Neuer staatlicher Leitfaden zur Ernährungstherapie

Der neue Leitfaden zur Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP) soll Orientierung geben. Denn, wir alle wissen, eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend für die Prävention des metabolischen Syndroms mit Adipositas, Typ-2-Diabetes, Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen. Darüber hinaus gehört die gesunde Kost für Betroffene zu den  Basismaßnahmen der Therapie. „Viele Diäten sind bei Diabetes mellitus schon einmal favorisiert und wieder verworfen worden. Beinahe entmutigend ist hier die Lektüre der wissenschaftlichen Literatur, da sich Forscher untereinander ständig widersprechen oder sie auch ideologisch vorbelastet sind“, kritisiert zum Beispiel der Diabetologe Professor Hellmut Mehnert aus München.

Für mehr Orientierung haben jetzt verschiedene Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) auf Grundlage evidenzbasierter Leitlinien einen Leitfaden für die praktische Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP) verfasst (Ernährungsmedizin 2019; 44: 384).

Ernährung ist häufig ein äußerst wichtiger Baustein der Therapie: Nach Studiendaten hat „die gezielte Ernährungsintervention im medizinischen Alltag bei vielen Erkrankungen eine vergleichbare Bedeutung wie die Verordnung krankheitsspezifischer Medikamente“, betont DGEM-Präsident Privatdozent Dr. Frank Jochum vom Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau in einer Mitteilung der Organisation.

Eine erfolgreiche Behandlung muss nach Ansicht der Experten auf wissenschaftlich gesicherten Ernährungsempfehlungen beruhen.

Im neuen Leitfaden wird auch die vollwertige Ernährung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) definiert. Zudem werden als Grundkostformen die mediterrane Diät oder die vegetarische Kost (ovo-lacto-vegetarisch) empfohlen.

Privatdozent Dr. Frank Jochum, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) hat von einer veganen Ernährung, insbesondere bei Heranwachsenden sowie bei Schwangeren und Stillenden, abgeraten. Notwendig sei dabei in jedem Fall eine Supplementation von Vitamin B12.

Im Leitfaden werden auch Krankheitsbilder dargestellt. So gibt es  Handlungsempfehlungen, zum Beispiel bei Nierenkrankheiten, bei Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei entzündlich-rheumatischen, orthopädischen oder bei neurologischen Diagnosen.

Der neue Leitfaden ersetzt das sogenannte Rationalisierungsschema von 2004, so die Fachgesellschaften. Beteiligt an der grundlegenden Neufassung waren die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM), in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), dem Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM), der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG), dem Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband (VDD) und dem Berufsverband Oecotrophologie (VDOE).

Text: Red. gm, Foto: 123RF