Mehr Laienaufklärung zur Reanimation auch in Hessen gefordert

Anlässlich der „Woche der Wiederbelebung“ hat der „German Resuscitation Council“ (GRC) eine bundesweite Aufklärungskampagne zur Laienreanimation gestartet. Die Organisation wird von vielen Partnern unterstützt wie dem ADAC und der Pépinière-Stiftung sowie Städten, Gemeinden und Landkreisen einschließlich ihrer Verkehrsunternehmen. Vorreiter ist der Kölner Prof. Bernd Böttiger mit dem wir über Reanimation erst kürzlich exklusiv gesprochen haben. Klicken Sie dieses Interview in unserer Serie „Andrea Thoma trifft…Prof. Bernd Böttiger“ jetzt an!

Die wichtigsten Schritten im Notfall heißen: „Prüfen, Rufen, Drücken“. Dazu dienen Plakate und Infoscreens an öffentlichen Plätzen sowie in Bussen und Bahnen, teilt der GRC mit. Die Kampagne geht bis zum 16. Oktober, dem weltweiten Tag der Wiederbelebung („World Restart a Heart Day“).

Um die Reanimation ist es in Deutschland nicht gut bestellt, betont der GRC. Nach Angaben der Organisation erleiden deutschlandweit jährlich über 50.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand – und nur jeder zehnte Betroffene überlebt. Der Grund: Bereits nach drei bis fünf Minuten kommt es aufgrund von Sauerstoffmangel zu Hirnschäden. Rettungsdienste benötigten aber durchschnittlich acht bis zehn Minuten zum Patienten.

Diese Zeit könnte durch Herzdruckmassage eines Laien oder eines Ersthelfers überbrückt werden. Nach GRC-Angaben helfen aber nur 39 Prozent der Deutschen aktiv. In anderen europäischen Ländern liege die Quote bei bis zu 80 Prozent.

Zur Verbesserung der Situation hat der GRC einen vierstündigen „Modularen Lehrerausbildungskurs zum Wiederbelebungsunterricht in Schulen“ entwickelt (Notfall + Rettungsmedizin 2019; 22: 334). Für den Unterricht stellt der GRC zudem Lehrmaterialien und Hintergrundinformationen zur Reanimation zur Verfügung.

Foto: Prof. Bernd Böttiger und Flyer: © Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin Universitätsklinik Köln

Text: GM Redaktion und GRC