Lieblingsrezepte der Redaktion

Teebaumöl ist ein „Naturwunder“

Rezepte für Gesundheit und Schönheit

Eine Pflanze aus dem fernen Australien, die James Cook, der britische Weltentdecker, Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa gebracht hat, hat sich in den letzten Jahren immer mehr zum „Allrounder“ in der Naturheilkunde etabliert: die Teebaumpflanze.

Die getrocknete Teebaumpflanze, aus der das Öl gewonnen wird, riecht sehr streng und schmeckt auch ebenso. Aber sie macht Entzündungen, Viren, Bakterien und Pilzen tatsächlich oftmals ganz schnell den Garaus.

Zahlreiche Labortests haben es nachgewiesen: Das ätherische Öl hemmt Bakterien, vor allem bei Akne. Und es gibt viele Studien, die zeigen, dass Teebaumöl auch bei Viren, wie den Herpes-Simplex-Viren und auch bei Hautpilz, erstaunliche Wirkungen vorweisen kann.

Der Teebaum ist ein Myrtengewächs und stammt ursprünglich von der Ostküste Australiens. Die dortigen Ureinwohner, die Aborigines, nutzten – und nutzen auch heute noch – die  Pflanze für Wunden, Insektenstiche, Hautinfektionen, bei Husten und Erkältungen, vor allem auch bei Zahn- und Zahnfleischproblemen. Und auch bei den Maori aus Neuseeland ist das Teebaumöl seit Jahrhunderten ein Mittel der Naturmedizin und wird für viele Zwecke eingesetzt.

Bis zu sieben Meter kann der Teebaum hoch werden und bleibt das ganze Jahr über grün. Wird er geerntet oder auch bis auf den Stumpf gefällt, wächst er erstaunlich schnell wieder nach. Seine Blätter sehen nadelförmig aus. Darin stecken die wirksamen Inhaltsstoffe, die durch Dampfdestillation gewonnen werden.

Der australische Chemiker Dr. R.A. Penefold konnte 1920 übrigens zum ersten Mal die Wirkung des Teebaumöls klinisch nachweisen.

Aber Achtung bei der Anwendung: Teebaumöl kann allergische Reaktionen und starke Hautreizungen auslösen. Machen Sie, bevor Sie es großflächig auf der Haut verreiben, bitte einen Hauttest an einer kleinen Stelle Ihres Arms. Nehmen Sie dazu verdünntes Teebaumöl und tragen Sie es höchstens in der Größe eines Zweieurostückes auf. Wenn Sie es gut vertragen, können Sie es auch unverdünnt und mehrfach am Tag einsetzen. Bitte Teebaumöl niemals bei Babys und Kleinkindern anwenden.

Unbestritten und in vielen Studien nachgewiesen ist die antiseptische und antimykotische (gegen Pilzbefall) Wirkung des Teebaumöls. Es eignet sich grundsätzlich vor allem auch zum Desinfizieren. Deshalb würde ich Ihnen raten, das Öl immer in Ihrer Hausapotheke zu haben, und auch in Ihrer Reiseapotheke mitzuführen. Vor allem wenn Sie in tropische Länder verreisen, wo hohe Luftfeuchtigkeit vorherrscht. Hierbei holt man sich schnell mal einen Hautpilz.

Teebaumöl ist nachweislich bei allen Hauterkrankungen hilfreich. Dies hat eine Doppelblindstudie bei Aknepatienten eindeutig ergeben. Geben Sie ein bis zwei Tropfen unverdünntes Teebaumöl direkt auf die betroffenen Hautstellen. Machen Sie aber bitte davor den gerade erwähnten Hauttest! Dann erst können Sie die Einreibung zwei- bis dreimal am Tag wiederholen.

Äußerst wirksam, und in wissenschaftlichen Studien mehrfach nachgewiesen, ist Teebaumöl bei Pilzerkrankungen, wie zum Beispiel beim Fuß- oder Nagelpilz. Geben Sie ein bis zwei Tropfen davon auf Ihre Füße beziehungsweise auf Ihre Nägel und wiederholen die Prozedur drei- bis viermal täglich über einen Zeitraum von etwa drei Monaten. Wenn sich die Symptome dann nicht verbessern, gehen Sie bitte zum Hautarzt.

Probieren Sie auch Teebaumöl-Shampoo aus, vor allem wenn Sie zu Schuppen neigen. Es fördert die Durchblutung der Kopfhaut. Kaufen Sie ein fertiges Shampoo mit Teebaumöl, am besten ein Bioprodukt. Sie können es aber auch selbst einfach herstellen. Und so geht´s:

Geben Sie drei bis vier Tropfen Teebaumöl in ein mildes Shampoo (beispielsweise Biobabyshampoo) und schütteln Sie die Mischung, auch vor jeder Anwendung, kräftig durch. Waschen Sie damit zwei- bis dreimal in der Woche Ihre Haare. Etwas Teebaumöl in die Spitzen soll übrigens auch Haarspliss vorbeugen!

Wer zu Herpesbläschen auf den Lippen neigt, kann Teebaumöl mit etwas Wasser verdünnen und das Gemisch mit einem Wattestäbchen auf die betroffene Lippenpartie auftragen. Wiederholen Sie den Vorgang bis zu dreimal täglich. Tragen Sie es allerdings nie unverdünnt auf – das trocknet die Haut der Mundpartie aus.

Zusammen mit Mandel- oder auch mit Kokosöl können Sie Ihre Füße mit Teebaumöl massieren und damit sogar verhärtete Hornhaut aufweichen.

Wofür ist Teebaumöl sonst noch geeignet?

  • Gurgeln Sie bei Erkältungen mit Teebaumöl. Das wirkt desinfizierend. Nehmen Sie ein bis zwei Tropfen reines Teebaumöl auf ein Glas Wasser und spülen Sie damit ein- bis dreimal täglich Mund und Rachen.
  • In Zahnpasta oder Mundwasser eingemischt (bis zu 10 Tropfen) beseitigt Teebaumöl Bakterien und beugt Zahnfleischbluten vor.
  • Geben Sie fünf bis zehn Tropfen Teebaumöl in eine Duftlampe oder in einen Vernebler, auch Diffusor genannt. Letzterer spaltet das Öl in einzelne Moleküle auf. Der damit angereicherte Wasserdampf reinigt die Raumluft und ist gut für Ihre Atemwege.
  • Teebaumöl-Deo sollen die Zersetzung von Schweißbakterien verhindern.
  • Insektenstiche können mit ein bis zwei Tropfen unverdünntem Teebaumöl eingerieben werden.
  • Einige Tropfen im Badewasser entspannen Ihre Muskeln und sind auch gut für die Atemwege. Ebenso im Dampfbad- oder Saunaaufguss.
  • Auch im Haushalt ist Teebaumöl ein praktisches Hilfsmittel. Beim Wäschewaschen kann man 20 Tropfen des Öls in die Waschmaschine geben – damit wird die Wäsche bakterienfrei.
  • Und auch zur Schimmelvorbeugung ist Teebaumöl sehr gut geeignet: Mischen Sie Ihr Putzwasser mit 10 bis 15 Tropfen Öl und behandeln Sie damit schimmelanfällige Räume, wie Badezimmer oder Kellerräume.

Beim Kauf von Teebaumöl achten Sie bitte darauf, dass es sich um reines Teebaumöl und kein Parfumöl handelt und aus den Blättern der Melaleuca Alternifolia Pflanze stammt. Wichtig ist auch eine reine Bioqualität, um ein pestizidfreies Öl zu erhalten.

Teebaumöl wird manchmal auch als „kleinste Apotheke“ der Welt bezeichnet. Wie anfangs ausgeführt, ist es tatsächlich ein medizinischer Allrounder und für viele Notfälle, zum Wunden desinfizieren, für die Haut und auch für Wellness-Anwendungen hervorragend einsetzbar. Eine reine Naturmedizin mit einem sehr gut erforschten Wirkspektrum.

Text: gm Red./Foto:123R

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Sauerkraut selbst machen

Dazu brauchen Sie:

Ein Einmachglas oder ein Gefäß aus glasiertem Steingut, einen Krautstampfer aus Holz oder einen Löffel. Eventuell noch einen Stein zum Beschweren des Sauerkraut-Gefäßes.

1 Kopf Weißkohl, 250 ml Wasser, 1 ¼ TL Meersalz.

Und so geht´s:

Vom Weißkohl die äußeren Blätter abziehen, vierteln und in feine Streifen schneiden. In eine große Schüssel geben und mit dem Salz vermengen.

Dann 20 Minuten ziehen lassen. Danach kräftig mit dem Löffel umrühren oder mit der Hand durchkneten, bis der Kohl zusammenfällt.

Die Kohlstreifen und die Salzlake ins Glas einfüllen und Schicht für Schicht kräftig einstampfen. Das Einmachglas verschließen, den Deckel aber nicht zu fest zudrehen, damit die Gase entweichen können.

Nach drei bis vier Wochen (Raumtemperatur) ist das Sauerkraut fertig.

Übrigens – Sauerkraut aus Dosen und Gläsern ist konserviertes Sauerkraut. Es ist pasteurisiert und damit für unsere Gesundheit wertlos.

Text: ATH Medien

Beitragsbild: Copyright frei

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So schmeckt die Sonne

Von Ananas und Bananen über Kiwis, Litschis und Mangos bis hin zu Papayas und Sternfrüchten – das Angebot in deutschen Supermärkten lässt kaum Wünsche offen. Die Fruchtimporte aus tropischen Ländern versprechen das ganze Jahr über exotischen Genuss. „Die verschiedenen Exoten bieten geschmackliche Abwechslung und liefern zum Beispiel als fruchtige Zwischenmahlzeit zahlreiche Vitamine“, sagt Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin.

Wie heimisches Obst schmecken auch exotische Früchte am besten und enthalten am meisten Vitamine, wenn sie reif geerntet werden. „Im reifen Zustand sind sie vor allem reich an Vitamin C und Betacarotin, der Vorstufe des Vitamin A. Exportiert werden die Früchte jedoch häufig unreif, damit sie länger haltbar sind“, erklärt Dr. Annette Neubert. „Die meisten Exoten wie Bananen, Kiwis, Mangos und Papayas reifen auch nach der Ernte noch nach. Ananas, Granatäpfel und Litschis sollten hingegen reif gekauft werden.“ Der Reifegrad kann mithilfe des Geruchs- und Tastsinns festgestellt werden. Verströmen die Früchte einen aromatischen Duft und gibt die Schale auf Druck leicht nach, sind die meisten Sorten reif. Auch an der Färbung lässt sich erkennen, ob das Obst genießbar ist. Allerdings gibt sie nicht immer Auskunft über den Reifegrad der Frucht. So kann eine noch grüne Ananas reif sein, wenn sich die Blätter aus der Mitte leicht auszupfen lassen.

Bananen und Kiwis sind hierzulande wohl die bekanntesten tropischen Früchte. Mit Exotik bringt sie aber kaum noch jemand in Verbindung und sie sind für viele Menschen inzwischen selbstverständlich. Dagegen haben sich beispielsweise Litschi, Mango, Sternfrucht oder Kaki ein exotisches Flair bewahrt und bereichern den heimischen Speiseplan. Ob als einzelne Frucht oder besondere Zutat in Smoothies, Dips, Suppen oder Salaten – die Exoten sind immer ein fruchtiges Highlight. Wichtig ist, dass die Früchte richtig gelagert werden. Ernährungswissenschaftlerin Dr. Annette Neubert empfiehlt: „Da exotische Früchte in der Regel keine Kühlschranktemperaturen vertragen, sind Bananen, Mangos und Papayas nicht im Obst- und Gemüsefach des Kühlschranks, sondern idealerweise an einem kühlen, dunklen Ort aufzubewahren.“

Rezept für Mango-Salsa

  • 1 rote Chilischote
  • 1 große reife Mango
  • ½ Orange
  • 1 Teelöffel Limettensaft
  • 1 Teelöffel Zucker
  • Speisewürze
  • Currypulver
  • schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

  1. Chilischote waschen, Kerne und weiße Innenhäute entfernen und in kleine Würfel schneiden. Mango schälen, das Fruchtfleisch vom harten Kern lösen. Ein Viertel der Mango in kleine Würfel schneiden und beiseite stellen, den Rest in große Stücke schneiden.
  2. Mit dem Stabmixer Fruchtfleisch, Saft der halben Orange, Limettensaft und Zucker pürieren. Mit Speisewürze, Curry und Pfeffer nach Belieben abschmecken. Chilischoten- und Mangowürfel unterrühren.

Text: Nesté Ernährungsstudio

Beitragsbild: Copyright 123RF

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Ayran: Erfrischender Joghurtdrink für starke Zähne

Ayran hat sich mittlerweile einen festen Platz in den Supermarktregalen erobert. Kein Wunder: Denn das Joghurtgetränk schmeckt nicht nur erfrischend lecker, es ist auch sehr gesund. Ayran lässt sich in nur fünf Minuten ganz einfach selbst zubereiten und greift die Zähne nicht an.

Ayran stammt ursprünglich aus Vorderasien, wahrscheinlich aus dem Kaukasus und der Türkei. In Armenien und Russland ist das Joghurtgetränk unter dem Namen „Tan“ bekannt, in Afghanistan und im Iran nennt er sich „Dugh“ und auch in anderen Teilen Asiens wird er seit jeher getrunken. Dort ist vor allem der in Indien und Pakistan beliebte Lassi bekannt, von dem sich auch süße Varianten, beispielsweise mit Mango, großer Beliebtheit erfreuen.

Traditionell besteht Ayran aus drei Hauptzutaten: Joghurt, Wasser und Salz. Je nach Region wird der verwendete Joghurt aus Kuh-, Ziegen- oder Schafmilch zubereitet, und das Getränk mit Gurkensaft, Gewürzen oder Kräutern verfeinert, zum Beispiel mit Minze, Dill, Pfeffer oder Basilikum.

Ayran passt zu deftigen Speisen und kann die Schärfe von Gerichten abmildern. Darüber hinaus ist Ayran sehr gesund. Der Joghurt enthält viele für den Körper wichtige Mineralien wie Natrium, Kalium, Magnesium und Phosphor. Nach dem Sport ist Ayran deshalb ideal, um den Mineralstoffhaushalt wieder auszugleichen und zu einer schnellen Regeneration beizutragen.

 Kalzium gegen Erosionen

 Zahnschmelz besteht überwiegend aus der Kalzium-Phosphatverbindung Hydroxylapatit und weiteren Mineralien wie Magnesium und Natrium. Diese extrem harte Hülle schützt das Zahnbein (Dentin). Das Problem: Der Zahnschmelz wird ständig von Säuren attackiert, die ihn aufweichen und zerstören (Erosion).

„Ähnlich wie bei Süßigkeiten wirkt sich vor allem der über den Tag verteilte Konsum stark säurehaltiger Getränke negativ auf die Zahngesundheit aus“, warnt Professorin Nadine Schlüter, Beirätin der Informationsstelle für Kariesprophylaxe und Leiterin des Bereichs Kariesforschung am Universitätsklinikum Freiburg. „Zitronensäure, die vielen Erfrischungsgetränken wie Eistees und Limonaden zugefügt wird, ist dabei besonders aggressiv. Einige Mineralien können die Säureattacke zumindest abmildern. So enthalten zum Beispiel manche Fruchtsäfte Kalzium, was die Erosivität stark verringert“, erklärt die Expertin.

„Wenn Säfte gesättigt sind mit Kalzium, dann bewirken sie am Zahn im Prinzip gar keine Erosionen mehr. Am besten sind aber natürlich immer noch Wasser und ungesüßte Kräutertees.“ Kalzium kann jedoch nicht nur die Wirkung von Säuren auf den Zahnschmelz abmildern. Der Mineralstoff ist auch wichtig für Knochen, Muskeln und Nervensystem. Für eine ausreichende Kalziumzufuhr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 1.000 Milligramm pro Tag für Erwachsene.

Fluoride: Widerstand gegen Säuren

Fluorid kann im Körper in die Knochensubstanz, den Zahnschmelz und das Dentin eingebaut werden. Des Weiteren können Fluoride den Stoffwechsel der Bakterien im Zahnbelag zu einem gewissen Maß hemmen. Damit wird die Produktion von Säuren, die den Zahn angreifen, reduziert. „Sie reparieren zudem beginnende Karies, indem sie selbst in die Zahnhartsubstanz eingebaut werden und dabei helfen, Kalzium wieder in die Zähne einzulagern“, erläutert Professorin Schlüter. Gleichzeitig reduzieren sie ein Herauslösen des Mineralstoffs aus dem Zahnschmelz. So wirken sie einer Entkalkung entgegen und machen den Zahnschmelz widerstandsfähig gegen Säuren.

Rezept: Ayran selbst herstellen – so geht’s!

 Zutaten für 4 Portionen

600 g Joghurt, z. B. türkischer (Fettanteil nach Belieben)

  1. 1 TL fluoridiertes Jodsalz
  2. 1 l kaltes Wasser (mit oder ohne Sprudel)

nach Geschmack ein kleiner Spritzer Zitronensaft, etwas Minze oder Zitronenmelisse

Am besten lässt sich Ayran im Mixer herstellen, so erhält er seine schaumige Konsistenz. Dabei gilt: Je höher der Fettgehalt des Joghurts, desto dicker und cremiger der Drink. Einfach den Joghurt abwiegen und schrittweise Wasser hinzugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Wer es spritzig mag, nimmt Sprudelwasser. Ein knapper Teelöffel Salz gibt dem Ayran seinen unverwechselbar frischen Geschmack – für die Gesundheit von Zähnen und Schilddrüse sollte immer fluoridiertes Jodsalz verwendet werden. Mit einem Zweig Minze und einer Zitronenscheibe am Glas ist Ayran zudem ein toller Hingucker auf jedem Grillbuffet. Aber Achtung: Zitronensaft an sich kann zu Zahnerosionen führen. Auch wenn das Kalzium im Ayran die Wirkung der Zitronensäure deutlich reduziert, sollten nicht zu große Mengen zugefügt werden.

Beitragsbild©Isabel Becker/Informationsstelle für Kariesprophylaxe

 

Dr.Jurkoweit: „Migräneanfälle der Patientin waren weg!“

Menschen aus der Metropolregion Rhein-Main berichten über ihre Erfahrungen mit Metabolic Balance                                            

„Ich war zuerst skeptisch als mein Hausarzt mir `Metabolic Balance´ vorgestellt hat. Aber, ich habe mich darauf eingelassen und innerhalb weniger Wochen war die Migräne weg“, erzählt die Alzenauerin Nicole Christ. Auch Claudia Lisch aus Heusenstamm hat sich nach dem Jahreswechsel mit der Ernährungsumstellung intensiv befasst. „Eigentlich wollte ich nur abnehmen“, erzählt sie. „Aber schon nach 14 Tagen habe ich auch kaum noch Kopfschmerzen“.

 Beide Frauen halten sich an das ganzheitliche Stoffwechselprogramm „Metabolic Balance“, dass vor ihnen schon die Hollywood Stars Jennifer Aniston und Kate Winslet weltweit bekannt gemacht haben. Aber das Ernährungsprogramm findet nicht nur bei Hollywood-Promis enormen Anklang: „Metabolic Balance“ voll im Trend und findet auch hierzu Lande immer mehr Anhänger.

Mehr als 50 Menschen drängeln sich in Vortragsraum des Offenbacher Ketteler-Krankenhauses. Darunter auch viele Familien mit übergewichtigen Kindern. Yvonne Jurkoweit, Fachärztin für Allgemeinmedizin mit einer ganzheitlichen Privatpraxis in Offenbach, erklärt den aufmerksamen Zuhörern, was hinter dem Begriff „Metabolic Balance“ steckt. „Metabolismus heißt Stoffwechsel, und genau diesen wollen wir mit dem Ernährungsprogramm in eine gesunde Balance bringen“, beginnt die Ärztin ihren Vortrag. „Denn mit einem ausbalancierten Stoffwechsel haben Sie viel mehr Energie, Ihr Körper verliert an Gewicht und Krankheiten können ausheilen“.

Was also steckt hinter dem Programm? „Zunächst macht der Arzt oder der Therapeut eine ausführliche Anamnese“, sagt die Ärztin. „Er schaut, welche Krankheiten der Patient hat und welche Medikamente er einnimmt. Dann wird gemessen und gewogen und der individuelle Ernährungstypus anhand einer Blutauswertung bestimmt. Nachdem die Blutwerte analysiert sind, bekommt der Patient das „Herzstück“ des Programms übergeben und ausführlich erklärt: Seinen persönlichen Ernährungsplan“.

Das ist eine dicke Broschüre, die die „4 Essens-Phasen“ ausführlich erläutert. Dabei kann sich jeder aus einer Liste mit Nahrungsmitteln täglich drei Mahlzeiten zusammenstellen. Ganz wichtig: Zwischen den einzelnen Mahlzeiten müssen mindestens fünf Stunden Essens-Pause liegen. „Damit der Blutzuckerspiegel wieder sinken kann“, erklärt Yvonne Yurkoweit dem Offenbacher Interessentenkreis. „Denn das Hormon Insulin, das bei jedem Essen ausgeschüttet wird und den Blutzuckerspiegel hochtreibt, macht Hunger. Essen wir also zwischendurch, bekommen wir immer wieder Lust auf mehr Kalorien. Das ist ein Teufelskreis, vor allem für Übergewichtige oder auch Patienten mit Diabetes“.

Vier Phasen der Essens-Umstellung

 Die „Phase 1“ beginnt mit zwei Entschlackungstagen. „Das ist die härteste Zeit“, sagt auch die Alzenauer Ernährungsberaterin Dagmar Muthorst. „Der Patient muss dabei ein leichtes Abführmittel einnehmen und seine Ernährung auf fettfreie Gemüsesuppen, Reis und/oder Obst beschränken. Danach schließt sich „Phase 2“ an, die so genannte „strenge Phase“: „Das sind mindestens zwei Wochen lang Entschlackungstage, in denen sich der Stoffwechsel umstellt. Dabei wird nach dem individuellen Ernährungsplan gegessen, allerdings komplett ohne Fett. In dieser Zeit purzeln dann die ersten Kilos automatisch“. In der „gelockerten Phase“, der

„Phase 3“, ist auch Fett wieder erlaubt. Aber nur die wirklich guten Fette, wie Butter, Olivenöl oder Rapsöl. Die Nahrungsliste erweitert sich dabei kontinuierlich. „Dann gibt es auch `Schlemmertage´, an denen der Patient mal ausprobieren kann, was ihm bekommt. Er kann essen, worauf er Lust hat“, sagt die Ernährungsberaterin. In der „Phase 4“, der „Erhaltungsphase“, sollte der Stoffwechsel endgültig seine Balance erreicht haben und es kann wieder alles gegessen werden. Natürlich in Maßen und basierend auf dem individuellen Ernährungsplan.

„Ich mache diese Ernährungsumstellung inzwischen einmal im Jahr, immer in der Fastenzeit und als sechswöchige Kur“, sagt Frau Muthorsts Klientin Nicole Christ. „Auch im Laufe des restlichen Jahres achte ich auf `meinen´ Ernährungsplan, und habe es so endlich geschafft auch dauerhaft Migränefrei zu bleiben. Und dass, nachdem ich 20 Jahre lang vier bis fünf schlimme Attacken jeden Monat hatte und häufig Schmerztabletten nehmen musste“, berichtet die Chefin einer Alzenauer Bäckerei weiter. „Inzwischen backen wir sogar `Metabolic Balance´ Brot“.

Bei „Metabolic Balance“ muss man auf die Grundregeln achten: Täglich mindestens zwei Liter stilles Wasser trinken, nur drei Mahlzeiten am Tag essen, dazwischen eine fünfstündige Essens-Pause einlegen, Abendessen nicht nach 21 Uhr, Obst oder Süßigkeiten immer nach – nie vor dem Essen, täglich mindestens ein Apfel und, ganz wichtig ist die Zusammenstellung der Mahlzeiten. Jede Mahlzeit beginnt mit einem Eiweißprodukt, wie Yoghurt, Quark, Fleisch oder Hülsenfrüchte. Das sollte zur Gewohnheit werden, auch und vor allem in der „Erhaltungsphase“.

Essen wie unsere Großeltern

 „Ich habe in sieben Monaten 30 Kilo abgenommen, mein Bluthochdruck und der Cholesterinspiegel haben sich vollkommen normalisiert und der Diabetes ist weg“, erzählt der 40jährige Björn Daniel Pittelkow aus Offenbach, der die Ärztin Jurkoweit und ihr Ernährungsprogramm durch einen Arbeitskollegen kennen gelernt hat. „Noch vor wenigen Monaten musste ich jeden Tag für meine Wehwehchen sechs Tabletten einnehmen, heute brauche ich nur noch eine Tablette am Tag“. Der 42jährige Lebensmittelkontrolleur hat keinen „Heißhunger mehr auf Süßes“ und will sich auch dauerhaft nach der gerade gelernten Ernährungsmethode richten. „Kein Dicker ist gerne dick. Ich habe mich endlich herausgekämpft und dabei nicht nur Gewicht, sondern auch meine Stoffwechsel-Krankheiten verloren“.

Alle Ärzte, Heilpraktiker oder Ernährungsberater, die „Metabolic Balance“ als Programm anbieten, betreuen ihre Patienten/ Klienten in den ersten drei Phasen fast „rund um die Uhr“. „Meine Patienten haben meine Handynummer“, sagt Yvonne Jurkoweit. „Wenn sie gesundheitliche Probleme haben oder auch einen Durchhänger, dann können sie mich jederzeit anrufen und wir suchen gemeinsam nach einer Lösung. Die individuelle Betreuung und die medizinische Beratung geben Vertrauen und Sicherheit“.

Das Stoffwechselprogramm „Metabolic Balance“ wird nicht von den Krankenkassen bezahlt. Die Kosten sind, je nach Betreuer, unterschiedlich. Das Paket kostet zwischen 350 und 500 EUR und beinhaltet die Anamnese inklusive Blutanalyse und die ärztliche Betreuung mit ca. 10 bis 12 Gesprächseinheiten über einige Monate.

Neue Lebenseinstellung

 „Der Trick mit dem Eiweiß“, wie viele Anhänger der neuen Ernährungsmethode ihr tägliches Essens-Programm nennen, ist eine ganzheitliche Lebensumstellung. Dr. Wolf Funfack, der „Gründervater“ von „Metabolic Balance“, erklärt seine Methode mit diesem Satz: „Metabolic Balance ist eine gesunde Lebenseinstellung, zu der besonders auch der bewusste Umgang mit der täglichen Ernährung zählt“. Wer seine Essensgewohnheiten einmal umstellt, der wird auf Dauer dafür sensibilisiert, was dem Körper wirklich guttut. „Genau das haben viele von uns bei dem großen Nahrungsangebot unserer modernen Zeit längst verlernt“, so Dr. Funfack.

Die Grundregeln von Metabolic-Balance:

  • Täglich 3 Mahlzeiten
  • 5 Stunden Essens-Pausen
  • Kein Essen nach 21 Uhr
  • Mindestens 2 Liter stilles Wasser pro Tag
  • Jede Mahlzeit startet mit einem eiweißhaltigen Lebensmittel
  • Nur eine Eiweißart pro Mahlzeit
  • 1 Apfel pro Tag
  • Obst oder Süßes immer nur als Dessert

 

 Weitere Informationen zu „Metabolic Balance“ finden Sie im Internet unter: www.metabolic-balance.de. Eine kompakte Einführung in das Stoffwechselprogramm gibt das Buch „metabolic balance – Für Einsteiger“ von Petra Neumayer und Dr. med. Wolf Funfack, erschienen im Südwest-Verlag.

Text: Redaktion gesund-in-rheinmain

Foto: Medienbüro Andrea Thoma

 

 

Gesunde Ernährung: Unverschämt einfach

 

Die Ureinwohner Boliviens haben die gesündesten Herzen aller bisher untersuchten Populationen. Das ist das Ergebnis einer vielbeachteten Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet erschien.

(dgk) Warum ist diese Studie so aufsehenerregend?

Zum einen sicherlich wegen des enormenAufwands und der daraus resultierenden Aussagekraft
der Studie: 85 Eingeborenen-Dörfer imAmazonasgebiet wurden von den Forschern besucht.
Die Wissenschaftler erstellten 705 Herz-Computertomographien um das Herz-Kreislaufrisiko
abschätzen zu können, sie bestimmtenPuls, Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerspiegel
und Entzündungsmarker.

Das Ergebnis ist frappierend, es zeigt Schwarz auf Weiß: Ein 80-jähriger Tsimané
am Amazonas hat in etwa das gleiche Gefäßalter wie ein Mitte-50-jähriger USAmerikaner!
So weit so gut. Weniger spektakulär sind die Gründe für die beneidenswerte Gesundheit
der Ureinwohner. Sie beruht, so die Forscher, auf ihrem Lebensstil: Angehörige
der Tsimané nehmen viele natürliche, ballaststoffreiche Kohlenhydrate aus
Früchten und Gemüse zu sich, wenig ungesättigte Fettsäuren und keinen raffinierten
Zucker, dafür aber auch Wild und Fisch. Sie bewegen sich den Tag hindurch und sie
rauchen nicht.

Das alles ist nichts Neues. Dass Rauchen und körperliche Passivität unserer Gesundheit
schadet, ist (fast) allen bekannt, wie wichtig eine gesunde Ernährung ist,
ebenfalls. Umso erstaunlicher scheint es manchmal, mit wieviel Aufwand immer feinere
Details untersucht, und mit welcher Raffinesse immer wieder neue Trends, z.B.
im Hinblick auf die Ernährung, etabliert werden. Die Tsimané wissen von all dem
nichts und leben dennoch gesund.
Weniger ist mehr
Interessant sind auch die Kosten und Mühen, die Menschen in unserer Gesellschaft
aufbringen, um sich gesund zu erhalten. Ist das wirklich nötig? Die Wahrheit ist einfach,
heißt es oftmals. Im Fall der Ernährung trifft das zu. Drei Beispiele sollen das
verdeutlichen.

Muße statt Mühe: Wer sich ständig fragt, ob er über seine Nahrung alle benötigten
Vitamine erhält, wer ständig neue Informationen dazu sammelt, immer neuen Ernährungstrends
hinterher hechtet, Kalorien zählt usw., der hat viel Mühe. Die Grundregeln
sind ganz einfach, sie haben sich seit Jahren kaum verändert: Der Speisezettel
sollte viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte enthalten, Milchprodukte und Fisch
sollten nicht fehlen, und Fleisch nur in Maßen genossen werden. Salz, Zucker und
Fette, vor allem aus gesättigten Fettsäuren, sollten sparsam verwendet werden – so
einfach ist es. Wer seine Kapazitäten dazu nutzt, die Speisen in Ruhe zuzubereiten
und mit Genuss zu essen, der tut auch noch Gutes für seine seelische Verfassung.

Natürlich statt stark verarbeitet: industriell verarbeitete Lebensmittel enthalten tendenziell
mehr Fett, mehr Zucker, mehr Salz, mehr unerwünschte produktionsbedingte
Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Acrylamid, und weniger Ballaststoffe. Wer Haferflocken
statt „Frühstückscerealien“ verspeist, Pellkartoffeln mit Kräuterquark statt eines
Fertiggerichts, weil es mal schnell gehen muss, der ernährt sich gesünder.
Günstig statt teuer: Smoothies, exotische Beeren, Treibhaus-Erdbeeren im Winter –
das alles ist meist überflüssig. Normales Obst und Gemüse reichen aus, um alle benötigten
pflanzlichen Nährstoffe zu erhalten. Teure Spezialprodukte ohne Laktose
oder Gluten brauchen die meisten Konsumenten nicht, wie Studien zeigen, es sei
denn, sie haben erwiesenermaßen eine Unverträglichkeit. Auch probiotische Getränke
mit zweifelhafter Wirkung und hohem Preis sind völlig überflüssig für Menschen,
die ihre Darmflora mit Ballaststoffen aus Gemüse, Obst und Vollkornprodukten verwöhnen.
Zeit, aus Wissen Taten werden zu lassen

Wir haben das Wissen, das wir brauchen, und wir haben, geschichtlich gesehen, die
einmalige Gelegenheit, uns das ganz Jahr hindurch mit gesunden Lebensmitteln zu
versorgen. Unverschämt einfach haben wir es eigentlich. Warum fällt es dann so
schwer? Stress wird nicht selten eine Rolle spielen, berufliche Auslastung, und die
ständige Verfügbarkeit von Leckereien, deren Verlockung wir uns nicht entziehen
können. Die Erforschung weiterer Details zu Lebensstilfaktoren, wie beispielsweise
der Ernährung, ist weniger wichtig, als die Bemühung, Menschen dabei zu unterstützen,
bereits bekannte gesundheitsfördernde Maßnahmen in die Tat umzusetzen.

©Quelle: DGK ©Foto: DGK

Foto ©123rfn

Sauer macht lustig! Probieren Sie doch mal

Sauerkraut ist eines der ältesten Gemüse dieser Welt. Ein vergorenes Nahrungsmittel, welches auch immer mehr in der modernen Gourmetküche Einzug hält. Es ist ganz einfach herzustellen, schmeckt lecker und hat enorm große Heilkraft.

Fermentation ist das Werk von Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen. Das Wort leitet sich vom Lateinischen Fermentum ab – was so viel heißt wie Gärung. Die Mikroorganismen, die sich naturgemäß in und auch auf dem Gemüse befinden, vergären den pflanzeneigenen Zucker zu Säure.

Dieser Gärungsprozess ist eine uralte Konservierungsmethode. So wurde Obst und Gemüse für die Winterzeit früher – noch zu Großmutters Zeiten – haltbar gemacht, als man nämlich noch keine Kühl- und Gefrierschränke kannte.

Mineralienhaltiger Genuss

Fermentiertes ist grundsätzlich reich an Mineralien, Ballaststoffen und Vitaminen. Dazu kommt die Milchsäure, ein Labsal für unseren Darm, denn sie ist in der Lage, Keime abzutöten (es werden sogenannte Bacteriocine gebildet, eine Art Abwehrtruppe gegen Keime), sie sorgt für einen günstigen pH-Wert im Darm und bringt die Darmflora insgesamt ins Gleichgewicht.

Sauerkraut ist zudem kalorienarm und fettlos und voll lebenswichtiger Mikroorganismen. Diese gehören zu unserem Immunsystem und schützen uns vor Krankheiten. Roh genossen kann Sauerkraut als optimales probiotisches Nahrungsmittel angesehen werden.

Außerdem enthält Sauerkraut Vitamin C, Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Kalium, Spurenelemente wie Jod, Eisen und Zink sowie die Vitamine B6 und K. Und auch Vitamin B 12.

Deshalb empfehle ich Sauerkraut auch meinen Patienten, die Vegetarier oder Veganer sind, denn diesen fehlt Vitamin B 12 ganz häufig. Das Vitamin wird ausschließlich von Mikroorganismen produziert und kommt daher in einer rein pflanzlichen Ernährung nicht vor.

Auch die Universität Gießen hat zum Thema Sauerkraut geforscht. Es wirke vorbeugend gegen Dickdarmkrebs, so die Wissenschaftler, weil es durch die Effekte auf die Enzymaktivitäten der Darmbakterien positive Voraussetzungen für krebsregulierende Faktoren schaffe. Das funktioniert allerdings nur bei regelmäßigem Sauerkrautgenuss von 200 bis 300 Gramm pro Tag.

Text © ATH Medien

Foto ©frei

Dr. Uwe Drews „Ganzheitliche Zahnmedizin“ in Rodgau

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Wie sich der Klimawandel auf unseren Körper auswirkt

Im Zuge des Klimawandels nehmen extreme Wetterphänomene überall auf der Welt zu. Auch Deutschland hatte in den vergangenen Jahren auffallend häufig mit Starkregen, Stürmen, Dürre und Hitze zu kämpfen. Neben ökologischen und ökonomischen Folgen bringen solche Extremwetterlagen auch gesundheitliche Auswirkungen mit sich.

Bei hohen Temperaturen oder körperlicher Anstrengung muss der Körper vermehrt Wärme abführen, um nicht zu überhitzen: Die Haut produziert Schweiß, der über Verdunstung für Kühlung sorgt, zusätzlich weiten sich die Blutgefäße in der Haut, um die Wärme noch effektiver nach außen zu leiten. „Durch die Weitstellung der Gefäße sinkt bei den meisten Menschen der Blutdruck“, sagt Professor Dr. med. Jürgen Floege, Vorsitzender der DGIM und Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, rheumatologische und immunologische Erkrankungen an der Uniklinik der RWTH Aachen. In einer warmen Umgebung sei außerdem der Blutdruckabfall, der beim Wechsel vom Liegen zum Stehen entstehe, ausgeprägter als bei kühlen Temperaturen. Je nachdem, wie stark der Blutdruck sinkt, können Beschwerden wie Schwindel, Müdigkeit oder Übelkeit auftreten. Gerade bei Senioren häufen sich an heißen Tagen aber auch schwerwiegendere Zwischenfälle wie Schwächeanfälle, Stürze oder Ohnmachten.

Lassen sich Todesfälle durch Hitze nachweisen?
Verschiedene Datenerhebungen zeigen, dass an besonders heißen Tagen mehr Menschen sterben. Hitze allein ist allerdings selten dafür verantwortlich – Betroffene leiden in der Regel an Vorerkrankungen wie einer Herzschwäche oder Bluthochdruck. So ermittelten etwa Wissenschaftler, welchen Effekt besonders heiße und kalte Tage auf die Sterberate und die Zahl Krankenhauseinlieferungen von 1999 bis 2009 in Deutschland hatten. Demnach stieg die Sterbequote an heißen Tagen mit mehr als 30 Grad Celsius um etwa zehn und die Krankenhauseinlieferungen um fünf Prozent. Der Effekt steigerte sich deutlich, wenn es mehrere Hitzetage in Folge gab.

Für wen ist Hitze besonders gefährlich und was können Betroffene vorbeugend tun?
Besonders gefährdet sind Patienten, die ohnehin einen sehr niedrigen Blutdruck haben. Sie sollten es vermeiden, an heißen Tagen zu rasch aufzustehen oder zu lange zu stehen. Außerdem ist es ratsam, sich nach dem Aufstehen noch kurz – etwa an der Stuhllehne – festzuhalten, um dem Körper Zeit für die Blutdruckanpassung zu geben. Doch auch wer eigentlich einen zu hohen Blutdruck hat, diesen aber medikamentös kontrolliert, kann bei hohen Temperaturen Kreislaufprobleme bekommen. „Wer Blutdrucksenker einnimmt, sollte in Hitzeperioden seinen Blutdruck täglich überwachen“, rät Floege. Wenn der obere, systolische Wert immer wieder oder gar dauerhaft unter 120 mmHg sinke, solle Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Eventuell sei es dann ratsam, die Tablettendosis zu reduzieren oder die Einnahme ganz auszusetzen.

Neben dem Blutdruck kann an Hitzetagen auch der Flüssigkeitshaushalt in Schieflage geraten, denn durch das Schwitzen gehen dem Körper Flüssigkeit und Salze verloren. Besonders Menschen, deren Durstempfinden gestört ist oder die nicht oder nur eingeschränkt selbstständig trinken können, laufen Gefahr, einen ausgeprägten Flüssigkeitsmangel zu erleiden, der zu Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfällen und Bewusstseinseintrübungen bis hin zur Bewusstlosigkeit führen kann. „Gerade ältere Menschen haben oft nur ein gedämpftes Durstgefühl“, sagt Floege. Vor allem in den Sommermonaten sollten sie daher bewusst „über den Durst trinken“. Bei Pflegebedürftigen, Heimbewohnern und auch bei Neugeborenen sollten Angehörige und Betreuer darauf achten, dass die Flüssigkeitsversorgung auch in Hitzephasen gewährleistet ist. Ein erhöhtes Risiko besteht auch bei Bluthochdruckpatienten, die entwässernde Substanzen zur Blutdrucksenkung einnehmen. Diese so genannten Diuretika verstärken den Wasser- und Salzverlust zusätzlich. Auch hier kann daher – in Absprache mit dem Arzt – eine Dosisanpassung sinnvoll sein.

Text:ath

Bild: 123RF

Mann und Frau: Große Unterschiede bei der Ernährung

Frauen greifen eher zum Salat, Männer zum Steak – dieses Klischee kennt jeder. Stimmt es vielleicht sogar? Und wie sehr unterscheidet sich das Ernährungsverhalten der Geschlechter? Eine aktuelle Studie „So is(s)t Deutschland “ zeigt, was nur ein Klischee ist und wo mehr dahinter steckt. „Für Männer spielt das Thema Ernährung eine geringere Rolle als für Frauen“, sagt Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin. „Fast 60 Prozent der Frauen beschäftigen sich intensiv mit ihrer Ernährung. Bei Männern sind es nicht einmal 40 Prozent. Ein Unterschied, der sich auf dem Teller bemerkbar macht.“

Fleisch, das Gemüse des Mannes

Für Männer steht Fleisch noch immer weit oben auf der Beliebtheitsskala. Gerade einmal sechs Prozent achten verstärkt auf eine vegetarische Ernährung. Unter den Frauen sind es mit 15 Prozent mehr als doppelt so viele. 57 Prozent der männlichen Befragten geben sogar an, dass sie mindestens viermal in der Woche Fleisch essen. Bei rund einem Drittel sind es noch ein- bis dreimal in der Woche.

Männer scheinen in diesem Punkt durchaus selbstkritisch zu sein. Knapp ein Viertel empfindet den eigenen Fleischkonsum als zu hoch. Bei den Frauen kommt nur jede zehnte Befragte zu diesem Schluss. Auch ist vielen der positive Beitrag von Obst und Gemüse bei einer gesunden, ausgewogenen Ernährung bekannt. „Für die Hälfte aller Frauen gehört viel Obst und Gemüse zu ihrer Ernährung dazu – das trifft hingegen nur auf 27 Prozent der Männer zu“, erklärt Dr. Annette Neubert. In den letzten zehn Jahren sei der Wert bei den Männern sogar leicht zurückgegangen (von 30 Prozent), so Neubert weiter.

 

Disziplin – eine weibliche Stärke

Vor allem in Punkto Disziplin können sich die Männer einiges von den Frauen abschauen. Sie beschäftigen sich nicht nur intensiver mit ihrer Ernährung, sondern leiten daraus auch mehr Regeln ab und setzen diese konsequenter um. So reduzieren Frauen beispielsweise häufiger Zucker in ihrer Nahrung, essen vegetarisch oder achten auf eine kohlenhydratarme Ernährung (Low Carb). Insgesamt zeigen sich die Männer nicht ganz so diszipliniert.

Ein Drittel gibt regelmäßig spätabendlichen Heißhungerattacken nach oder bewertet das eigene Essen als zu fettig. Auch sind die Portionen bei einem Viertel der Männer nach eigenen Angaben oft zu groß. Nur 15 Prozent der Frauen sagen das über ihre Essensportionen. „Aber auch Frauen werden manchmal schwach“, merkt Ernährungswissenschaftlerin Dr. Annette Neubert an. „28 Prozent der Frauen essen nach eigenem Empfinden zu viel Süßes und liegen in diesem Punkt vor den Männern mit 22 Prozent.“ In der Küche gibt es für die Männer Positives zu vermelden: Im Vergleich zu 2009 kochen sie jetzt häufiger.

Bei genauerer Betrachtung zeigen sich auch hier Unterschiede. Am besten lassen sich diese Abweichungen bei Single-Haushalten beobachten: Für alleinstehende Männer ist Kochen eher eine lästige Pflicht und endet gerne beim Aufwärmen von Fertiggerichten. Die anspruchsvolle berufstätige Single-Frau kocht häufiger selbst als der Single-Mann. Damit behält sie die Kontrolle über die Essenszutaten und nimmt deutlich häufiger Selbstgekochtes mit zur Arbeit.

Dönerbude oder Café – Eine Frage des Geschlechts

Das ungesündere Essverhalten der Männer schlägt sich auch außerhalb der eigenen vier Wände nieder. Der Mann mag es auswärts eher fleischlastig und deftig. Während Restaurants mit internationaler Küche und Bäckereien bei beiden Geschlechtern gleichermaßen beliebt sind, sucht die Hälfte aller Männer hin und wieder eine Dönerbude oder ein Fastfood-Restaurant auf – bei den Frauen sind es nur ein Drittel. Besonders deutlich ist dieser Unterschied bei anderen Imbissangeboten wie Pizza- oder Würstchenständen. Etwa halb so viele Frauen (16 Prozent) wie Männer (30 Prozent) nutzen diese Essensangebote sporadisch. Bei Frauen dafür besonders beliebt: Cafés. Dort kehren sie bis zu zehn Prozent häufiger als Männer ein.

Fazit: Fleisch statt Gemüse, große Portionen, deftiges Essen – auf dem Teller bestätigen Männer immer noch viele Vorurteile. Daraus resultieren nach wie vor große Unterschiede im Ernährungsverhalten von Männern und Frauen.

Foto/Grafiken: Nestlé Ernährungsstudie

Beitragsbild: Copyright 123RF

GesundinRheinMain präsentiert: Dr. Jürgen Freiherr von Rosen aus der hessischen Rhön,Gersfeld

 „Ich bin seit über 40 Jahren nicht mehr krank gewesen”

„Wenn man in meinem hohen Alter noch in der Lage ist, einen Marathon zu laufen, dann hat man vermutlich das meiste in seinem Leben richtig gemacht“, resümiert der Gersfelder Arzt Dr. Jürgen Freiherr von Rosen.

Wir sitzen im gemütlichen Aufenthaltsraum der Schlosspark-Klinik hoch über Gersfeld in der Rhön. Dr. von Rosen hat diese Klinik 1981 gegründet und leitet sie inzwischen gemeinsam mit seinem Sohn, Dr. Martin von Rosen, als Senior-Direktor.

„Ich achte darauf, sowohl bei meiner Arbeit in der Praxis und als auch mit meiner Familie, ein ruhiges, ausgeglichenes Leben zu führen. Natürlich gibt es auch bei uns mal Stress, aber dann sorge ich schnell wieder für einen Ausgleich“, erzählt der quirlige Arzt, der auch noch in der Hausarztpraxis und im Biologischen Krebszentrum seines Sohnes, aktiv ist.

Der Tag des „Landarztes“ (wie sich Dr. von Rosen gerne nennt) beginnt am frühen Morgen häufig mit einer Jogging-Runde im Schlosspark oder rund um Gersfeld. Hitze, Schnee oder Regen stören ihn nicht. „Als ich für deb letzten Marathon trainiert habe, bin ich oft schon um vier Uhr morgens aufgestanden und habe die Joggingschuhe angezogen.“

Im Winter wechselt der Arzt seine Joggingschuhe regelmäßig gegen die Langlaufski aus. „Auch dann laufe ich oft morgens allein durch den Schnee. Meiner Familie sind meine Märsche zu anstrengend“, lacht der Doc. Nach seiner sportlichen Runde bürstet er seinen Körper mit einer starken Trockenbürste ab, anschließend wird kalt geduscht und, „wenn nicht schon die ersten Patienten warten“, mit seiner Frau Marianne gefrühstückt.

Das „Deutsche Ärzteblatt“ ist „schuld“, dass der Mediziner (studiert hat er in Münster, Lausanne und Berlin) zur Naturheilkunde wechselte und eine Klinik mit ganzheitlicher Ausrichtung in Gersfeld eröffnete. „Ich habe in den 70er Jahren einen Naturheilkunde-Artikel über die Behandlung von chronischen Schmerzen gelesen. Das war mein persönliches Aha-Erlebnis. Seit dieser Zeit habe ich intensiv die Naturheilkunde studiert und sie mehr und mehr in meine tägliche Arbeit integriert“.

So bieten die von Rosens heute in der Gersfelder Schlosspark-Klinik ein vielfältiges Spektrum an Diagnose-Möglichkeiten an: Muskeltest, Irisdiagnostik, Bioresonanztherapie oder der Säure-Basentest, ergänzen die klassischen Diagnoseverfahren der Schulmedizin.

Auch das Therapieangebot ist für einen gelernten Schulmediziner außergewöhnlich: Sauerstofftherapie, Wassertreten nach Kneipp, Dauerbrausen, Fußreflexmassagen, Bachblüten-Tropfen, Colon-Hydrotherapie, Akupunktur oder Mayr-Kuren. „Mein ärztliches Credo und das Hauptziel für den Patienten ist die Entschlackung des Körpers“, sagt der Arzt. „Ganz gleich, ob jemand mit einer Allergie, Kopfschmerzen oder einem Tumor kommt. Ohne eine Entgiftung gibt es keine Heilung.“

Daran hält sich der Mediziner seit vielen Jahrzehnten auch selbst. Er ist zu „fast 100 Prozent Vegetarier“, manchmal isst er auch einen gegrillten Fisch oder auch mal etwas Wurst, die Lebensmittel für zuhause und auch für die Klinik-Küche bezieht er und das Team von den umliegenden Rhön-Bauerhöfen („da weiß ich noch wie dort angebaut wird“), gekaut wird jeder Bissen „mindestens 30 mal wegen der Verdauung“, täglich gibt es mindestens zwei Liter „gefiltertes und energetisiertes“ Wasser und, neben Sport („Schwitzen ist die beste Entgiftung“) und autogenem Training, ist die Siesta nach dem Mittagessen ein wichtiger Baustein seines Tagesablaufes.

Zum Thema „Schlafen“ ist ihm vor allem ein guter Schlafplatz wichtig. „Ich habe mein Bett zuhause von einem Baubiologen austesten lassen“, erklärt er. „Ein guter Schlafplatz ist lebenswichtig“. So berichtet Dr. von Rosen, dass mehr als 90 Prozent der Krebspatienten, die zu ihm kommen, auf einer Wasserader geschlafen haben. „Das teste ich beim Erstgespräch immer sehr schnell mit meinen Muskeltests aus. Ich empfehle dann zusätzlich einen Baubiologen, der sich die Wohnung oder das Haus anschaut. Die Ergebnisse sind eindeutig und wirklich fatal: Der Schlafplatz eines Schwerkranken ist fast immer gestört.“

Sein privates Haus, nur wenige Gehminuten von der Schlosspark-Klinik entfernt, ist schon lange „entstört“. „Das ist die Basis für ein gutes und gesundes Leben“, sagt der Arzt. „Ansonsten trinke ich abends gerne ein gutes Glas Rotwein, lese auch gerne mal historische und politische Literatur, genieße meine große Familie, singe viel und laut und esse gut und einfach.“

Dr. med. Jürgen Freiherr von Rosen aus der hessischen Rhön spricht oft von „Visionen“. Privat und auch als Mediziner. Die meisten seiner Visionen hat er inzwischen wahr gemacht. Was bleibt? „Vielleicht probiere ich noch mal einen Super-Marathon. Wer weiß.“

Text: Redaktion girm

Fotos: Schlosspark-Klinik Dr. von Rosen

 

GesundinRheinMain zu Besuch: Stefan Barthmann, Achtsamkeitstrainer, Hainburg

Achtsamkeitstraining und Touch Life – Stefan Barthmann im Interview

Stressreduktion durch Achtsamkeit. Der amerikanische Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn von der University of Massachusetts entwickelte dieses Programm vor fast 40 Jahren. Das Achtsamkeitstraining verbindet verschiedene Techniken des Yoga, der Meditation und ganz allgemein der Körperwahrnehmung. Einigen Studien zufolge lindert das konsequente Achtsamkeitstraining Schmerzen und Angst. Im April 2015 ergab eine große Studie im renommierten englischen Medizinmagazin „Lancet“, dass eine verwandte achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) ähnlich gut vor Rückfällen nach einer Depression schützt, wie es Medikamente tun.

Vereinfacht gesagt, zielt Achtsamkeit darauf ab, mehr im Hier und Jetzt zu leben. Es geht darum, dem Moment mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dazu ist es wichtig, den „inneren Autopiloten“ mal zu stoppen und einfach gedanklich abzuschalten. Ein regelmäßiges Training kann im Alltag in vielen Situationen helfen, auch um in stressigen Situationen souveräner zu reagieren.

Ein Gespräch mit dem Hainburger Achtsamkeits-Trainer Stefan Barthmann:

Herr Barthmann, kann ich Achtsamkeit trainieren?

Stefan Barthmann: Ja. Einerseits durch regelmäßige Geh- oder Sitzmeditationen, Yoga oder Bodyscann. Auch durch Achtsamkeit im Alltag, zum Beispiel beim Essen durch bewusstes Kauen, beim Spüren des Wassers auf der Haut beim Duschen, wenn Sie sich im Sitzen auf Ihre Atmung konzentrieren oder beim Gehen bewusst Ihre Schritte beachten. Sie werden merken, dass Ihr Geist beginnt abzuschweifen und seine „Geschichten“ erzählt. Wenn Sie die abschweifenden Gedanken erkennen, haben Sie Ihren Beobachter kennengelernt. Dieser neutrale Beobachter hat nur eine Aufgabe: zu erkennen und zu benennen. Die Glücksformel lautet: erkannt – benannt – gebannt.

 Was passiert beim Achtsamkeitstraining?

Mit Achtsamkeit trainieren wir unseren so genannten „inneren Beobachter“. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Gefühle und Gedanken. Wir sind ihnen nicht mehr hilflos ausgeliefert und müssen nicht jedem Reiz folgen. Wir lernen den Handlungsspielraum zwischen Reiz und Reaktion kennen. Wir haben immer die Wahl. Das faszinierende finde ich dabei, dass Verantwortung Spaß machen kann!

Ist mangelnde Entspannungsfähigkeit ein Problem unserer Zeit?

 Ja, wir sind viel zu oft und zu lange angespannt. Das bedeutet auch steigender Blutdruck und steigende Herzfrequenz. Der Stress muss aber auch wieder nachlassen, wenn die Anspannung vorbei ist. Und genau das geschieht bei vielen Menschen nicht mehr automatisch. Sie bleiben in dieser angespannten Situation und kommen damit in eine chronische Stress-Situation. Das ist auf die Dauer für Körper, Psyche und soziale Beziehungen extrem schädlich.

Bei welchen Krankheiten kann Achtsamkeitstraining schulmedizinische- oder naturheilkundliche Behandlungen unterstützen?

 Studien haben gezeigt, dass durch ein gezieltes und regelmäßiges Training Schlafstörungen, Schmerzen und Bluthochdruck sich verbessern. Sogar Krebs- und Schlaganfallpatienten können davon profitieren.

Wie sieht ein Achtsamkeitstraining bei Ihnen in der Praxis aus?

 Ich würde sagen: sehr genussvoll. Mit Hilfe der Kunst der achtsamen Berührung – der TouchLife Massage – führe ich meine Klienten Stück für Stück raus aus dem Denken, zurück zu Ihren Körper. In das Spüren im Hier und Jetzt. Der bewusst erfahrbare Atem schenkt dabei neue Energie. Im Vorgespräch stimme ich jede Massage individuell auf die aktuelle Situation meiner Klienten ab. Und damit meine Klienten einen entspannten und achtsamen Behandler vorfinden, meditiere ich selbst vor jeder Massage, um auch selbst innerlich in einer ruhigen Balance zu sein.

Ist ein gesunder Nachtschlaf oder auch eine Siesta am Mittag nicht genau so entspannend als jede geführte Entspannungstechnik?

Die entspannende Wirkung von Schlaf ist nachgewiesen und fast durch nichts zu ersetzen. Allerdings haben Menschen, die chronisch gestresst sind, ganz häufig auch Schlafprobleme. Auch bei vielen psychischen Erkrankungen ist der Schlaf oft massiv gestört. Dann sind Techniken zum runterkommen in jedem Fall sinnvoll.

Wie schaffe ich es, Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren?

 In meinen so genannten Impulsvorträgen erkläre ich genau, wie man das im Alltag umsetzen kann. Diese Vorträge geben erste Denkanstöße und dabei zeige ich auch Übungsbeispiele. Mit meinem achtteiligen Achtsamkeitskurs führe ich tiefer in das Thema ein. Mit angeleiteten CD´ s, zum Beispiel Body Scan, Yoga oder Sitzmeditation kann dann erfolgreich alleine geübt werden. Die Lektüre von ausgewählter Literatur erleichtert das selbstständige Üben. Zwei Tipps aus eigener Erfahrung: Lassen Sie sich von einem erfahrenen Trainer anleiten und üben sie lieber öfters und kürzer als länger und seltener.

Warum finden Sie Achtsamkeit so wichtig?

 Wir haben kaum noch Nischen zum Ausruhen. Steigendes Arbeitstempo, ständige Erreichbarkeit, zunehmender Leistungs- und Erwartungsdruck sowie die steigende Sorge um unseren Arbeitsplatz halten uns ständig auf Trapp. Wir sind häufig gestresst, spüren uns kaum noch und verlieren oft die Freude an den kleinen Dingen des Lebens.

Wie können diese Schwierigkeiten überwunden werden?

 Sehr hilfreich ist es, wenn ich auf die kleinen Freuden des Alltags achte, auch auf das Gute im vermeintlich Schlechten. Feste Pausen und Eins nach dem Anderen tun, geduldig mit mir sein. Auf meine Talente zu achten und an ihnen dran bleiben. Auch Chancen nutzen und neue Erfahrungen sammeln. Aus dem, was ich geschafft habe, gewinne ich Selbstvertrauen und Sicherheit. Loslassen ist das Schlüsselwort.

 Was fasziniert Sie selbst am Thema Achtsamkeit?

Dass es mit Achtsamkeit möglich ist, bewusst den gegenwärtigen Moment zu spüren. Wir leben meist im „Autopilot-Modus“ und machen uns zusätzlich Gedanken über Vergangenes oder Vorstellungen über Zukünftiges. Nur selten sind wir bewusst bei dem, was gerade ist. Häufig lassen wir das Erlebte verdecken von unseren rastlosen Gedanken, negativen Erfahrungen, Bewertungen, Ängsten, Zweifeln und Fantasien. Dabei verlieren wir die Freude am gerade Erlebten.

Welchen Weg sind Sie bisher gegangen? Das heißt: Was hat Sie zum Thema Achtsamkeit gebracht?

Ich bin als Seminarleiter für Prozessmanagement, aktiver Vater, Betreuer für Großtante und ehrenamtlich Engagierter mittendrin in der Sandwich-Generation. Ich weiß um die belastende Zeit in dieser Lebensphase und musste vor fast 20 Jahren durch eigene Krankheit lernen, achtsamer zu werden. Jetzt passe ich gut auf mich und andere auf. In diesem Prozess kam ich mit Achtsamkeitstraining und TouchLife in Berührung. Auch haben mir wertvolle Menschen geholfen, achtsamer zu werden. Diese Erfahrungen möchte ich aus Dankbarkeit weitergeben.

 Was tun Sie in Ihrem Alltag, um achtsam zu bleiben?

Üben, üben, üben…Zwei- bis dreimal die Woche sitze ich Wohnzimmer auf meinem „Bänkchen“ und nehme mir eine halbe Stunde Zeit, um bewusst zu meditieren. Einmal die Woche gehe ich zum Yoga. Seit fünf Jahren fahre ich immer im Oktober für eine Woche zum „Achtsamkeits-Intensiv-Training“ an den Edersee zu meinen Lehrern. Zudem unterstützt mich die Achtsamkeits-App auf meinem Smart-Phone. Letztlich werden durch das regelmäßige Üben immer mehr Momente zu One(Ein-)-Moment-Meditationen. Zugegeben: Auch ich bin nur ein Mensch und nicht immer achtsam, aber, durch das regelmäßige Training bin ich doch immer öfter achtsam. Und das ist im Alltag wichtig!

 Vielen Dank für dieses Gespräch.

https://www.stefan-barthmann.de/

Messevideo Stefan Barthmann, Raum für Berührung, Hainburg

Fotos © Stefan Barthmann, ©Text: ath

 

TRAUMBERUF SCHÄFER(IN) IN HESSEN!

Schäfer gibt es auch in Hessen kaum noch. Julia Djabalameli und Kurt Hartmann zählen in Hessen zu den letzten ihrer Art – die beiden sind Schäfer aus Leidenschaft und können unglaubliche Geschichten erzählen.

Julia Djabalameli ist in der Rhön zuhause, eine Vorzeigeregion, wenn es darum geht, das Zusammenleben von Mensch, Tier und Natur zu gestalten. Sinnbild dieser Symbiose ist das Rhönschaf. Es ist weiß mit schwarzem Kopf und leistet ganze Arbeit bei der Landschaftspflege des UNESCO Biosphärenreservats Rhön. Vor 40 Jahren fast ausgestorben, ist das Rhönschaf heute aus der Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken. Den Ursprung der Rasse vermutet man im 16. Jahrhundert, womit das Rhönschaf eine der ältesten deutschen Schafrassen wäre.

Julia Djabalameli wollte schon als Kind einen Bauernhof besitzen und Schafe hüten. Heute gehört der 47-Jährigen der Spiegelshof sowie 100 Mutterschafe und rund 40 Ziegen. Mit dem Kauf des Hofes 2005 hat sich die Rhönschäferin einen Traum erfüllt: „Schafe hüten ist mein Leben. Ich liebe es bei Wind und Wetter draußen zu sein und am liebsten bin ich da, wo meine Tiere sind.“

Neben dem Schafe hüten, führt sie den Spiegelshof. Hier können auch bis zu zehn Personen in insgesamt vier Ferienzimmer übernachten. Ihren Gästen bietet Julia Djabalameli außerdem geführte Themenwanderungen an. Gemeinsam geht es durch die Kulturlandschaft zu ihrer Rhönschafherde. Die Teilnehmer können die Nutztiere anfassen und erfahren bei der Wanderung die Geschichte des Rhönschafes sowie der Entstehung der Kulturlandschaft. „Ich habe auf meinem Hof in Ehrenberg immer wieder Urlaubsgäste zu Besuch und die Kinder freuen sich, wenn sie den Schafen in ihr weiches Fell greifen können“, sagt Djabalameli.

Wer im Winter zu Besuch ist, kann die Lämmchen mit der Flasche füttern – ein ganz besonderes Highlight für Groß und Klein. Denn wenn die Schafe im Winter im Stall sind, beginnt die Ablammung. Bis zu 120 Lämmer werden dabei geboren. Eine stressige, aber auch schöne Zeit.

Schäfer Kurt Hartmann aus dem Spessart spielt Anfang des Jahres ebenfalls Hebamme. Auch seine rund 160 Mutterschafe bringen dann ihren Nachwuchs zur Welt – 2018 zählte er 170 Lämmchen. „Die Schafe machen das zwar alleine. Aber als Schäfer bin ich Tag und Nacht dabei“, erzählt der 73-Jährige aus Sinntal-Sterbfritz. Schäfer sein ist seine Leidenschaft: Kurt Hartmann wollte diesen Beruf schon als Kind ausüben. Doch ersteimal wurde er Baumaschinenführer bei einer Baufirma. Erst als er in Vorruhestand ging, machte Hartmann seine Passion zur neuen Berufung und ließ sich als Schäfer nieder.

Geholfen hat ihm dabei der Naturschutz, denn die Magerwiesen im Spessart sind etwas ganz Besonderes und müssen gepflegt werden, damit dort keine Büsche hochwachsen und die Kulturlandschaft verkrauten lassen. Magerwiesen gehören in Europa zu den artenreichsten Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Auf dem besonders nährstoffreichen Boden wachsen zahlreiche Wildblumen, die ein Paradies für eine ungeheure Vielfalt an Insekten darstellen. Wenn im Frühjahr der Kalkmagerrasen zu sprießen und die Blumen zu blühen beginnen, ist die Zeit gekommen: Dann weiden Hartmanns Schafe rund um die Dörfer des Sinntals über 30 Hektar Naturschutzfläche ab. Für Hartmann steht der Naturschutz an erster Stelle und er ist mit seiner Herde im Auftrag des Forstamts Hessen unterwegs, um die Verbuschung der hügeligen Wiesen zu verhindern.

Text: Red. und www.hessen-tourismus.de

Foto  ©: hessen-agentur