CORONA-LOCKERUNGEN:Kultusminister Lorz – Schulen kehren im neuen Schuljahr zur 5-Tage-Woche zurück

Kultusminister Lorz: „Die Ergebnisse der Konzeptgruppe zum Schuljahresbeginn sind eine wertvolle Planungsgrundlage für den Schuljahresstart.“

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Schulleiterinnen und Schulleiter aller Schulformen haben in den vergangenen Wochen gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kultusministeriums, der Staatlichen Schulämter, Vertretern des Landeselternbeirats, der Landesschülervertretung, des Hauptpersonalrats der Lehrerinnen und Lehrer und der Lehrkräfteakademie in der „Konzeptgruppe Schuljahresbeginn 2020/2021“ Leitlinien erarbeitet. Heute hat Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz die Ergebnisse der Konzeptgruppe in Wiesbaden offiziell vorgestellt und dabei erklärt:

„Jeder Tag, an dem unsere Schülerinnen und Schüler in die Schule gehen können, ist ein guter Tag. Aufgrund der positiven Rückmeldungen seit der Aufhebung des Abstandsgebots an unseren Grundschulen und weil sich das Infektionsgeschehen in Hessen nochmals deutlich verlangsamt hat, werden wir, gestützt auf medizinische Empfehlungen und die Arbeit der Konzeptgruppe, nach den Sommerferien auch in den übrigen Schulformen zu einem Präsenzunterricht an fünf Tagen in der Woche zurückkehren. Wir gehen diesen Schritt aus Überzeugung – wohlwissend, dass es ein Nullrisiko nicht geben kann und dass im Bedarfsfall lokal oder auch flächendeckend erneut Einschränkungen erforderlich werden können.“

Testmöglichkeiten für Lehrkräfte und weitere Schutzausrüstung

Die Aufhebung des Abstandsgebots im Unterricht mache es möglich, zu einem geregelten Klassen- und Kurssystem ohne Begrenzung der Gruppengröße zurückzukehren, so Lorz weiter. „Die gängigen Hygieneregeln, also insbesondere die Vermeidung körperlicher Kontakte und, wo immer möglich, die Wahrung eines angemessenen Abstands, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung außerhalb der Unterrichtsräume, die Desinfektion von Oberflächen und das regelmäßige Händewaschen, bestehen selbstverständlich fort.“ Ergänzend zu der bereits zur Verfügung gestellten Schutzausrüstung (vier Lieferungen mit insgesamt 2 Millionen Mund-Nasen-Schutzmasken, 26.000 Litern Desinfektionsmittel, 50.000 FFP2-Masken, 70.000 Schutzhandschuhen, 20.000 Vlieskitteln und 6.000 Gesichtsschutzschilden) erhalten Schulen rechtzeitig vor Schuljahresbeginn erneut eine große Lieferung. „Außerdem geben wir jeder Lehrkraft die Möglichkeit, sich bei Bedarf kostenfrei testen zu lassen.“ Wie einige andere Länder auch wolle Hessen die Wiederaufnahme des Regelbetriebs wissenschaftlich begleiten, ergänzte der Minister.

Digitale Endgeräte für Schülerinnen und Schüler im Distanzunterricht

Eine Aufhebung der Präsenzpflicht sei nur noch individuell mit ärztlichem Attest möglich. Diese Regelung gelte für Lehrkräfte, sozialpädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Schülerinnen und Schüler, bei denen die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs bestehe oder die mit Personen mit einer solchen Gefährdung in einem Hausstand lebten. „Schülerinnen und Schüler, die nicht am Unterricht in der Schule teilnehmen können, werden digital ins Klassenzimmer zugeschaltet und erhalten dazu bei Bedarf leihweise ein mobiles Endgerät.“ Darüber hinaus baue Hessen die digitale Lehr- und Lernplattform, das „Schulportal Hessen“, bis zum Beginn des neuen Schuljahrs weiter aus, so Lorz. Hiermit komme man einer zentralen Anregung der Konzeptgruppe für das digitale Lernen nach. Außerdem sei Schulen vorübergehend die Nutzung aller gegenwärtig erhältlicher Videokonferenzsysteme gestattet.

Freiwillige Ferienprogramme schon jetzt stark nachgefragt

Der Austausch mit den Praktikerinnen und Praktikern in der Konzeptgruppe habe noch einmal bestätigt, dass nichts den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler nachhaltiger beeinflusse als der persönliche Kontakt zu ihrer Lehrkraft, so der Minister. „Deshalb wollen wir die Zeit bis zum Beginn des neuen Schuljahrs nutzen, um all jene Schülerinnen und Schüler, die schon vor den Schulschließungen Nachholbedarf hatten oder währenddessen entwickelt haben, in einem unserer schulischen Ferienlernangebote fit zu machen für die nächste Jahrgangsstufe.“ Die Resonanz auf die Angebote sei schon jetzt sehr groß, so Lorz abschließend.

Interessierte Eltern bzw. Schülerinnen und Schüler, interessiertes Personal sowie interessierte Schulen können sich für die „Ferienakademie 2020“ noch bis zum 5. Juli 2020 anmelden.

Lorz: „Mit unserer schrittweisen Lockerung kehren wir immer mehr zu dem Unterricht zurück, wie wir ihn vor der Krise kannten.“

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Seit vergangener Woche gehen alle Grundschülerinnen und Grundschüler in Hessen, wenn auch noch nicht an jedem Wochentag, wieder zur Schule. Heute hat sich Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz persönlich ein Bild von der Wiederaufnahme des Schulbetriebs gemacht und sich dazu mit Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Elternvertretern der Wiesbadener Robert-Schumann-Schule über ihre Erfahrungen der vergangenen Tage und Wochen ausgetauscht. „Es tut gut, nach Monaten endlich wieder eine Schule von innen zu sehen, auch wenn der derzeitige Schulalltag noch kaum mit dem vor den Schulschließungen vergleichbar ist“, so Lorz. „Und doch ist es wichtig, Kinder in gesicherte Strukturen zurückzuführen und die Kontinuität im Lernprozess möglichst aufrechtzuerhalten. Der heutige Besuch zeigt mir, dass es unseren Schulen immer besser gelingt, den Schulalltag unter diesen besonderen Herausforderungen zu organisieren.“

Rückkehr zum Präsenzunterricht

Die zurückliegende Zeit sei vor allem für die Jüngsten und ihre Eltern herausfordernd gewesen, und die Rückkehr zum Präsenzunterricht an ein oder zwei Tagen habe nicht für alle Familien die erhoffte Entlastung gebracht, so Lorz weiter. Im Gespräch mit den Elternvertretern der Schule versicherte er deshalb, dass man es den Grundschulen ermöglichen wolle, in den letzten zwei Wochen vor den Ferien zum kompletten Präsenzunterricht zurückzukehren. „Die positiven Rückmeldungen aus unseren Schulen haben uns dazu bewogen, weitere Lockerungsschritte für junge Familien in ganz Hessen in Angriff zu nehmen. Ab dem 22. Juni – und damit noch vor den Sommerferien – können Grundschülerinnen und Grundschüler wieder an fünf Tagen in der Woche in die Schule gehen.“ Am Vormittag hatte Minister Lorz bereits alle Grundschulen in einem Schreiben über das weitere Vorgehen informiert, bevor Ministerpräsident Bouffier den Öffnungsschritt als weiteren Teil der Lockerungsstrategie der Landesregierung in einer Pressekonferenz bekanntgab.

„Wir würden diesen Schritt nicht machen, wenn wir den mittlerweile vorliegenden wissenschaftlichen Studien und der Einschätzung der Gesundheitsexperten keinen Glauben schenken würden“, ergänzte der Minister. Sie zeigten nicht nur, dass die Zahl der Neuinfektionen rapide gesunken sei und immer mehr Infizierte als geheilt gälten, sondern vor allem, dass sich Kinder deutlich seltener mit dem Virus infizierten als Erwachsene. Gleichzeitig könne es ein Nullrisiko nicht geben, machte Lorz deutlich. „Deshalb stellen wir es den Eltern in den verbleibenden zwei Wochen vor den Ferien frei, ob ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt oder von zu Hause aus lernen wird.“

„Jede Krise birgt auch eine Chance.“

Schulleiterin Katharina Hattig-Böhm zeigte sich erfreut über den weiteren Lockerungsschritt und erklärte: „Jede Krise birgt auch eine Chance. Wir haben auf der einen Seite erkannt, dass das virtuelle Lernen gerade an Grundschulen noch in den Kinderschuhen steckt. Auf der anderen Seite ist uns noch einmal eindringlich bewusstgeworden, dass der Präsenzunterricht und der persönliche Kontakt gerade in den Grundschulen im Hinblick auf Lernerfolg und die Motivation der Kinder alternativlos sind. Guter Unterricht kann nur in der Schule stattfinden! Deshalb freuen wir uns über die weitere Öffnung der Grundschulen sehr.“

Vollständigen Rückkehr in den Unterricht

Mit der vollständigen Rückkehr in den Unterricht seien in jedem Fall zahlreiche organisatorische und auch personelle Herausforderungen verbunden, ergänzte der Minister. „Die Kinder werden in ihrer Klasse den Abstand von 1,5 Metern nicht einhalten können. Deshalb ist es entscheidend, die Gruppen nicht zu durchmischen und sie möglichst dauerhaft von derselben Lehrkraft im selben Raum unterrichten zu lassen.“ Das diene dem Selbstschutz der Kinder und dem der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Schulen. „Auch wenn noch viel Arbeit vor uns liegt, tragen wir mit diesem weiteren Lockerungsschritt dazu bei, dass Eltern mit jungen Kindern Familie und Beruf wieder besser vereinbaren können“, hielt der Minister abschließend fest.

 

 

10.06.2020Pressestelle: Hessisches Kultusministerium

Projekt Nachhaltigkeit 2020: Herausragendes und wirksames Engagement – Die Preisträger Hessen

Berlin, 23. Juni 2020 – Um herausragend und wirksames Engagement für eine Nachhaltige Entwicklung zu unterstützen, verleihen die vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) in Kooperation mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) jedes Jahr die Auszeichnung „Projekt Nachhaltigkeit“. Eine Expertenjury hat jetzt entschieden, wer die diesjährigen 40 Preisträger*innen sind.

Preisträger Hessen:

Biodiversitätskriterien in den Standards und Labels der Lebensmittelbranche, Frankfurt (Hessen)

„Biodiversität in den Standards und Labels der Lebensmittelbranche“ ist eine EU-weite Initiative von Global Nature Fund, Agentur AUF!, Bodensee-Stiftung, Fundación Global Nature (Spanien), Solagro und agence good (Frankreich) und Instituto Superior Técnico (Portugal).  www.agentur-auf.de

Mit Holzveredelungsprodukten Biodiversität stärken, Ober-Ramstadt (Hessen)

Aufbau einer regionalen, nachhaltigen Lieferkette mit Leindotter-Erbsen Mischfruchtanbau mit dem Ziel Holzveredelungsprodukte auf Basis nachwachsender Rohstoff herzustellen. Der Anbau stärkt u.a. die Biodiversität, unterstützt bedrohte Insekten und senkt den Pestizideinsatz. www.daw.de

ONE TEAM- Soziale Sportprojekte für Kinder und Jugendliche weltweit, Frankfurt (Hessen)

ONE TEAM fördert nachhaltig soziale Sportprojekte weltweit als Bindeglied zwischen Organisationen im Ausland und Unternehmen, Vereinen und Ehrenamtlichen in Deutschland. www.oneteam.social

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Trotz einer Corona-bedingt verkürzten Bewerbungsphase wurden hierbei 372 Projekte eingereicht. Die Jury hat nun die besten zehn aus jeder RENN-Region ausgewählt. Die Gewinnerprojekte erhalten neben einer Förderung den Zugang zum bundesweiten RENN-Netzwerk und somit die Chance, neue Impulse zu erhalten und ihre Projekte sichtbarer zu machen.

Der Wettbewerb „Projekt Nachhaltigkeit“ fördert seit vielen Jahren Unternehmen, Initiativen und Projekte, die sich mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen befassen. Mehr als die Hälfte der Initiativen bewarb sich mit einem Fokus auf die Schwerpunktthemen „Nachhaltiger Konsum“ und „Kreative Kooperationen“. Weitere Schwerpunktthemen waren in diesem Jahr „Klimapositives Wirtschaften“ und „Nachhaltige Arbeitswelten“. Von lokalen Bürgerinitiativen über bundesweite Bildungsprojekte bis hin zu internationalen Entwicklungsprojekten – das Spektrum an Teilnehmenden zeigt, wie vielseitig die unterschiedlichen Themenbereiche im „Projekt Nachhaltigkeit“ verankert sind. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Entscheidung der Jury wider, die neben den vier RENN-Konsortialführer*innen aus namhaften Expert*innen der Nachhaltigkeitsszene besteht.

„Die Gewinnerprojekte von Projekt Nachhaltigkeit bilden seit vielen Jahren das Fundament von Engagement vor Ort für eine enkeltaugliche Zukunft. Dass dieses Engagement unter den derzeit schwierigen Bedingungen trotzdem nicht nachlässt, ist bemerkenswert und setzt ein wichtiges Zeichen für unseren gemeinsamen Weg aus der Krise. Die diesjährigen Gewinner zeichnen sich daher ganz besonders als Vorbilder und Gestalter für ein nachhaltiges Morgen aus“, erklärte Markus Lewe, Jurymitglied, Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung und Oberbürgermeister der Stadt Münster.

Trotz der vielfältigen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie haben sich, analog zu den Vorjahren, erneut herausragende Projekte quer durch alle Bundesländer und Regionen beworben. Mit 50 eingereichten Projekten ist Nordrhein-Westfalen auch in diesem Jahr wieder der Vorreiter unter den Bundesländern. Die Preisträger*innen profitieren von der Arbeit des RENN-Netzwerks, indem sie neue Kontakte knüpfen, Impulse bekommen und ihre Ideen über die zahlreichen Partnerinitiativen verbreiten. Die 40 Gewinnerprojekte werden jeweils mit 1.000 EUR bedacht, um ihre Arbeit weiter voranzutreiben.

Die Liste der Gewinner finden Sie untenstehend sowie detailliert auf der Website von Projekt Nachhaltigkeit: www.projektnachhaltigkeit.renn-netzwerk.de.

Die Preisträger*innen von Projekt Nachhaltigkeit 2020 sind:

RENN.nord
weserholz, Käpt’n Kurt e.V., Bremen
CREACTIV für Klimagerechtigkeit, Büro für Kultur- und Medienprojekte gGmbH, Hamburg
Grünes Kino, Grünes Kino, Hamburg
TUTAKA | Plattform für nachhaltiges Gastgebertum, TUTAKA GmbH, Hamburg
Plastikfreie Stadt, Plastikfreie Stadt, Mecklenburg-Vorpommern
Kita 2030 Nachhaltigkeiter-leben – Zukunft gestalten, Naturschule in natura Maika Hoffmann & Dr. Anja Kofahl PartG, Mecklenburg-Vorpommern
Lust auf Zukunft!, Netzwerk öko, fair & mehr Region Hildesheim, Niedersachsen
Nachhaltige Resonanzräume in der Lebensmittelindustrie, Leuphana Universität Lüneburg – Arbeitseinheit Berufs- und Wirtschaftspädagogik, Niedersachsen
Media4Teens – digitale Bildung mit Nachhaltigkeitsthemen, sii-kids & -talents e.V., Schleswig-Holstein
Nachhaltig erzählen, Büchereizentrale Schleswig-Holstein, Schleswig-Holstein

RENN.mitte
QLab – innovativ experimentell nachhaltig, BAUFACHFRAU Berlin e.V, Berlin
tip me – das globale Trinkgeld, tip me Global UG, Berlin
SIRPLUS rettet Lebensmittel vor der Tonne, SIRPLUS, Berlin
Stromspar-Check Aktiv, Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen (eaD) e.V., Berlin
Gemeinde N, Kommunale Ökumene Treptow Köpenick, Brandenburg
1-for-1 Project, the nu company GmbH, Sachsen
Raumpionierstation Oberlausitz, Raumpionierstation Oberlausitz, Sachsen
FutureCityProjects: Software für nachhaltige, bürgergetragene Stadtentwicklung, FutureCityProjects GbR, Sachsen
Lebensmittelretterladen Crummes Eck, Crummes Eck gUG, Sachsen-Anhalt
Erfurter Europäische Mobilitätswoche 2020, Erfurter Vereine u. Initiativen in Kooperation mit dem Umweltamt der Stadt Erfurt, Thüringen

RENN.west
Biodiversitätskriterien in den Standards und Labels der Lebensmittelbranche, LIFE Food & Biodiversity, Agentur auf! und Partner, Hessen
ONE TEAM – Soziale Sportprojekte für Kinder und Jugendliche weltweit, ONE TEAM gemeinnützige UG, Hessen
Mit Holzveredelungsprodukten Biodiversität stärken, Leindotter-Projekt, DAW SE, Hessen
Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel, Wissenschaftsladen (WILA) Bonn e.V. und Verbundpartner, Nordrhein-Westfalen
Grüner Strom Label e.V., Grüner Strom Label e.V., Nordrhein-Westfalen
Umwelt- und Ressourcenschutz im Leitungsbau: Substitution von Natursand durch die Aufbereitung von Bodenaushub zu einem qualitätsgeprüften Recyclingbaustoff, Gesellschaft zur Weiterverwendung von Mineralstoffen mbH (GWM), Nordrhein-Westfalen
Entwicklung eines Franchise Systems zur Multiplikation des Kleidersharing Models der Kleiderei, Kleiderei, Nordrhein-Westfalen
Mit Psychologie den Klimaschutz stärken – wir bringen umweltpsychologisches Wissen in die Praxis!, Wandelwerk e.V., Nordrhein-Westfalen
inSPEYERed Forum, inSPEYERed e.V., Rheinland-Pfalz
BOOKS FOR FUTURE: Die Zukunft gestalten – nachhaltig!, Stadtbibliothek Homburg, Saarland

RENN.süd
Holzbau gegen die Erderwärmung, Holzbau Bruno Kaiser GmbH, Baden-Württemberg
Kampagne „Naturnah Gärtnern – für Mensch, Tier & Klima“, Institut für Technologiefolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) – Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Baden-Württemberg
Klimapartnerschaft zwischen dem Landkreis Karlsruhe und der Stadt Brusque (Brasilien), Landkreis Karlsruhe, Baden-Württemberg
Einsatz eines FSC-zertifizierten Forstbetriebes für Bildung und Traditionserhalt der lokalen Gemeinschaft im Kongo, FSC Deutschland, Baden-Württemberg
Umweltbildung: ganz einfach interkulturell (ub:ikul), forum für internationale entwicklung + planung (finep), Baden-Württemberg
Potentialentfaltung in Schulen – ROCK YOUR LIFE! EAS!Y & SPARK, ROCK YOUR LIFE!, Bayern
Verantwortungsvoll Wirtschaften, Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH, Bayern
Lebensraum aktiv gestalten, Netzwerk UNSER LAND, Bayern
A.ckerwert – Nachhaltiges Verpachten für Mensch und Natur, Start up, Bayern
Lifeguide – nachhaltig leben in und um Augsburg, Lifeguide Region Augsburg e.V., Bayern

Projekt Nachhaltigkeit – ein Qualitätssiegel
Die Auszeichnung „Projekt Nachhaltigkeit“ ist ein etabliertes Qualitätssiegel mit bundesweiter
Bekanntheit. Sie bietet den Preisträgern viele Vorteile: Zugang zu einem attraktiven, regionalen und bundesweiten Netzwerk, verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit sowie die Chance, den öffentlichen Diskurs zu prägen und weitere Unterstützung zu gewinnen.
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Regionale Preisverleihungen und Auszeichnung der Transformationsprojekte
Die Preisverleihungen finden immer regional in den RENN Gebieten statt. Aus gegebenem Anlass können wir noch keine Auskunft über den Zeitpunkt geben. Vier Projekte (ein Projekt pro RENN), die besonders viel bewegen und einen transformativen Charakter aufweisen, werden zudem als Transformationsprojekt auf Bundesebene ausgezeichnet.

RENN – stark in der Region
Vier Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) mit insgesamt 20 Partnerorganisationen vernetzen Akteure und Initiativen für eine nachhaltige Entwicklung, laden ein zum Erfahrungsaustausch und geben Impulse für einen gesellschaftlichen Wandel. So machen die RENN das komplexe Konzept der Nachhaltigkeit über Regionen und Ländergrenzen hinweg erlebbar. „Nachhaltiger Konsum im Blick“, „Klimapositives Wirtschaften“, „Nachhaltige Arbeitswelten“ sowie „Kreative Kooperationen“ sind die Schwerpunktthemen im Jahr 2020. Die RENN sind ein Projekt des Rates für Nachhaltige Entwicklung und werden vom Bund bis 2022 gefördert.

 

Nachhaltigkeitsrat fordert Wasserstoff als zweite Säule einer erfolgreichen Energiewende

Berlin, 19. Juni 2020 – „Wasserstoff muss in Ergänzung der erneuerbaren Energien zur zentralen zweiten Säule der Energiewende werden und ist für die Erreichung der Klima- und Nachhaltigkeitsziele unumgänglich“, sagte Ratsvorsitzender Werner Schnappauf anlässlich der heutigen Veröffentlichung einer Stellungnahme des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) zur Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung. Kanzleramtschef Helge Braun hatte den Rat Anfang des Jahres um Empfehlungen zu drängenden energiewirtschaftlichen und klimapolitischen Fragen gebeten.

Der Nachhaltigkeitsrat begrüßt die Nationale Wasserstoffstrategie grundsätzlich, drängt aber darauf, dass diese schneller und ambitionierter umgesetzt werde: „Wir müssen jetzt groß denken und schnell handeln. Der Rat setzt sich entschlossen für eine grüne, global ausgerichtete Wasserstoffwirtschaft mit klar definierten Nachhaltigkeitsstandards ein. Deshalb empfiehlt der Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung, um einen zügigen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft zu schaffen, einen Wasserstoffpakt mit den vorrangig beteiligten und betroffenen Industrien in wechselseitiger Verantwortung und Verpflichtung zu schließen“, so Schnappauf. Wichtig sei, dass eine Dialogkultur gepflegt werde, in der Umwelt-, Verbraucherschutz- und Industrieverbände sowie Verbände der Entwicklungszusammenarbeit eng einbezogen würden. Nach Beratung im Wasserstoffrat solle dann zwischen Politik und beteiligter Industrie kooperativ, abgestimmt und verlässlich ein gemeinsamer Fahrplan vereinbart werden.

Wasserstoff bietet ein großes Dekarbonisierungspotenzial für die Industrie, den Schwerlast- und den Flugverkehr. Auch in der Energiewirtschaft ist Wasserstoff unter Nutzung vorhandener und dem Ausbau neuer Infrastrukturen zwingend notwendig. In den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten müssen erneuerbare Energien in noch nie dagewesenem Maße ausgebaut werden. Denn nur mit Hilfe der erneuerbaren Energien kann eine grüne Wasserstoffwirtschaft aufgebaut werden. Außerdem wird Energie aus erneuerbaren Quellen mit Wasserstoff endlich speicherfähig“, erklärte Gunda Röstel, Ratsmitglied und Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden GmbH.

Der Rat gibt in seiner Stellungnahme dabei acht wesentliche Empfehlungen an die Bundesregierung:

1. Übergangszeiten inhaltlich definieren und „Lock-in“-Effekte vermeiden
2. Den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen
3. Grünen Wasserstoff mittel- bis langfristig marktfähig machen
4. Chancen von Wasserstoff effizient nutzen, industriellen Hochlauf zügig sichern
5. Forschung und Entwicklung von Wasserstofftechnologien fördern
6. Nachhaltigkeitsstandards für die Markteinführung von Wasserstoff zeitnah definieren
7. Investitionsfördernde Maßnahmen umfänglich und zügig umsetzen
8. Strategische Partnerschaften in Europa und international aufbauen und stärken

Der Veröffentlichung waren intensive Diskussionen im Rat vorangegangen, die mit Blick auf Entwicklungen zum Thema Wasserstoff fortgeführt und von weiteren Aktivitäten des Rates begleitet werden sollen. Erst kürzlich waren zudem mehrere Mitglieder des Nachhaltigkeitsrats in den neu begründeten Wasserstoffrat der Bundesregierung berufen worden. Dies zeige die Verbindung beider Themen und betone, wie wichtig eine grüne Wasserstoffwirtschaft für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele ist. Die gesamte Stellungnahme finden Sie hier.

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Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie: Nachhaltigkeitsrat legt erste Empfehlungen zur Weiterentwicklung 2020 vor

Berlin, 20. Mai 2020 – Unter dem Titel „Jahrzehnt der Nachhaltigkeit ambitioniert eröffnen!“ liefert der Rat für Nachhaltige Entwicklung erste Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2020. Diese berücksichtigen bereits „Corona-bedingte Änderungen der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ausgangsbedingungen“, heißt es in der heute erschienenen Stellungnahme

„Auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene muss umgehend schneller und entschlossener gehandelt werden, um das von den Vereinten Nationen ausgerufene ‚Jahrzehnt des Handelns‘ [Anm.: Decade of Action] auch zu einem solchen zu machen. Dafür muss Nachhaltigkeit zum Kern des Regierungshandelns werden, und es braucht Beiträge von allen gesellschaftlichen Akteuren. Die Corona-Pandemie hat uns unsere Schwächen und Stärken vor Augen geführt und es gilt: Nur nachhaltige Maßnahmen, mit denen wir auch unsere globale Verantwortung wahrnehmen, werden uns auf einem guten Weg aus der Krise führen“, so Prof. Dr. Imme Scholz, stellvertretende Ratsvorsitzende und stellvertretende Direktorin am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE).

Die umfangreichen Empfehlungen an die Bundesregierung untergliedern sich in drei wesentliche Teile:

1. Entschlossenes politisches Handeln für eine wirksame Nachhaltigkeitsstrategie
2. Mehr gesellschaftliche Akteure für ein Nachhaltigkeitsengagement gewinnen
3. EU-Ratspräsidentschaft nutzen und globale Verantwortung übernehmen

Erst am Montag hat der Nachhaltigkeitsrat das Papier Raus aus der Krise im Zeichen der Nachhaltigkeit“ veröffentlicht, in dem er acht konkrete Schritte für einen Weg aus der Corona-Krise aufzeigt. Im Herbst will der Rat dann detailliertere Empfehlungen für eine konsequente Weichenstellung für nachhaltige Entwicklung und den Wiederaufbau vorlegen.

„Die einfachste Gesund-Küche aller Zeiten“ – schnell und lecker kochen mit Anne Iburg

Arbeit, Kinder, Haushalt – nicht jede und jeder hat da noch Zeit für gemütliche Einkäufe auf dem Wochenmarkt. Manchmal muss es eben schnell gehen. Ökotrophologin Anne Iburg zeigt in ihrem neuen TRIAS Ratgeber „Die einfachste Gesund-Küche aller Zeiten“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2020), dass man auch schnell und ohne viel Aufwand lecker kochen kann.

Anne Iburg zeigt, welche Lebensmittel die Basis für eine gesunde Küche sind. Dabei ist ihr wichtig: Sie sollen überall zu kaufen und gut aufzubewahren sein – in Dosen, getrocknet oder tiefgefroren. Dazu gehören gesunde Fette wie beispielsweise aus Nüssen und Ballaststoffe. Letztere sind vor allem in Vollkorngetreide zu finden. „Vollkorn hat einen hohen Anteil an Mineralstoffen, B-Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen. Die Ballaststoffe, auch Pflanzenfasern genannt, werden von Menschen nicht oder nur teilweise verdaut. Sie regen somit die Darmtätigkeit an und fördern dadurch die Verdauung. Beschwerden wie Verstopfung, Hämorrhoiden und Divertikulose kann so vorgebeugt werden“, fasst Anne Iburg zusammen. Jedes Rezept besteht aus drei bis sechs Zutaten und ist in wenigen Minuten fertig. Alle 50 Rezepte sind einfach und zeigen die Zubereitungsschritte übersichtlich auf einen Blick. So wird es leicht, den Körper mit allen wichtigen Vitalstoffen zu versorgen und Erkrankungen ganz nebenbei vorzubeugen.

Die Autorin:

Anne Iburg kocht schon seit ihrer Kindheit leidenschaftlich gerne. Mit der Ausbildung zur Diätassistentin und einem anschließenden Studium der Ökotrophologie machte sie das Thema Ernährung auch zu ihrem Beruf. Als Ökotrophologin liegt ihr Augenmerk dabei insbesondere auf den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft. Anne Iburg lebt und arbeitet als Food-Journalistin und Ernährungsberaterin in Kaiserslautern.

Copyright an: ©Anne Iburg, TRIAS Verlag.

Neuer staatlicher Leitfaden zur Ernährungstherapie

Der neue Leitfaden zur Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP) soll Orientierung geben. Denn, wir alle wissen, eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend für die Prävention des metabolischen Syndroms mit Adipositas, Typ-2-Diabetes, Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen. Darüber hinaus gehört die gesunde Kost für Betroffene zu den  Basismaßnahmen der Therapie. „Viele Diäten sind bei Diabetes mellitus schon einmal favorisiert und wieder verworfen worden. Beinahe entmutigend ist hier die Lektüre der wissenschaftlichen Literatur, da sich Forscher untereinander ständig widersprechen oder sie auch ideologisch vorbelastet sind“, kritisiert zum Beispiel der Diabetologe Professor Hellmut Mehnert aus München.

Für mehr Orientierung haben jetzt verschiedene Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) auf Grundlage evidenzbasierter Leitlinien einen Leitfaden für die praktische Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP) verfasst (Ernährungsmedizin 2019; 44: 384).

Ernährung ist häufig ein äußerst wichtiger Baustein der Therapie: Nach Studiendaten hat „die gezielte Ernährungsintervention im medizinischen Alltag bei vielen Erkrankungen eine vergleichbare Bedeutung wie die Verordnung krankheitsspezifischer Medikamente“, betont DGEM-Präsident Privatdozent Dr. Frank Jochum vom Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau in einer Mitteilung der Organisation.

Eine erfolgreiche Behandlung muss nach Ansicht der Experten auf wissenschaftlich gesicherten Ernährungsempfehlungen beruhen.

Im neuen Leitfaden wird auch die vollwertige Ernährung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) definiert. Zudem werden als Grundkostformen die mediterrane Diät oder die vegetarische Kost (ovo-lacto-vegetarisch) empfohlen.

Privatdozent Dr. Frank Jochum, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) hat von einer veganen Ernährung, insbesondere bei Heranwachsenden sowie bei Schwangeren und Stillenden, abgeraten. Notwendig sei dabei in jedem Fall eine Supplementation von Vitamin B12.

Im Leitfaden werden auch Krankheitsbilder dargestellt. So gibt es  Handlungsempfehlungen, zum Beispiel bei Nierenkrankheiten, bei Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei entzündlich-rheumatischen, orthopädischen oder bei neurologischen Diagnosen.

Der neue Leitfaden ersetzt das sogenannte Rationalisierungsschema von 2004, so die Fachgesellschaften. Beteiligt an der grundlegenden Neufassung waren die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM), in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), dem Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM), der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG), dem Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband (VDD) und dem Berufsverband Oecotrophologie (VDOE).

Text: Red. gm, Foto: 123RF

Älter werden wir später! Aylin Urbersbach-Jeder will möglichst lange jung sein. Warum?

Aylin Urbersbach

Mein Anti-Aging-Programm für ein gesundes, glückliches Leben

Jeder will möglichst lange jung sein. Warum?

Darum geht es gar nicht! Wir wollen lebenslang attraktiv sein. Jung auszusehen oder jünger zu wirken führt nicht automatisch zu mehr Attraktivität. Die Definition von „jung“ impliziert Frische, Vitalität und Gesundheit. Wie wir alle wissen, stimmen diese Aspekte nicht unbedingt mit den realen Lebensjahren überein. Fassaden bröckeln. Das Fundament ist ausschlaggebend – ob es lange stabil und schön bleibt. Das ist mir sehr wichtig. Mir geht es darum, die Stufe auf der Evolutionsleiter höher zu steigen und nicht nur älter zu werden, sondern frisch und dynamisch älter zu werden.

Zweifellos ermöglicht heute die Medizin in den westlichen Industrienationen ein höheres Lebensalter aufgrund medizinischer Fortschritte und eines hohen Lebensstandards. Aber wir selbst sind maßgeblich verantwortlich für die Qualität unserer Lebensjahre. Es gibt keine Pille, die dafür sorgt, dass wir fit und gesund bleiben, Jede einzelne Gemüseportion, jedes Obststück, jede Bewegung und jede Ressource, der wir uns bedienen, trägt dazu bei, unseren Körper und unseren Geist fit zu halten. Wer körperlich gesund, mental fit und psychisch gelassen ist, strahlt auch im höherem Alter Schönheit und Attraktivität aus. Und die ist meines Erachtens jeder Schönheit eines unterernährten und gestressten 20-jährigen Modells überlegen :-).

Welche Rolle spielt die Schönheit beim Älterwerden?

Natürlich sind ein hübsches Gesicht und ein durchtrainierter Körper sehr ansehnlich. Schönheit ist aber mehr. Schönheit ist das Produkt aus körperlicher Gesundheit, mentaler Gelassenheit und glücklicher Gegenwärtigkeit. Bestimmt haben Sie schon mal eine Person wahrgenommen, der aus einer Menschenmenge herausstrahlt. Und Sie denken „Wow, was ein schöner Mensch?!“ Bei näherer Betrachtung sehen Sie vielleicht Falten im Gesicht, vielleicht sind die Haare schon etwas lichter, vielleicht zeigt sich das eine oder andere Fettpolster und doch bleiben Sie dabei, dass dieser Mensch schön ist und eine charismatische Schönheit ausstrahlt. Entweder hat dieser Mensch mein Buch gelesen ;-) oder mindestens intuitiv praktiziert, was ich darin empfehle.

Ist es in Ordnung, sein Aussehen zu optimieren?

Wir leben in einem goldenen Zeitalter, in dem uns viele Möglichkeiten zur Verfügung stehen, unser Leben zu optimieren. Ich bin kein Freund davon, streng und dogmatisch von konservativen oder operativen Behandlungen abzuraten. Wer sein Aussehen mittels Schönheitschirurgie optimieren möchte, sollte aber unbedingt auf höchste Qualitätsstandards setzen. Eine krankheitsbedingte Operation ist oft nicht zu vermeiden, eine ästhetisch begründete OP aber schon. Daher sollte sie nur unter besten Bedingungen erfolgen. Und, was noch viel wichtiger ist: Eine Schönheits-OP soll nicht dazu dienen, psychische Konflikte zu überdecken.

Ich erinnere mich an Patientin Ende Dreißig. „Ich habe schon alles machen lassen. Sehen Sie noch etwas, was ich noch optimieren könnte?“, fragte sie mich verzweifelt. Tatsächlich hatte sie bereits Botox- und Filler-Behandlungen, Mesotherapie, Brustaufbau, Fettabsaugung und Beinmodellierung machen lassen. Nach näherer Befragung stellte sich heraus, dass ihr Lebensgefährte vier Jahre jünger war und sie sich „nicht genug“ für ihn fühlte. Ich lehnte die Behandlung ab und habe die Patientin danach leider nicht wiedergesehen. Diese Patientin verdeutlicht, dass Schönheitsoperationen nicht dazu dienen dürfen, psychische Konflikte zu behandeln. Und auch kein Vorzeigebeispiel für wirkliche Schönheit sind. Die Patientin war fachlich perfekt behandelt, hatte aber keine Ausstrahlung.

Wie werden wir wirklich im Alter zufrieden?

Entscheidend ist die innere Einstellung. Ob wir uns grundsätzlich annehmen und mit uns selbst einverstanden sind. Wenn ja, sind wir zufrieden. Es geht nicht darum, höher, schneller und besser zu werden, sondern anzukommen im Hier und Jetzt und die ‚Lebens-Diamanten‘ zu nutzen, die man bereits bei sich trägt. Diamanten wie Erfahrungen, Lebensweisheit oder Humor, mit denen man Hürden und Krisen meistern und gestärkt sagen kann „Hier bin ich!“

Gibt es eine Methode, um Alterskrisen gut zu begegnen?

Es mag sich zwar einfach anhören, dennoch möchte ich Sie einladen, es auszuprobieren: mit heiterer Gelassenheit! Um Gelassenheit zu erreichen, ist Akzeptanz ist das Schlüsselwort. Oft stressen wir uns durch Dinge, die wir nicht ändern können. Wie schon der römische Kaiser und Philosoph Marc Aurel wusste: „„Es ist dumm, sich über die Welt zu ärgern. Es kümmert sie nicht.“

Wir können unsere Lebensuhr nicht anhalten und haben auf viele Ereignisse keinen Einfluss. Aber auf unsere Wahrnehmung! Sie entscheidet, wie wir Lebensereignisse emotional bewerten. Ob wir gestresst reagieren oder gelassen. Ob wir das Lebens als Kampf oder als Herausforderungen begreifen. Ob wir lieber stehen bleiben oder Lust haben, uns weiterzuentwickeln. Lebenslang im Lernmodus zu bleiben, versetzt uns in einen höheren Zustand. Negative Gedanken und Gefühle sind hingegen rückwärtsgerichtet. Jeder kann aktiv entscheiden, ob er gehetzt, unzufrieden und unglücklich oder neugierig, offen und gelassen bleiben.

Gibt es neuen Erkenntnisse rund um die Gesundheit im Alter?

Zwei Dinge faszinieren mich besonders. Als bahnbrechend empfinde ich die Forschungen über die Telomere. Telomere sind Schutzklappen auf den Chromosomen. Gut gepflegt, halten sie uns länger gesund und jung und behüten uns vor Krankheiten. Die Forschung konnte beweisen, dass die Länge der Telomere unser biologisches Alter bestimmt. Ich glaube, dass hierzu in Zukunft noch eine ganze Menge neuer Erkenntnisse kommen wird, die unserem Wohlbefinden dienen werden.

Zum anderen bin ich fasziniert davon, wie Jahrhunderte altes Wissen in Bezug auf Ernährung, auf die Früchte der Natur – und damit meine ich Gemüse, Obst, Kräuter, Pflanzen – durch die Fortschritte der Medizin keinesfalls in den Hintergrund getreten sind. Im Gegenteil: je mehr wir sie verstehen, desto mehr erkennen wir ihren Wert. Es kann so einfach sein, gesund und schön älter zu werden. Ein einfaches Beispiel dafür ist das Lebenselixier Wasser. Viele trinken zu wenig und behandeln dann ihre trockene fahle Haut mit teuren feuchtigkeitshaltigen Cremes und laufen aufgrund unzureichender Flüssigkeitszufuhr sogar Gefahr, an einer Niereninsuffizienz zu erkranken. Natürlich ist Wassertrinken kein Allheilmittel. Aber es gehört zur Basis unserer Gesundheit!

Genauso verhält es sich mit der Ernährung. Wir müssen nicht auf Berge klettern, um gutes Gemüse, Obst oder Kräuter zu pflücken. Sie sind auch nicht unerschwinglich teuer. Dennoch erlebe ich häufig, dass lieber Nahrungsergänzungsmittel „eingeworfen“ werden, statt sich gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Das aber macht einen großen Unterschied. Bestimmte pflanzliche Lebensmittel enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die einerseits sehr gesund, andererseits aber auch giftig sind. Für Pflanzen haben sie eine höchst wichtige Funktion: Sie schützen sie vor Angriffen von allen Seiten, zum Beispiel vor Schädlingen, UV-Strahlung, Bakterien, Pilzen oder Parasiten, die die Pflanzen befallen würden, wenn sie sich nicht dagegen wehren könnten. Um genau dies zu schaffen, verfügen die Pflanzen über Sirtuine in großen Mengen. Wenn Pflanzen gestresst sind, produzieren sie mehr davon. Diese Enzyme wirken der Zellalterung entgegen und kurbeln die Verbrennung an. Die Erkenntnisse über diese sekundären Pflanzenstoffe sind vergleichsweise neu; ihre Erforschung ist noch nicht vollständig abgeschlossen

Neu ist aber auch, dass heute eine Generation in die „besten Jahre“ kommt, die noch lange lebenslustig bleibt. Die auch in der zweiten Lebenshälfte viel vorhat. Nicht mehr der Schrecken des Alters, sondern die neuen Chancen stehen im Mittelpunkt. Nie konnten die Menschen so viel angenehme Lebensjahre verbringen, die sie jenseits der Rushhour des Lebens selbstbestimmt, frei und mit Elan genießen dürfen. 20 Jahre „geschenkt“ – das ist neu und war noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar. Die Existenzgrundlagen sind gesichert und reichlich Lebenserfahrung gespeichert. Träume von Familie, Beruf und finanzieller Sicherheit sind erfüllt – und jetzt bleibt immer noch Zeit zum Leben.

Gibt es ein besonderes Schönheitsrezept für uns alle?

Ja, habe ich! Seien Sie gut zu sich! Pflegen Sie sich, Ihren Körper und Ihren Geist. Beide sind ein ganz besonderes Geschenk. Wir können unglaublich viel ertragen und aushalten. Aber wenn wir nicht erkennen, dass unserer Körper und Geist nicht selbstverständlich sind und dass wir lebenslang liebevolle Pflege brauchen, werden wir auf Dauer krank … mit allen Konsequenzen.

Deswegen mein Appell: Pflegen Sie Ihren Körper mit ausreichend viel Wasser, abwechslungsreich mit natürlichen Lebensmitteln, deren Inhaltsliste so kurz wie möglich ist, mit Bewegung und Sport. Pflegen Sie Ihren Geist. Lassen Sie sich nicht mitreißen von der Hektik unseres Zeitgeistes, sondern bleiben einfach mal stehen und genießen, was Sie alles geschafft haben, atmen durch und nehmen sich wahr. Last, but not least: seien Sie dankbar. Und dann schauen Sie mal in den Spiegel und sehen, welche Schönheit Sie da anstrahlt.

Wie steht es mit Ihnen? Was ist Ihnen wichtig

Zwei Dinge sind mir sehr wichtig. Zum einen bin auch ich kein Held und schaffe auch nicht immer zu beherzigen, was ich denke, ausspreche und empfehle. Ich möchte unbedingt so gut, intensiv und vor allem so lange wie möglich weiterleben. Und noch wichtiger ist mir, dass ich all mein Wissen und meine Erkenntnisse meinen Töchtern weitergeben kann, damit auch sie ein glückliches und schönes Leben führen dürfen.

Aylin Urmersbach, Jahrgang 1971, ist Fachärztin für Allgemein-medizin und Chirurgie mit den Zusatzqualifikationen Ernährungs-medizin, Sportmedizin, Chiro-therapie und Notfallmedizin. Sie betreibt seit 2016 das Institut für Ästhetik und Life Coaching in Wesseling bei Köln. Zusätzlich arbeitet sie beim WDR als Expertin und Moderatorin für die TV-Sendung Servicezeit Gesundheit und tritt regelmäßig als Gast bei Doc Esser auf. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Wesseling.

Titelbild: © privat

Corona-Kabinett der Hessischen Landesregierung: Anpassungen zur Bekämpfung des Corona-Virus verabschiedet

10.06.2020 Pressestelle: Hessische Staatskanzlei

Ministerpräsident Volker Bouffier: „Erfahrungen zeigen uns, dass wir mit unserer schrittweisen Vorgehensweise richtig liegen“Alle Regelungen gelten bis zum 16. August 2020.

 

Von links nach rechts: Kultusminister Alexander Lorz, Präsident des Hessischen Städtetags, Christian Geselle, Sozialminister Kai Klose, Ministerpräsident Volker Bouffier, Dr. Thomas Stöhr, Präsident des Hessischen Landkreistages und Bernd Woide, der Präsident des Hessischen Städte- und Gemeindebundes
© Staatskanzlei

Das Corona-Kabinett der Hessischen Landesregierung hat weitere Anpassungen der Verordnungen zur Bekämpfung des Corona-Virus verabschiedet. Diese betreffen insbesondere die Kontaktbeschränkungen sowie den Bereich der Kitas und Schulen, der Schwimmbäder und des Sportbetriebs.

„Wir haben das Virus-Geschehen in den vergangenen Wochen aufmerksam beobachtet. Die Erfahrungen zeigen uns, dass wir mit unserer schrittweisen Vorgehensweise richtigliegen und nun in einigen Bereichen weitere Anpassungen vornehmen können. Deshalb haben wir zum Beispiel beschlossen, die Kontaktbeschränkungen zu lockern und ein Treffen von maximal zehn Personen im öffentlichen Raum zu ermöglichen. Trotzdem muss uns nach wie vor bewusst sein: Das Virus ist noch da. Wir werden weiterhin nach dem Motto ‚Hessen bleibt besonnen‘ vorgehen und beobachten, welche Beschränkungen aufrechterhalten werden müssen und wo wir einen Schritt in Richtung Normalbetrieb gehen können“, sagte der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier.

Ab dem 11. Juni 2020 gilt folgende neue Regel zu den Kontaktbeschränkungen:

  • Es dürfen sich Gruppen von maximal 10 Personen im öffentlichen Raum treffen – unerheblich, aus wie vielen verschiedenen Hausständen sie stammen, oder wie bisher die Angehörigen zweier Hausstände.
  • Bei privaten Zusammenkünften unterhalb der Veranstaltungsschwelle entfällt die bisherige Begrenzung auf einen engen privaten Kreis. Die Bürgerinnen und Bürger bleiben gleichwohl aufgerufen, auch im häuslichen Bereich eigenverantwortlich auf eine Begrenzung ihrer persönlichen Kontakte zu achten.
  • In Geschäften, Gottesdiensten, Kultureinrichtungen, Veranstaltungsräumen, Gaststätten muss sichergestellt werden, dass der gebotene Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

„Die allgemeine Corona-Infektionslage, neue medizinische Erkenntnisse und positive Rückmeldungen aus den Schulen haben uns dazu bewogen, weitere Lockerungsschritte für junge Familien in ganz Hessen in Angriff zu nehmen“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz. „Ab dem 22. Juni – und damit noch vor den Sommerferien – können Grundschülerinnen und Grundschüler wieder an fünf Tagen in der Woche in die Schule gehen.“ Die zurückliegende Zeit sei vor allem für die Jüngsten und ihre Eltern herausfordernd gewesen, und die Rückkehr zum Präsenzunterricht an ein oder zwei Tagen habe nicht für alle Familien die erhoffte Entlastung gebracht, so Lorz.

„Wir haben uns daher entschieden, noch vor den Sommerferien einen zweiwöchigen Probelauf mit Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler zumindest an den Grundschulen zu starten. Wir würden diesen Schritt nicht machen, wenn wir den mittlerweile vorliegenden wissenschaftlichen Studien und der Einschätzung der Gesundheitsexperten keinen Glauben schenken würden“, ergänzte der Minister. Sie zeigten nicht nur, dass die Zahl der Neuinfektionen rapide gesunken sei und immer mehr Infizierte als geheilt gelten, sondern vor allem, dass sich Kinder deutlich seltener mit dem Virus infizierten als Erwachsene. Auf der anderen Seite könne es ein Nullrisiko nicht geben, machte Lorz deutlich. „Deshalb stellen wir es den Eltern in den verbleibenden zwei Wochen vor den Ferien frei, ob ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt oder von zu Hause aus weiter lernen wird. Ziel ist es, nach den Sommerferien ab dem 17. August wieder den Normalbetrieb in den Schulen aufzunehmen, sofern das Pandemiegeschehen es zulässt.“

Mit der vollständigen Rückkehr in den Unterricht seien in jedem Fall zahlreiche organisatorische und auch personelle Herausforderungen verbunden, weshalb man heute alle Grundschulen in einem Schreiben über das weitere Vorgehen informiert habe. „Die Kinder werden in ihrer Klasse den Abstand von 1,5 Metern nicht einhalten können. Deshalb ist es entscheidend, die Gruppen nicht zu durchmischen und sie möglichst dauerhaft von derselben Lehrkraft im selben Raum unterrichten zu lassen.“ Das diene dem Selbstschutz der Kinder und dem der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Schulen. „Auch wenn noch viel Arbeit vor uns liegt, tragen wir mit diesem weiteren Lockerungsschritt dazu bei, dem Recht auf Bildung und Chancengerechtigkeit wieder Geltung zu verschaffen. Und Eltern mit jungen Kindern können Familie und Beruf wieder besser vereinbaren“, hielt der Minister abschließend fest.

Folgende neue Regelungen gelten ab dem 22. Juni 2020 für die hessischen Schulen:

  • Für alle Jahrgänge der Grundschule und der Grundstufen der Förderschule wird der tägliche Präsenzunterricht wiederaufgenommen. Der Unterrichtsvormittag deckt mindestens vier Zeitstunden für die Klassen 1 und 2 sowie fünf Zeitstunden für die Klassen 3 und 4 ab.
  • Jede Klasse nutzt mit demselben Lehrpersonal einen fest zugewiesenen Raum und bildet eine konstante Lerngruppe. So wird es möglich, das Abstandsgebot aufzuheben. Gleichwohl gelten auch innerhalb dieser Gruppen weiterhin die erforderlichen Hygienevorgaben.
  • Die Schulbesuchspflicht wird bis zu den Sommerferien ausgesetzt. Das bedeutet, dass Eltern selbst entscheiden können, ob ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt oder ob es weiterhin zu Hause lernen soll. Die unterrichtsersetzende Lernsituation („Home-Schooling“) wird auch für Schülerinnen und Schüler, die aufgrund einer Vorerkrankung nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, fortgeführt, sowie für Kinder oder Klassen, für die aufgrund einer Infektion Quarantäne angeordnet wird.
  • Mit der Rückkehr zur Fünf-Tage-Woche an den Grundschulen entfällt für die Jahrgänge 1 bis 4 die Notfallbetreuung in den Schulen. Für die Jahrgangsstufen 5 und 6 wird die Notfallbetreuung bis zu den Sommerferien (also bis 3. Juli) fortgeführt.

Lehrerinnen und Lehrer, die 60 Jahre und älter sind, sind künftig nicht mehr automatisch von der Präsenzpflicht freigestellt, sondern brauchen dafür ein arbeitsmedizinisches Attest.

Gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden hat die Hessische Landesregierung außerdem beschlossen, ab dem 6. Juli den Regelbetrieb in Kindertageseinrichtungen wiederaufzunehmen. „Die niedrigen Infektionszahlen ermöglichen es nun, das Recht von Kindern auf Bildung und Teilhabe in den Vordergrund zu stellen. Kinder und Eltern waren durch das Coronavirus und die dadurch notwendigen Einschränkungen in den zurückliegenden Wochen besonders gefordert, viele sind an ihre Belastungsgrenzen gekommen. Allen Familien danken wir, dass sie diese schwierige Zeit so gut bewältigt und dazu beigetragen haben, die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu bekämpfen“, so Sozialminister Kai Klose. „Es freut mich, dass wir wie bei der Wiederaufnahme des sogenannten eingeschränkten Regelbetriebs auch diesen Schritt Hand in Hand mit den Kommunen gehen, in deren Verantwortung die Kinderbetreuungseinrichtungen liegen, denn das Land betreibt keine Kitas. Dieser Schritt ist für die frühkindliche Bildung, die Chancengerechtigkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig.“ Die flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten, die das Land bereits eingeräumt habe, führten dazu, dass Kitas schon derzeit viele Kinder zusätzlich aufnehmen konnten. Freie Plätze konnten im Einvernehmen zwischen Kita-Träger und Jugendamt vergeben werden. Mit dem 6. Juli falle nun das Betretungsverbot und damit für die Kitas auch die Notbetreuungsliste weg. Bis dahin bestehe ausreichend Zeit für die Träger, den Regelbetrieb in ihren Kitas vorzubereiten.

Seit dem 16. März bestand in Hessen ein grundsätzliches Betretungsverbot für Kindertageseinrichtungen. Ausnahmen bestanden für Angehörige bestimmter Funktionsberufe, aber auch berufstätige Alleinerziehende sowie aus Gründen des Kindeswohls. Es wurden familiäre Betreuungsgemeinschaften zugelassen und seit dem 25. Mai die Betreuung in der Kindertagespflege wieder umfänglich ermöglicht. Seit dem 2. Juni besteht in den Kindertageseinrichtungen der „eingeschränkte Regelbetrieb“.

„Ab dem 6. Juli stehen die Kitas grundsätzlich wieder allen Kindern offen, soweit genug Personal verfügbar ist und es das lokale Infektionsgeschehen zulässt. Wir begrüßen, dass die zunehmend strittigen Regelungen zu Notbetreuung und Betretungsverbot in wenigen Wochen auslaufen. Das ist der richtige Weg,“ sagte Dr. Thomas Stöhr, der Präsident des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. „Die Städte im Hessischen Städtetag bewerten die ab 6. Juli 2020 angedachte Außerkraftsetzung der Corona-Beschränkungen in Tageseinrichtungen für Kinder positiv. Diese entspricht ebenso der Zielrichtung der Jugenddezernate des Hessischen Städtetages wie die zuvor ergangene Verordnung. Wir konnten aufgrund der bisherigen Regelungen vor Ort schrittweise schon in den Regelbetrieb übergehen“, so Präsident Christian Geselle, Oberbürgermeister von Kassel. „Während der Ferien werden viele Gebietskörperschaften Ferienbetreuungen und Ferienspiele anbieten. Spätestens zum Start des Kindergartenjahres sind wir dann – lässt dies die medizinische und virologische Lage zu – perspektivisch wieder im Normalbetrieb, auf den sich Kinder, Tageseinrichtungen sowie Eltern freuen.“

Auch der Präsident des Hessischen Landkreistages, Landrat Bernd Woide (Landkreis Fulda), steht hinter den neuen Regelungen: „Wir begrüßen, dass das aktuell niedrige Infektionsgeschehen in Hessen es zulässt, nun einen weiteren großen Schritt in Richtung Regelbetrieb bei der Kinderbetreuung zu gehen. Damit geben wir Eltern und Kindern für die kommenden Wochen eine gute Perspektive. Wichtig ist aber auch, dass wir weiterhin mit geeigneten Hygienemaßnahmen den Gesundheitsschutz in den Betreuungseinrichtungen großschreiben.“

In den hessischen Kitas gelten ab dem 6. Juli folgende Regelungen:

  • Eltern können ihre Kinder wieder im gewohnten Umfang betreuen lassen. Die zuständigen Kommunen und Träger müssen gemeinsam sicherstellen, dass dieser Betreuungsanspruch erfüllt wird. Um pandemiebedingte Engpässe beim Betreuungspersonal abzufedern, kann der geltende Fachkraftschlüssel nach Beratung durch die Jugendämter vorübergehend gelockert werden.
  • Für Kinder mit Krankheitssymptomen und Kinder, die Kontakt mit infizierten Personen hatten, besteht weiterhin ein Betretungsverbot.
  • Es gelten weiterhin die erforderlichen Hygienevorgaben.

Für die hessischen Schwimmbäder wurden folgende Lockerungen beschlossen:

  • Ab Montag, dem 15. Juni 2020, können Schwimmbäder, Badeanstalten an Gewässern und ähnliche Einrichtungen in Hessen unter Beachtung der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln wieder für den Publikumsverkehr öffnen. Sie dürfen nur betrieben werden, wenn sie ein anlagenbezogenes Infektionsschutz- und Zugangskonzept vorlegen.
  • Der Besuch muss grundsätzlich und unter Einhaltung der 1,5 Meter-Abstandsregelung möglich sein. Es gilt eine Fünf-Quadratmeter-Regelung: Grundsätzlich darf sich im Schwimmbecken wie auch außerhalb des Beckens, etwa auf der Liegewiese, nur eine Person pro 5 qm aufhalten. In Schwimmbädern, die beispielsweise über eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern verfügen, darf maximal 200 Gästen Einlass gewährt werden.
  • Der Zutritt zur Badeanstalt soll unter Vermeidung von Warteschlangen ermöglicht werden. Einzelumkleiden, Wechselspinde und Schließfächer sowie sanitäre Anlagen dürfen unter Beachtung der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts genutzt werden, für Sammelumkleiden gilt zudem eine Begrenzung der Personenzahl (höchstens eine Person pro 5 qm).
  • Auch Saunen und Saunabereiche dürfen ab Montag, den 15. Juni 2020, wieder geöffnet werden. Für diese Bereiche muss ebenso ein anlagenbezogenes Hygienekonzept eingehalten werden. Die Fünf-Quadratmeter-Regelung sowie die weiteren Bestimmungen orientieren sich an den Schwimmbad-Vorgaben.

„Aufgrund des niedrigen Infektionsgeschehens können unsere Frei- und Hallenbäder ab der kommenden Woche unter Beachtung der Fünf-Quadratmeter-Regelung wieder für alle Bürgerinnen und Bürger öffnen. Viele Frei- und Hallenbäder in Hessen sind seit Wochen im Standby-Modus und haben bereits individuelle Hygiene- und Abstandskonzepte erarbeitet, so dass die Öffnung ohne Vorlaufzeit möglich sein wird. Allen Besucherinnen und Besuchern wünschen wir viel Freude, auch wenn der Besuch unserer Badeanstalten in diesem Sommer nicht das unbeschwerte Vergnügen sein wird, wie wir es kennen“, so Innen- und Sportminister Peter Beuth.

Für den Wettkampf- und Trainingsbetrieb im Sport gilt Folgendes:

  • Ab dem 11. Juni werden auch die für den Sport geltenden Regelungen an die allgemeinen Kontaktbeschränkungen des Landes Hessen angeglichen. Demnach darf Kontaktsport unter Beachtung der Hygieneregeln mit bis zu zehn Personen durchgeführt werden.
  • Auch das bestehende Verbot des Wettkampfbetriebes im Amateurbereich wird für viele Sportarten aufgehoben. Die den Sportarten zugehörigen Sportfachverbände entscheiden dabei in eigener Zuständigkeit über die Wiederaufnahme des Wettkampfsports, sofern dieser unter Wahrung der Kontaktbeschränkungen möglich ist.
  • Somit kann Training und Wettbewerb unter Einhaltung von Hygieneregeln in Sportarten mit eingeschränkter Teilnehmerzahl beispielsweise im Tennis, Basketball, Tischtennis, Reiten und vielen weiteren Sportarten wiederaufgenommen werden.
  • Auch die Umkleidekabinen und Duschen sowie Saunen dürfen wieder genutzt werden. Dafür gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei den Schwimmbädern (Fünf-Quadratmeter-Regelung).

„Das ist ein großer Schritt für den Neubeginn des Sports in Hessen. Ab morgen dürfen bis zu zehn Personen gemeinsam wieder Kontaktsport ohne Mindestabstand ausüben. Körperbetonte Zweikämpfe sind damit wieder möglich. Dennoch gilt es, mit der neuen Situation verantwortungsvoll umzugehen und Hygiene- und Infektionsschutzstandards weiterhin zu beherzigen. Nicht notwendige Handshakes oder Umarmungen sollten zum Eigen- und Fremdschutz weiterhin unterbleiben. Das sollte in Corona-Zeiten eine Selbstverständlichkeit bleiben“, so Peter Beuth.

Weitere Anpassungen:

  • Künftig ist in Hessen auch in Bahnhöfen sowie auf Flughäfen ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. „In Bussen, Bahnen, Taxen, Schiffen und Verkehrsflugzeugen des öffentlichen Personenverkehrs war die Mund-Nasen-Bedeckung auch bisher schon vorgeschrieben“, informierte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. „Da der Verkehr wieder zunimmt, ist es folgerichtig, auch die zugehörigen öffentlichen Gebäude einzubeziehen. Denn wo Menschen in Bewegung sind und es mitunter eilig haben, lässt sich der Mindestabstand nicht immer einhalten. Ein Mund-Nasen-Schutz senkt das Infektionsrisiko.“
  • Bei Gottesdiensten, Bestattungen und Trauerfeierlichkeiten muss der Veranstalter künftig die Daten der Teilnehmenden erfassen, um die Nachverfolgung von Infektionen zu ermöglichen.

Alle Regelungen gelten bis zum 16. August 2020.

10.06.2020 Pressestelle: Hessische Staatskanzlei

 

Was ist Naturkosmetik? – Bio-Produkte stark im Trend

Im Bereich der Kosmetikartikel werden, wie auch bei den Lebensmitteln, Bio-Produkte immer beliebter. Diese versprechen mehr enthaltene Vitamine, spezielle Wirkstoffe und bessere Verträglichkeit. Doch wie steht es um die Naturkosmetik?

Wer ist nicht auf Suche nach der geeigneten Gesichtscreme und -maske, Körperlotion, dem richtigen Haarshampoo und anderen Kosmetikprodukten? Am besten sollen sie neben der gesuchten Wirkung auch gut verträglich, vitamin- und nährstoffreich, umweltbewusst und nachhaltig sein. Hier sind Produkte mit reiner Pflanzenkraft für viele die optimale Wahl.

Doch fällt die Entscheidung zwischen den zahlreichen Kosmetikprodukten oft schwer, da das Angebot einfach zu groß und somit unübersichtlich ist. In diesem Fall sollten Sie auf ein entsprechendes Bio-Siegel auf der Verpackung achten. Es stellt sich für alle bisherigen „Nicht-Nutzer“ dieser Angebote die Frage, was Natur-/Biokosmetik anders macht und wie die Produkte zusammengesetzt sind.

Was ist Naturkosmetik?

Der Begriff Naturkosmetik ist grundsätzlich nicht geschützt. Entsprechende Bio-Siegel (z.B. BDIH, ICADA) geben Sicherheit, dass es sich um 100-prozentige Bio-Kosmetik handelt. Hier wird bei der Herstellung auf den Einsatz von Parabenen, Paraffinen, Silikonen, synthetischen Duft- und Konservierungsstoffen sowie Tierversuchen verzichtet.

Die Hauptwirkstoffe sind meist pflanzlich, in der Regel stammen sie aus kontrolliert biologischem Anbau. Die genauen Anforderungen an den Kosmetikhersteller variieren in einigen Punkten, die grundsätzlichen Kriterien für die Verleihung eines der Siegel sind jedoch meist Woran erkennen Sie, dass es sich um ein Naturkosmetikprodukt handelt?

Zur Kennzeichnung haben sich mehrere Systeme entwickelt. Die Siegel befinden sich meist auf den Verpackungen, was zu einer leichteren Kaufentscheidung führen soll. Je nach Siegel werden für die Vergabe neben der Rohstoffart auch die Art des Anbaus, der Rohstoffgewinnung und die Verarbeitungsmethoden überprüft. Im Folgenden finden Sie die bekanntesten Siegel für Natur- und Biokosmetik:

  • BDIH – Siegel für kontrollierte Naturkosmetik
  • ICADA- Siegel für zertifizierte Naturkosmetik
  • „Ökologische Naturkosmetik“ und „Naturkosmetik“ von der Organisation ECOCERT
  • NaTrue-Siegel in drei Qualitätsstufen

gleich. Sie fragen sich vielleicht, ob die reinen Naturprodukte in ihrer Wirkung mit der Hightech-Kosmetik aus dem Labor mithalten können? Das Ziel ist zumeist die sanfte Pflege der Haut und die Verschönerung des Aussehens. Und die Antwort lautet: ja. Den Ansprüchen an die Hautpflege werden sie in jedem Fall gerecht. Nur die Wirkungsschnelligkeit kann in manchen Fällen abweichen. Doch welche Pflanzen und deren Inhaltsstoffe haben welche Wirkung? Wir geben Ihnen beispielhaft einen kleinen Überblick:

  • Gegen Falten wirken Granatapfel- und Hibiskusextrakte.
  • Q10 kann rein biologisch aus Pistazien gewonnen werden.
  • Bei der Pflege reiferer Haut eignet sich besonders Rosenöl.
  • Für mehr Hautgeschmeidigkeit und Glättung kleiner Fältchen sorgen Öle, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind (z.B. Olivenöl, Arganöl).
  • Jojobaöl schützt die Haut vor Austrocknung.

Mit Lebensmitteln, die Sie in Ihrer Küche finden, können Sie einfach und schnell effektive Masken zaubern. Nach sorgfältiger Reinigung oder Peeling ist die Haut besonders aufnahmefähig für Schönheitsmasken. Die Poren sind weit geöffnet, und durch die erhöhte Durchblutung wird jede Maske optimal aufgenommen, was die Wirksamkeit noch erhöht. Nach der empfohlenen Einwirkzeit sollten Sie die Maske gründlich abwaschen und die Haut mit einer Feuchtigkeitscreme pflegen.

  • Quarkmaske: 2 EL Quark, 1 EL warmer Honig und 1 TL Olivenöl
    Einwirkzeit: 20 Minuten
    bei müder Haut
  • Avocadommaske: 1 Avocado, ½ TL Honig, 1 TL Sahne
    Einwirkzeit: 30 Minuten
    bei trockener HautText: IKK, – Red. girm
  • Bild:123Rf.com

Hessische Landesregierung fasst weitere Beschlüsse: In den hessischen Kitas gelten ab dem 6. Juli folgende Regelungen

Wiesbaden, 10.06. 2020

In den hessischen Kitas gelten ab dem 6. Juli folgende Regelungen:

  • Eltern können ihre Kinder wieder im gewohnten Umfang betreuen lassen. Die zuständigen Kommunen und Träger müssen gemeinsam sicherstellen, dass dieser Betreuungsanspruch erfüllt wird. Um pandemiebedingte Engpässe beim Betreuungspersonal abzufedern, kann der geltende Fachkraftschlüssel nach Beratung durch die Jugendämter vorübergehend gelockert werden.
  • Für Kinder mit Krankheitssymptomen und Kinder, die Kontakt mit infizierten Personen hatten, besteht weiterhin ein Betretungsverbot.
  • Es gelten weiterhin die erforderlichen Hygienevorgaben.

 Hessische Landesregierung fasst weitere Beschlüsse:

Eingeschränkter Regelbetrieb in den hessischen Kindertageseinrichtungen

Sozial- und Integrationsminister Kai Klose: „Örtliche Flexibilität eröffnet Kommunen Gestaltungsspielraum, um möglichst vielen Kindern möglichst viel Betreuung einräumen zu können“

Ab dem 2. Juni gehen die hessischen Kindertagesstätten in den „eingeschränkten Regelbetrieb“ über. Nach der am Montag von der Landesregierung beschlossenen Verordnungsänderung hat das Hessische Sozial- und Integrationsministerium den Kommunen gestern die erbetene Hygieneempfehlung zum Schutz von Kindern und Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen übersandt. Sie dient den Trägern als Richtschnur und soll sie darüber informieren, was bei einem Kita-Betrieb während der Corona-Pandemie zu beachten ist. Die Hygieneempfehlung ist auch auf der Homepage des Sozial- und Integrationsministeriums zu finden: „Aktuell arbeiten die Träger der Kindertageseinrichtungen intensiv daran, den Kita-Betrieb wieder hochzufahren, auch wenn er gegenwärtig nur eingeschränkt stattfinden kann, weil das Virus noch immer da ist. Die Hessische Landesregierung hat den Kommunen die Optionen gegeben, die sie auch eingefordert haben. Diese örtliche Flexibilität eröffnet den Kommunen Gestaltungsspielraum, um möglichst vielen Kindern möglichst viel gute Bildung und Betreuung einräumen zu können. Deshalb haben wir auch keine Betreuungsgrenzen in Form von Gruppengrößen oder Raumregelungen festgelegt. Mit der Hygieneempfehlung unterstützen wir sie und geben ihnen eine Handlungsanleitung für den Kita-Alltag während der Pandemie“, erklärte Sozial- und Integrationsminister Kai Klose. 

 Die Hessische Landesregierung hat sich mit den Kommunen auf den Weg in die eingeschränkte Regelbetreuung verständigt. In der heutigen Debatte im Hessischen Landtag hob der Sozial- und Integrationsminister die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit hervor. „Wir gehen diesen Schritt Hand in Hand mit den Kommunen. Es ist ein Weg, der vor Ort ein Höchstmaß an Flexibilität und Gestaltungsspielraum ermöglicht, eben weil die Situation so unterschiedlich ist. Unsere Verordnung beruht deshalb auf dem Konzept der kommunalen Familie. Gemeinsam mit ihnen wollen wir die beste Betreuung vor Ort, die unter den Bedingungen, die uns diese Pandemie aufzwingt, möglich ist“, erklärte der Sozial- und Integrationsminister.

 In seiner Rede betonte Klose ebenso die Leistung der Eltern während der Pandemie, die herausragend sei. „Wir sehen und wissen, dass die Folgen dieser Pandemie Eltern vor erhebliche Probleme gestellt haben und dass daraus auch Frust, Ärger und Enttäuschung entstanden sind. Seit zehn Wochen meistern die Eltern in Hessen und der gesamten Republik eine Herkulesaufgabe. Dafür will ich noch einmal allen Familien, genau so aber auch den Erzieher*innen, die die Notbetreuung gewährleisten, ausdrücklich danken“, erklärte Klose.

Die Hygieneempfehlung sowie Fragen und Antworten zum eingeschränkten Regelbetrieb in den Kindertagesstätten finden Sie auf der Homepage des Sozial- und Integrationsministeriums unter:

https://soziales.hessen.de/gesundheit/infektionsschutz/corona-hessen/eingeschraenkter-regelbetrieb-ab-dem-2-juni

 

 

Kindertagespflege öffnet, Lockerungen bei Ein- und Rückreise

 Sozialminister Klose: „Wir entlasten die Eltern weiter und sorgen wieder für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“

 Die Hessische Landesregierung hat am Montagabend weitere Lockerungen beschlossen. Ab dem 25. Mai dürfen Kinder wieder ihre Kindertagespflege besuchen. Sie wird vor allem von Eltern mit Kindern unter drei Jahren genutzt: „Mit den beschlossenen Lockerungen entlasten wir die Eltern weiter und sorgen wieder für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Kinder können wieder ihre Spielkameradinnen und Spielkameraden sehen und werden in der Kindertagespflege wieder umfassend betreut und gefördert“, erklärte Sozialminister Kai Klose heute in Wiesbaden. Außerdem hat die Hessische Landesregierung eine Härtefallregelung für diejenigen Familien geschaffen, für die der Wegfall des Betreuungsangebotes in den Einrichtungen der Kindertagesbetreuung eine besondere Härte im Alltag darstellt. „Wir helfen damit den Familien und Kindern, bei denen die Betreuung zu Hause nur sehr eingeschränkt funktionieren kann“, so Kai Klose. Die Entscheidung, ob die Härtefallregelung greift, trifft das Jugendamt. Ebenso dürfen ab dem 25. Mai Kinder mit Behinderung in die Notbetreuung. „Es freut mich sehr, dass Kinder mit Behinderung nun ebenfalls wieder in ihrer Einrichtung oder Tagespflege betreut werden und wir ihnen ein Angebot machen können“, führte Klose weiter aus.

 Die Hessische Landesregierung hat außerdem Lockerungen bei den Quarantäne-Bestimmungen für Ein- und Rückreisende beschlossen. Der Beschluss orientiert sich an einer gemeinsamen Entschließung des Bundes und der Länder. Demnach ist eine Ein- oder Rückreise aus einem EU-Mitgliedsstaat, einem Schengen-assoziierten Staat oder Großbritannien sowie Nordirland nach Hessen wieder möglich, ohne sich danach in Quarantäne begeben zu müssen. „Allerdings gilt: Wer aus einer Region einreist, in der die Neuinfizierten-Zahl mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage aufweist, muss sich in Quarantäne begeben. Die entsprechenden Länder werden im Lagebericht der Bundesregierung ausgewiesen und vom Robert Koch-Institut veröffentlicht“, ergänzte Klose. Ansonsten gilt die Pflicht, sich in Quarantäne zu begeben, nur noch für Reisende aus Drittstaaten – zunächst bis zum 15. Juni. Eine Quarantäne ist entbehrlich, wenn der Ein- oder Rückreisende nachweisen kann, dass er nicht an COVID-19-infiziert ist oder das Robert Koch-Institut aufgrund der dortigen epidemiologischen Lage die Entbehrlichkeit von Schutzmaßnahmen in Bezug auf Ein- und Rückreisende ausdrücklich festgestellt hat.

 

Das Kabinett hat am Montag zudem weitere Entscheidungen getroffen. So dürfen heilpädagogische Frühförderstellen mit Einzelangeboten ab dem 25. Mai wieder öffnen. Künftig besteht eine Meldepflicht an das jeweils zuständige Gesundheitsamt für Betriebe, die mehrere Saisonarbeitskräfte in Gemeinschaftsunterkünften unterbringen.

 Pressereferat

Kinderbetreuung: Hessen startet am 2. Juni mit eingeschränkter Regelbetreuung – und ermöglicht bereits jetzt familiäre Betreuungsgemeinschaften Sozial- und Integrationsminister Kai Klose bekräftigt nochmals: „Zur Ausgestaltung wird rechtzeitig eine entsprechende Verordnung auf den Weg gebracht.“

Die Einrichtungen der Kindertagesbetreuung werden ab dem 2. Juni 2020 wieder eine eingeschränkte Regelbetreuung aufnehmen. Dies betrifft Krippen, Kindertagesstätten, Kindertagespflege und Horte. „Ziel ist, dass jedes Kind noch vor den Sommerferien seine Kita oder Tagespflegeperson besuchen kann“, erklärt Kai Klose, Sozial- und Integrationsminister. „Um die eingeschränkte Regelbetreuung umzusetzen, wird in jedem Fall rechtzeitig eine entsprechende Verordnung auf den Weg gebracht. Dazu finden bereits Gespräche mit den Trägern der Kinderbetreuung statt, um sich über die Bedingungen des eingeschränkten Regelbetriebs zu verständigen.“

Auch diese nächste Phase der Betreuung findet unter den Bedingungen des Infektionsschutzgesetzes statt. Hygiene- und Schutzmaßnahmen müssen berücksichtigt werden, weshalb der Regelbetrieb eingeschränkt ist und nicht alle Kinder im vor Corona gewohnten Umfang betreut werden können. „Unser gemeinsames Ziel in den Gesprächen mit den Trägern der Kinderbetreuung ist, Kinder und Familien so gut wie möglich zu unterstützen.“

„Diese Pandemie ist gerade für Familien eine sehr belastende Zeit. Wir wissen das, daher gilt ihnen unser besonderes Augenmerk“, erklärt Klose. „So wurde bereits zum 20. April allen berufstätigen Alleinerziehenden ermöglicht, ihr Kind betreuen zu lassen. Seit dem 4. Mai 2020 sind die Spielplätze in Hessen wieder geöffnet. Seit dem 9. Mai 2020 sind familiäre Betreuungsgemeinschaften von bis zu drei Familien möglich, die sich gegenseitig bei der Betreuung ihrer Kinder unterstützen können.“

Um die Ausbreitung des hochansteckenden Virus SARS-CoV-2 einzudämmen und Risikogruppen zu schützen war es notwendig, für die Einrichtungen der Kindertagesbetreuung befristet ein Betretungsverbot auszusprechen und nur eine Notbetreuung zuzulassen. Da sich die ersten Erfolge auch dieser Maßnahmen zeigen, sind nun Lockerungen möglich. Dabei muss stets das Infektionsgeschehen beachtet werden. Es ist möglich, dass Lockerungen deshalb wieder rückgängig gemacht werden müssen.

Redaktion und Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Naturkosmetik-Markt boomt – Kosmetik von der Kräuterwiese

– Natur-Kosmetik wird aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt –

„Wahre Schönheit kommt von innen“ – so lautet die uralte Weisheit. Doch manchmal muss man auch von außen ein bisschen nachhelfen. Gerade bei zunehmendem Alter. Ob „Frau“ oder „Mann“ die duftenden Kosmetik-Produkte aus der Drogerie kaufen oder – umweltbewusst – der Naturkosmetik den Vorzug geben, ist individuell sehr unterschiedlich. Aber, der Naturkosmetik-Markt boomt. Längst haben die Produkte ihren „Geruch“ von „Öko“ verloren. Der Markt für kontrollierte Naturkosmetik ist gerade in den letzten Jahren immens gewachsen.

 Naturkosmetik ist:

  • Ohne künstliche Duft- und Farbstoffe,
  • frei von Mineralölen und Silikonen,
  • mit Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau,
  • hergestellt ohne Tierversuche.

„Heute wechseln immer mehr Menschen zur Naturkosmetik oder zu Haushaltsmitteln ohne synthetische Stoffe, weil ihr Arzt eine Duftstoff- oder Körperpflegemittel-Allergie diagnostiziert hat“, sagt Naturkosmetikerin Claudia Englert. „Ich habe auch so angefangen. Meine Tochter hatte mit zwei Jahren eine schlimme lergie. IcHautalh habe dann lange gesucht, bis ich die Ursache für diese Krankheit gefunden habe. Letztendlich war sie allergisch auf die vielen Duftstoffe der Körperkosmetik und der Haushaltsreiniger“. So begann Claudia Englerts´ „ganzheitlicher Weg“.

Die Palette der „kontrollierten Naturkosmetik“ ist riesig. Nicht jeder wagt sich gleich an Präparate von Firmen wie „Weleda“ oder „Dr. Hauschka“. Letzterer arbeitet sogar auf Basis der anthroposophischen Medizin. Auch die Kosmetik von „Martina Gebhardt“, die als einzige Herstellerin Demeter-zertifiziert ist, und die ihre Inhaltsstoffe nach dem Stand des Mondes erntet, ist etwas für „Fortgeschrittene“, wie Claudia Englert es formuliert.

Die Naturkosmetik hält so genannte „Einsteiger-Produkte“ bereit. Von „Börlind“ über „Tautropfen“, „Logona“ oder „Lavera“ kann sich der Käufer „durch riechen“. Denn, die Naturkosmetik unterscheidet sich nicht nur durch ihre andere Konsistenz – sie ist ohne Mineralöle und Silikone – sondern auch durch ihre Gerüche, die eher an eine Almwiese als an ein Kosmetikstudio erinnern. Minze, Sanddorn, Kamille, Salbei oder Rosmarin – die ätherischen Öle, die hier zur Anwendung kommen, sind nicht jedermanns Sache.

Für die Zellregeneration setzt die Naturkosmetik auf Pflanzenstoffe wie Granatapfel, Katzenkralle, Trauben- und Sojaextrakte oder Rotklee. Sie enthalten ungesättigte Fettsäuren und Antioxidantien. Auch die körpereigene Hyaluronsäure wird in der „Kosmetik von der Kräuterwiese“ verwendet.

Heute gibt es für jede Haut und für jedes Alter – und für jeden Geruchssinn – die passende Kosmetik, deren Rezepturen auf die Kräfte der Natur setzen, und die man auch selbst herstellen kann, wie:

Basisöl für Gesicht und Körper

Olivenöl kann pur direkt auf die Haut aufgetragen werden. Für die Gesichtspflege nimmt man etwa einen halben Teelöffel zimmerwarmes Öl und massiert es sanft ein.

Etwas aufwendiger ist es, das Öl mit Johanniskraut zu veredeln. Die als Heilkraut verwendete Pflanze soll die Wirkung des Olivenöls verstärken, indem sie Entzündungen hemmt und bei Juckreiz hilft. So geht’s: 100 Milliliter Olivenöl in einem Topf leicht erwärmen und mit einer Tasse Johanniskrautblüten aus der Apotheke oder dem Reformhaus vermengen. Die Mischung etwas abkühlen lassen und in einem fest verschlossenen Glas zwei Wochen ziehen lassen. Sobald sich das Öl dunkelrot verfärbt, die Mischung durch ein Sieb gießen und in einem luftdicht verschließbaren Glas aufbewahren – am besten kühl und geschützt vor Sonneneinstrahlung. Das Öl ist gut als Basisöl für die Pflege normaler Haut zu verwenden. Wer eine sonnenempfindliche Haut hat oder zu Allergien neigt, sollte darauf verzichten, Johanniskraut beizumischen, da es die Lichtempfindlichkeit erhöhen kann.

Text: Red. girm

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