Gesünder essen – weniger CO2 durch weniger Fleisch

Die Treibhausgas-Emissionen gehen aktuell viel zu langsam zurück. 2007 hat die
Bundesregierung sich mit dem „Integrierten Energie- und Klimaprogramm“ verpflichtet, die
deutschen Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu mindern.

Dieses Ziel wird Deutschland ohne Weiteres nicht erreichen, das geht aus dem Indikatorenbericht
2018 des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Politik muss dringend handeln, um das Klima zu
schützen. Aber auch jeder und jede Einzelne kann etwas tun: Der Nachhaltige Warenkorb zeigt, wie
man durch kleine Veränderungen im Alltag den individuellen CO2-Fußabruck verringern kann –
und sich selbst etwas Gutes tut.

Gesünder essen – weniger CO2 durch weniger Fleisch

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt einen Fleischkonsum von 15,6 kg für Frauen
und 31,2 kg für Männer im Jahr – das entspricht 300 bis 600 Gramm in der Woche. Der heutige
Verzehr beträgt in etwa das Doppelte, fast 28% der Bevölkerung essen täglich Fleisch. Das ist nicht
nur ungesund, sondern bedeutet auch einen viel zu hohen CO2-Ausstoß durch Massentierhaltung.
So sind 14,5 Prozent aller weltweiten Treibhausgasemissionen auf die Haltung und Verarbeitung
von Tieren zurückzuführen. Außerdem trägt der Fleischkonsum aufgrund des hohen Bedarfs an
Soja als Futtermittel (vor allem für Geflügel, Schwein und Rind) insbesondere in Südamerika zur
Rodung von Urwäldern und der Zerstörung von Ökosystemen bei, was ebenfalls zum vermehrten
Ausstoß von Treibhausgasen führt.

Weniger shoppen – Kleidung gebraucht kaufen, CO2 einsparen

Pro Person werden in Deutschland jährlich im Schnitt 26 kg Textilien gekauft, davon zwischen 12
und 15 kg Kleidung. Das bedeutet während der Produktion eine enorme Menge an CO2-Ausstoß. So
werden beispielsweise bei der Herstellung eines weißen Damen-T-Shirts circa 10,75 kg CO2
freigesetzt. Wer weniger (neue) Kleidung kauft, spart Geld und gleichzeitig CO2.
Nutzen Sie einfach Flohmärkte oder Secondhandläden oder tauschen Sie im Bekanntenkreis.

Mehr Bewegung – zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein, statt mit dem Auto zu fahren, spart CO2

Die vom Autoverkehr verursachte Umweltbelastung ist in den letzten Jahren gewachsen. Als
Gründe für den Anstieg um 6,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 nennt das Statistische
Bundesamt mehr Autos, eine größere Gesamtlaufleistung und stärkere Motoren. Das Auto ist in
Deutschland der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen, denn Autoverkehr
verursacht rund 18 Prozent all unseres CO2-Ausstoßes. Zu Fuß gehen oder das Fahrrad sind im
Stadtverkehr die besten Alternativen, da hierbei kein weiterer CO2-Ausstoß stattfindet.

In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass eine Berufspendlerin oder Berufspendler, die oder
der werktags je 5 km mit dem Rad zur Arbeit hin und zurück fährt, im Jahr rund 350 kg CO2-
Emissionen einsparen kann, dazu Geld spart und etwas für die eigene Gesundheit tut.

Geld sparen – Lebensmittelverschwendung reduzieren, heißt CO2 -Emissionen reduzieren

In Deutschland landen pro Person jährlich bis zu 55 kg Lebensmittel in der Tonne. Ernährung ist
neben Wohnen und Mobilität der Bereich, der sich am stärksten auf unsere Klimabilanz auswirkt.
Durch Produktion, Transport und Lagerung verursacht unser Ernährungsstil jährlich im
Durchschnitt 1,75 Tonnen CO2 pro Kopf. Ein bewusster Einkauf, der am besten auf regionale und
saisonale Produkte setzt, und ein geordneter Kühlschrank helfen, weniger Lebensmittel
wegzuwerfen. Fast 22 Mio Tonnen CO2 könnten durch vermeidbare Lebensmittelverluste eingespart werden,
mehr als doppelt so viel, wenn man die dadurch reduzierte Flächennutzung mit einbezieht.

Geld sinnvoller nutzen – der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank ist eine Investition in den Klimaschutz

Nach eigenen Schätzungen muss die Europäische Union zur Umsetzung der Klima- und
Energieziele jährlich 180 Milliarden Euro an Kapital mobilisieren. Ohne nachhaltig ausgerichtete
öffentliche und private Investitionen wird diese gewaltige Aufgabe nicht zu stemmen sein. Wer sich
vornimmt, im neuen Jahr die eigenen Finanzen neu zu ordnen, kann die Chance direkt nutzen, um
zu einer nachhaltigen Bank zu wechseln und über diese das eigene Geld in Projekte zu investieren,
die positiv auf die Klima- und Energieziele einzahlen.

Ökologisch orientierte Finanzanlagen sind wichtiger denn je, um den Klimaschutz zu unterstützen.
Besonders deutlich wird dies, wenn man sich den Klimafußabdruck herkömmlicher
Investmentfonds im Vergleich zu nachhaltigen Fonds anschaut: herkömmliche Fonds produzieren
im Schnitt 904 Kg CO2 je 1000 Euro nachhaltig orientierte Fonds hingegen nur 163 Kg CO2. je 1000
Euro.

Der Nachhaltige Warenkorb

Nachhaltig konsumieren ist heute schon möglich: Wie es geht, zeigt der Nachhaltige Warenkorb des Rates
für Nachhaltige Entwicklung. Der Einkaufsführer weist auf nachhaltige Konsumalternativen hin und gibt
mit Faustregeln Orientierung für konkrete Konsumentscheidungen zu Lebensmitteln, Reisen und
Mobilität, Wohnen und Bauen, Haushalt und Elektronik, Mode und Kosmetik. Zudem bietet er
Bewertungen von Siegeln und Produktkennzeichnungen. Der Nachhaltige Warenkorb wird jährlich unter
wissenschaftlicher Begleitung aktualisiert. Er ist als Broschüre erhältlich und im Internet.
www.nachhaltiger-warenkorb.de

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