Hessische Landesregierung vergibt zum 8. Mal den Hessischen Gesundheitspreis

Staatssekretärin Anne Janz ehrt herausragende und innovative Ansätze zur Gestaltung eines gesunden Lebens der hessischen Bürgerinnen und Bürger jeden Alters.

Der hessische Gesundheitspreis soll Menschen in Hessen davon begeistern, sich für ihre eigene oder die Gesundheit anderer einzusetzen und diese zu fördern. Die Preisträgerinnen und Preisträger tragen mit ihrer großartigen Arbeit dazu bei, Prävention und Gesundheitsförderung in Hessen qualitativ weiterzuentwickeln“, betonte die Staatssekretärin in ihrer Begrüßung. Sie ehrte je ein Projekt aus den Bereichen „Gesund Aufwachsen“, „Gesund Bleiben“ und „Gesund Altern“. Aufgrund des beispielhaften Engagements wurde darüber hinaus ein lebensphasenübergreifendes Projekt mit dem Sonderpreis ausgezeichnet. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhielten eine Urkunde und ein Preisgeld von je 2.000 €, der Sonderpreis wurde mit einer Urkunde gewürdigt.

Die Gewinner:

 Bereich „Gesund Aufwachsen“: Fortbildungen zu chronischen Krankheiten in Kindertagesstätten (Kitas) und Schulen, Darmstadt

Die Fortbildungen zu chronischen Krankheiten in Kitas und Schulen der Prinzessin Margarete Kliniken in Darmstadt sollen Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte im Umgang mit chronisch kranken Kindern stärken, um die uneingeschränkte Teilhabe und Teilnahme der Kinder an allen Aktivitäten in Kitas und Schulen zu ermöglichen.

Es geht dabei insbesondere um jene Kinder, die im Rahmen ihrer außerhäuslichen Versorgung Medikamente benötigen. In den Betreuungseinrichtungen sind Medikamentengabe und bzw. oder Messungen von Körperfunktionen, also medizinische Hilfsmaßnahmen, freiwillige und zusätzliche Leistungen. In den Fortbildungen werden Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher umfassend über die rechtlichen Aspekte bei der Ersten Hilfe und bzw. oder Medikamentengabe aufgeklärt, um mehr Handlungssicherheit zu erlangen und mögliche Unsicherheiten auszuräumen.

Dadurch soll die Versorgung der betroffenen Kinder verbessert, die Inklusion und Integration gefördert sowie eine Ausgrenzung und Stigmatisierung vermieden werden. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium, der Unfallkasse Hessen, dem Darmstädter Schulamt und weiteren überregionalen Schulämtern sowie regionalen Kreisverwaltungen umgesetzt.

Bereich „Gesund Bleiben“: Kommunale Gesundheitsinitiativen – interkulturell (KoGi), Frankfurt am Main

Um gesundheitliche Chancengleichheit für alle herzustellen, sind niedrigschwellige Gesundheitsinformationen, Aufklärung und ein gleichberechtigter Zugang zu den Gesundheitsdiensten Voraussetzung. Das Projekt „KoGi“ zielt genau darauf ab. Es wurde entwickelt, um die interkulturellen Herausforderungen an die öffentliche Gesundheit kommunal und lebensweltlich zu gestalten.

Die zentrale Methode ist das Multiplikatorenkonzept. Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund werden durch eine Fortbildung befähigt, als Gesundheitslotsinnen und Gesundheitslotsen in ihrer jeweiligen Lebenswelt gesundheitsförderliche Bedingungen zu gestalten. Die Ausbildung beinhaltet Themen der Prävention und Gesundheitsförderung, insbesondere auch im Kontext von gesundheitlichem Verbraucherschutz- und Patientenrechtsfragen.

Die an den Schulungen und Trainings beteiligten Migrantinnen und Migranten werden in die Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur primären Prävention und Gesundheits- und Selbsthilfeförderung einbezogen. Das Projekt ist hauptsächlich auf die Sozialräume der Stadt Frankfurt am Main ausgerichtet und arbeitet insbesondere mit Stadtteil- und Quartierseinrichtungen zusammen. KoGi wird im Wesentlichen im Rahmen des Gesunde-Städte-Projektes über die Stadt Frankfurt finanziert.

Bereich „Gesund Altern“: Treffpunkt Bewegung – in Ihrem Stadtteil, Kassel

Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft mit Gleichgesinnten kann die Lebensqualität erhöhen sowie die physische und psychische Gesundheit stärken. Ältere Menschen leiden häufiger an Bewegungsmangel.

Um inaktive ältere Menschen dabei zu unterstützen, aktiver zu leben, sind die Begleitung beim Aufbau nachbarschaftlicher Beziehungen sowie die Koordination von vielfältig vorhandenen Informationen und Angeboten wichtige Schritte. „Treffpunkt Bewegung – in Ihrem Stadtteil“ ist ein innovatives flächendeckendes Bewegungsangebot für ältere Menschen in mittlerweile bald zehn Stadtteilen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind hauptsächlich Menschen im Alter von über 60 Jahren, die sich einmal wöchentlich an einem vorher abgesprochenen Treffpunkt in einem der Stadtteile zum Spazierengehen treffen. Dies erfolgt in Begleitung von qualifizierten Übungsleiterinnen und Übungsleitern. Unterstützt wird das Projekt von Kasseler Sportvereinen und Netzwerkpartnern sowie dem Gesundheitsamt Kassel und dem Sozialamt Kassel. Wissenschaftlich betreut wird es von der Universität Kassel, es findet im Rahmen des „Transfer- und Anwendungszentrums Sport in Kassel (TASK)“ statt. TASK wird vom Hessischen Ministerium des Inneren und für Sport (HMdIS) gefördert.

Sonderpreis der Jury: Integrierter Präventionsplan „Gemeinsam für Gesundheit und Lebensqualität“, Marburg und Marburg-Biedenkopf

Die Gesamtinitiative „Gesundheit fördern – Versorgung stärken“ bildet den strukturellen Rahmen für den Präventionsplan „Gemeinsam für Gesundheit und Lebensqualität“ und wird vom Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg getragen.

Dabei handelt es sich um eine integrierte Handlungsstrategie, die sich in drei Lebensphasen gliedert: „Gesund aufwachsen“, „Gesund bleiben – Mitten im Leben“ und „Gesund altern“. Dadurch soll langfristig ermöglicht werden, dass gesundheitsfördernde Maßnahmen in den verschiedenen Lebensphasen aufeinander aufbauen.

Die Entwicklung einer integrierten kommunalen Strategie und der Aufbau sogenannter „Präventionsketten“ sind erprobte Vorgehensweisen. Die Initiative möchte durch Maßnahmen der Gesundheitsförderung sowie Prävention und der Förderung der medizinischen und pflegerischen Versorgung die Gesundheit und Lebensqualität der Einwohnerinnen und Einwohner verbessern. Die Initiative wird durch die Techniker Krankenkasse gefördert.

Informationen zur Jury

Die Jury des 8. Hessischen Gesundheitspreises setzt sich aus Persönlichkeiten zusammen, welche die Gesundheitsförderung und Prävention aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten, darunter Vertreter aus Wissenschaft und Forschung, Krankenversicherung, Gesundheitsdiensten und Verwaltung:

 

  • Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
  • Prof. Dr. Volker Beck, Hochschule Darmstadt
  • Dr. med. Harald Herholz, Kassenärztliche Vereinigung Hessen
  • Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller, Hochschule Fulda
  • Jürgen Krahn, Landesverband Hessen der Ärzte und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V.
  • Detlef Lamm, AOK Hessen
  • Wolfgang Schmidt-Rosengarten, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
  • Dieter Schulenberg, HAGE – Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V.

Die HAGE

Die HAGE – Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. macht sich stark für die Gesundheitsförderung und Prävention in Hessen. Sie ist eine landesweit arbeitende Vereinigung mit aktuell 61 institutionellen Mitgliedern und verbindet Akteurinnen und Akteure und ihre Aktivitäten aus allen Bereichen und Arbeitsfeldern, die sich mit Gesundheitsförderung und Prävention beschäftigen. Die HAGE versteht sich als Brückeninstanz zwischen Praxis, Wissenschaft und Politik. Ziel des Vereins ist es, einen integrierten Beitrag zur Verbesserung des körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens der hessischen Bevölkerung zu leisten.

 

Text: Redaktion gesund-in-rheinmain und Hess. Landesregierung

Foto: 1,2,3 rfm

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