Älter werden wir später! Aylin Urbersbach-Jeder will möglichst lange jung sein. Warum?

Aylin Urbersbach

Mein Anti-Aging-Programm für ein gesundes, glückliches Leben

Jeder will möglichst lange jung sein. Warum?

Darum geht es gar nicht! Wir wollen lebenslang attraktiv sein. Jung auszusehen oder jünger zu wirken führt nicht automatisch zu mehr Attraktivität. Die Definition von „jung“ impliziert Frische, Vitalität und Gesundheit. Wie wir alle wissen, stimmen diese Aspekte nicht unbedingt mit den realen Lebensjahren überein. Fassaden bröckeln. Das Fundament ist ausschlaggebend – ob es lange stabil und schön bleibt. Das ist mir sehr wichtig. Mir geht es darum, die Stufe auf der Evolutionsleiter höher zu steigen und nicht nur älter zu werden, sondern frisch und dynamisch älter zu werden.

Zweifellos ermöglicht heute die Medizin in den westlichen Industrienationen ein höheres Lebensalter aufgrund medizinischer Fortschritte und eines hohen Lebensstandards. Aber wir selbst sind maßgeblich verantwortlich für die Qualität unserer Lebensjahre. Es gibt keine Pille, die dafür sorgt, dass wir fit und gesund bleiben, Jede einzelne Gemüseportion, jedes Obststück, jede Bewegung und jede Ressource, der wir uns bedienen, trägt dazu bei, unseren Körper und unseren Geist fit zu halten. Wer körperlich gesund, mental fit und psychisch gelassen ist, strahlt auch im höherem Alter Schönheit und Attraktivität aus. Und die ist meines Erachtens jeder Schönheit eines unterernährten und gestressten 20-jährigen Modells überlegen :-).

Welche Rolle spielt die Schönheit beim Älterwerden?

Natürlich sind ein hübsches Gesicht und ein durchtrainierter Körper sehr ansehnlich. Schönheit ist aber mehr. Schönheit ist das Produkt aus körperlicher Gesundheit, mentaler Gelassenheit und glücklicher Gegenwärtigkeit. Bestimmt haben Sie schon mal eine Person wahrgenommen, der aus einer Menschenmenge herausstrahlt. Und Sie denken „Wow, was ein schöner Mensch?!“ Bei näherer Betrachtung sehen Sie vielleicht Falten im Gesicht, vielleicht sind die Haare schon etwas lichter, vielleicht zeigt sich das eine oder andere Fettpolster und doch bleiben Sie dabei, dass dieser Mensch schön ist und eine charismatische Schönheit ausstrahlt. Entweder hat dieser Mensch mein Buch gelesen ;-) oder mindestens intuitiv praktiziert, was ich darin empfehle.

Ist es in Ordnung, sein Aussehen zu optimieren?

Wir leben in einem goldenen Zeitalter, in dem uns viele Möglichkeiten zur Verfügung stehen, unser Leben zu optimieren. Ich bin kein Freund davon, streng und dogmatisch von konservativen oder operativen Behandlungen abzuraten. Wer sein Aussehen mittels Schönheitschirurgie optimieren möchte, sollte aber unbedingt auf höchste Qualitätsstandards setzen. Eine krankheitsbedingte Operation ist oft nicht zu vermeiden, eine ästhetisch begründete OP aber schon. Daher sollte sie nur unter besten Bedingungen erfolgen. Und, was noch viel wichtiger ist: Eine Schönheits-OP soll nicht dazu dienen, psychische Konflikte zu überdecken.

Ich erinnere mich an Patientin Ende Dreißig. „Ich habe schon alles machen lassen. Sehen Sie noch etwas, was ich noch optimieren könnte?“, fragte sie mich verzweifelt. Tatsächlich hatte sie bereits Botox- und Filler-Behandlungen, Mesotherapie, Brustaufbau, Fettabsaugung und Beinmodellierung machen lassen. Nach näherer Befragung stellte sich heraus, dass ihr Lebensgefährte vier Jahre jünger war und sie sich „nicht genug“ für ihn fühlte. Ich lehnte die Behandlung ab und habe die Patientin danach leider nicht wiedergesehen. Diese Patientin verdeutlicht, dass Schönheitsoperationen nicht dazu dienen dürfen, psychische Konflikte zu behandeln. Und auch kein Vorzeigebeispiel für wirkliche Schönheit sind. Die Patientin war fachlich perfekt behandelt, hatte aber keine Ausstrahlung.

Wie werden wir wirklich im Alter zufrieden?

Entscheidend ist die innere Einstellung. Ob wir uns grundsätzlich annehmen und mit uns selbst einverstanden sind. Wenn ja, sind wir zufrieden. Es geht nicht darum, höher, schneller und besser zu werden, sondern anzukommen im Hier und Jetzt und die ‚Lebens-Diamanten‘ zu nutzen, die man bereits bei sich trägt. Diamanten wie Erfahrungen, Lebensweisheit oder Humor, mit denen man Hürden und Krisen meistern und gestärkt sagen kann „Hier bin ich!“

Gibt es eine Methode, um Alterskrisen gut zu begegnen?

Es mag sich zwar einfach anhören, dennoch möchte ich Sie einladen, es auszuprobieren: mit heiterer Gelassenheit! Um Gelassenheit zu erreichen, ist Akzeptanz ist das Schlüsselwort. Oft stressen wir uns durch Dinge, die wir nicht ändern können. Wie schon der römische Kaiser und Philosoph Marc Aurel wusste: „„Es ist dumm, sich über die Welt zu ärgern. Es kümmert sie nicht.“

Wir können unsere Lebensuhr nicht anhalten und haben auf viele Ereignisse keinen Einfluss. Aber auf unsere Wahrnehmung! Sie entscheidet, wie wir Lebensereignisse emotional bewerten. Ob wir gestresst reagieren oder gelassen. Ob wir das Lebens als Kampf oder als Herausforderungen begreifen. Ob wir lieber stehen bleiben oder Lust haben, uns weiterzuentwickeln. Lebenslang im Lernmodus zu bleiben, versetzt uns in einen höheren Zustand. Negative Gedanken und Gefühle sind hingegen rückwärtsgerichtet. Jeder kann aktiv entscheiden, ob er gehetzt, unzufrieden und unglücklich oder neugierig, offen und gelassen bleiben.

Gibt es neuen Erkenntnisse rund um die Gesundheit im Alter?

Zwei Dinge faszinieren mich besonders. Als bahnbrechend empfinde ich die Forschungen über die Telomere. Telomere sind Schutzklappen auf den Chromosomen. Gut gepflegt, halten sie uns länger gesund und jung und behüten uns vor Krankheiten. Die Forschung konnte beweisen, dass die Länge der Telomere unser biologisches Alter bestimmt. Ich glaube, dass hierzu in Zukunft noch eine ganze Menge neuer Erkenntnisse kommen wird, die unserem Wohlbefinden dienen werden.

Zum anderen bin ich fasziniert davon, wie Jahrhunderte altes Wissen in Bezug auf Ernährung, auf die Früchte der Natur – und damit meine ich Gemüse, Obst, Kräuter, Pflanzen – durch die Fortschritte der Medizin keinesfalls in den Hintergrund getreten sind. Im Gegenteil: je mehr wir sie verstehen, desto mehr erkennen wir ihren Wert. Es kann so einfach sein, gesund und schön älter zu werden. Ein einfaches Beispiel dafür ist das Lebenselixier Wasser. Viele trinken zu wenig und behandeln dann ihre trockene fahle Haut mit teuren feuchtigkeitshaltigen Cremes und laufen aufgrund unzureichender Flüssigkeitszufuhr sogar Gefahr, an einer Niereninsuffizienz zu erkranken. Natürlich ist Wassertrinken kein Allheilmittel. Aber es gehört zur Basis unserer Gesundheit!

Genauso verhält es sich mit der Ernährung. Wir müssen nicht auf Berge klettern, um gutes Gemüse, Obst oder Kräuter zu pflücken. Sie sind auch nicht unerschwinglich teuer. Dennoch erlebe ich häufig, dass lieber Nahrungsergänzungsmittel „eingeworfen“ werden, statt sich gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Das aber macht einen großen Unterschied. Bestimmte pflanzliche Lebensmittel enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die einerseits sehr gesund, andererseits aber auch giftig sind. Für Pflanzen haben sie eine höchst wichtige Funktion: Sie schützen sie vor Angriffen von allen Seiten, zum Beispiel vor Schädlingen, UV-Strahlung, Bakterien, Pilzen oder Parasiten, die die Pflanzen befallen würden, wenn sie sich nicht dagegen wehren könnten. Um genau dies zu schaffen, verfügen die Pflanzen über Sirtuine in großen Mengen. Wenn Pflanzen gestresst sind, produzieren sie mehr davon. Diese Enzyme wirken der Zellalterung entgegen und kurbeln die Verbrennung an. Die Erkenntnisse über diese sekundären Pflanzenstoffe sind vergleichsweise neu; ihre Erforschung ist noch nicht vollständig abgeschlossen

Neu ist aber auch, dass heute eine Generation in die „besten Jahre“ kommt, die noch lange lebenslustig bleibt. Die auch in der zweiten Lebenshälfte viel vorhat. Nicht mehr der Schrecken des Alters, sondern die neuen Chancen stehen im Mittelpunkt. Nie konnten die Menschen so viel angenehme Lebensjahre verbringen, die sie jenseits der Rushhour des Lebens selbstbestimmt, frei und mit Elan genießen dürfen. 20 Jahre „geschenkt“ – das ist neu und war noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar. Die Existenzgrundlagen sind gesichert und reichlich Lebenserfahrung gespeichert. Träume von Familie, Beruf und finanzieller Sicherheit sind erfüllt – und jetzt bleibt immer noch Zeit zum Leben.

Gibt es ein besonderes Schönheitsrezept für uns alle?

Ja, habe ich! Seien Sie gut zu sich! Pflegen Sie sich, Ihren Körper und Ihren Geist. Beide sind ein ganz besonderes Geschenk. Wir können unglaublich viel ertragen und aushalten. Aber wenn wir nicht erkennen, dass unserer Körper und Geist nicht selbstverständlich sind und dass wir lebenslang liebevolle Pflege brauchen, werden wir auf Dauer krank … mit allen Konsequenzen.

Deswegen mein Appell: Pflegen Sie Ihren Körper mit ausreichend viel Wasser, abwechslungsreich mit natürlichen Lebensmitteln, deren Inhaltsliste so kurz wie möglich ist, mit Bewegung und Sport. Pflegen Sie Ihren Geist. Lassen Sie sich nicht mitreißen von der Hektik unseres Zeitgeistes, sondern bleiben einfach mal stehen und genießen, was Sie alles geschafft haben, atmen durch und nehmen sich wahr. Last, but not least: seien Sie dankbar. Und dann schauen Sie mal in den Spiegel und sehen, welche Schönheit Sie da anstrahlt.

Wie steht es mit Ihnen? Was ist Ihnen wichtig

Zwei Dinge sind mir sehr wichtig. Zum einen bin auch ich kein Held und schaffe auch nicht immer zu beherzigen, was ich denke, ausspreche und empfehle. Ich möchte unbedingt so gut, intensiv und vor allem so lange wie möglich weiterleben. Und noch wichtiger ist mir, dass ich all mein Wissen und meine Erkenntnisse meinen Töchtern weitergeben kann, damit auch sie ein glückliches und schönes Leben führen dürfen.

© privat

Aylin Urmersbach, Jahrgang 1971, ist Fachärztin für Allgemein-medizin und Chirurgie mit den Zusatzqualifikationen Ernährungs-medizin, Sportmedizin, Chiro-therapie und Notfallmedizin. Sie betreibt seit 2016 das Institut für Ästhetik und Life Coaching in Wesseling bei Köln. Zusätzlich arbeitet sie beim WDR als Expertin und Moderatorin für die TV-Sendung Servicezeit Gesundheit und tritt regelmäßig als Gast bei Doc Esser auf. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Wesseling.

Aylin Urmersbach

Älter werden wir später!

Mein Anti-Aging-Programm

für ein gesundes, glückliches Leben

192 Seiten, Hardcover

Ca. 50 Abb.

ISBN:978-3-89883-970-9

€ 22,99 (D)

ZS Verlag

 

 

Talk Startbild Dr. Drews

…mit Dr. Uwe Drews „Ganzheitliche Zahnmedizin“ in Rodgau

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KENNEN SIE DEN HESSISCHEN MEDIBUS? MOBILE PRAXIS VON KV UND BAHN

Er ist ein wirklicher Hingucker, der Medibus, die mobile Arztpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH). Mindestens zwei Jahre (seit Juli 2018) wird er in Nordhessen regelmäßig ausgewählte Gemeinden anfahren, um Patienten zu versorgen.

In einem Pilotprojekt von KVH und Deutsche Bahn (DB) Regio wurde das innovative Vorhaben realisiert. „Die medizinische Versorgung stellt uns vor echte Herausforderungen. Gerade in ländlichen Regionen ist der Ärztemangel stark spürbar. Die Gründe dafür sind vielfältig und von uns nur bedingt beeinflussbar. Daher freuen wir uns, Patienten im Werra-Meissner-Kreis und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg mit der mobilen Arztpraxis eine neue Anlaufstelle bieten zu können“, so Dr. Eckhard Starke, zweiter Vorstandsvorsitzender der KVH.

Wo rollt der Medibus?

Seit 1. Juli 2018 hält der Medibus nach Fahrplan (unter www.medibus.de) regelmäßig in den Gemeinden Cornberg, Herleshausen, Nentershausen, Sontra, Ringgau und Weißenborn.

Was erwartet Patienten im Medibus?

Er ist ausgestattet wie eine Hausarztpraxis mit Wartebereich, Labor und einem kleinen Behandlungsraum.

Was sind die Vorteile der mobilen Hausarztpraxis?

Er Kann Gemeinden mit Ärztemangel mehrmals wöchentlich anfahren, um die Patientenversorgung sicherzustellen, unterstützt Hausärzte in ländlichen Regionen Nordhessens und er entlastet niedergelassene Ärzte. Außerdem sorgt er als zusätzliche mobile Praxis für kürzere Wege zu einem Allgemeinmediziner.Die diagnostischen Möglichkeiten des Busses entsprechen hohen Standards. In Ergänzung zum Laborschnelltestgerät  für Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Lungenembolie und  Beinvenenthrombose ist eine Vor-Ort-Bestimmung der  Gerinnungswerte bei Patienten, die Blutverdünnungsmittel einnehmen müssen, durch ein Schnelltestgerät möglich.  Darüber hinaus gibt es auch ein Lungenfunktionsmessgerät und ein Ultraschallgerät. Alle Patienten erhalten einen ausführlichen Behandlungsbericht für den Haus- oder den weiterbehandelnden Facharzt. Dies dient dem Informationsaustausch und maximaler Transparenz. Eine fachärztliche Behandlung findet im Medibus nicht statt.Das „Modellprojekt Medibus“ wurde am 13. März 2019 in Berlin beim Wettbewerb „Ausgezeichnete Gesundheit“ in der Kategorie „Versorgung mit Sicherheit“ als bestes Konzept ausgezeichnet.

Text: Redaktion girm und KV Hessen

Foto:©Kassenärztliche Vereinigung Hessen

 

AOK Hessen: Guter Rat von den Besten

Die AOK Hessen kooperiert mit BetterDoc. Der Service unterstützt Versicherte bei der
Suche nach einem Spezialisten für eine Zweitmeinung, Behandlung oder Operation. Dabei geht es
insbesondere um schwerwiegende und komplexe Krankheiten.

Versicherte der AOK Hessen können sich an BetterDoc wenden, um innerhalb von 48 Stunden einen geeigneten
Spezialisten für eine Zweitmeinung, Behandlung oder Operation zu finden. Jeder Patient wird bei BetterDoc durch einen
festen Ansprechpartner betreut. Die Informationen zu geeigneten Spezialisten werden dem Patienten schriftlich
zugestellt und im Anschluss durch seinen persönlichen Betreuer telefonisch erläutert. Auf Wunsch übernimmt BetterDoc
auch die Terminvereinbarung. Allein in der Probephase der Kooperation (Mai bis Oktober 2016) wurden über 150 Fälle
bearbeitet. Das Ergebnis: Ein Drittel aller Diagnosen wird korrigiert, zwei Drittel der Therapiepläne werden angepasst.
So wurden beispielsweise 62 Prozent aller geplanten Operationen ? in erster Linie wegen Knie- und Hüftarthrose oder
Rückenleiden ? vermieden, weil sie tatsächlich unnötig gewesen wären.

Die Weiterempfehlungsrate für den Service von BetterDoc seitens der AOK-Versicherten lag in diesem Zeitraum bei 95
Prozent. „Für den medizinischen Laien ist es nahezu unmöglich, eine vorgeschlagene Operation oder Therapie
medizinisch zu beurteilen, zumal sich diese Menschen gerade in einer belastenden Lebenssituation befinden. Durch
unsere Kooperation mit BetterDoc bieten wir hier eine schnelle und unkomplizierte Hilfe für unsere Versicherten,? meint
Dr. med. Roland Strasheim, verantwortlich für stationäre Versorgung bei der AOK Hessen. Dabei setzt BetterDoc
diagnosespezifisch auf die Auswertung verschiedener Qualitätskriterien, um für die Erkrankungen und die individuelle
Situation der Patienten geeignete Spezialisten zu identifizieren.

Das können beispielsweise Fallzahlen, Zertifizierungen oder Routine-datenanalysen sein. ?Wir prüfen auch, ob sich ein
Arzt regelmäßig bei Fachkongressen, Arbeitsgruppen, Qualitätszirkeln und Fortbildungen engagiert. Darüber hinaus
betreuen wir jeden Patienten auch nach Therapiebeginn zwei Jahre lang weiter und messen den Behandlungserfolg
direkt am Patienten?, erklärt Dr. med. Donata von Dellingshausen, medizinische Direktorin bei BetterDoc. Einzigartig am
BetterDoc-Service ist die ehrenamtliche Unterstützung durch über 2.500 hochspezialisierte Ärzte aus 32 Fachgebieten
mit über 400 Spezialisierungen, die dem Expertenbeirat von BetterDoc angehören.

Diese Ärzte unterstützen bei Fällen seltener und komplexer Erkrankungen, indem sie ? in einem onlinebasierten
Verfahren ? die Frage beantworten, wo sie sich oder einen Angehörigen in dieser Situation behandeln lassen würden.
So hat das Unternehmen die Möglichkeit, über alle Indikationen hinweg das kollektive Wissen führender Experten an die
Patienten weiterzugeben. ?Wir sind sicher, mit diesem Serviceangebot für unsere Versicherten einen bedeutenden
Beitrag für eine hochwertige und qualitätsgesicherte Medizin zu leisten?, betont Dr. Roland Strasheim. BetterDoc
spendet für jeden Fall, an dem sich der Expertenbeirat beratend beteiligt, 100 Euro an ?Ärzte ohne Grenzen? bzw. zwei
weitere gemeinnützige Projekte.

Bild©123RF

Fit und Gesund: Wir treffen Schwimmlegende Michael Groß

Dr. Michael Groß im Interview mit Andrea Thoma

Im Profil …Dr. Michael Groß

 Er war DER deutsche Rekord-Schwimmer der 80er Jahre: Michael Groß. Genannt „Albatros“. Heute ist er selbstständiger Unternehmensberater in Frankfurt, Buchautor und Dozent an einer privaten Wirtschaftsuniversität. Begonnen hat seine legendäre Karriere mit 16 Jahren. Der Hausarzt hat seiner Mutter empfohlen, den Sohn wegen seines schnellen Wachstums zum Schwimmen zu schicken. Bald war Michael Groß 2,01 Meter lang und hatte eine Armspannweite von 2,13 Metern. Er machte als Schwimmer eine sensationelle Karriere: 21 Titelgewinne bei Olympischen Spielen, Welt-und Europameisterschaften. Davon drei Goldmedaillen, fünf Weltmeisterschaften, 13 Europameisterschaften, 12 Weltrekorde und 24 Europarekorde. Andrea Thoma traf den Weltrekordler zum Gespräch:

Andrea Thoma: Lieber Michael Groß, auf Ihrer Webseite steht ein wunderbarer Lebensspruch: `Nicht weil etwas schwer ist, wagen wir es nicht. Weil wir es nicht wagen, wird es schwer´. – Haben Sie alles gewagt im Leben?

 Michael Groß: Nein, ganz sicher nicht. Ich wollte zum Beispiel unbedingt einmal längere Zeit im Ausland leben, um andere Kulturen besser kennenzulernen. Ich wollte nach Amerika oder Australien. Als Student konnte ich das nicht machen, weil ich damals schon eigenes Geld durch den Sport verdient habe, und eine Scholarship (Stipendium) in den USA gab es leider nur für `mittellose´ Studenten. Und danach ging es weiter mit Universität, Wehrdienst, Familie und Firmengründung. Irgendwie hat es nie gepasst. Ich bin nun mal in Frankfurt verankert.

 Wenn man 21 Titelgewinne im Schwimmen nach Hause geholt hat, die ganze Welt den `Albatros´ kennt, zieht es Sie dann heute noch ins Schwimmbad?

 Dieses Jahr war ich überhaupt noch nicht schwimmen. Ich mache mit meiner Familie inzwischen einfach andere Sportarten, wie Wakeboarden, Snowboarden, Fahrradfahren. Außerdem habe ich einen Bootsführerschien. Die Prioritäten haben sich einfach im Laufe der Zeit verlagert.

 Was ist geblieben von der Weltkarriere in den 80er Jahren?

 Ich habe einfach eine ganz andere berufliche Laufbahn eingeschlagen. Mit dem damaligen Leben hat mein heutiges fast nichts mehr zu tun. Natürlich falle ich schon durch meine Größe immer noch auf. Aber die Jüngeren wissen mit dem `Albatros´ fast nichts mehr anzufangen.

 Eigentlich haben Sie Ihre Karriere ja Ihrem Hausarzt zu verdanken, der Ihrer Mutter riet, Sie zum Schwimmen zu schicken, weil Sie so schnell gewachsen sind….

 Ja, das hat der Arzt meiner Mutter sogar dringend angeraten. Denn die Muskeln sollten sich mit entwickeln und das geht im Wasser am besten. So wurde aus einem medizinischen Ratschlag eine Sportler-Karriere.

 Was ist die größte Kunst beim Schwimmen?

 Kraft und Technik in das Wasser zu bringen – das ist die Herausforderung für jeden Schwimmer.

 Sie sind 2,01 Meter lang. Diese Größe hat Ihnen den Zugang ins Cockpit verbaut, denn Sie wollten Pilot werden…

 MG: Ich bin kläglich an sechs Zentimetern gescheitert. Die Lufthansa hat mich nicht genommen, denn ich hätte in kein Cockpit einer kleineren Maschine gepasst. Und natürlich besteht bei großen Menschen auch die Gefahr eines Blackouts im Extremfall. Bei starken Beschleunigungen werden die Extremitäten und das Gehirn nicht mehr gut durchblutet. Das kann sich ein Pilot nicht leisten.

 Lassen Sie sich Ihre Kleidung maßanfertigen?

 Ja, mein Onkel und mein Cousin haben sich mit ihrer Spezial-Schneiderei Wermter auf maßgeschneiderte Konfektion für große Menschen spezialisiert. Sie haben tolle Schnitte und sehr schöne Stoffe. Also fahre ich öfter mal nach Essen, nicht weit von der Villa Hügel ist ihr Schneider-Unternehmen, und kleide mich dort ein. Das mache ich schon seit Jahrzehnten…

 Ihre sensationelle Sportlerkarriere haben Sie mit 26 Jahren beendet. Wenn man zurückblickt, dann hat man das Gefühl, Schwimmen war Ihr Hobby. Sie haben sich nicht so vermarkten lassen wie viele andere Sportler. War das so gewollt?

 Sie sagen es ganz richtig: Schwimmen war mein Hobby. Die schönste Nebensache der Welt. Ich hatte auch nur sehr kleine private Zeitfenster, also habe ich Vieles einfach abgelehnt. Heute ist der Sport Teil des Showbusiness. Ein großer PR-Aufmarsch. Da konnte man sich vor 20 oder 30 Jahren noch ganz gut raushalten.

 Nach Ihrer aktiven Zeit waren Sie auch als Funktionär im Vorstand des Deutschen Sportbundes. Sie sagen, Josef Neckermann, der erste und langjährige Vorstand, würde sich über die heutige Ausrichtung des Deutschen Sportbundes im Grabe herumdrehen. Warum?

 Weil dort seit vielen Jahren der Stillstand, die reine Verwaltung der Macht Einzug gehalten hat. Und das ist nicht mein Ding. Das war auch nicht Neckermanns´ Ding und schon gar nicht seine Vision von Sportförderung. Ich bin auch kein Machtmensch. Mir geht es um Inhalte. Dort wurden und werden Claims abgesteckt. Es gibt keine Visionen mehr, keine Agenda. Deshalb habe ich 2005, nach fünf Jahren im Vorstand, den Job auch niedergelegt.

 Nochmal zurück zu den Schwimmanfängen. Sie sind ja sozusagen auf Feindesland geschwommen. In Offenbach…

 Damals gab es rund um Frankfurt nur zwei gute Schwimmclubs, einer in Darmstadt und einer in Offenbach. Letzterer war einfach näher. Die S-Bahn hat an der Stadtgrenze von Offenbach gehalten und ich musste lange laufen, um das Schwimmbad zu erreichen. Die alte Fehde zwischen den beiden Städten ist eher belustigend, die habe ich nie ernst genommen. Darüber habe ich oft mit Petra Roth, der früheren Frankfurter Oberbürgermeisterin Witze gemacht.

 Sie haben inzwischen zwei Bücher geschrieben. Eines davon heißt: `Selbstcoaching´. Darin schreiben Sie, man solle für die Karriere ein Glückstagebuch führen. Wozu soll das gut sein?

 Um die Schlangenlinien im Leben aufzuzeichnen. Um die positiven Momente des Alltags später zu memorieren. Denn genau diese Kleinigkeiten gehen uns im Rückblick oft verloren. Aber sie sind Teil unseres Lebens und unseres Glücks. Diese Aufzeichnungen zeigen, wenn man sie später liest, die Schritte nach vorn, die zurück, und die zur Seite. Das ist im Rückblick oft sehr spannend.

 Und seine Erfolge solle man in einen so genannten Motivkompass eintragen…

 Das sind die Motive, die unser Leben wirklich bewegen. Kein festes Programm, aber das, was uns ausmacht. Manchmal, zum Beispiel bei wichtigen Entscheidungen, lohnt es sich, diese Motive mit einzubeziehen.

 Wie coachen Sie sich selbst? Woran denken Sie, wenn Sie morgens aufstehen?

 Ich führe auch ein solches Glückstagebuch und auch einen Motivkompass. Alles wird täglich und händisch eingetragen. Übrigens bin ich grundsätzlich ein sehr haptischer Mensch. Ich schreibe und strukturiere auch meine Bücher, Vorträge und auch wichtige Aufträge in meinem Unternehmen erst auf einem weißen Blatt Papier, dann erst übertrage ich sie in den Computer. Mein Selbst-Coaching besteht vor allem darin, dass ich meine Grenzen als Gestalter kenne und nach diesen mein Leben eingerichtet habe. Nicht statisch, aber in den wichtigen Eckpunkten. Ich gehe mit meinen Zweifeln, auch mit Trauer und Niederlagen, möglichst offen um. Am liebsten präsentiere ich meine Ansichten oder Pläne einem kleinen Kreis von engen Freunden. Das motiviert mich dann immer wieder neu.

Dr. Michael Groß ist am 17. Juni 1964 in Frankfurt geboren. Seine Schwimmkarriere begann er mit 16 Jahren, weil ein Arzt seiner Mutter anriet, ihn wegen seines schnellen Wachstums zum Schwimm-Unterricht anzumelden. Er belegte schon nach wenigen Monaten Training den zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften in München über 100 Meter Schmetterling, im Jahr 1980. Groß trainierte von Anfang an beim Offenbacher Schwimmclub.

Schnell legte er in den 80er Jahren eine Weltkarriere hin. Er gewann insgesamt dreimal Gold bei Olympischen Spielen, wurde fünfmal Weltmeister, dreizehn Mal Europameister, er stellte 12 Weltrekorde und 24 Europarekorde auf. Seinen Spitznamen „Albatros“ erhielt der Schwimmer von den französischen Medien, aufgrund seiner Armspannweite von 2,13 Metern.

Groß machte parallel zur Schwimmkarriere sein Abitur, studierte Philologie und Medienwissenschaften, machte seinen Dr. phil. und schloss daran eine journalistische Ausbildung an.

Heute ist er Geschäftsführer der Frankfurter Kommunikationsagentur Groß & Cie GmbH und arbeitet als selbstständiger Berater, Hochschuldozent und Buchautor  („Siegen kann jeder“ und „Selbstcoaching“).

Mehr zu Michael Groß finden Sie hier: https://www.michael-gross.net/

Michael Groß, Autorin: Andrea Thoma, © Fotos: Michael Groß, privat und ATH Medien

Imagefilm purfitness GmbH, Mainaschaff

Bewegungsmangel im Büro: Tipps für gesünderes Arbeiten

Zu den am meisten verbreiteten Gesundheitsproblemen in Deutschland zählen Rückenbeschwerden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine wesentliche Ursache dafür ist Bewegungsmangel. Unter diesem leiden insbesondere Menschen, die vor allem am Schreibtisch arbeiten. Hier gilt es gesünder zu leben!

„Sehr viele Berufstätige bestreiten ihren Büroalltag hauptsächlich im Sitzen, allerdings ist der Mensch nicht dafür geschaffen, sich ein Drittel des Tages beinahe gar nicht zu bewegen. Wer gesund und fit bleiben möchte, braucht regelmäßige aktive Pausen“, sagt Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler. Zu langes Sitzen lasse die Bein-, Bauch- und Rückenmuskulatur verkümmern und steigere außerdem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Aufstehen spart Zeit und sorgt für effizientere Meetings

Der Körper braucht laut dem Sportwissenschaftler regelmäßige Pausen vom Sitzen, spätestens nach dreißig Minuten. Sinnvoll sei es beispielsweise, lieber die Kolleginnen im Nachbarbüro persönlich zu besuchen, statt aus Bequemlichkeit zum Telefonhörer zu greifen. „Wer sich ab und zu erhebt, tut nicht nur etwas für seine Gesundheit, sondern wird auch effizienter. Telefonate werden erstaunlicherweise deutlich kürzer, wenn man sie im Stehen führt. Auch ein Konferenzraum ohne Stühle erhöht die Effizienz von Meetings enorm“, berichtet der Sportwissenschaftler. Immer größerer Beliebtheit erfreuten sich auch sogenannte Walk-and-talk-Meetings. Statt einer Besprechung im Büro würden Projekt-Ideen oder das Tagesgeschäft schlicht bei einem Spaziergang diskutiert. Das erspare den Beteiligten womöglich sogar die eine oder andere überflüssige Präsentation.

Gesundes Team, gesundes Unternehmen

 Beim Thema Gesundheit seien auch die Unternehmen gefragt. „Modernen Arbeitgebern ist mittlerweile klar, dass es für den Erfolg eines Unternehmens auch auf die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ankommt. Mit einem ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagement, das auch die gesundheitsförderlichen Verhältnisse berücksichtigt, lässt sich gezielt mehr Bewegung in den Arbeitsalltag integrieren“, so Möhlendick.

 

Text: Barmer und Redaktion girm

Foto: Barmer

Prof. Dr. Martin Storr und Angelika Bissinger: Den Reizdarm mit Achtsamkeitsübungen beruhigen

Mindful Darm: Den Reizdarm mit Achtsamkeitsübungen beruhigen

Stress macht dem Darm schwer zu schaffen – er reagiert mit Verdauungsproblemen, Krämpfen und Schmerzen. Gastroenterologe Martin Storr zeigt in seinem Hörbuch „Mindful Darm“, wie spezielle Achtsamkeitsübungen den Darm beruhigen und Schmerzen effektiv lindern.

Prof. Dr. Martin Storr und Angelika Bissinger

Mindful Darm. Achtsamkeitsübungen gegen Reizdarm

TRIAS Verlag, Stuttgart. 2019

HÖRBUCH EUR [D] 14,99 EUR [A] 14,99 (UVP)

ISBN HÖRBUCH: 9783432109480

 

 

Gesünder essen – weniger CO2 durch weniger Fleisch

Die Treibhausgas-Emissionen gehen aktuell viel zu langsam zurück. 2007 hat die
Bundesregierung sich mit dem „Integrierten Energie- und Klimaprogramm“ verpflichtet, die
deutschen Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu mindern.

Dieses Ziel wird Deutschland ohne Weiteres nicht erreichen, das geht aus dem Indikatorenbericht
2018 des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Politik muss dringend handeln, um das Klima zu
schützen. Aber auch jeder und jede Einzelne kann etwas tun: Der Nachhaltige Warenkorb zeigt, wie
man durch kleine Veränderungen im Alltag den individuellen CO2-Fußabruck verringern kann –
und sich selbst etwas Gutes tut.

Gesünder essen – weniger CO2 durch weniger Fleisch

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt einen Fleischkonsum von 15,6 kg für Frauen
und 31,2 kg für Männer im Jahr – das entspricht 300 bis 600 Gramm in der Woche. Der heutige
Verzehr beträgt in etwa das Doppelte, fast 28% der Bevölkerung essen täglich Fleisch. Das ist nicht
nur ungesund, sondern bedeutet auch einen viel zu hohen CO2-Ausstoß durch Massentierhaltung.
So sind 14,5 Prozent aller weltweiten Treibhausgasemissionen auf die Haltung und Verarbeitung
von Tieren zurückzuführen. Außerdem trägt der Fleischkonsum aufgrund des hohen Bedarfs an
Soja als Futtermittel (vor allem für Geflügel, Schwein und Rind) insbesondere in Südamerika zur
Rodung von Urwäldern und der Zerstörung von Ökosystemen bei, was ebenfalls zum vermehrten
Ausstoß von Treibhausgasen führt.

Weniger shoppen – Kleidung gebraucht kaufen, CO2 einsparen

Pro Person werden in Deutschland jährlich im Schnitt 26 kg Textilien gekauft, davon zwischen 12
und 15 kg Kleidung. Das bedeutet während der Produktion eine enorme Menge an CO2-Ausstoß. So
werden beispielsweise bei der Herstellung eines weißen Damen-T-Shirts circa 10,75 kg CO2
freigesetzt. Wer weniger (neue) Kleidung kauft, spart Geld und gleichzeitig CO2.
Nutzen Sie einfach Flohmärkte oder Secondhandläden oder tauschen Sie im Bekanntenkreis.

Mehr Bewegung – zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein, statt mit dem Auto zu fahren, spart CO2

Die vom Autoverkehr verursachte Umweltbelastung ist in den letzten Jahren gewachsen. Als
Gründe für den Anstieg um 6,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 nennt das Statistische
Bundesamt mehr Autos, eine größere Gesamtlaufleistung und stärkere Motoren. Das Auto ist in
Deutschland der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen, denn Autoverkehr
verursacht rund 18 Prozent all unseres CO2-Ausstoßes. Zu Fuß gehen oder das Fahrrad sind im
Stadtverkehr die besten Alternativen, da hierbei kein weiterer CO2-Ausstoß stattfindet.

In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass eine Berufspendlerin oder Berufspendler, die oder
der werktags je 5 km mit dem Rad zur Arbeit hin und zurück fährt, im Jahr rund 350 kg CO2-
Emissionen einsparen kann, dazu Geld spart und etwas für die eigene Gesundheit tut.

Geld sparen – Lebensmittelverschwendung reduzieren, heißt CO2 -Emissionen reduzieren

In Deutschland landen pro Person jährlich bis zu 55 kg Lebensmittel in der Tonne. Ernährung ist
neben Wohnen und Mobilität der Bereich, der sich am stärksten auf unsere Klimabilanz auswirkt.
Durch Produktion, Transport und Lagerung verursacht unser Ernährungsstil jährlich im
Durchschnitt 1,75 Tonnen CO2 pro Kopf. Ein bewusster Einkauf, der am besten auf regionale und
saisonale Produkte setzt, und ein geordneter Kühlschrank helfen, weniger Lebensmittel
wegzuwerfen. Fast 22 Mio Tonnen CO2 könnten durch vermeidbare Lebensmittelverluste eingespart werden,
mehr als doppelt so viel, wenn man die dadurch reduzierte Flächennutzung mit einbezieht.

Geld sinnvoller nutzen – der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank ist eine Investition in den Klimaschutz

Nach eigenen Schätzungen muss die Europäische Union zur Umsetzung der Klima- und
Energieziele jährlich 180 Milliarden Euro an Kapital mobilisieren. Ohne nachhaltig ausgerichtete
öffentliche und private Investitionen wird diese gewaltige Aufgabe nicht zu stemmen sein. Wer sich
vornimmt, im neuen Jahr die eigenen Finanzen neu zu ordnen, kann die Chance direkt nutzen, um
zu einer nachhaltigen Bank zu wechseln und über diese das eigene Geld in Projekte zu investieren,
die positiv auf die Klima- und Energieziele einzahlen.

Ökologisch orientierte Finanzanlagen sind wichtiger denn je, um den Klimaschutz zu unterstützen.
Besonders deutlich wird dies, wenn man sich den Klimafußabdruck herkömmlicher
Investmentfonds im Vergleich zu nachhaltigen Fonds anschaut: herkömmliche Fonds produzieren
im Schnitt 904 Kg CO2 je 1000 Euro nachhaltig orientierte Fonds hingegen nur 163 Kg CO2. je 1000
Euro.

Der Nachhaltige Warenkorb

Nachhaltig konsumieren ist heute schon möglich: Wie es geht, zeigt der Nachhaltige Warenkorb des Rates
für Nachhaltige Entwicklung. Der Einkaufsführer weist auf nachhaltige Konsumalternativen hin und gibt
mit Faustregeln Orientierung für konkrete Konsumentscheidungen zu Lebensmitteln, Reisen und
Mobilität, Wohnen und Bauen, Haushalt und Elektronik, Mode und Kosmetik. Zudem bietet er
Bewertungen von Siegeln und Produktkennzeichnungen. Der Nachhaltige Warenkorb wird jährlich unter
wissenschaftlicher Begleitung aktualisiert. Er ist als Broschüre erhältlich und im Internet.
www.nachhaltiger-warenkorb.de

Foto Copyright 123Rf.com

Andrea Thoma trifft: Prof. Dr. med. Gustav Dobos

„Medizin bedeutet vor allem auch persönliche Zuwendung“

Gespräch mit dem Pionier der Integrativen Medizin in Deutschland: Prof. Dr. med. Gustav Dobos

Prof. Gustav Dobos hat viele Jahre lang Pionierarbeit für die Naturheilkunde geleistet. Im badischen Freiburg, im sächsischen Bad Elster, in Amerika, China und Indien. 1999 gründete er mitten im Ruhrgebiet die erste deutsche Modell-Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin am Akademischen Lehrkrankenhaus der Universität Essen-Duisburg. Andrea Thoma hat Prof. Dobos in Essen besucht.

Dobos ist das Alter Ego der Essener Klinik. Ohne ihn und seine Begeisterungsfähigkeit für die ganzheitliche Heilkunde, gäbe es das Projekt nicht. Inzwischen hat er mit seinem Team mehr als 40.000 Patienten behandelt und auch die Krankenkassen erkennen seine Therapien längst an. Gustav Dobos ist angekommen. Seinen Erfolg betrachtet er ganz ohne Hybris. Aus der Vision wurde Krankenhaus-Alltag.

In seinem Arbeitszimmer mit deckenhohen Regalen stapeln sich hunderte von Büchern. Medizinische und viele philosophische. Schriften von Konfizius, Laotse, Pfarrer Kneipp und Hildegard von Bingen. Dazwischen einige Holzfiguren, Mitbringsel aus Asien.

Gerade hat der 64jährige sein tägliches Sportpensum auf einem Desktop-Laufband absolviert. Es erlaubt ihm, Schreibtischarbeit und Laufen zu verbinden. Im Winter, wenn er die 16 Kilometer von seinem Zuhause in die Klinik nicht mit dem Fahrrad fährt, stehen Indoor-Übungen an. Sport, Meditation, Yoga – in Kombination mit guter Ernährung. Die Eckpfeiler seines Lebens. Die Bestandteile seiner ganzheitlichen Medizin. Er missioniert mit dieser Lebensweise nicht. Sie ist einfach seine Passion.

Andrea Thoma: Herr Prof. Dobos, was bedeutet Integrative Medizin?

Prof. Gustav Dobos: Der Begriff definiert letztendlich, dass der Dualismus – auf der einen Seite die Schulmedizin, auf der anderen Seite die Naturheilkunde – in unserem Klinik-Alltag weitgehend aufgehoben ist. Was zählt, ist die nachgewiesene Wirksamkeit und die Sicherheit der Behandlung für den Patienten. Die standardisierten Abläufe einer Klinik erlauben es meistens nicht, den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit zu erkennen und zu verstehen. Die Spezialisierung der Ärzte tut ein Übriges. Mit dem ganzheitlichen Blick auf einen Kranken ist oft schon der erste Schritt zu einer Veränderung gemacht.

Zu Beginn Ihrer Karriere haben Sie sich mit nephrologisch-immunologischen Themen in der Schulmedizin beschäftigt. Gab es ein auslösendes Erlebnis, sich komplett der Naturheilkunde zuzuwenden?

Eigentlich wäre ich ursprünglich am liebsten ein handwerklich arbeitender Künstler geworden. Noch heute mache ich in meiner Freizeit gerne filigrane Goldschmiedearbeiten und verschenke sie an Familie und Freunde. Dass ich letztendlich mit der Naturheilkunde reüssierte, daran ist meine Frau entscheidend beteiligt. Sie hat Anfang der Achtziger Jahre in Freiburg Sinologie studiert und mich zu einem Auslandssemester nach China einfach `mitgeschleppt´. Conditio für ein Visum war damals eine Ausbildung in Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) vor Ort.

Am Anfang war ich sehr skeptisch. Das Krankheit in Asien als Disbalance von Körper und Seele angesehen wird, dieser Gedanke war mir, in meiner erlernten Organfixiertheit, völlig fremd. Dann aber habe ich wahrgenommen, dass die Methoden der chinesischen Kollegen häufig zum Erfolg führten. Auch die Haptik dieser Medizin faszinierte mich. Der Arzt nahm sich Zeit für die Anamnese, er fasste die Patienten an, fühlte die Pulse und betrachtete die Energie-Linien auf ihrem Körper.

So entstand eine ganzheitliche Diagnose, die das Lebensumfeld des Kranken mit einbezog, und die dem ganzheitlichen Weltbild der Chinesen insgesamt entsprach. Zurück in Freiburg erweiterte ich nach Abschluss meines Studiums meine internistische Fachausbildung auf Ernährungsmedizin und Naturheilkunde.

Spiegelt denn die Naturheilkunde Ihr heutiges Weltbild wieder?

 Ja, denn der Anwendung von Naturheilverfahren liegt tatsächlich ein anderes Welt- und Medizinverständnis zugrunde, nämlich ein ganzheitliches. Das ist übrigens die Basis der gesamten asiatischen Medizin, ob TCM oder indische Medizin.

Eine zentrale Rolle spielt dabei immer auch ein nicht-stofflicher Faktor, ein dynamisches, fließendes Element. Eine Energie, die alles mit allem verbindet, die sich wissenschaftlich – noch – nicht nachweisen lässt, aber an Gesundungsprozessen ganz sicher beteiligt ist. Die Chinesen nennen sie Chi, die Inder Prana. Aristoteles sprach vom`Geist´ und meinte damit nichts anderes.

Auch im alten Europa wurde jahrhundertelang ganzheitlich diagnostiziert und behandelt, unter Einbeziehung dieser geistigen Energien. Die Aufklärung schob solche Phänomene dann in Richtung Mystik, Kirche und Glauben und überließ den physikalischen Körper dem Seziermesser der Wissenschaft.

Ein Seziermesser gibt es in Ihrer Klinik nicht, auch keinen Operationssaal. Wie sieht Ihr Behandlungsspektrum aus?

Unsere Schwerpunkte sind chronisch internistische Erkrankungen, wie beispielsweise Rheuma und Herz-Kreislauferkrankungen, einschließlich des Bluthochdrucks und der koronaren Herzkrankheiten. Zu uns kommen vor allem viele Patienten mit chronischen Darmerkrankungen, Schmerzpatienten und auch Krebspatienten, die wir mit integrativer Onkologie, also in enger Zusammenarbeit mit den Krebsspezialisten der konventionellen Abteilungen unseres Gesamt-Klinikums, behandeln und begleiten.

Gibt es für Sie Ausschlusskriterien für naturheilkundliche Behandlungen? Wo lassen Sie die Finger weg?

Bei Therapien, die eine Gefahr für den Patienten bedeuten könnten und die keine nachgewiesene Wirkung haben. Das ist mein Credo und damit auch mein klar definiertes Auswahlkriterium. Zu unseren Therapien gehören zum Beispiel: Kneipp´sche Therapien, wie die Hydro- und Ordnungstherapie, Entspannungsmethoden wie Yoga und Meditation, Akupunktur, Schröpfen, Neuraltherapie und Elemente der chinesischen und indischen Medizin – falls notwendig auch in Kombination mit konventionellen Therapien.

Sie betonen diese Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Nachweises für naturheilkundliche Verfahren immer wieder. Geht es Ihnen darum, der evidenzbasierten Schulmedizin ein wissenschaftliches Gegengewicht anbieten zu können?

 Die Komplementärmedizin hat doch schon längst das Reich der Kräuterweiblein und der Magie und Mystik verlassen. In den amerikanischen Gesundheitsforschungsinstituten (NIH) wird ihre Wirkung in vielen Studien seit 1992 systematisch erforscht und mit über 120 Millionen Dollar pro Jahr staatlich unterstützt.

Im Forschungszentrum unserer Klinik wurden bis heute über Hundert unterschiedliche Überprüfungsverfahren gemacht. Es gibt mehr als fünfzig abgeschlossene Doktorarbeiten und drei Habilitationen zu unseren Therapien. Mehrere Hundert Ärzte haben wir in Integrativer Medizin in Weiterbildungsseminaren ausgebildet.

Geforscht haben wir zum Beispiel zur Blutegeltherapie. In Kombination mit Akupunktur, Yoga und Bewegung ist sie für Arthrose-Patienten hervorragend geeignet. Meistens können Schmerzmittel dann reduziert oder sogar abgesetzt werden und vorher geplante Operationen sind nach dieser Therapie oftmals komplett überflüssig. Eine Studie bei Frauen mit Brustkrebs hat die Wirksamkeit von Meditation belegt. Die Frauen waren weniger ängstlich, weniger depressiv und sie konnten besser schlafen. – In der Forschung liegt für mich die Chance, dass der Nutzen naturheilkundlicher Therapien wissenschaftlich ausreichend belegt wird und sie bald zur Standardbehandlung auch an konventionellen Kliniken gehören. Aber solange ein Arzt, der Naturheilkunde anwendet, gesetzlich verpflichtet ist, seine Patienten über alle anderen schulmedizinischen Therapien zur Behandlung ihrer Krankheiten aufzuklären – völlig unabhängig von der nachweisbaren Wirksamkeit – dies aber nicht im umgekehrten Fall bei einem Schulmediziner gilt – selbst für nachweisbar wirksame naturheilkundliche Therapien – solange haben wir unser Ziel noch nicht erreicht.

Zu Ihrer Therapie-Palette gehört auch die so genannte MindBody (Geist/Körper)Medizin. Was meint der Begriff?

Vereinfacht gesagt, ist die MindBody Medizin eine Therapie für eine `dickere Haut´. Die Basis dieser Medizin, die Ordnungstherapie, gehört zu den fünf klassischen naturheilkundlichen Verfahren. Bereits Hippokrates, der Vater der Medizin, hat vor mehr als 2000 Jahren dafür Empfehlungen gegeben. Sebastian Kneipp hat sie dann zu einer seiner Gesundheitssäulen gemacht.

Definitionsgemäß nutzt sie gezielt die Interaktion zwischen Gehirn und Körper und führt damit zu einer Steigerung der Selbstheilungskräfte. In der Praxis geht es darum,das eigene Innen- und Außenleben zu erforschen, zu ordnen und zu stabilisieren. Das erlernen die Patienten bei uns mit Gesprächen, Verhaltenstherapie, Körper- und Entspannungsübungen und Meditation. Und so haben wir vor allem bei Schmerzpatienten mit diesem Medizin-Modell große Erfolge nachzuweisen. Unser Vorbild ist die amerikanische MindBody Medicine, wie sie in Harvard und am Sloan Kettering Hospital in New York praktiziert wird. Auch sie basiert auf dem Erlernen eines geordneten Lebenswandels und wird in einer neuen Konzeption mit strukturiertem Gesundheitstraining kombiniert.

Beinhaltet die MindBody Medizin somit primär eine kognitive Umstrukturierung des Patienten?

Natürlich gehen alle Veränderungen und Umstrukturierungen über Prozesse im Gehirn. Neurowissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass das Gehirn ständig die inneren Bewegungen im Körper bewertet und auch versucht, sie immer wieder neu zu ordnen. Man nennt das auch `Homöodynamik´, also das Streben nach einem inneren Gleichgewicht, nach der Balance.

Ganzheitliche Therapien ticken diese emotionalen Zentren im Gehirn direkt an. An einem einfachen Beispiel erklärt: Es macht keinen Sinn, bei einem Patienten Schlafstörungen zu behandeln, ohne eine ungünstige Gliederung seines Tagesablaufs und psychosoziale Stressoren zu hinterfragen. Schon im Gespräch wird eine Umstrukturierung anzustoßen, die nachhaltige Veränderungen, wie zum Beispiel zukünftig vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, ermöglichen.

Also Salutogenese statt Pathogenese?

 Etwas von beidem. Salutogenese meint die persönliche Suche nach den einfachen Quellen für Gesundheit. Und solange das nicht die Basis unseres individuellen Lebens ist, brauchen wir die Pathogenese, also die Frage nach der Ursache von Krankheit. Den Begriff `Salutogenese´ hat übrigens der israelische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky geprägt.

Bei KZ-Häftlingen hat er den Umgang mit Traumatas untersucht. Die Kraft der Gedanken, Imagination, Haltung und das innere Bewusstsein waren entscheidende Aspekte zum Überleben in solchen Ausnahmesituationen. Diese Kraft der Gedanken spiegelt sich in unseren Therapien wieder. Das Ziel ist immer, die Patienten für eine bewusstere und gesündere Lebensweise in Eigenverantwortung zu sensibilisieren.

Praktizieren Sie hier in Essen das Klinik-Modell der Zukunft?

Fast 80 Prozent des Gesundheitsbudgets wird in Deutschland nur für die Behandlung chronischer Erkrankungen aufgewendet. Der rasche Anstieg der älteren Bevölkerung wird diese Entwicklung noch drastisch verschärfen. Unsere Medizin wird schlicht unbezahlbar. Hier haben die Salutogenese als Präventivkonzept, Ordnungstherapie und Naturheilkunde einiges anzubieten. Auch übrigens das Potential, den demografischen Wandel bezahlbar zu machen.

Sie vergleichen die ganzheitliche Medizin gerne mit dem Nachhaltigkeitsprinzip von erneuerbaren Energien, Umweltbewusstsein oder regionaler Ernährung.

Nachhaltige Medizin geht einher mit einem bewussten, nachhaltigen und ressourcenorientierten Lebensstil. Das bedeutet: Annahme von Eigenverantwortung für das individuelle Wohlbefinden, aktive Mit-Gestaltung einer gesunden  Umwelt, Akzeptanz des Rechtes auf Unversehrtheit für alle Lebewesen – also auch humane Behandlung von Tieren, Ablehnung von kurzfristigen Erfolgen ohne stabilen Unterbau – ganz gleich, ob im Beruf oder für die eigene Gesundheit, Wertschätzung der  überlieferten Erfahrungen unserer Vorfahren – ohne dabei sinnvolle wissenschaftliche Fortschritte zu negieren.

Politik und große Teile der Gesellschaft haben das Prinzip der Nachhaltigkeit noch immer nicht verinnerlicht. Wenn wir aber diese achtsame Haltung in unserem Alltag einnehmen, dann entsteht Salutogenese.

Prof. Gustav Dobos ist Leiter der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin an den evangelischen Kliniken Essen-Mitte, Stiftungsprofessor für Naturheilkunde an der Universität Duisburg- Essen und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Naturheilkunde.

Mit seiner Modell-Klinik im Evang. Krankenhaus Essen-Steele der Kliniken Essen-Mitte ist er seit 20 Jahren Vorreiter für die so genannte Integrative Medizin (Kombination von Schulmedizin und Naturheilkunde) und MindBody Medizin (Ordnungstherapie). Der Internist mit dem Schwerpunkt Nephrologie und Arzt für Intensivmedizin, arbeitete zunächst an der Universitätsklinik Freiburg, wurde 1997 Chefarzt einer naturheilkundlichen Modell-Klinik in Sachsen und zwei Jahre später

Chefarzt an den Kliniken Essen-Mitte, Abteilung für Naturheilkunde und Integrative Medizin. Eine Modelleinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen. 2004 wurde er auf einen Stiftungslehrstuhl für Naturheilkunde, gefördert von der Krupp-Stiftung, an der Universität Essen-Duisburg berufen.

Dobos ist   Autor   zahlreicher   Bücher,   wie:   „Chronische   Krankheiten   natürlich behandeln“, „Gemeinsam gegen den Krebs – Naturheilkunde und Onkologie“, „Endlich schmerzfrei und wieder gut leben“ und des Spiegelbestsellers „Das gestresste Herz“

Prof. Dobos ist Vater von zwei Töchtern und lebt mit seiner Familie in Essen.

Die Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen erreichen Sie unter: 0201-174 25008 und im Internet unter: www.kem-med.com.