneinander streng isoliert gelagerten Probengefäßen wurden über Nacht im überstehenden Gasraum neutral riechende Wattekissen positioniert, die im Laufe der Zeit Gerüche der Probe aufnahmen und die tags drauf von den Hunden in einem Geruchspanel beschnüffelt werden konnten. Auf Anhieb erschnüffelten die Hunde unter 6 Proben die eine Krebsprobe, die nach einem Zufallsverfahren an wechselnden Positionen in der Reihe aufgestellt waren und das auch nach mehrfachen Wiederholungen, inklusive eines Doppel-Blind-Versuchs.

Diese Versuche sind ein erster und deutlicher Hinweis, dass diese Substanzklasse, sog. flüchtige „Nitrosothiole“, der geruchsaktive Anteil in Krebsausgasungen sein könnte.

In Deutschland wird es nun aber keine Hundestaffeln in Krankenhäusern geben. Dr. Schröder und die wissenschaftliche Community forschen nun mit Hochdruck nach einem elektronischen Gerät für Atemtests. Damit könnte man, ähnlich wie beim Alkoholtest, anhand einer Atemprobe einen Tumor diagnostizieren. Bislang hat sich jedoch herausgestellt, dass selbst die modernsten, nachweisstärksten Messgeräte bezüglich dieser Stoffklasse immer noch um das Hundertfache weniger leistungsstark sind, als die Nase eines Spürhundes und wohl wenig Hoffnung besteht, dies auch in den nächsten Jahren zu ändern.

Viele Jahre forschte der Wissenschaftler daran, den für Hunde riechbaren Krebs-Duftmarkern auf die Spur zu kommen. Mit Unterstützung der Uni-Klinik Kiel analysierte er hunderte von Atem-Proben von Patienten, dies allerdings mit keinen verwendbaren Ergebnissen in Sachen Krebsgeruch. Aufgrund dieser Situation blieb ihm nichts anderes übrig, als sich den bislang bekannten Chemismus in Krebsgewebe einmal genau anzugucken. Krebs hat sehr früh, mangels Nahrung, ein Problem weiter zu wachsen.

Sein Trick ist, Stoffe auszustoßen, die Adern in seine Richtung ausspriessen lassen. Diese Stoffe sind bekannt, aber sie riechen kaum. Dem Chemiker war aber klar, dass nicht nur hochmolekulare Vertreter gebildet werden müssten, sondern auch kleiner, flüchtige und stark riechende Anteile dabei sein sollten. Deren Wirksamkeit zeigte sich unmittelbar nach der ersten Synthese, die trotz effektiver Lüftung in einem Hochleistungsabzug das Durchblutungssystem des Chemikers nachhaltig beeinflusste: („Ich bekam einen hochroten Kopf bei den Tests und bin sofort zum Internisten gerannt“, so Dr. Schröder.). Aufgrund seiner Kenntnisse aus der Hunde-Forschung mit so genannten trainierten „Sniffer-Dogs“ (Schnüffel-Hunden), wusste er, dass nur Hunde, mit ihren 250 Millionen Riechzellen, die zudem noch 40mal größer sind als beim Menschen, und ihrer extrem großflächigen Nasenschleimhaut, diese Gerüche wahrnehmen konnten.

Er verschickte zunächst an das Hundetrainingscenter TEAMCANIN, die sich auf Nasenarbeit mit Hunden spezialisiert haben, Röhrchen mit synthetischen Gerüchen und welchen, die absolut identisch nur ohne diesen spezifischen Geruch waren. Damit wurden die Hunde täglich über Monate trainiert und hatten bald eine Trefferquote von 100 Prozent. Dann schickte Dr. Schröder gekühlte transportierte menschliche Gewebeproben zu Tiertrainerin Nicole Klee.

Schon bei dem ersten Versuch war die Reaktion der Retriever-Hündin Paula in dem oben beschriebenen Testszenarium eindeutig: Es wurde stets der Geruch des Krebsgewebes unter den anderen Gerüchen herausgefunden.

Auch ein so genannter Doppel-Blind-Versuch wurde durchgeführt. Inzwischen ist das Verfahren von Dr. Schröder mehrfach von ihm und seinem Team zum wissenschaftlichen Nachweis reproduziert worden, ebenso die Doppel-Blind-Versuche. Die Trefferquote der Hunde blieb konstant bei 100 Prozent.

Sniffer-Dogs sind in Deutschland aus ethischen Gründen nicht in Krankenhäusern oder Arztpraxen zugelassen. Ganz anders in Österreich, hier ist das erlaubt und wird auch praktiziert. Auch einige Internetplattformen bieten dort Atem-Tests an, um Krebs bei Menschen zu erkennen. Preis pro Test: 95 €. Diese Verfahren mit Hunden und die Angebote via Internet lehnt Dr. Schröder konsequent ab, da sich Hunde im klinischen Alltag langfristig als völlig unzuverlässig erwiesen haben.

Das Ziel des Wissenschaftlers: Mit Hilfe der Wissenschafts-Community das Thema weiter voranzutreiben, in der Hoffnung irgendwann tatsächlich ein elektronisches Messgerät in den Händen zu halten, das so gut funktioniert wie die Hundenasen.

Andrea Thoma: Herr Dr. Schröder, Sie haben mit Ihren Ideen eine neue Substanzklasse als geruchsaktiven Anteil in Krebs vorgeschlagen . Was genau haben Sie entdeckt?

 Wolfgang Schröder: Ich habe als wissenschaftliche Neuerung geruchsaktive Substanzen in Krebs benannt, die aufgrund ihrer extremen Geruchsintensität auch in ultra-Spuren Geruch erzeugen, die aber durch ihre chemische Instabilität bislang nicht nachgewiesen werden konnten – direkt aus Krebs auch durch mich nicht. Nur Hundenasen sind bislang dazu in der Lage. Dies mag der längst überfällige Impuls für die Krebsdiagnostik sein. Über Hundenasen gelang es mir die Ähnlichkeit zwischen Krebsgeruch und Synthese mit äußerster Treffgenauigkeit zu beweisen. Wie diese Stoffe mit technischen Mittel nachzuweisen sind, steht noch in den Sternen.

Das heißt, die Hunde haben einen Tumor erschnüffelt und angezeigt? Riechen denn Krebszellen anders als gesunde Zellen?

Ja, die Retriever Hündin Paula hat alle Proben ausnahmslos korrekt erschnüffelt. Und, ja, Krebszellen riechen scheinbar anders als gesundes Gewebe, wenn sich auch dieser Unterschied in nur für Hunde riechbaren Bereichen abzuspielen scheint.

Das heißt also mit einem geeigneten Messgerät könnte man anhand der von Ihnen vorgeschlagenen Stoffe Krebsdiagnostik durchführen. Wie war denn die erste Reaktion in der Fachwelt?

 Es war natürlich wie ein Donnerschlag, als die positive Nachricht vom TEAMCANIN ankam und wir haben erstmal die Sektkorken knallen lassen! Auf Kongressen, an denen ich teilnahm und in Richtung der Publikation schlug mir große Skepsis, aber auch helle Begeisterung entgegen. Einige der „schlausten Köpfe“ der Atemluft- und Sensorforschung haben mir 100% Recht gegeben und meine Ideen freudig aufgegriffen. Nur der Enthusiasmus wich über die Zeit einer gewissen Ernüchterung. Was nutzen einem wohl nachweislich aktive Signalstoffe, wenn der Mensch die Signale nicht wahrnehmen kann?

 Bitte erzählen Sie uns, was genau ist passiert? Wie sind Sie auf diese neue wissenschaftliche Erkenntnis gestoßen?

 Ich bin ein Kind der Insektenlockstoff-Forschung. Meine Doktorarbeit habe ich über die Urwald-Bienen und ihre Geruchskommunikation geschrieben. Das Thema Lockstoffe ist mein Faible als Wissenschaftler und wohl auch als Querdenker, wie man mich bezeichnen könnte. So habe ich auch seit vielen Jahren, seit ich 2003, die ersten Hundeschnüffel-Ergebnisse bei Krebs von englischen Kollegen gelesen habe – und das ist mehr als 10 Jahre her – eine Menge über die Atem-Forschung gelesen und geforscht. Auch darüber, wie Hunde über den Atem Krankheiten beim Menschen anzeigen. Ich machte Atemtests mit hunderten von Versuchspersonen, die mir die Universität Kiel zur Verfügung stellte.

Dann begann ich mit den ersten Tests in meinem Labor. Und nach vielen Jahren des Experimentierens habe ich mich dann zwei Substanzklassen gewidmet, die in Krebs bekannt sind, von denen aber niemand geglaubt hatte, dass daraus fast wie von selbst extrem stark riechende Volatile entstehen würden. Der Umgang mit solchen hochreaktiven Stoffen will gelernt sein. Insbesondere synthetische Proben, die genauso wie Krebsgewebe im ultra-Spurenbereich Gerüche abgeben, gelang erst nach einigen Versuchen in Form extrem gut gekapselter Behälter, sog. Diffusionsröhrchen, herzustellen.

 Wie fanden Sie dann die richtigen Hunde?

 Meine Lebensgefährtin brachte mir eines Tages ein Tiermagazin mit und darin war die Geschichte des TEAMCANIN aus dem Schwarzwald, das sich auf Nasenarbeit mit Hunden spezialisiert hatte. Mein Anruf bei Uwe Friedrich, dem Leiter von TEAMCANIN hat ihn förmlich zu Begeisterungsstürmen veranlasst und in Nicole mit Paula der Hündin war dann auch Plan des Szenariums für die Versuche bestens angelegt.

 Und dann ließen Sie die Hunde an der stinkenden Substanz einfach nur schnüffeln und das war´s?

 Keineswegs! Erstmal musste eine Schnüffelpanel gebaut werden und die ganzen Abläufe bei den Tests mussten optimiert werden. Hier konnte ich mich aber absolut auf die Expertise von TEAMCANIN verlassen. Eine Klippe war noch, als die Hündin plötzlich überhaupt nicht mehr wusste, wo welche Probe mit den Testsubstanzen versteckt war. Die Trainerin hatte alle Röhrchen, mit Aktivstoffen und neutrale in einer Box aufbewahrt. So fingen die „Null“-Röhrchen durch Übertragung der Stoffe genauso an zu stinken. Allerdings nach einem kurzen Wegpusten mit einem Haarföhn und anschließend separater Lagerung war dieses Problem, wie so manch anderes, letztendlich beseitigt. Die Hundetrainerin Nicole hat dabei wirklich großartigen Einsatz gezeigt und monatelang Nachmittage für die Wissenschaft geopfert. Ihr gebührt mein ausdrücklicher Dank!

Was ist denn nun Ihr nächstes Ziel?

Mein persönliches Ziel habe ich erreicht: Es gelang mir eine völlig neue Art von offenbar biologisch aktivem Geruch vorzuschlagen und dessen Wirksamkeit zu beweisen. Dass es sich diesmal nicht um einen Insektenlockstoff, sondern um den Geruch von Krebs handelt, macht die Angelegenheit natürlich doppelt gut! Für den Bau geeigneter Sensoren fehlt mir die Expertise und auch die Infrastruktur. Ich hoffe neue Impulse gegeben zu haben, ich hoffe, dass in irgendeinem technischen Labor der Funken für ein geniales neues Gerät überspringt. Mehr kann ich nicht machen.

Wann wird es ein solches Gerät geben?

 Es geht um eine Leistungssteigerung in der Sensortechnik von Faktor hundert und vielleicht sogar noch mehr. Das kann Jahrzehnte dauern! Unter dem Aspekt ist auch eine Patentanmeldung, wie ich sie einige Jahre vorgehabt habe, nicht angesagt. Außerdem möchte ich so wenige Barrieren wir möglich aufbauen – immerhin geht es um schwer kranke Menschen!

In Österreich sind Krebsschnüffel-Hunde offiziell in Krankenhäusern und Kliniken zugelassen. Es gibt sogar Internet-Plattformen, die solche Atemtests anbieten und für 95 € verkaufen. Wird man nun demnächst auch bei uns in Deutschland in Kliniken auf Hunde treffen, die bei Patienten nach Krebs schnüffeln?

Nein, ganz sicher nicht. In Deutschland wird die Einbeziehung von Hunden für solche Analysen nicht zugelassen, schon aus ethischen Gründen. Das finde ich auch völlig in Ordnung. Die Entwicklungen, die es zum Teil in Österreich gibt, wo auch Krebs-Hunde-Staffeln offiziell erlaubt sind, finde ich zum Teil bedenklich. Vor allem Tests via Internet. Vielleicht gelingt es einen Krebssensor zu bauen der die Hundenasen seriös ersetzt. Ich habe sozusagen die Software dazu entwickelt, die Hardware muss nun nachziehen.

Sie nennen sich selbst einen Labor-Exoten, den Hofnarr der Technischen Universität. Waren genau diese Hofnarr-Eigenschaften und Möglichkeiten der Schlüssel zu Ihren erfolgreichen Forschungen?

Wissen Sie, schon als ich den Geruch der Urwald-Biene in meiner Doktorarbeit erforscht habe, war ich wie ein Suchhund unterwegs. Das setzte sich dann in meiner wissenschaftlichen Laufbahn weiter fort. Ich startete in meinen Beruf direkt an der TUHH mit einer skurrilen Betätigung: Ich bin mit einem Kampfstoßspürgeräte-Fahrzeug der Bundeswehr durch Hamburg gefahren und habe nach Verunreinigungen in der Stadt gesucht. Das habe ich 10 Jahre lang gemacht. Eine aufregende Zeit, mit Umweltbehörde, Feuerwehr, Polizei, dem Zoll und sogar einem Notruf für Bürgeranfragen. Dann kam die Chance als Ober-Ingenieur bei der Technischen Hochschule weiter zu machen und das war wieder Schnüffel-Arbeit. Ich bezeichne mich gerne als Hofnarr der Uni, denn ich kann mich als Wissenschaftler dort völlig frei entfalten, koche mein eigenes Süppchen. So hatte ich die Zeit, kreativ zu forschen und die Ergebnisse wie in einem Puzzle zusammen zu setzen. Und ich bin in eine gut funktionierende wissenschaftliche Community eingebunden, das motiviert und trägt, auch wenn man manchmal im Labor verzweifelt ist, wenn die Tests mal wieder nicht funktionieren. Die Community und meine lieben Profs., wie Prof. Trinks der Eisforscher und Prof. Matz meinem stets zu begeisternden Messtechnik-Sparringspartner, waren immer wieder Motivator für mich.

Inzwischen sind Sie pensioniert? Was treibt Sie heute an?

 Sie haben mich mit Ihrem Interview aus dem Labor geholt. Die TU und der äußerst kooperative neue Institutsleiter Prof. Becker, hier ermöglichen es mir die Labor-Ressourcen weiter zu nutzen. Ich darf weiter „spielen“! Der Hofnarr lebt! Aus der Industrie bekomme ich Anregungen, was gebraucht werden könnte und natürlich finanzielle Unterstützung, denn ohne das geht es nun mal nicht – aber auch nicht ohne Intuition, Freiheit in der Forschung und ein bisschen Verrücktheit.

Dr. rer. nat. Wolfgang Schröder        

 Dr. Wolfgang Schröder ist Ende 2013 speziellen Duftstoffen von Krebszellen auf die Spur gekommen und hat damit einen neuen wissenschaftlichen Anstoß in der Krebs-Diagnostik gegeben.

Schröder ist Chemiker, stellvertretender Institutsleiter und Ober-Ingenieur der Technischen Universität, Abteilung Messtechnik, in Hamburg/Harburg (TUHH).

An der Krebsmarkerforschung durch Atemtests und Geruchsstoffe arbeitet er seit 10 Jahren, seit das britische Medizinjournal „The Lancet“ erste Testversuche mit Hunden und Krebstests im Jahr 2003 veröffentlicht hat.

Für seine Forschungen arbeitet er eng mit dem Schwarzwälder Hunde TEAMCANIN zusammen, dass sich auf so genannte Nasenarbeit mit Hunden spezialisiert hat. Hündin Paula, unter der kundigen Hand ihrer Trainerin Nicole aus dem Team, hat seine Forschungsergebnisse mit Krebsgewebe als erster Hund „erschnüffelt“.

Text: Mag. Andrea Thoma, girm Redaktionsleitung

Foto: privat

 

 

 

 

 

 

Dr. Michael Groß – „Das Beste liegt vor uns“

Dr. Michael Groß

AUS DEM INHALT

Wir stehen mitten im Leben – und sind im besten Alter. Doch die Welt dreht sich rasant, gerade im digitalen Zeitalter halten Beruf und Alltag ständig neue Herausforderungen bereit. Daneben haben wir unverhoffte Krisen zu bewältigen. Michael Groß, Olympiasieger und erfolgreicher Unternehmer, und seine Ehefrau Ilona, erfahrene Coachin, zeigen, wie wir in der zweiten Lebenshälfte neue Energien sammeln. Um den allgegenwärtigen Wandel zu meistern und beherzt den Neustart zu wagen – in der Arbeit und Freizeit, in gesundheitlicher Hinsicht und in der Liebe. Ihr Buch eröffnet neue Perspektiven, die nicht nur die Generation 50plus inspirieren.

https://www.m-vg.de/mediafiles/Leseprobe/9783742313768.pdf

ÜBER DIE AUTOREN

Michael Groß, Jahrgang 1964, ist mehrfacher Olympiasieger und Weltmeister im Schwimmen. Parallel zum Leistungssport absolvierte er ein Studium der Geisteswissenschaften, das er mit Promotion abschloss. Heute ist er gefragter Coach und Buchautor (michael-gross.net/), Inhaber der Beratungsfirma Groß & Cie. und unterrichtet er an der Universität Frankfurt am Main zum Thema »Digital Leadership«.

Ilona Groß, Jahrgang 1962, studierte Betriebswirtschaftslehre und war anschließend über ein Jahrzehnt als Abteilungsleiterin und Prokuristin für Touristikkonzerne tätig. Heute ist sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael Groß im Managementtraining und Business Coaching aktiv und arbeitet nebenberuflich als Fitnesstrainerin (happybody.fitness). Sie ist Mutter zweier Kinder und lebt in der Nähe von Frankfurt.

Mehr zu Dr. Michael Groß als Unternehmer,Redner,Trainer und Autor mit seinen Büchern: https://www.michael-gross.net/de/autor/

https://www.m-vg.de/riva/shop/article/19647-das-beste-liegt-vor-uns/

Dr. Michael Groß – Olympiasieger und erfolgreicher Unternehmer als Autor

Dr. Michael Groß

„Das Beste liegt vor uns“ – Wie wir neue Energie für unser Leben gewinnen.

Michael Groß, Olympiasieger und erfolgreicher Unternehmer, und seine Ehefrau Ilona, erfahrene Coachin, zeigen, wie wir in der zweiten Lebenshälfte neue Energien sammeln. Wir stehen mitten im Leben – und sind im besten Alter. Doch die Welt dreht sich rasant, gerade im digitalen Zeitalter halten Beruf und Alltag ständig neue Herausforderungen bereit. Daneben haben wir unverhoffte Krisen zu bewältigen. Um den allgegenwärtigen Wandel zu meistern und beherzt den Neustart zu wagen – in der Arbeit und Freizeit, in gesundheitlicher Hinsicht und in der Liebe. Ihr Buch eröffnet neue Perspektiven, die nicht nur die Generation 50plus inspirieren.

Mehr über Dr. Michael Groß als Autor,Unternehmer,Redner und Trainer: https://www.michael-gross.net/de/autor/

  Eine Leseprobe die Lust auf Mehr macht: https://www.m-vg.de/mediafiles/Leseprobe/9783742313768.pdf

 

Michael Groß, Jahrgang 1964, ist mehrfacher Olympiasieger und Weltmeister im Schwimmen. Parallel zum Leistungssport absolvierte er ein Studium der Geisteswissenschaften, das er mit Promotion abschloss. Heute ist er gefragter Coach und Buchautor (michael-gross.net/), Inhaber der Beratungsfirma Groß & Cie. und unterrichtet er an der Universität Frankfurt am Main zum Thema »Digital Leadership«.

Ilona Groß, Jahrgang 1962, studierte Betriebswirtschaftslehre und war anschließend über ein Jahrzehnt als Abteilungsleiterin und Prokuristin für Touristikkonzerne tätig. Heute ist sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael Groß im Managementtraining und Business Coaching aktiv und arbeitet nebenberuflich als Fitnesstrainerin (happybody.fitness). Sie ist Mutter zweier Kinder und lebt in der Nähe von Frankfurt.

 

Zahnbehandlung in Corona Zeiten

Viele Menschen fragen sich aktuell, wie es während der Corona-Pandemie mit anstehenden Kontrolluntersuchungen und Behandlungen in Zahnarztpraxen weitergeht. Dazu haben wir mit Dr. Dirk Müller von den Zahnärzten Am Kurhaus in Wiesbaden gesprochen.

Dr. Dirk Müller

Sicherheit und Gesundheit haben höchste Priorität in Zahnarztpraxen

In Zahnarztpraxen gelten bereits seit vielen Jahren, auch schon vor Corona,  sehr hohe hygienische Vorschriften des Infektionsschutzes die für die Praxen bindend sind. Darüber hinaus gibt es aktuell im Rahmen der Infektionsprävention und nach den zentralen Maßgaben des von der Bundesärztekammer vorgelegten Hygieneplans und den speziellen für die Zahnmedizin geltenden Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) weitere Regeln.

Für die praktische Arbeit in den Praxen bedeutet dies, dass die Vorgaben für Hygiene und Organisation sich an diesen Vorgaben orientieren. Besonders sind hier zusätzliche Desinfektionsmaßnahmen in den Praxisräumen eingeführt, sowie für die Patienten, mit einer geeigneten Mundspülung vor jeder Behandlung Mund und Rachenraum zu reinigen. Außerdem wird auf eine zeitliche und räumliche Trennung von Patienten geachtet, wodurch das Risiko einer Covid-19-Infektion während einer Behandlung zusätzlich mimimiert wird. Oft diskutiert wird im Zusammenhang mit dem Infektionsschutz das Aerosol (Schwebestaub aus Tropfenkeimen) als mögliches Virus-Übertragungsmedium. Dafür sind in den Praxen, das zahnärztliche Team sensibilisiert und für Schutzmaßnahmen geschult: Dazu gehört unter anderem auch, eine systematische und konsequente besondere Absaugtechnik im Mund, die Aerosolbildung erheblich reduziert.

Die Schutzmaßnahmen gehören in den Praxen zur täglichen Kontrolle und unterliegen außerdem im Rahmen von Qualitätssicherungsmaßnahmen der ständigen Kontrolle externer Prüfstellen. Damit ist gewährleistet, dass ein Zahnarztbesuch auch in Corona Zeiten möglich ist.

Gesunde und schöne Zähne auch in „anderen Zeiten“

 Das Redaktionsteam von Gesund-in-RheinMain bedankt sich bei Dr. Dirk Müller für die Ausführungen.

Er steht mit seiner Praxis ZAHNÄRZTE AM KURHAUS, seit mehr als 30 Jahren für eine hochwertige, interdisziplinäre Zahnmedizin und auch in den aktuellen Zeiten, gerne für ein Gespräch und Behandlung in seiner Praxis zur Verfügung. www.zahnaerzte-am-kurhaus.de

Copyright Text: Redaktion Gesund-in-RheinMain und  Dr. Dirk Müller

Copyright Bilder: Team ZAHNÄRZTE AM KURHAUS und Dr. Dirk Müller

 

Andrea Thoma trifft: Schwimmlegende Dr. Michael Groß

Dr. Michael Groß im Interview mit Andrea Thoma

Im Profil …Dr. Michael Groß

 Er war DER deutsche Rekord-Schwimmer der 80er Jahre: Michael Groß. Genannt „Albatros“. Heute ist er selbstständiger Unternehmensberater in Frankfurt, Buchautor und Dozent an einer privaten Wirtschaftsuniversität. Begonnen hat seine legendäre Karriere mit 16 Jahren. Der Hausarzt hat seiner Mutter empfohlen, den Sohn wegen seines schnellen Wachstums zum Schwimmen zu schicken. Bald war Michael Groß 2,01 Meter lang und hatte eine Armspannweite von 2,13 Metern. Er machte als Schwimmer eine sensationelle Karriere: 21 Titelgewinne bei Olympischen Spielen, Welt-und Europameisterschaften. Davon drei Goldmedaillen, fünf Weltmeisterschaften, 13 Europameisterschaften, 12 Weltrekorde und 24 Europarekorde. Andrea Thoma traf den Weltrekordler zum Gespräch:

Andrea Thoma: Lieber Michael Groß, auf Ihrer Webseite steht ein wunderbarer Lebensspruch: `Nicht weil etwas schwer ist, wagen wir es nicht. Weil wir es nicht wagen, wird es schwer´. – Haben Sie alles gewagt im Leben?

 Michael Groß: Nein, ganz sicher nicht. Ich wollte zum Beispiel unbedingt einmal längere Zeit im Ausland leben, um andere Kulturen besser kennenzulernen. Ich wollte nach Amerika oder Australien. Als Student konnte ich das nicht machen, weil ich damals schon eigenes Geld durch den Sport verdient habe, und eine Scholarship (Stipendium) in den USA gab es leider nur für `mittellose´ Studenten. Und danach ging es weiter mit Universität, Wehrdienst, Familie und Firmengründung. Irgendwie hat es nie gepasst. Ich bin nun mal in Frankfurt verankert.

 Wenn man 21 Titelgewinne im Schwimmen nach Hause geholt hat, die ganze Welt den `Albatros´ kennt, zieht es Sie dann heute noch ins Schwimmbad?

 Dieses Jahr war ich überhaupt noch nicht schwimmen. Ich mache mit meiner Familie inzwischen einfach andere Sportarten, wie Wakeboarden, Snowboarden, Fahrradfahren. Außerdem habe ich einen Bootsführerschien. Die Prioritäten haben sich einfach im Laufe der Zeit verlagert.

 Was ist geblieben von der Weltkarriere in den 80er Jahren?

 Ich habe einfach eine ganz andere berufliche Laufbahn eingeschlagen. Mit dem damaligen Leben hat mein heutiges fast nichts mehr zu tun. Natürlich falle ich schon durch meine Größe immer noch auf. Aber die Jüngeren wissen mit dem `Albatros´ fast nichts mehr anzufangen.

 Eigentlich haben Sie Ihre Karriere ja Ihrem Hausarzt zu verdanken, der Ihrer Mutter riet, Sie zum Schwimmen zu schicken, weil Sie so schnell gewachsen sind….

 Ja, das hat der Arzt meiner Mutter sogar dringend angeraten. Denn die Muskeln sollten sich mit entwickeln und das geht im Wasser am besten. So wurde aus einem medizinischen Ratschlag eine Sportler-Karriere.

 Was ist die größte Kunst beim Schwimmen?

 Kraft und Technik in das Wasser zu bringen – das ist die Herausforderung für jeden Schwimmer.

 Sie sind 2,01 Meter lang. Diese Größe hat Ihnen den Zugang ins Cockpit verbaut, denn Sie wollten Pilot werden…

 MG: Ich bin kläglich an sechs Zentimetern gescheitert. Die Lufthansa hat mich nicht genommen, denn ich hätte in kein Cockpit einer kleineren Maschine gepasst. Und natürlich besteht bei großen Menschen auch die Gefahr eines Blackouts im Extremfall. Bei starken Beschleunigungen werden die Extremitäten und das Gehirn nicht mehr gut durchblutet. Das kann sich ein Pilot nicht leisten.

 Lassen Sie sich Ihre Kleidung maßanfertigen?

 Ja, mein Onkel und mein Cousin haben sich mit ihrer Spezial-Schneiderei Wermter auf maßgeschneiderte Konfektion für große Menschen spezialisiert. Sie haben tolle Schnitte und sehr schöne Stoffe. Also fahre ich öfter mal nach Essen, nicht weit von der Villa Hügel ist ihr Schneider-Unternehmen, und kleide mich dort ein. Das mache ich schon seit Jahrzehnten…

 Ihre sensationelle Sportlerkarriere haben Sie mit 26 Jahren beendet. Wenn man zurückblickt, dann hat man das Gefühl, Schwimmen war Ihr Hobby. Sie haben sich nicht so vermarkten lassen wie viele andere Sportler. War das so gewollt?

 Sie sagen es ganz richtig: Schwimmen war mein Hobby. Die schönste Nebensache der Welt. Ich hatte auch nur sehr kleine private Zeitfenster, also habe ich Vieles einfach abgelehnt. Heute ist der Sport Teil des Showbusiness. Ein großer PR-Aufmarsch. Da konnte man sich vor 20 oder 30 Jahren noch ganz gut raushalten.

 Nach Ihrer aktiven Zeit waren Sie auch als Funktionär im Vorstand des Deutschen Sportbundes. Sie sagen, Josef Neckermann, der erste und langjährige Vorstand, würde sich über die heutige Ausrichtung des Deutschen Sportbundes im Grabe herumdrehen. Warum?

 Weil dort seit vielen Jahren der Stillstand, die reine Verwaltung der Macht Einzug gehalten hat. Und das ist nicht mein Ding. Das war auch nicht Neckermanns´ Ding und schon gar nicht seine Vision von Sportförderung. Ich bin auch kein Machtmensch. Mir geht es um Inhalte. Dort wurden und werden Claims abgesteckt. Es gibt keine Visionen mehr, keine Agenda. Deshalb habe ich 2005, nach fünf Jahren im Vorstand, den Job auch niedergelegt.

 Nochmal zurück zu den Schwimmanfängen. Sie sind ja sozusagen auf Feindesland geschwommen. In Offenbach…

 Damals gab es rund um Frankfurt nur zwei gute Schwimmclubs, einer in Darmstadt und einer in Offenbach. Letzterer war einfach näher. Die S-Bahn hat an der Stadtgrenze von Offenbach gehalten und ich musste lange laufen, um das Schwimmbad zu erreichen. Die alte Fehde zwischen den beiden Städten ist eher belustigend, die habe ich nie ernst genommen. Darüber habe ich oft mit Petra Roth, der früheren Frankfurter Oberbürgermeisterin Witze gemacht.

 Sie haben inzwischen zwei Bücher geschrieben. Eines davon heißt: `Selbstcoaching´. Darin schreiben Sie, man solle für die Karriere ein Glückstagebuch führen. Wozu soll das gut sein?

 Um die Schlangenlinien im Leben aufzuzeichnen. Um die positiven Momente des Alltags später zu memorieren. Denn genau diese Kleinigkeiten gehen uns im Rückblick oft verloren. Aber sie sind Teil unseres Lebens und unseres Glücks. Diese Aufzeichnungen zeigen, wenn man sie später liest, die Schritte nach vorn, die zurück, und die zur Seite. Das ist im Rückblick oft sehr spannend.

 Und seine Erfolge solle man in einen so genannten Motivkompass eintragen…

 Das sind die Motive, die unser Leben wirklich bewegen. Kein festes Programm, aber das, was uns ausmacht. Manchmal, zum Beispiel bei wichtigen Entscheidungen, lohnt es sich, diese Motive mit einzubeziehen.

 Wie coachen Sie sich selbst? Woran denken Sie, wenn Sie morgens aufstehen?

 Ich führe auch ein solches Glückstagebuch und auch einen Motivkompass. Alles wird täglich und händisch eingetragen. Übrigens bin ich grundsätzlich ein sehr haptischer Mensch. Ich schreibe und strukturiere auch meine Bücher, Vorträge und auch wichtige Aufträge in meinem Unternehmen erst auf einem weißen Blatt Papier, dann erst übertrage ich sie in den Computer. Mein Selbst-Coaching besteht vor allem darin, dass ich meine Grenzen als Gestalter kenne und nach diesen mein Leben eingerichtet habe. Nicht statisch, aber in den wichtigen Eckpunkten. Ich gehe mit meinen Zweifeln, auch mit Trauer und Niederlagen, möglichst offen um. Am liebsten präsentiere ich meine Ansichten oder Pläne einem kleinen Kreis von engen Freunden. Das motiviert mich dann immer wieder neu.

Dr. Michael Groß ist am 17. Juni 1964 in Frankfurt geboren. Seine Schwimmkarriere begann er mit 16 Jahren, weil ein Arzt seiner Mutter anriet, ihn wegen seines schnellen Wachstums zum Schwimm-Unterricht anzumelden. Er belegte schon nach wenigen Monaten Training den zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften in München über 100 Meter Schmetterling, im Jahr 1980. Groß trainierte von Anfang an beim Offenbacher Schwimmclub.

Schnell legte er in den 80er Jahren eine Weltkarriere hin. Er gewann insgesamt dreimal Gold bei Olympischen Spielen, wurde fünfmal Weltmeister, dreizehn Mal Europameister, er stellte 12 Weltrekorde und 24 Europarekorde auf. Seinen Spitznamen „Albatros“ erhielt der Schwimmer von den französischen Medien, aufgrund seiner Armspannweite von 2,13 Metern.

Groß machte parallel zur Schwimmkarriere sein Abitur, studierte Philologie und Medienwissenschaften, machte seinen Dr. phil. und schloss daran eine journalistische Ausbildung an.

Heute ist er Geschäftsführer der Frankfurter Kommunikationsagentur Groß & Cie GmbH und arbeitet als selbstständiger Berater, Hochschuldozent und Buchautor  („Siegen kann jeder“ und „Selbstcoaching“).

Mehr zu Michael Groß finden Sie hier: https://www.michael-gross.net/

Michael Groß, Autorin: Andrea Thoma, © Fotos: Michael Groß, privat und ATH Medien

Hessen sorgt vor – zweite Covid-19 Welle: Sozialminister Kai Klose mit neuem Krankenhausplan:

„Unser Plan bietet die Grundlage für eine zeitgemäße Weiterentwicklung der stationären Versorgung und sorgt zudem dafür, dass Hessen bei einer zweiten Infektionswelle optimal vorbereitet ist.“

Sozial- und Integrationsminister Kai Klose

Corona-Sonderkapitel für Krankenhäuser:

Hessens Sozial- und Integrationsminister Kai Klose hat heute den neuen, vom Kabinett beschlossenen hessischen Krankenhausplan vorgestellt, der den bisher gültigen aus dem Jahr 2009 ablöst. Der Plan wurde in den vergangenen beiden Jahren erarbeitet, aus aktuellem Anlass wurde ihm ein Corona-Sonderkapitel angefügt. „Unser Plan bietet die Grundlage für eine zeitgemäße Weiterentwicklung der stationären Versorgung für Patientinnen und Patienten. Das Corona-Sonderkapitel als Teil des Krankenhausplans sorgt zudem dafür, dass im Bedarfsfall schnell Behandlungsmöglichkeiten für COVID-19-Patientinnen und -Patienten bereitgestellt werden und zugleich ausreichende Behandlungsmöglichkeiten für alle anderen dringlichen Fälle zur Verfügung stehen“, erklärt der Minister. Er hebt hervor, dass der neue Plan im breiten Konsens mit allen Beteiligten im Krankenhauswesen verabschiedet wurde.

„Im Zentrum des Plans steht das Wohl der Patientinnen und Patienten. Ein Fokus liegt deshalb auf der Patientengerechtigkeit, die wir der Bedarfsgerechtigkeit und qualitativen Hochwertigkeit der Behandlung gleichberechtigt an die Seite stellen: Die wirtschaftliche Sicherung der Krankenhäuser ist kein Selbstzweck, sondern soll dem Patientennutzen dienen. Deshalb binden wir auch Patientenvertreterinnen und-vertreter bei der Weiterentwicklung des Krankenhauswesens ein.“

Qualitativ hochwertige Versorgung 

Im neuen Krankenhausplan hat die qualitativ hochwertige Versorgung einen höheren Stellenwert als bisher: „Wir orientieren uns an den vom gemeinsamen Bundesauschuss beschlossenen planungsrelevanten Indikatoren und den weiteren Vorgaben des Bundes, etwa zum Notfallstufenkonzept. Damit erreichen wir, dass sowohl die bundes- wie auch die landesrechtlichen Vorgaben zu einheitlichen Qualitätsanforderungen zusammengefasst werden“, erläutert der Minister.

Die gute Zusammenarbeit der unterschiedlichen Versorgungsbereiche des Gesundheitswesens sei ein weiterer wichtiger Punkt des Krankenhausplans, so Klose weiter. „Wir stärken deshalb den Stellenwert der sektorenübergreifenden Versorgung: Gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung, den Krankenkassen und der Hessischen Krankenhausgesellschaft diskutieren wir intensiv sektorenübergreifende Bedarfsfragen und vereinbaren Versorgungsziele sowie gemeinsame Maßnahmen“, sagt der Sozialminister.

Alle Bürgerinnen und Bürger in Hessen sollen einfachen – und im Notfall sehr schnellen – Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten. „Im Krankenhausplan 2020 haben wir deutlich herausgearbeitet, dass die Hilfsfrist des Hessischen Rettungsdienstgesetzes von zehn Minuten in Kombination mit den Erreichbarkeitsvorgaben dazu dient, die Versorgung in der Fläche zu sichern und den Zeitraum begrenzter medizinischer Versorgung möglichst kurz zu halten.“

Hessens Bevölkerung wird im Durchschnitt immer älter. „Dem demographischen Wandel tragen wir auch im Krankenhausplan Rechnung, indem wir die geriatrische Versorgung verstärkt in den Fokus nehmen, um für die zunehmende Zahl älterer Patientinnen und Patienten mit ihrem spezifischen Behandlungsbedarf möglichst optimal vorbereitet zu sein. Auf der Grundlage des Geriatriekonzepts ist bereits in den vergangenen Jahren ein schrittweiser Ausbau der Versorgungsstrukturen erfolgt. Wir behalten auch weiterhin sehr genau im Blick, ob und wie wir diese weiter anpassen müssen, um Seniorinnen und Senioren gut medizinisch zu betreuen“, so Klose abschließend.

Den Krankenhausplan und das Sonderkapitel finden Sie zum Download unter: https://soziales.hessen.de/presse/pressemitteilung/vorstellung-des-hessischen-krankenhausplans

<Presse@HSM.hessen.de>

Sicher Reisen: Aktuelle weltweite Reise- und Sicherheitshinweise vom Auswärtiges Amt

Weltweit auch für Ihr Reiseland:

Informationsseite des Auswärtigen Amtes hier nutzen: Reise- und Sicherheitshinweise

Einzelne Länder können weiterhin Einreisen beschränken oder eine Quarantäne bei Einreise vorsehen. Umso wichtiger ist für Reisende, sich vorab über die Reise- und Sicherheitshinweise  über die Situation in ihrem Reiseland zu informieren. Die Entscheidung über das Ob und Wie einer Reise entscheiden Reisende nach wie vor selbst.

Informationsseite: Auswärtiges Amt

Bild:123RF

Ernährung für gesunde Augen Vorbeugen und lindern: Grauer und grüner Star, Makula-Degeneration, Trockenes Auge

Immer mehr Menschen leiden an Krankheiten wie altersbedingter Makula-Degeneration, Linsentrübungen oder erhöhtem Augeninnendruck. Das sind gefährliche Erkrankungen, die das Augenlicht auf Dauer bedrohen können. Dr. Laurie Capogna, Augenärztin und leidenschaftliche Köchin, erklärt in ihrem neuen TRIAS Ratgeber „Ernährung für gesunde Augen“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2020), welche Lebensmittel diesen Erkrankungen vorbeugen und eine Therapie unterstützen können.

© Robert Rose Inc., TRIAS Verlag.

In ihrer 20-jährigen Praxis als Augenärztin konnte Laurie Capogna zahlreiche Erfahrungen sammeln, die sie mit den aktuellsten Forschungsergebnissen aus dem Gebiet der Augenheilkunde zusammengeführt hat. Herausgekommen ist eine Liste der besten Lebensmittel, die Augen und Augenlicht gesund halten sowie Augenerkrankungen wie Makuladegeneration, Katarakt, Glaukom oder trockenem Auge vorbeugen. Zum Beispiel enthalten Kaltwasserfische wie Lachs, Makrele, Hering und Thunfisch wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die wichtig für gesunde Augen sind. Der essenzielle Mineralstoff Zink findet sich in Fisch, Meeresfrüchten, Fleisch oder auch in Vollkorngetreide. Ein Vollkornsandwich mit Thunfischsalat ist also eine gute Mahlzeit, wenn man seinen Augen etwas Gutes tun will. Zudem erklärt die Autorin, wie Mikronährstoffe gezielt im Auge wirken und wie man die vorbeugende und therapeutische Ernährung in den Alltag integrieren kann. Über 100 Rezepte sowie Wochenpläne und Einkaufslisten ergänzen das Buch.

Die Autorin:

Dr. Laurie Capogna

Ernährung für gesunde Augen

Vorbeugen und lindern: Grauer und grüner Star, Makula-Degeneration, Trockenes Auge

TRIAS Verlag, Stuttgart. 2020
Buch EUR [D] 19,99 EUR [A] 20,60

Erscheinungstermin ca. 08.07.2020

EPUB EUR [D] 15,99 EUR [A] 15,99

bereits erschienen (10.06.2020)

ISBN Buch: 9783432111520

ISBN EPUB: 9783432111537

Hessen erlässt Präventions- und Eskalationskonzept zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung von SARS-CoV-2

Sozial- und Integrationsminister Klose und Innenminister Beuth:

„Unser Konzept ermöglicht, lokal begrenzte und damit zielgenaue Schutz- und Eskalationsmaßnahmen zu ergreifen“

 Hessens Sozial- und Integrationsminister Kai Klose und Innenminister Peter Beuth haben heute ein landesweites Präventions- und Eskalationskonzept zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus erlassen und darüber die Kommunalen Spitzenverbände informiert. Seit Mitte April erfolgten schrittweise Lockerungen der landesweit angeordneten Schutzmaßnahmen. Damit gewinnt die Möglichkeit, lokal begrenzte Schutzmaßnahmen anordnen zu können, für die örtlichen Behörden an Bedeutung. „Unser Konzept ermöglicht, lokal begrenzte und damit zielgenaue Schutz- und Eskalationsmaßnahmen zu ergreifen. Damit stellen wir sicher, dass ein möglicher erneuter Anstieg der Infektionszahlen schnell eingedämmt werden kann“, erklären Sozialminister Klose und Innenminister Beuth.

Sofern in Landkreisen, kreisfreien Städten, Städten oder Orten mit zentralörtlicher Funktion vermehrt Neuinfektionen auftreten, können auf Grundlage der täglichen Meldezahlen zum Infektionsgeschehen (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten 7 Tage in einer Region) weitere Beschränkungen gelten. Sozial- und Integrationsminister Klose: „Bei einem lokalisierten und klar eingrenzbaren Infektionsgeschehen, zum Beispiel in einer Einrichtung, kann das Beschränkungskonzept auch nur die betroffene Einrichtung umfassen. Bei einem verteilten regionalen Ausbruchsgeschehen und unklaren Infektionsketten müssen regionale oder überregionale allgemeine Beschränkungen eingeführt werden. Mit dem Präventions- und Eskalationskonzept können wir schnell und flexibel auf das jeweilige Infektionsgeschehen reagieren.“

Innenminister Peter Beuth betont: „Den Kreisen und kreisfreien Städten kommt eine tragende Rolle bei der Bekämpfung der Verbreitung des Corona-Virus zu. Die Landesregierung unterstützt sie dabei nach Kräften. So haben wir – neben vielen weiteren Unterstützungsmaßnahmen für die kommunale Familie – persönliche Schutzausrüstung für die Bedarfsträger vor Ort bereitgestellt. Darüber hinaus haben wir die örtlichen Gesundheitsämter personell verstärkt und von Verwaltungsaufgaben entlastet.“ Diese nimmt derzeit das Regierungspräsidium Darmstadt wahr. „Sollte es zu einem örtlichen oder regionalen Ausbruchsgeschehen kommen, stehen die Helferinnen und Helfer des Hessischen Katastrophenschutzes und die Hessische Polizei bereit, die örtlichen Kräfte zu unterstützen“, stellt Innenminister Beuth klar.

Das Eskalationskonzept beinhaltet ein gestuftes Vorgehen zur effektiven Bekämpfung der Pandemie:

 

© HSM

 

Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner*innen innerhalb der vergangenen 7 Tage in einer RegionMaßnahmen 
<20Routinebetrieb, allgemein planende und vorbereitende Maßnahmen
ab 20Erhöhte Aufmerksamkeit, erweitertes Meldewesen, bedarfsgerecht angepasste Maßnahmen
ab 35Erweiterte Maßnahmen, Einbindung Planungsstab COVID-19 des HMSI
ab 50Konsequentes Beschränkungskonzept, enge Zusammenarbeit mit dem Planungsstab COVID-19 des HMSI sowie dem koordinierenden Krankenhaus des Versorgungsgebietes, ggf. Mobilitätseinschränkungen
ab 75Steuerung der medizinischen Lage durch den

Planungsstab COVID-19 des HMSI

„Unser Konzept verstetigt die in der Krise etablierte besonders enge Abstimmung zwischen Gesundheitsämtern, kommunalen Ordnungsbehörden, Polizei, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Krankenhäusern, ÖPNV und weiteren Akteuren, damit Infektionsketten möglichst schnell unterbrochen werden können“, betonte Klose abschließend.

Wiesbaden, 8. Juli 2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Unser Konzept verstetigt die in der Krise etablierte besonders enge Abstimmung zwischen Gesundheitsämtern, kommunalen Ordnungsbehörden, Polizei, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Krankenhäusern, ÖPNV und weiteren Akteuren, damit Infektionsketten möglichst schnell unterbrochen werden können“, betonte Klose abschließend.

CORONA-LOCKERUNGEN: Landesregierung beschließt weitere Regelungen

Landesregierung beschließt weitere Lockerungen
Ministerpräsident Volker Bouffier: „Patienten dürfen wieder regelmäßig in Krankenhäusern besucht werden.“

03.07.2020

Das Corona-Kabinett der Hessischen Landesregierung hat entschieden, die Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus weiter zu lockern. Diese betreffen insbesondere die Kontaktbeschränkungen bei Veranstaltungen, in Theatern oder Kinos sowie die Besuchsmöglichkeiten in Krankenhäusern, Rehakliniken und Behindertenwerkstätten.

Infektionsraten sind entscheidendes Kriterium

„Die Infektionsraten sind weiterhin niedrig. Dies ist für uns ein entscheidendes Kriterium, um weitere Lockerungen zu beschließen. Die nächsten Schritte sind nun möglich. Wir haben entschieden, dass wieder mehr Menschen Sportveranstaltungen oder Messen besuchen oder ins Theater gehen können. Trotzdem müssen wir besonnen bleiben und weiter Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Wir haben die Pandemie nicht überwunden und wollen nicht Gefahr laufen, Erleichterungen wieder zurücknehmen zu müssen. Deshalb bitte ich Sie, weiterhin vorsichtig zu sein“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier heute in Wiesbaden.

Im Bereich der Kontakt- und Betriebsbeschränkungen gilt ab dem 6. Juli:

  • Bei Veranstaltungen wie Messen oder Konzerten sowie in Theatern und Kinos wird die Fünf-Quadratmeter-Regel für Sitzplätze und die Zehn-Quadratmeter-Regel für Stehplätze aufgehoben. Grundsätzlich gilt, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss. Als Richtgröße sollen für jede Person drei Quadratmeter zur Verfügung stehen. Davon kann beispielsweise in Theatern und Kinos abgewichen werden, wenn ein Hygienekonzept vorliegt, das Schutzmaßnahmen wie das Tragen einer Alltagsmaske vorsieht.
  • Auch der Besuch von Sportveranstaltungen und -wettkämpfen ist unter Einhaltung der Drei-Quadratmeter-Regel und eines Hygienekonzeptes wieder möglich.
  • Die Zehn-Quadratmeter-Regel für Geschäfte wird ebenfalls aufgehoben. Der verpflichtende Mindestabstand von 1,5 Meter bleibt aber bestehen. Als Richtgröße sollen auch hier für jede Person drei Quadratmeter zur Verfügung stehen.
  • Weiterhin gilt, dass zwei Hausstände bzw. maximal zehn Personen sich gemeinsam ohne Mindestabstand bei Veranstaltungen und im öffentlichen Raum aufhalten können.
  • Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, bei denen Zuschauerplätze eingenommen werden, sollen die Sitzplätze personalisiert vergeben werden, um eine Rückverfolgung im Fall einer Infektion zu ermöglichen. Das gilt nicht für Tischgesellschaften.
  • Vereins- und Versammlungsräume können wieder genutzt werden. Auch in Umkleidekabinen entfällt die Fünf-Quadratmeter-Regel. Stattdessen gelten die allgemeinen Abstandsvorgaben von 1,5 Metern.
  • Werkstätten für Menschen mit Behinderungen dürfen von allen Bürgerinnen und Bürgern betreten werden, sofern sie gesund sind und keinen Kontakt zu COVID-Patienten hatten.
  • Das Grillen und Picknicken in der Öffentlichkeit ist grundsätzlich wieder erlaubt.
  • Veranstaltungen mit mehr als 250 Besucherinnen und Besuchern müssen weiterhin vom Gesundheitsamt genehmigt werden.
  • Öffentliche Tanzveranstaltungen bleiben verboten.

Für Besuche in Krankenhäusern, Rehakliniken und Behinderteneinrichtungen gelten folgende Regelungen ab dem 15. Juli:

  • Besuche in Rehakliniken sind uneingeschränkt möglich.
  • In Krankenhäusern darf der Patient oder die Patientin in den ersten sechs Tagen insgesamt zwei Besuche empfangen. Pro Besuch dürfen maximal zwei Personen kommen. Ab dem siebten Tag darf täglich Besuch von maximal zwei Personen empfangen werden.

Alle Regelungen gelten bis zum 16. August 2020.

Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

18.06.2020: Hessische Staatskanzlei
Ministerpräsident Volker Bouffier: „Wir werden weiterhin genau abwägen, welche Schritte wir zurück in den Alltag gehen können und welche noch nicht“

 

Sozialminister Kai Klose und Ministerpräsident Bouffier
© Hessische Staatskannzlei

Das Corona-Kabinett der Hessischen Landesregierung hat weitere Anpassungen der Verordnungen zur Bekämpfung des Corona-Virus verabschiedet. Diese betreffen insbesondere die Regelungen zu Besuchen in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Lockerungen für Veranstaltungen und den Einzelhandel.

„Unsere Vorgehensweise nach dem Motto ,Hessen bleibt besonnen‘ zeigt Wirkung. Ausgehend von den derzeitig niedrigen Infektionszahlen haben wir einige weitere neue Regelungen beschlossen, von denen viele Menschen profitieren“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier.

Lockerungen ab 22. Juni 2020

Das Besuchsrecht in Alten- und Pflegeeinrichtungen wird ab dem 22. Juni 2020 gelockert und die Anzahl von einem Besuch pro Woche auf drei Besuche erhöht. Menschen mit Behinderung, die in einer stationären Einrichtung betreut werden, können ab diesem Tag von einer Person pro Tag besucht werden. „Für alte und pflegebedürftige Menschen ist es gerade in diesen Zeiten wichtig, regelmäßigen persönlichen Kontakt zu ihren Angehörigen zu haben. Der Schutz der Gesundheit unser Bürgerinnen und Bürger bleibt dennoch unser oberstes Ziel und wir werden weiterhin genau abwägen, welche Schritte wir zurück in den Alltag gehen können und welche noch nicht“, erklärte der Regierungschef.

Hessens Sozial- und Integrationsminister Kai Klose hat die Lockerungen der bislang bestehenden Besuchsbeschränkungen gemeinsam mit der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen e.V. und dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. erarbeitet: „Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie für stationär betreute Menschen mit Behinderung ist das ein wichtiger Schritt heraus aus der teils entstandenen sozialen Isolation, die die Maßnahmen zu ihrem Schutz vor dem Virus ausgelöst haben.“

Dank an pflegerischen Arbeit

Klose dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pflege- und Betreuungseinrichtungen im Land: „Sie haben sich während den vergangenen Wochen in besonderer Weise um die Bewohnerinnen und Bewohner gekümmert und waren neben ihrer pflegerischen Arbeit wichtige Ansprechpartnerinnen und -partner für diejenigen, die Gäste aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht empfangen durften.“

Mit den nun beschlossenen Lockerungen ermögliche das Land den Alten- und Pflegeeinrichtungen, dem Bedürfnis der betreuten Bewohnerinnen und Bewohner nach Besuch besser entsprechen zu können, so Klose weiter. „Zugleich wird der notwendige Infektionsschutz bei Besuchen dieser Einrichtungen auch weiterhin gewährleistet. Denn das Virus ist weiterhin aktiv und gefährlich. Dies gilt besonders für die in diesen Einrichtungen betreuten Menschen, die leider häufig ein erhöhtes Infektionsrisiko sowie ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben“, erläuterte der Sozialminister. Er betonte, dass die Lockerung im intensiven Dialog mit den entsprechenden Fachverbänden getroffen worden sei.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises 3 Gesundheit, Pflege und Senioren der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen e.V., Michael Schmidt, sagte: „Die zunehmende Öffnung des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft erhöht auch das Infektionsrisiko in unseren Pflegeeinrichtungen. Die jetzige Lockerung des Besuchsverbotes bringt jedoch ein Stück der ersehnten Normalität für die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnheime zurück: Auf der einen Seite freuen wir uns, dass Besuche in einem größeren Umfang ermöglicht werden. Gleichzeitig sorgen wir uns um unsere Bewohnerinnen und Bewohner. Die mit dem Hessischen Sozialministerium getroffene Lösung der schrittweisen Öffnung unserer Einrichtungen begrüßen wir ausdrücklich.“

Schritt in Richtung Normalität

Ralf Geisel, Landesvorsitzender des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste, sagte: „Diese Besuchsregelung ist ein erheblicher, aber maßvoller Schritt in Richtung Normalität. Wir ermöglichen gemeinsam wieder mehr Kontakte von Pflegeheimbewohnern und ihren Familien. Die Infektionszahlen sinken erfreulicherweise, deshalb tragen wir die Lockerungen der Landesregierung mit, ohne die Gesundheit und die Sicherheit der Bewohner und der Pflegenden aus dem Blick zu verlieren, indem wir die weitere Entwicklung genau beobachten und Schritt für Schritt vorgehen. Hierbei gilt unserer besonderer Dank den Pflegenden und den Betreuungskräften in den Heimen, die über Wochen in besonderer Weise erste Bezugs- und Kontaktpersonen für die pflegebedürftigen Menschen waren.“

Eine weitere Regelung betrifft Einzelhandelsgeschäfte: Dort sinkt die Einlassbeschränkung für den Publikumsverkehr von einer Person je 20 m² zugänglicher Grundfläche auf eine Person je 10 m². „Wir gehen auch hier mit Augenmaß vor, um sowohl das Infektionsgeschehen weiter zu minimieren als auch dem Handel nach den schwierigen vergangenen Monaten eine Perspektive zu eröffnen und die Wiederbelebung des Geschäfts zu ermöglichen“, sagte Klose. Er teilte außerdem mit, dass die pandemiebegründete generelle Möglichkeit, Geschäfte an Sonntagen von
13 -18 Uhr zu öffnen, ab dem 22. Juni aufgehoben wird.

Einfacher wird es auch für Veranstaltungen wie Theatervorstellungen, Konzerte und Feste, die bislang bei mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Genehmigung der örtlichen Behörden einholen mussten. Diese Obergrenze steigt auf 250. Voraussetzung ist wie bisher ausreichend Fläche pro Person, die Erfassung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und ein Hygienekonzept.

„Wir werden die Entwicklung des Infektionsgeschehens weiterhin genau beobachten. Unser Ziel bleibt, die Anzahl der Neuinfektionen möglichst gering zu halten“, hob der Minister abschließend hervor.

Ab dem 22. Juni 2020 gilt folgende neue Regel zu Besuchen in Alten- und Pflegeeinrichtungen:

  • Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen dürfen drei Besuche pro Woche von einer Person erhalten (unabhängig ob Angehöriger oder sonstige nahestehende Person). Menschen mit Behinderung, die in einer stationären Einrichtung betreut werden, können von einer Person pro Tag besucht werden. Die Besuche sollen auch an den Wochenenden ermöglicht werden.
  • Es bestehen weiterhin Besuchsverbote für Personen mit Atemwegsinfektionen sowie die bisherigen Abstands- und Hygieneregelungen. Besucherinnen und Besucher sollten sich vor ihrem Besuch in den Einrichtungen anmelden, da sie registriert werden müssen.
  • Alle Einrichtungen müssen ihr individuelles Schutzkonzept der Betreuungs- und Pflegeaufsicht übermitteln, welches nach Maßgabe der aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der Handlungsempfehlungen des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration erstellt wird.
  • Die Einrichtungsleitung kann unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens, der räumlichen und persönlichen Ausstattung sowie der Verfügbarkeit von ausreichender persönlicher Schutzkleidung eine Beschränkung von Besuchen auf einen Besuch von mindestens einer Stunde pro Woche für jede Bewohnerin und jeden Bewohner aussprechen. Eine solche Beschränkung ist der zuständigen Betreuungs- und Pflegeaufsicht vorab unter der Angabe von Gründen zur Genehmigung vorzulegen.
  • Die teilstationären Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen für Menschen mit Behinderungen werden ebenfalls wieder geöffnet. Es gelten weiterhin Besuchsverbote für Personen mit Atemwegsinfektionen sowie die bisherigen Abstands- und Hygieneregelungen. Sofern die Einrichtung mit einer stationären Pflegeeinrichtung verbunden ist, ist jedoch nur eine Notbetreuung möglich.
  • Die Seniorenbegegnungsstätten können wieder öffnen. Veranstaltungen von Seniorinnen und Senioren können unter Einhaltung bestimmter Abstands- und Hygieneregeln (insbesondere kein gemeinsames Singen) mit bis zu 100 Personen wieder stattfinden.

Weitere Anpassungen:

  • Die Teilnehmeranzahl für Veranstaltungen, die nicht von den Behörden besonders genehmigt und überwacht werden müssen, wird von 100 auf 250 erhöht.
  • In Läden, Geschäften, Supermärkten, Möbelhäusern wird die Quadratmeterzahl der Verkaufsfläche pro Kunde von 20 qm auf 10 qm abgesenkt. Es darf sich künftig also ein Kunde pro 10 qm Verkaufsfläche aufhalten. Damit können wieder mehr Personen gleichzeitig in die Geschäfte eingelassen werden. Die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung und zur Einhaltung des Mindestabstands von
    1,5 Metern bleibt weiterhin bestehen.
  • Die pandemiebegründete generelle Möglichkeit, Geschäfte an Sonntagen von
    13 -18 Uhr zu öffnen, entfällt. Es gelten wieder die allgemeinen Bestimmungen des Ladenöffnungsgesetzes.

Alle Regelungen gelten bis zum 16. August 2020.

Corona-Krise: Informationen und Kontakt

Sie sind als Bürgerin, Bürger, Unternehmerin oder Unternehmer von der Corona-Krise betroffen?
  • Mehr dazu finden Sie online auf unseren Informationsseiten zu Corona.
  • Sie können uns Ihre Fragen per E-Mail unter buergertelefon@stk.hessen.de stellen.
  • Ebenso unter der hessenweiten Hotline:  0800- 555 4666 – montags bis freitags von 8:00 bis 20:00 Uhr samstags, sonntags und an Feiertagen von 9:00 bis 15:00 Uhr

Ministerpräsident Volker Bouffier: „Erfahrungen zeigen uns, dass wir mit unserer schrittweisen Vorgehensweise richtig liegen“Alle Regelungen gelten bis zum 16. August 2020.

 

Von links nach rechts: Kultusminister Alexander Lorz, Präsident des Hessischen Städtetags, Christian Geselle, Sozialminister Kai Klose, Ministerpräsident Volker Bouffier, Dr. Thomas Stöhr, Präsident des Hessischen Landkreistages und Bernd Woide, der Präsident des Hessischen Städte- und Gemeindebundes
© Staatskanzlei

Das Corona-Kabinett der Hessischen Landesregierung hat weitere Anpassungen der Verordnungen zur Bekämpfung des Corona-Virus verabschiedet. Diese betreffen insbesondere die Kontaktbeschränkungen sowie den Bereich der Kitas und Schulen, der Schwimmbäder und des Sportbetriebs.

„Wir haben das Virus-Geschehen in den vergangenen Wochen aufmerksam beobachtet. Die Erfahrungen zeigen uns, dass wir mit unserer schrittweisen Vorgehensweise richtigliegen und nun in einigen Bereichen weitere Anpassungen vornehmen können. Deshalb haben wir zum Beispiel beschlossen, die Kontaktbeschränkungen zu lockern und ein Treffen von maximal zehn Personen im öffentlichen Raum zu ermöglichen. Trotzdem muss uns nach wie vor bewusst sein: Das Virus ist noch da. Wir werden weiterhin nach dem Motto ‚Hessen bleibt besonnen‘ vorgehen und beobachten, welche Beschränkungen aufrechterhalten werden müssen und wo wir einen Schritt in Richtung Normalbetrieb gehen können“, sagte der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier.

Ab dem 11. Juni 2020 gilt folgende neue Regel zu den Kontaktbeschränkungen:

  • Es dürfen sich Gruppen von maximal 10 Personen im öffentlichen Raum treffen – unerheblich, aus wie vielen verschiedenen Hausständen sie stammen, oder wie bisher die Angehörigen zweier Hausstände.
  • Bei privaten Zusammenkünften unterhalb der Veranstaltungsschwelle entfällt die bisherige Begrenzung auf einen engen privaten Kreis. Die Bürgerinnen und Bürger bleiben gleichwohl aufgerufen, auch im häuslichen Bereich eigenverantwortlich auf eine Begrenzung ihrer persönlichen Kontakte zu achten.
  • In Geschäften, Gottesdiensten, Kultureinrichtungen, Veranstaltungsräumen, Gaststätten muss sichergestellt werden, dass der gebotene Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

„Die allgemeine Corona-Infektionslage, neue medizinische Erkenntnisse und positive Rückmeldungen aus den Schulen haben uns dazu bewogen, weitere Lockerungsschritte für junge Familien in ganz Hessen in Angriff zu nehmen“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz. „Ab dem 22. Juni – und damit noch vor den Sommerferien – können Grundschülerinnen und Grundschüler wieder an fünf Tagen in der Woche in die Schule gehen.“ Die zurückliegende Zeit sei vor allem für die Jüngsten und ihre Eltern herausfordernd gewesen, und die Rückkehr zum Präsenzunterricht an ein oder zwei Tagen habe nicht für alle Familien die erhoffte Entlastung gebracht, so Lorz.

„Wir haben uns daher entschieden, noch vor den Sommerferien einen zweiwöchigen Probelauf mit Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler zumindest an den Grundschulen zu starten. Wir würden diesen Schritt nicht machen, wenn wir den mittlerweile vorliegenden wissenschaftlichen Studien und der Einschätzung der Gesundheitsexperten keinen Glauben schenken würden“, ergänzte der Minister. Sie zeigten nicht nur, dass die Zahl der Neuinfektionen rapide gesunken sei und immer mehr Infizierte als geheilt gelten, sondern vor allem, dass sich Kinder deutlich seltener mit dem Virus infizierten als Erwachsene. Auf der anderen Seite könne es ein Nullrisiko nicht geben, machte Lorz deutlich. „Deshalb stellen wir es den Eltern in den verbleibenden zwei Wochen vor den Ferien frei, ob ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt oder von zu Hause aus weiter lernen wird. Ziel ist es, nach den Sommerferien ab dem 17. August wieder den Normalbetrieb in den Schulen aufzunehmen, sofern das Pandemiegeschehen es zulässt.“

Mit der vollständigen Rückkehr in den Unterricht seien in jedem Fall zahlreiche organisatorische und auch personelle Herausforderungen verbunden, weshalb man heute alle Grundschulen in einem Schreiben über das weitere Vorgehen informiert habe. „Die Kinder werden in ihrer Klasse den Abstand von 1,5 Metern nicht einhalten können. Deshalb ist es entscheidend, die Gruppen nicht zu durchmischen und sie möglichst dauerhaft von derselben Lehrkraft im selben Raum unterrichten zu lassen.“ Das diene dem Selbstschutz der Kinder und dem der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Schulen. „Auch wenn noch viel Arbeit vor uns liegt, tragen wir mit diesem weiteren Lockerungsschritt dazu bei, dem Recht auf Bildung und Chancengerechtigkeit wieder Geltung zu verschaffen. Und Eltern mit jungen Kindern können Familie und Beruf wieder besser vereinbaren“, hielt der Minister abschließend fest.

Folgende neue Regelungen gelten ab dem 22. Juni 2020 für die hessischen Schulen:

  • Für alle Jahrgänge der Grundschule und der Grundstufen der Förderschule wird der tägliche Präsenzunterricht wiederaufgenommen. Der Unterrichtsvormittag deckt mindestens vier Zeitstunden für die Klassen 1 und 2 sowie fünf Zeitstunden für die Klassen 3 und 4 ab.
  • Jede Klasse nutzt mit demselben Lehrpersonal einen fest zugewiesenen Raum und bildet eine konstante Lerngruppe. So wird es möglich, das Abstandsgebot aufzuheben. Gleichwohl gelten auch innerhalb dieser Gruppen weiterhin die erforderlichen Hygienevorgaben.
  • Die Schulbesuchspflicht wird bis zu den Sommerferien ausgesetzt. Das bedeutet, dass Eltern selbst entscheiden können, ob ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt oder ob es weiterhin zu Hause lernen soll. Die unterrichtsersetzende Lernsituation („Home-Schooling“) wird auch für Schülerinnen und Schüler, die aufgrund einer Vorerkrankung nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, fortgeführt, sowie für Kinder oder Klassen, für die aufgrund einer Infektion Quarantäne angeordnet wird.
  • Mit der Rückkehr zur Fünf-Tage-Woche an den Grundschulen entfällt für die Jahrgänge 1 bis 4 die Notfallbetreuung in den Schulen. Für die Jahrgangsstufen 5 und 6 wird die Notfallbetreuung bis zu den Sommerferien (also bis 3. Juli) fortgeführt.

Lehrerinnen und Lehrer, die 60 Jahre und älter sind, sind künftig nicht mehr automatisch von der Präsenzpflicht freigestellt, sondern brauchen dafür ein arbeitsmedizinisches Attest.

Gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden hat die Hessische Landesregierung außerdem beschlossen, ab dem 6. Juli den Regelbetrieb in Kindertageseinrichtungen wiederaufzunehmen. „Die niedrigen Infektionszahlen ermöglichen es nun, das Recht von Kindern auf Bildung und Teilhabe in den Vordergrund zu stellen. Kinder und Eltern waren durch das Coronavirus und die dadurch notwendigen Einschränkungen in den zurückliegenden Wochen besonders gefordert, viele sind an ihre Belastungsgrenzen gekommen. Allen Familien danken wir, dass sie diese schwierige Zeit so gut bewältigt und dazu beigetragen haben, die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu bekämpfen“, so Sozialminister Kai Klose. „Es freut mich, dass wir wie bei der Wiederaufnahme des sogenannten eingeschränkten Regelbetriebs auch diesen Schritt Hand in Hand mit den Kommunen gehen, in deren Verantwortung die Kinderbetreuungseinrichtungen liegen, denn das Land betreibt keine Kitas. Dieser Schritt ist für die frühkindliche Bildung, die Chancengerechtigkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig.“ Die flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten, die das Land bereits eingeräumt habe, führten dazu, dass Kitas schon derzeit viele Kinder zusätzlich aufnehmen konnten. Freie Plätze konnten im Einvernehmen zwischen Kita-Träger und Jugendamt vergeben werden. Mit dem 6. Juli falle nun das Betretungsverbot und damit für die Kitas auch die Notbetreuungsliste weg. Bis dahin bestehe ausreichend Zeit für die Träger, den Regelbetrieb in ihren Kitas vorzubereiten.

Seit dem 16. März bestand in Hessen ein grundsätzliches Betretungsverbot für Kindertageseinrichtungen. Ausnahmen bestanden für Angehörige bestimmter Funktionsberufe, aber auch berufstätige Alleinerziehende sowie aus Gründen des Kindeswohls. Es wurden familiäre Betreuungsgemeinschaften zugelassen und seit dem 25. Mai die Betreuung in der Kindertagespflege wieder umfänglich ermöglicht. Seit dem 2. Juni besteht in den Kindertageseinrichtungen der „eingeschränkte Regelbetrieb“.

„Ab dem 6. Juli stehen die Kitas grundsätzlich wieder allen Kindern offen, soweit genug Personal verfügbar ist und es das lokale Infektionsgeschehen zulässt. Wir begrüßen, dass die zunehmend strittigen Regelungen zu Notbetreuung und Betretungsverbot in wenigen Wochen auslaufen. Das ist der richtige Weg,“ sagte Dr. Thomas Stöhr, der Präsident des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. „Die Städte im Hessischen Städtetag bewerten die ab 6. Juli 2020 angedachte Außerkraftsetzung der Corona-Beschränkungen in Tageseinrichtungen für Kinder positiv. Diese entspricht ebenso der Zielrichtung der Jugenddezernate des Hessischen Städtetages wie die zuvor ergangene Verordnung. Wir konnten aufgrund der bisherigen Regelungen vor Ort schrittweise schon in den Regelbetrieb übergehen“, so Präsident Christian Geselle, Oberbürgermeister von Kassel. „Während der Ferien werden viele Gebietskörperschaften Ferienbetreuungen und Ferienspiele anbieten. Spätestens zum Start des Kindergartenjahres sind wir dann – lässt dies die medizinische und virologische Lage zu – perspektivisch wieder im Normalbetrieb, auf den sich Kinder, Tageseinrichtungen sowie Eltern freuen.“

Auch der Präsident des Hessischen Landkreistages, Landrat Bernd Woide (Landkreis Fulda), steht hinter den neuen Regelungen: „Wir begrüßen, dass das aktuell niedrige Infektionsgeschehen in Hessen es zulässt, nun einen weiteren großen Schritt in Richtung Regelbetrieb bei der Kinderbetreuung zu gehen. Damit geben wir Eltern und Kindern für die kommenden Wochen eine gute Perspektive. Wichtig ist aber auch, dass wir weiterhin mit geeigneten Hygienemaßnahmen den Gesundheitsschutz in den Betreuungseinrichtungen großschreiben.“

In den hessischen Kitas gelten ab dem 6. Juli folgende Regelungen:

  • Eltern können ihre Kinder wieder im gewohnten Umfang betreuen lassen. Die zuständigen Kommunen und Träger müssen gemeinsam sicherstellen, dass dieser Betreuungsanspruch erfüllt wird. Um pandemiebedingte Engpässe beim Betreuungspersonal abzufedern, kann der geltende Fachkraftschlüssel nach Beratung durch die Jugendämter vorübergehend gelockert werden.
  • Für Kinder mit Krankheitssymptomen und Kinder, die Kontakt mit infizierten Personen hatten, besteht weiterhin ein Betretungsverbot.
  • Es gelten weiterhin die erforderlichen Hygienevorgaben.

Für die hessischen Schwimmbäder wurden folgende Lockerungen beschlossen:

  • Ab Montag, dem 15. Juni 2020, können Schwimmbäder, Badeanstalten an Gewässern und ähnliche Einrichtungen in Hessen unter Beachtung der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln wieder für den Publikumsverkehr öffnen. Sie dürfen nur betrieben werden, wenn sie ein anlagenbezogenes Infektionsschutz- und Zugangskonzept vorlegen.
  • Der Besuch muss grundsätzlich und unter Einhaltung der 1,5 Meter-Abstandsregelung möglich sein. Es gilt eine Fünf-Quadratmeter-Regelung: Grundsätzlich darf sich im Schwimmbecken wie auch außerhalb des Beckens, etwa auf der Liegewiese, nur eine Person pro 5 qm aufhalten. In Schwimmbädern, die beispielsweise über eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern verfügen, darf maximal 200 Gästen Einlass gewährt werden.
  • Der Zutritt zur Badeanstalt soll unter Vermeidung von Warteschlangen ermöglicht werden. Einzelumkleiden, Wechselspinde und Schließfächer sowie sanitäre Anlagen dürfen unter Beachtung der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts genutzt werden, für Sammelumkleiden gilt zudem eine Begrenzung der Personenzahl (höchstens eine Person pro 5 qm).
  • Auch Saunen und Saunabereiche dürfen ab Montag, den 15. Juni 2020, wieder geöffnet werden. Für diese Bereiche muss ebenso ein anlagenbezogenes Hygienekonzept eingehalten werden. Die Fünf-Quadratmeter-Regelung sowie die weiteren Bestimmungen orientieren sich an den Schwimmbad-Vorgaben.

„Aufgrund des niedrigen Infektionsgeschehens können unsere Frei- und Hallenbäder ab der kommenden Woche unter Beachtung der Fünf-Quadratmeter-Regelung wieder für alle Bürgerinnen und Bürger öffnen. Viele Frei- und Hallenbäder in Hessen sind seit Wochen im Standby-Modus und haben bereits individuelle Hygiene- und Abstandskonzepte erarbeitet, so dass die Öffnung ohne Vorlaufzeit möglich sein wird. Allen Besucherinnen und Besuchern wünschen wir viel Freude, auch wenn der Besuch unserer Badeanstalten in diesem Sommer nicht das unbeschwerte Vergnügen sein wird, wie wir es kennen“, so Innen- und Sportminister Peter Beuth.

Für den Wettkampf- und Trainingsbetrieb im Sport gilt Folgendes:

  • Ab dem 11. Juni werden auch die für den Sport geltenden Regelungen an die allgemeinen Kontaktbeschränkungen des Landes Hessen angeglichen. Demnach darf Kontaktsport unter Beachtung der Hygieneregeln mit bis zu zehn Personen durchgeführt werden.
  • Auch das bestehende Verbot des Wettkampfbetriebes im Amateurbereich wird für viele Sportarten aufgehoben. Die den Sportarten zugehörigen Sportfachverbände entscheiden dabei in eigener Zuständigkeit über die Wiederaufnahme des Wettkampfsports, sofern dieser unter Wahrung der Kontaktbeschränkungen möglich ist.
  • Somit kann Training und Wettbewerb unter Einhaltung von Hygieneregeln in Sportarten mit eingeschränkter Teilnehmerzahl beispielsweise im Tennis, Basketball, Tischtennis, Reiten und vielen weiteren Sportarten wiederaufgenommen werden.
  • Auch die Umkleidekabinen und Duschen sowie Saunen dürfen wieder genutzt werden. Dafür gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei den Schwimmbädern (Fünf-Quadratmeter-Regelung).

„Das ist ein großer Schritt für den Neubeginn des Sports in Hessen. Ab morgen dürfen bis zu zehn Personen gemeinsam wieder Kontaktsport ohne Mindestabstand ausüben. Körperbetonte Zweikämpfe sind damit wieder möglich. Dennoch gilt es, mit der neuen Situation verantwortungsvoll umzugehen und Hygiene- und Infektionsschutzstandards weiterhin zu beherzigen. Nicht notwendige Handshakes oder Umarmungen sollten zum Eigen- und Fremdschutz weiterhin unterbleiben. Das sollte in Corona-Zeiten eine Selbstverständlichkeit bleiben“, so Peter Beuth.

Weitere Anpassungen:

  • Künftig ist in Hessen auch in Bahnhöfen sowie auf Flughäfen ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. „In Bussen, Bahnen, Taxen, Schiffen und Verkehrsflugzeugen des öffentlichen Personenverkehrs war die Mund-Nasen-Bedeckung auch bisher schon vorgeschrieben“, informierte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. „Da der Verkehr wieder zunimmt, ist es folgerichtig, auch die zugehörigen öffentlichen Gebäude einzubeziehen. Denn wo Menschen in Bewegung sind und es mitunter eilig haben, lässt sich der Mindestabstand nicht immer einhalten. Ein Mund-Nasen-Schutz senkt das Infektionsrisiko.“
  • Bei Gottesdiensten, Bestattungen und Trauerfeierlichkeiten muss der Veranstalter künftig die Daten der Teilnehmenden erfassen, um die Nachverfolgung von Infektionen zu ermöglichen.

Alle Regelungen gelten bis zum 16. August 2020.

10.06.2020Pressestelle: Hessische Staatskanzlei