THERMEN-HOPPING IST ENTSPANNUNG IN HISTORISCHEM AMBIENTE

Trotz Sommer sehnen sich viele Menschen nach einer kleinen Auszeit und ganzheitlichem Wohlbefinden in warmen Gefilden. Machen Sie doch einmal „Thermen-Hopping“ in Hessen!

14 Thermalbäder mit Heilwasser laden in Hessen zum Entspannen ein – einige davon mit bewegter Vergangenheit und in historischem Ambiente. So zum Beispiel das Jugendstilbad Darmstadt, das 1909 unter Großherzog Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt als Volksbad eröffnet wurde. Seiner Zeit entsprechend war es einst in zwei Teile aufgeteilt: Im nördlichen Trakt befand sich das Herrenbad, im südlichen Trakt das Damenbad.

Trotz historischem Ambiente verbirgt sich heute eine moderne Bade- und Saunalandschaft hinter den Mauern. Zusätzlich finden Wellnessfans einen SPA-Bereich, die Möglichkeit für wohltuende Massagen und Anwendungen und obendrauf noch ein sehr abwechslungsreiches Kursangebot. Weiche und warme Farben geben dem Bad mit seiner Bade- und Saunawelt eine unverwechselbare Wohlfühlatmosphäre. Das Jugendstil-Highlight ist das ehemalige Herrenbad mit restaurierter Jünglingsfigur, einem Brunnen und den historischen Umkleidekabinen auf dem Balkon der Schwimmhalle. 2008 wurde das Bad von der European Waterpark Association mit dem Sonderpreis für „Wiederbelebung historischer Badekultur“ ausgezeichnet. Internet: www.jugendstilbad.de

In der Kaiser-Friedrich-Therme mitten in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden finden Badefreunde und Erholungssuchende Badeluxus auf höchstem Niveau. Vorbild für das 1913 eröffnete Bad waren antike Thermen: Als Hommage an das römische Schwitzbad, auf dessen Fundament es errichtet wurde, präsentiert sich die Anlage im Stil einer antiken Therme mit säulenverzierten Räumen und aufwändigen Ornamenten. Die originale Ausgestaltung im Dekor des Jugendstils ist in verschiedenen Räumlichkeiten noch heute erhalten, ebenso das denkmalgeschützte Irisch-Römische-Bad. Tepidarium, Sudatorium, das historische Schwimmbad, wertvolle Keramiken und Fresken und das Russische Dampfbad spiegeln ebenfalls den Jugendstil wider.

Das Wasser der Therme stammt aus der Adlerquelle, die bereits vor 2.000 Jahren von den Römern entdeckt und genutzt wurde. Dank dieses wertvollen Naturelements wurde Wiesbaden zur weit bekannten Weltkurstadt. Selbst Goethe berichtete in Briefen an seine Frau, wie sehr die Bäder zu seinem Wohlbefinden beitrugen. Internet: www.wiesbaden.de

Das 1890 erbaute Kaiser-Wilhelms-Bad im denkmalgeschützten Kurpark von Bad Homburg hieß einst Fürstenbad. Keine Geringeren als der König von Großbritannien Eduard VII., Otto von Bismarck und König Chulalongkorn von Siam, dem heutigen Thailand, weilten in dem hessischen Heilbad zur Therapie. Wo früher die Adligen Erholung fanden, können heute Erholungssuchende in den Genuss großer Badetraditionen kommen.

Hinter den historischen Mauern verbirgt sich das Kur-Royal Day Spa – eine Wellnessoase im mediterranen Ambiente mit Dampf- und Dunstbädern. Der Wellnessgast hat die Möglichkeit, Massagen und Packungen zu genießen, doch auch Gesundheitsvorsorge, traditionelle und fernöstliche Anwendungen und medizinische Behandlungen werden angeboten. Internet: www.kur-royal.de.

Text: Red. und www.hessen-tourismus.de

Foto: Fohud Vollmer

 

GesundinRheinMain zu Besuch: Stefan Barthmann, Achtsamkeitstrainer, Hainburg

Achtsamkeitstraining und Touch Life – Stefan Barthmann im Interview

Stressreduktion durch Achtsamkeit. Der amerikanische Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn von der University of Massachusetts entwickelte dieses Programm vor fast 40 Jahren. Das Achtsamkeitstraining verbindet verschiedene Techniken des Yoga, der Meditation und ganz allgemein der Körperwahrnehmung. Einigen Studien zufolge lindert das konsequente Achtsamkeitstraining Schmerzen und Angst. Im April 2015 ergab eine große Studie im renommierten englischen Medizinmagazin „Lancet“, dass eine verwandte achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) ähnlich gut vor Rückfällen nach einer Depression schützt, wie es Medikamente tun.

Vereinfacht gesagt, zielt Achtsamkeit darauf ab, mehr im Hier und Jetzt zu leben. Es geht darum, dem Moment mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dazu ist es wichtig, den „inneren Autopiloten“ mal zu stoppen und einfach gedanklich abzuschalten. Ein regelmäßiges Training kann im Alltag in vielen Situationen helfen, auch um in stressigen Situationen souveräner zu reagieren.

Ein Gespräch mit dem Hainburger Achtsamkeits-Trainer Stefan Barthmann:

Herr Barthmann, kann ich Achtsamkeit trainieren?

Stefan Barthmann: Ja. Einerseits durch regelmäßige Geh- oder Sitzmeditationen, Yoga oder Bodyscann. Auch durch Achtsamkeit im Alltag, zum Beispiel beim Essen durch bewusstes Kauen, beim Spüren des Wassers auf der Haut beim Duschen, wenn Sie sich im Sitzen auf Ihre Atmung konzentrieren oder beim Gehen bewusst Ihre Schritte beachten. Sie werden merken, dass Ihr Geist beginnt abzuschweifen und seine „Geschichten“ erzählt. Wenn Sie die abschweifenden Gedanken erkennen, haben Sie Ihren Beobachter kennengelernt. Dieser neutrale Beobachter hat nur eine Aufgabe: zu erkennen und zu benennen. Die Glücksformel lautet: erkannt – benannt – gebannt.

 Was passiert beim Achtsamkeitstraining?

Mit Achtsamkeit trainieren wir unseren so genannten „inneren Beobachter“. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Gefühle und Gedanken. Wir sind ihnen nicht mehr hilflos ausgeliefert und müssen nicht jedem Reiz folgen. Wir lernen den Handlungsspielraum zwischen Reiz und Reaktion kennen. Wir haben immer die Wahl. Das faszinierende finde ich dabei, dass Verantwortung Spaß machen kann!

Ist mangelnde Entspannungsfähigkeit ein Problem unserer Zeit?

 Ja, wir sind viel zu oft und zu lange angespannt. Das bedeutet auch steigender Blutdruck und steigende Herzfrequenz. Der Stress muss aber auch wieder nachlassen, wenn die Anspannung vorbei ist. Und genau das geschieht bei vielen Menschen nicht mehr automatisch. Sie bleiben in dieser angespannten Situation und kommen damit in eine chronische Stress-Situation. Das ist auf die Dauer für Körper, Psyche und soziale Beziehungen extrem schädlich.

Bei welchen Krankheiten kann Achtsamkeitstraining schulmedizinische- oder naturheilkundliche Behandlungen unterstützen?

 Studien haben gezeigt, dass durch ein gezieltes und regelmäßiges Training Schlafstörungen, Schmerzen und Bluthochdruck sich verbessern. Sogar Krebs- und Schlaganfallpatienten können davon profitieren.

Wie sieht ein Achtsamkeitstraining bei Ihnen in der Praxis aus?

 Ich würde sagen: sehr genussvoll. Mit Hilfe der Kunst der achtsamen Berührung – der TouchLife Massage – führe ich meine Klienten Stück für Stück raus aus dem Denken, zurück zu Ihren Körper. In das Spüren im Hier und Jetzt. Der bewusst erfahrbare Atem schenkt dabei neue Energie. Im Vorgespräch stimme ich jede Massage individuell auf die aktuelle Situation meiner Klienten ab. Und damit meine Klienten einen entspannten und achtsamen Behandler vorfinden, meditiere ich selbst vor jeder Massage, um auch selbst innerlich in einer ruhigen Balance zu sein.

Ist ein gesunder Nachtschlaf oder auch eine Siesta am Mittag nicht genau so entspannend als jede geführte Entspannungstechnik?

Die entspannende Wirkung von Schlaf ist nachgewiesen und fast durch nichts zu ersetzen. Allerdings haben Menschen, die chronisch gestresst sind, ganz häufig auch Schlafprobleme. Auch bei vielen psychischen Erkrankungen ist der Schlaf oft massiv gestört. Dann sind Techniken zum runterkommen in jedem Fall sinnvoll.

Wie schaffe ich es, Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren?

 In meinen so genannten Impulsvorträgen erkläre ich genau, wie man das im Alltag umsetzen kann. Diese Vorträge geben erste Denkanstöße und dabei zeige ich auch Übungsbeispiele. Mit meinem achtteiligen Achtsamkeitskurs führe ich tiefer in das Thema ein. Mit angeleiteten CD´ s, zum Beispiel Body Scan, Yoga oder Sitzmeditation kann dann erfolgreich alleine geübt werden. Die Lektüre von ausgewählter Literatur erleichtert das selbstständige Üben. Zwei Tipps aus eigener Erfahrung: Lassen Sie sich von einem erfahrenen Trainer anleiten und üben sie lieber öfters und kürzer als länger und seltener.

Warum finden Sie Achtsamkeit so wichtig?

 Wir haben kaum noch Nischen zum Ausruhen. Steigendes Arbeitstempo, ständige Erreichbarkeit, zunehmender Leistungs- und Erwartungsdruck sowie die steigende Sorge um unseren Arbeitsplatz halten uns ständig auf Trapp. Wir sind häufig gestresst, spüren uns kaum noch und verlieren oft die Freude an den kleinen Dingen des Lebens.

Wie können diese Schwierigkeiten überwunden werden?

 Sehr hilfreich ist es, wenn ich auf die kleinen Freuden des Alltags achte, auch auf das Gute im vermeintlich Schlechten. Feste Pausen und Eins nach dem Anderen tun, geduldig mit mir sein. Auf meine Talente zu achten und an ihnen dran bleiben. Auch Chancen nutzen und neue Erfahrungen sammeln. Aus dem, was ich geschafft habe, gewinne ich Selbstvertrauen und Sicherheit. Loslassen ist das Schlüsselwort.

 Was fasziniert Sie selbst am Thema Achtsamkeit?

Dass es mit Achtsamkeit möglich ist, bewusst den gegenwärtigen Moment zu spüren. Wir leben meist im „Autopilot-Modus“ und machen uns zusätzlich Gedanken über Vergangenes oder Vorstellungen über Zukünftiges. Nur selten sind wir bewusst bei dem, was gerade ist. Häufig lassen wir das Erlebte verdecken von unseren rastlosen Gedanken, negativen Erfahrungen, Bewertungen, Ängsten, Zweifeln und Fantasien. Dabei verlieren wir die Freude am gerade Erlebten.

Welchen Weg sind Sie bisher gegangen? Das heißt: Was hat Sie zum Thema Achtsamkeit gebracht?

Ich bin als Seminarleiter für Prozessmanagement, aktiver Vater, Betreuer für Großtante und ehrenamtlich Engagierter mittendrin in der Sandwich-Generation. Ich weiß um die belastende Zeit in dieser Lebensphase und musste vor fast 20 Jahren durch eigene Krankheit lernen, achtsamer zu werden. Jetzt passe ich gut auf mich und andere auf. In diesem Prozess kam ich mit Achtsamkeitstraining und TouchLife in Berührung. Auch haben mir wertvolle Menschen geholfen, achtsamer zu werden. Diese Erfahrungen möchte ich aus Dankbarkeit weitergeben.

 Was tun Sie in Ihrem Alltag, um achtsam zu bleiben?

Üben, üben, üben…Zwei- bis dreimal die Woche sitze ich Wohnzimmer auf meinem „Bänkchen“ und nehme mir eine halbe Stunde Zeit, um bewusst zu meditieren. Einmal die Woche gehe ich zum Yoga. Seit fünf Jahren fahre ich immer im Oktober für eine Woche zum „Achtsamkeits-Intensiv-Training“ an den Edersee zu meinen Lehrern. Zudem unterstützt mich die Achtsamkeits-App auf meinem Smart-Phone. Letztlich werden durch das regelmäßige Üben immer mehr Momente zu One(Ein-)-Moment-Meditationen. Zugegeben: Auch ich bin nur ein Mensch und nicht immer achtsam, aber, durch das regelmäßige Training bin ich doch immer öfter achtsam. Und das ist im Alltag wichtig!

 Vielen Dank für dieses Gespräch.

https://www.stefan-barthmann.de/

Messevideo Stefan Barthmann, Raum für Berührung, Hainburg

Fotos © Stefan Barthmann, ©Text: ath

 

NoPlastik!TUI Cruises unterstützt terre des hommes-Projekt gegen Plastikmüll

NoPlastik!TUI Cruises unterstützt terre des hommes-Projekt gegen Plastikmüll

Unter dem Motto NoPlastik! hat das Kinderhilfswerk Terre des Hommes gemeinsam mit TUI Cruises dem Plastikmüll in Indonesien den Kampf angesagt und ein gemeinschaftliches Projekt mit fünf terre des hommes-Partnerorganisationen gestartet.

„Dieses Projekt hat uns überzeugt und passt zu uns. Als Kreuzfahrtreederei sind wir uns der Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst. Das sagen wir nicht nur, sondern wir handeln auch. So haben wir im vergangenen Jahr unser Plastikreduktionsprogramm Wasteless gestartet, um einen Weg in den plastikfreien Urlaub zu finden“, so Wybcke Meier von TUI. Gleichzeitig liegt die Region Südostasien TUI Cruises am Herzen: „Viele der Crewmitglieder an Bord unserer Schiffe kommen aus dieser Region und berichten uns aus eigener, leidvoller Erfahrung von dem Problem des Plastikmülls.“

„Indonesien wird von einer Flut von Plastikmüll bedroht, der aus dem Meer angeschwemmt wird. Die Kinder in den Dörfern an den Küsten leiden unter der Verschmutzung ihrer Umwelt. Wir haben deshalb mit finanzieller Unterstützung durch TUI Cruises in Höhe von 100.000 Euro ein Projekt gestartet, um die Lebensumstände der Kinder zu verbessern“, sagt Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher von terre des hommes.

An verschiedenen, besonders vom Plastikmüll betroffenen Orten Indonesiens bekommen Kinder und Jugendliche im Rahmen eines landesweiten Pilotprojektes ein Bewusstsein für die gesundheitlichen Gefahren von Plastikpartikeln im Fisch, einem der Hauptnahrungsmittel von Kindern. Sie erlernen Techniken der Vermeidung und des Recyclings.

Ferner geht es darum, Verhaltensänderungen anzustoßen und die örtlichen und nationalen Behörden in Indonesien in den Kampf gegen Plastikmüll einzubinden. Neben Kindern und Jugendlichen werden auch Lehrer aktiv in das Projekt mit eingebunden. Gemeinsam werden Unterrichts- und Infomaterialien erstellt, durch Medienarbeit wird ein ökologisches Bewusstsein gefördert. Gemeinsam mit den Behörden und Unternehmen vor Ort soll ein Müllmanagement mit Müll-Sammelpunkten etabliert werden. Gleichzeitig stehen Sammlung, Abtransport und umweltgerechte Entsorgung bzw. Wiederverwendung des Mülls im Mittelpunkt.

Die Grün & Fair-Ausflüge sind seit mittlerweile sechs Jahren bei TUI Cruises im Programm. Bei den nachhaltig ausgerichteten Exkursionen lernen die Gäste nicht nur die Natur- und Kulturschätze der jeweiligen Region kennen, sondern tragen durch ihren Besuch auch zum Erhalt dieser bei. Mit dem dazugehörigen Spendenprogramm konnten im vergangenen Jahr insgesamt 194.820 Euro gesammelt werden. Neben terre des hommes fließen die Spenden außerdem an die TUI Care Foundation und SECORE International.

Prof. Albrecht Hempel: Wie beeinflussen Gefühle unsere Gesundheit?

Wie beeinflussen Gefühle unsere Gesundheit? Ein renommierter Schulmediziner stellt Emotionen in den Mittelpunkt seiner Diagnose und Therapie. Mit vielen verblüffenden Praxisbeispielen und Tipps, wie gute Gefühle zu einem gesunden und erfüllten Leben verhelfen.

Prof. Albrecht Hempel

Gesundheit ist (auch) Gefühlssache.

Wie ich als Herzmediziner die Heilkraft der Emotionen entdeckte

224 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag

ISBN 978-3-89883-949-5

€ 22,99 (D) / € 23,70 (A)

ZS Verlag

Beeinflussen Gefühle wie Wut, Empörung, aber auch Hoffnung, Freude und Liebe unsere Gesundheit?

Gefühle haben in der klassischen Schulmedizin keinen guten Ruf: Man kann sich nicht auf sie verlassen, sie sind zu wenig konkret und jeder fühlt anders. Deswegen scheint es sachdienlich, sich an Messwerte und naturwissenschaftlich verifizierbare Erkenntnisse zu halten. Doch Prof. Hempel ist in seinem Praxisalltag zu völlig anderen Ergebnissen gekommen. Aus seiner Sicht wird die Bedeutung unserer Gefühle dafür, ob wir gesund oder krank sind, unterschätzt.

Der Schlüssel zur Selbstheilung ist der positive Umgang mit seinen Gefühlen.

Der Kardiologe und ganzheitliche Mediziner zeigt, was Gefühle sind, woran wir sie erkennen, warum und wie sie entstehen und wann und in welchem Maße wir auf sie hören können. Unsere Gefühle funktionieren nach bestimmten Prinzipien und sind daher steuerbar. Deshalb – und das ist die gute Nachricht – können wir selbst sehr viel dafür tun, aus einer passiven „Opferrolle“ in ein kraftvolles, gesundes und glückliches Leben hineinzuwachsen. Gerade schwierige Gefühle wie Angst, Trauer oder Wut spielen in diesem Prozess eine wichtige Rolle. Wir sollten sie nicht verdrängen, sondern können lernen, sie zu verstehen und ins Positive umzuwandeln. Wir können unsere Gefühle so „erziehen“, dass aus unangenehmen und krank machenden Gefühlen heilende Gefühle entstehen.

Für Betroffene von psychosomatischen Beschwerden und alle, die die Dimension von Gefühlen im Zusammenhang mit Gesundheit und Krankheit verstehen wollen.

Bild Portrait Prof. Albrecht Hempel Copyright privat

AXA Präventionsreport 2019: Hälfte der Deutschen fühlt sich nur mittelmäßig gesund

AXA Präventionsreport 2019: Fit sein, gesund werden, leistungsfähig bleiben – aber wie? Hälfte der Deutschen fühlt sich nur mittelmäßig gesund

• Fast zwei Drittel fehlt die Motivation, mehr für die eigene Gesundheit zu tun
• Wer Kinder hat, ist häufig nicht aktiv genug
• Frauen zeigen mehr Durchhaltevermögen
• Intensivere Begleitung durch Krankenversicherungen gefordert
• Staat soll Prävention durch steuerliche Förderung unterstützen

Sich fit zu halten, gesund zu ernähren und im stressigen Alltag zwischen Job und Privatleben ausreichend zu entspannen – das sind Ziele, die sich viele Deutsche vor allem zu Beginn des Jahres vornehmen. All diese guten Vorsätze wirken sich auch positiv auf die gesundheitliche Prävention aus. Aber natürlich nur, wenn man auch über eine längere Zeit durchhält.

Wie schätzen die Deutschen ihren Gesundheitszustand im Allgemeinen ein?

Was tun sie, um gesund zu bleiben oder gesünder zu werden? Und vor allem: Wie steht es um das Durchhaltevermögen, wenn es um Gesundheitsprävention geht? Der aktuelle AXA Präventionsreport 2019, eine groß anlegte Umfrage von AXA in Zusammenarbeit mit dem Institut forsa,
spiegelt die Einschätzungen und Erwartungen der Bundesbürger.

Nur wenige Jahre ist es her, dass die Deutschen in Umfragen ein überwiegend positives Bild von ihrer eigenen Gesundheit zeichneten. 1 Im aktuellen AXA Präventionsreport hingegen bezeichnet fast die Hälfte aller Befragten, nämlich 48 Prozent, ihren aktuellen Gesundheitszustand als eher mittelmäßig oder schlechter.2 Vor allem Befragte aus Bremen und Berlin schätzen ihren Gesundheitszustand als mittelmäßig ein.
Gleichzeitig zeigt sich aber auch Einsicht und der Wunsch nach Verbesserung:

Immerhin 53 Prozent derjenigen, die ihren Gesundheitszustand als eher mittelmäßig einschätzen, sind der Meinung, dass sie mehr für ihre Gesundheit tun müssten. Doch selbst die Befragten, die den Gesundheitszustand mit „gut“ bewerten, wollen mehr tun: 42 Prozent sind der Meinung, dass sie mehr für ihre Gesundheit tun müssten.

Guter Vorsatz ja! Durchhaltevermögen nein? Hätte, könnte, würde, sollte – dass Gesundheitsprävention wichtig ist und sich positiv auf die Lebensqualität auswirkt ist unumstritten, und eigentlich kann man immer mehr für sich und seine Gesundheit tun. Dieser Meinung sind 58 Prozent der
Befragten: Sie geben zu, mehr für ihre Gesundheit tun zu müssen. Dies zeigt sich erstaunlicherweise besonders in der verhältnismäßig jungen Gruppe der 30-44-Jährigen: 68 Prozent sind der Meinung, mehr für Ihre Gesundheit tun zu müssen. Gleicher Meinung sind viele der Eltern: 69 Prozent der Personen mit Kindern im Haushalt meinen, sie würden zu wenig für ihre Gesundheit tun, bei Personen ohne Kinder im Haushalt
sind es nur noch 55 Prozent.

Immerhin zwei Drittel der Befragten haben laut eigenen Angaben den guten Vorsatz auch in die Tat umgesetzt – dann aber nur kurz durchgehalten. Ein ernüchterndes Ergebnis vor dem Hintergrund, dass Gesundheitsprävention nur auf langfristige Sicht wirksam ist. Doch woran hapert es? Die Mehrheit der Deutschen (63 Prozent) verliert leider zu schnell die Motivation. Dies betrifft insbesondere unter 30-Jährige (76 Prozent) und ausgerechnet diejenigen, die meinen mehr für ihre Gesundheit tun zu müssen (79 Prozent). Die Ergebnisse zeigen, dass Männer häufiger die Motivation verlieren (69 Prozent) als Frauen (59 Prozent).

Macht uns Technik gesünder?
Nur wenige Befragte nutzen aktuell oder haben schon einmal technische Angebote, z. B. Apps für das Smartphone, genutzt, um ihr Gesundheitsverhalten zu beobachten. Am häufigsten werden aktuell Fitnessbzw. Sport-Apps sowie ein Fitness-Armband bzw. Fitness-Tracker (jeweils 17 Prozent) genutzt. Eine Schlaf-App bzw. einen Schlaf-Tracker nutzen derzeit 9 Prozent, Ernährungs-Apps 7 Prozent.

Text ©: Petersen&Partner Health Agentur

Bild©123RF Mark Bowden

Hessen hält als Sportland eine Spitzenposition inne

Der Sport ist ein elementarer Bestandteil der aktiven Bürgergesellschaft in Hessen. Über zwei Millionen Menschen betreiben in den gut 7.600 hessischen Vereinen Sport. Hiervon sind ca. 800.000 Kinder und Jugendliche im Alter bis 27 Jahre. Das entspricht rund 40 Prozent aller Vereinsmitglieder. Aber auch die über 60-Jährigen sind aktiv: 15 Prozent von ihnen treiben Sport in den Vereinen. Der Anteil wächst weiter.

Das zeigt: Sport geht einen Großteil der Bevölkerung in Hessen an.

Sport ist eine der wichtigsten und erfolgreichsten gesellschaftlichen Organisationen. Es ist deshalb eine unverzichtbare Aufgabe für die Landesregierung, den Sport in all seinen Facetten zu stärken und zu fördern.

Die Hessische Landesregierung verfolgt einen auf dem Prinzip der Subsidiarität beruhenden sportpolitischen Ansatz. Das bedeutet, dass all diejenigen Aufgaben, die von der nächst niedrigeren Ebene, also lokal und regional, erledigt werden können, dort auch erfüllt werden sollten. Die Landesregierung hilft den Rahmen zu setzen, damit die Bevölkerung in der Breite Sport treiben kann sowie Leistungs- und Spitzensport systematisch entwickelt werden können. In diesem Sinne betreibt die Landesregierung Sportpolitik als Politik für den Sport und füllt die große Bandbreite sportpolitischer Wirklichkeit mit Leben.

Von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter begleitet uns der Sport, er durchzieht alle Lebensbereiche und alle Kulturen. In jedem Alter vermittelt der Sport ein lebenstaugliches Wertegerüst und eine positive Kraft, die weit über das eigentliche Sporttreiben hinausgeht. Sport ist zudem das ideale Mittel zur Integration von Jung und Alt, Deutschen und Ausländern, für Behinderte und Nichtbehinderte und zwischen Frauen und Männern. Nirgendwo in der Gesellschaft ist es so selbstverständlich, sich gemeinsam zu betätigen. Das belegt eindrucksvoll die Bedeutung des Sports.

In den Jahren 2019-2023 sollen über das neu aufgelegte Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramms („SWIM“) erforderliche Investitionen in hessischen Frei- und Hallenbädern erneut mit 50 Millionen € Landesmitteln gefördert werden. Fünf Jahre lang stehen jeweils 10 Millionen Euro zur Förderung von Investitionsvorhaben zur Verfügung, die insbesondere die Betriebskosten und den Energieverbrauch senken. Das Landesprogramm zielt darauf ab, dass moderne und zukunftsfähige Schwimmbäder in Hessen zur Verfügung stehen und somit umfangreiche Möglichkeiten bestehen, die Schwimmfähigkeit generell zu erlernen und den Schwimmsport in Hessen weiterzuentwickeln. Die Förderung des Behindertensports und der Inklusion im Sport ist ein großes Anliegen der Hessischen Landesregierung. So unterstützt sie u.a. die Arbeit des Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes mit einer institutionellen Förderung von jährlich 340.000 €.

Text: Hessische Landesregierung/Redaktion girm

Logo: Hessische Landesregierung

Mehr Laienaufklärung zur Reanimation auch in Hessen gefordert

Anlässlich der „Woche der Wiederbelebung“ hat der „German Resuscitation Council“ (GRC) eine bundesweite Aufklärungskampagne zur Laienreanimation gestartet. Die Organisation wird von vielen Partnern unterstützt wie dem ADAC und der Pépinière-Stiftung sowie Städten, Gemeinden und Landkreisen einschließlich ihrer Verkehrsunternehmen. Vorreiter ist der Kölner Prof. Bernd Böttiger mit dem wir über Reanimation erst kürzlich exklusiv gesprochen haben. Klicken Sie dieses Interview in unserer Serie „Andrea Thoma trifft…Prof. Bernd Böttiger“ jetzt an!

Die wichtigsten Schritten im Notfall heißen: „Prüfen, Rufen, Drücken“. Dazu dienen Plakate und Infoscreens an öffentlichen Plätzen sowie in Bussen und Bahnen, teilt der GRC mit. Die Kampagne geht bis zum 16. Oktober, dem weltweiten Tag der Wiederbelebung („World Restart a Heart Day“).

Um die Reanimation ist es in Deutschland nicht gut bestellt, betont der GRC. Nach Angaben der Organisation erleiden deutschlandweit jährlich über 50.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand – und nur jeder zehnte Betroffene überlebt. Der Grund: Bereits nach drei bis fünf Minuten kommt es aufgrund von Sauerstoffmangel zu Hirnschäden. Rettungsdienste benötigten aber durchschnittlich acht bis zehn Minuten zum Patienten.

Diese Zeit könnte durch Herzdruckmassage eines Laien oder eines Ersthelfers überbrückt werden. Nach GRC-Angaben helfen aber nur 39 Prozent der Deutschen aktiv. In anderen europäischen Ländern liege die Quote bei bis zu 80 Prozent.

Zur Verbesserung der Situation hat der GRC einen vierstündigen „Modularen Lehrerausbildungskurs zum Wiederbelebungsunterricht in Schulen“ entwickelt (Notfall + Rettungsmedizin 2019; 22: 334). Für den Unterricht stellt der GRC zudem Lehrmaterialien und Hintergrundinformationen zur Reanimation zur Verfügung.

Foto: Prof. Bernd Böttiger und Flyer: © Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin Universitätsklinik Köln

Text: GM Redaktion und GRC

Aktuell: Hessen will Tierschutz durch Datenbank sicherstellen

Hessen und Schleswig-Holstein bringen Antrag zu mehr Tierwohl auf der Agrarministerkonferenz in Mainz ein

„Wir sind dem Tierschutz verpflichtet und das auch über EU-Grenzen hinaus. Aus diesem Grund bringen wir bei der Agrarministerkonferenz gemeinsam mit Schleswig-Holstein einen Antrag auf den Weg, der den Bund zur Einrichtung einer bundesweiten Datenbank auffordert. Diese soll umfangreiche Informationen zu den Verladestationen und Transportrouten von Nutztieren beinhalten. Nur so können wir den Tierschutz sicherstellen“, sagte Umweltministerin Priska Hinz dieser Tage vor der Agrarministerkonferenz in Mainz.

Transport in Drittländern

„Wenn Rinder länger als 29 Stunden unterwegs sind, ohne Pausen, ohne genügend Futter oder Wasser, dann dürfen solche Transporte nicht genehmigt werden. Den Veterinärbehörden, die über Transportgenehmigungen entscheiden, fehlen aber häufig valide Daten darüber, wo die Tiere auf dem Transport im Drittland überhaupt abgeladen und versorgt werden können. Deshalb ist eine zeitgemäße Datenbank von so großer Bedeutung“, erklärte Ministerin Hinz. „Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat ein Konzept für eine moderne Datenbank entwickelt, das bereits seit Mai vorliegt. Trotzdem hat der Bund, der selbst nur einen nicht praktikablen Vorschlag machte, die Einrichtung einer solche Plattform bisher noch nicht beauftragt. Uns ist unklar, warum die nächsten Schritte nicht eingeleitet wurden. Im Sinne des Tierwohls sollte die Umsetzung nun endlich erfolgen,“ ergänzte Hinz.

„Versprechen, Verzögern und Aussitzen scheint derzeit die Strategie des zuständigen Bundesministeriums. So kündigt Ministerin Klöckner aktuell an, den Ländern die Möglichkeit einzuräumen, Transporte von Tieren bei Temperaturen von über 30 Grad zukünftig auch sanktionieren zu können. Dabei bezieht sie sich auf massive Verstöße im Sommer 2017 und 2018. Die Umsetzung dieser Maßnahme wäre im Frühjahr 2019 erforderlich gewesen. Wieder ist ein Sommer ohne weitere Aktivität des Bundes vergangen“, bedauerte Hinz.

Tierleid verhindern

„Hessen hat bereits im März 2019 mit einem Erlass die Exporte von Nutztieren in Drittländer gestoppt. Dies ist wichtig, um unnötiges Tierleid zu verhindern“, sagte Ministerin Hinz. „Doch wir kommen nicht weiter, wenn die Bundesländer alleine für mehr Tierschutz bei Tiertransporten kämpfen. Selbstverständlich sind die Länder für die Inaugenscheinnahme des Transportfahrzeugs vor Ort zuständig. Die Länder allein können aber nicht dauerhaft die Überprüfung von Versorgungs- und Entladestationen in Drittländern übernehmen. Wir brauchen bundesweit einheitliche Regeln und verbindliche Tierschutzabkommen mit Drittstaaten. Unser langfristiges Ziel muss sein, den Transport von lebenden Tieren über mehrere Tausend Kilometer zu vermeiden“, betonte die Ministerin. Meistens werden Tiere zu Zuchtzwecken in Drittstaaten exportiert. Mit dem Export von Samen gibt es eine sinnvolle Alternative zu den langen Tiertransporten.

Recherche der Hessischen Tierschutzbeauftragen

Der Antrag bei der Agrarministerkonferenz beruft sich auf die Recherche der Hessischen Tierschutzbeauftragen Dr. Madeleine Martin. Sie hatte Transportrouten und Versorgungsstationen in Kasachstan und Usbekistan besichtigt und herausgefunden, dass der Transport von Rindern unter den aktuellen Umständen in diese Länder nicht genehmigungsfähig ist.

Zu einem tierschutzgerechten Transport gehört gemäß EU-Verordnung, dass Rinder nach 29 Stunden Fahrt in einem Transporter in hierfür eingerichteten Versorgungsstationen abgeladen, gefüttert und getränkt werden und außerdem eine Ruhepause von 24 Stunden erhalten.

Foto: 1,2,3 rfm

Text: GM Redaktion und Hessisches Ministerium für Umwelt

Fund der Asiatischen Tigermücke in Frankfurt: Bevölkerung wird um aktive Mithilfe gebeten!

Aktuell wurde im Frankfurter Stadtgebiet wieder Stechmücken gefunden, die gefährliche Krankheitserreger auslösen können. Es handelt sich um die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die bereits 2018 erstmals in Frankfurt am Main nachgewiesen.

Der Nachweis erfolgte durch einen aufmerksamen Bürger und den Mückenatlas, einem Projekt des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. und des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Die aus Südostasien stammende Stechmücke ist potenzielle Überträgerin verschiedener hauptsächlich in wärmeren Regionen vorkommender Krankheitserreger wie beispielsweise dem Dengue- oder Chikungunyavirus. In einigen Regionen Deutschlands hat die Tigermücke bereits überwintert und sich dauerhaft angesiedelt. Umso wichtiger ist es dafür zu sorgen, dass sich die Tigermücke nicht auf dem eigenen Grundstück und im eigenen Garten ansiedelt.

Ausbreitung der Stechmücken

Um die Ausbreitung der Stechmücken zu verhindern und ihre Populationen einzudämmen, bittet die Landesregierung die Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe durch einfache Maßnahmen im eigenen Garten und auf dem eigenen Grundstück. Der wirksamste und nachhaltigste Schutz ist, den Mücken die Möglichkeit zum Brüten zu nehmen und so ihre Ansiedlung von vorneherein zu verhindern. Die Ansiedlung der Tigermücke kann mit einfachen Handgriffen verhindert werden, z.B. indem jegliche unbeaufsichtigten Wasseransammlungen auf dem Grundstück und im Garten über den Sommer vermieden werden.

Wasseransammlungen in Blumentopfuntersetzern, ungenutzten Gießkannen oder Eimern sollten vermieden und Regentonnen abgedeckt werden. Wasser in Vogeltränken oder Planschbecken sollte mindestens einmal wöchentlich ausgetauscht werden. Zudem sollten Regenrinnen mehrmals im Jahr vom Laub befreit werden, damit sich kein Wasser darin staut. Bei der Grabpflege auf dem Friedhof empfiehlt es sich, ungenutzte Blumenvasen auf den Kopf zu stellen und Giesskannen zu leeren.

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration hat einen Flyer erstellt, der in allen hessischen Gesundheitsämtern ausliegt. Ausführliche Informationen sowie Handlungsempfehlungen für die Bevölkerung sind zudem online zu finden.

Mückenmonitoring

Eingefangene Mücken können beim Mückenatlas zur Artbestimmung eingeschickt werden. So kann jeder schnell und einfach einen Beitrag zum Mückenmonitoring in Deutschland leisten.

Wertvolle Informationen über das Ausbreitungsmuster

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hat Expertinnen und Experten des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums mit der Durchführung eines Tigermückenmonitorings beauftragt. Die hierbei erhobenen Daten sollen wertvolle Informationen über das Ausbreitungsmuster der Stechmücken liefern und künftig dabei helfen, die erforderlichen Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke, nicht nur in Frankfurt am Main, gezielter einzusetzen. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration steht im engen Austausch mit dem Mückenatlas und dem HLNUG.

Foto: 1,2,3 rfm

Text: GM Redaktion, Hess. Ministerium für Umwelt

Misteltherapie: Erfolge bei Lungenkrebs!

Mehr Lebensqualität, Linderung der Nebenwirkung aggressiver Therapien: Was Misteltherapie bewirkt, ist gut belegt. Eine aktuelle Studie gibt Hinweise auf eine verlängerte Lebenszeit bei fortgeschrittenem Lungenkrebs.

Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom leben länger, wenn sie ergänzend zur konventionellen Therapie eine Misteltherapie bekommen haben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Beobachtungsstudie. Von einem bemerkenswerten Ergebnis spricht Dr. med. Friedemann Schad, Erstautor der Studie und Leiter des Onkologischen Zentrums am anthroposophischen Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, auch angesichts der schlechten Prognose für ein fortgeschrittenes Bronchialkarzinom. Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom, das rund 85 Prozent der Lungenkrebsfälle ausmacht, gilt als besonders aggressiv.

Für die Studie waren die Daten von 158 Patienten im Stadium IV (mit Metastasen) ausgewertet worden. 108 Betroffene bekamen ausschließlich eine konventionelle Therapie (Chemotherapie, gegebenenfalls zusätzlich Bestrahlung), 50 Patienten wurden zusätzlich mit der weißbeerigen Mistel (Viscum album L.) behandelt. Das durchschnittliche Überleben in der kombinierten Be-handlungsgruppe betrug 17 Monate, in der Vergleichsgruppe ohne Mistel lediglich acht Monate. Die Drei-Jahres-Überlebensrate lag bei den mit Mistel behandelten Patienten bei 25,7 Prozent gegenüber 14,2 Prozent in der Kontrollgruppe. Die Forscher weisen einschränkend darauf hin, dass die Studie lediglich eine Korrelation zeige, sehen aber ein positives Signal für weitere Forschung.

Wirksamkeit von Misteltherapie vielfach belegt
„Es gibt mehr als 100 veröffentlichte klinische Studien, die in der Mehrzahl die Wirksamkeit der Mistelpräparate belegen. Davon sind 39 wissenschaftlich besonders hochwertig („prospektiv-randomisiert“)“, sagt Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. Misteltherapie verbessert die Lebensqualität und hilft die Nebenwirkungen belastender Therapien wie Müdigkeit (Fatigue), Depression, Angst, Schmerzen und Übelkeit/Er-brechen zu verringern. Einige Studien dokumentieren auch günstige Auswirkungen auf das Über-leben, etwa in einer Studie mit 240 Patienten, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs im Stadium IV erkrankt waren. Durch die Kombination von Chemotherapie und Mistel verlängerte sich das Gesamtüberleben von 7,3 (Chemo ohne Mistel) auf 12,1 Monate (Axtner J et al./BMC Cancer 2016). Die Wirkstoffe der Mistel sind die Mistellektine, die zellzerstörende Eigenschaften haben. Viscotoxine, die in jungen Blättern und Trieben die höchste Konzentration haben, stimulieren das Immunsystem.

Streit um Misteltherapie
Viele Krebspatienten entscheiden sich für die ergänzende Misteltherapie, mit guten Ergebnissen, so die Erfahrungen der GfBK. Die US-Amerikanerin Ivelisse Page begegnete mit einer Kombination von Operationen und Misteltherapie einer Darmkrebserkrankung im Stadium IV mit Metastasen in der Leber und ist bis heute krebsfrei. Mit ihrer Nonprofit-Organisation Believe Big hat sie die erste klinische Studie in den USA auf den Weg gebracht, die die Wirkung intervenöser Misteltherapie untersucht. Für Schulmediziner, die der Mistel die Wirksamkeit absprechen, hat der Ärztliche Direktor deshalb kein Verständnis.

Im Frühjahr 2019 hatte ein Team um Dr. Jutta Hübner, Professorin für Integrative Onkologie an der Universitätsklinik Jena, nach einer Literaturrecherche die Evidenz für die Misteltherapie bei Krebs bestritten: Mistelpräparate würden weder mit Blick auf das Überleben noch hinsichtlich Lebensqualität und therapiebedingten Nebenwirkungen irgendeinen Vorteil ergeben. „Das halten auch andere qualifizierte Verbände für einseitige effekt-heischende Stimmungsmache“. Eine Gruppe anthroposophischer Ärzte und Onkologen um den Gastroenterologen Professor Dr. med. Harald Matthes vom Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe übte scharfe Kritik an der Arbeit Hübners. Sie enthalte gravierende methodische Mängel.

Kostenerstattung der Misteltherapie
Mistel wird auf Kassenrezept in der sogenannten palliativen Therapie erstattet, wenn zum Beispiel bei Patienten Fernmetastasen auftreten oder die Krebserkrankung inoperabel ist. In der unterstützenden, adjuvanten Therapie bei einer heilbaren Krebserkrankung sind Mistelpräparate nach einem Urteil des Bundessozialgerichtes zwar arzneimittelrechtlich zugelassen, nur nicht mehr auf Kassenrezept. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen die Kosten auf Antrag über-nehmen, müssen es aber nicht. „Leider lehnt die Mehrzahl der Gesetzlichen Krankenkassen die Erstattung der Mistelpräparate in der adjuvanten Situation ab, dennoch sollte im Einzelfall nichts unversucht bleiben“, so Dr. Irmey.

Beobachtungsstudien: In Beobachtungsstudien wird wissenschaftlich untersucht, welche Ergebnisse (Real World Data) in der Praxis bei Patienten ankommen. Diese Perspektive gewinnt – auch international – zunehmend an Bedeutung.

Text: Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V.

Foto:123RF