DAK Gesundheit Hessen: Neuer Kinder- und Jugendreport

Neuer Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit untersucht Behandlungsdaten von rund 56.000 Jungen und Mädchen Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis – in Hessen ist mehr als jedes vierte Kind körperlich chronisch krank. Sieben Prozent leiden an einer psychischen
Erkrankung mit potentiell chronischem Verlauf. Das zeigt der neue Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit. Für die Studie hat die Krankenkasse Versichertendaten von rund 56.000 Kindern in Hessen ausgewertet. Demnach sind mehr als 90 Prozent aller Jungen
und Mädchen wenigstens einmal im Jahr beim Arzt oder im Krankenhaus. Dabei zeigt sich auch: Bereits Schulkinder leiden vermehrt unter krankhaftem Übergewicht und Rückenschmerzen. Für die Versorgung aller Minderjährigen gibt die DAK-Gesundheit in Hessen jährlich rund 54 Millionen Euro aus.

Im Auftrag der DAK-Gesundheit hat die Universität Bielefeld die Gesundheits- und Versorgungssituation der hessischen Jungen und Mädchen umfassend untersucht. Die repräsentative Studie mit Abrechnungsdaten aus dem Jahr 2016 liefert erstmals systematischeAnalysen zum Erkrankungsgeschehen bei Kindern. „Wir leisten mit dem Report Pionierarbeit und machen uns stark für Kindergesundheit“, sagt

Sötkin Geitner, Leiterin der DAK-Landesvertretung Hessen. „Wir wollen die gesundheitliche Situation von Kindern besser verstehen und sie in den
Vordergrund der politischen Diskussion rücken.“

Chronische Leiden belasten die Kinder

Mehr als jedes vierte Kind ist in Hessen körperlich chronisch krank. Jungen etwas häufiger als Mädchen. Der Kinder- und Jugendreport wertet
14 verschiedene Erkrankungen aus, die potenziell einen chronischen Verlauf nehmen können. Am stärksten verbreitet sind Asthma und
Neurodermitis gefolgt von Heuschnupfen und entzündlicher Darmerkrankung. „Das sind Erkrankungen, die den Alltag für Kinder und Eltern erheblich beeinträchtigen können“, betont Sötkin Geitner. Bei Asthma bronchiale führen verengte Bronchien zu rasselnder Atmung. Die Patienten leiden anfallsartig unter Husten und Luftnot. Asthma-Spraysgehören zur fünfthäufigsten Arzneimittelgruppe bei Kindern. Infos auch unter www.dak.de/presse und www.twitter.com/dakgesundheit 2

Schon Kinder haben Rückenschmerzen

Atemwegserkrankungen stehen insgesamt auf Platz 1 der wichtigsten Erkrankungsarten im Kindesalter. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) aller
Jungen und Mädchen in Hessen leidet mindestens einmal pro Jahr unter einem grippalen Infekt oder einer akuten Bronchitis. In der Häufigkeit
dahinter folgen Infektionskrankheiten, Augenerkrankungen, Hauterkrankungen und psychische Leiden. Muskel-Skelett-Probleme wie
Rückenschmerzen sind ebenfalls recht verbreitet. Jedes sechste Kind hat wenigstens einmal im Jahr eine entsprechende Diagnose. Ab dem zwölften Lebensjahr ist fast ein Viertel aller Jungen und Mädchen betroffen. „Das ist alarmierend“, betont Geitner, „denn frühe Muskel-
Skelett-Probleme können im Erwachsenenalter schwere Rückenleiden nach sich ziehen.“ Ein weiteres Leiden, das mit Bewegungsarmut zusammenhängt, ist krankhaftes Übergewicht. Über alle Altersgruppen hinweg sind rund drei Prozent betroffen, im Alter zwischen neun und 13
Jahren waren es 4,5 Prozent. „Bei Schülern der Sekundarstufe I werden für solch verhaltensbezogene Krankheitsbilder die Weichen gestellt“,
kommentiert Geitner die Ergebnisse.

Gesünder als im Bundesdurchschnitt

Im bundesweiten Vergleich sind hessische Kinder gesünder als Gleichaltrige anderswo. Zwar dominieren dieselben Erkrankungen wie auf
Bundesebene, aber der Anteil der betroffenen Jungen und Mädchen ist häufig geringer. So haben Kinder in Hessen im Vergleich zum
Bundesdurchschnitt seltener Viruserkrankungen (minus 35 Prozent) und Neurodermitis (minus 13 Prozent). Auch ADHS wurde in Hessen seltener
dokumentiert (minus 23 Prozent). Häufiger gab es in Hessen dagegen Allergien (plus 21 Prozent). „Mit dem Kinder- und Jugendreport liegen
belastbare Zahlen zur regionalen Häufigkeit bestimmter Erkrankungen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt vor“, erklärt Julian Witte von der
Universität Bielefeld als Co-Autor der Studie. „Es ist die erste kontinuierliche und erkrankungsartenübergreifende Analyse von solchen
regionalen Abrechnungsdaten einer gesetzlichen Krankenkasse.“ Infos auch unter www.dak.de/presse und www.twitter.com/dakgesundheit 3

„Unterschied zwischen Stadt und Land ist größer als gedacht“

Mehr als die Hälfte aller DAK-versicherten Minderjährigen in Hessen wachsen in ländlich geprägten Gebieten auf. Der Kinder- und
Jugendreport zeigt, dass diese Jungen und Mädchen anders krank sind als Gleichaltrige aus der Stadt: Stadtkinder leiden häufiger unter
Viruserkrankungen, Zahnkaries und krankhaftem Übergewicht.Landkinder haben hingegen eher eine Allergie. „Unser Report belegt,
dass der Unterschied zwischen Stadt- und Landkindern in SachenGesundheit größer ist als gedacht“, betont Sötkin Geitner. „Allerdings
kennen wir die Gründe für diese beobachteten Zusammenhänge nicht. Eskann an den Versorgungsstrukturen liegen, an der Umwelt, oder auch am
Verhalten der Eltern.“ Tatsächlich zeigt der Report, dass der Bildungsstatus der Eltern den Gesundheitszustand ihrer Kinder
beeinflusst. So leiden Kinder von Eltern ohne Ausbildungsabschluss bis zu 2,8-mal häufiger unter Karies als der Nachwuchs von Akademikern.

Prävention an Schulen und Kitas ausweiten

Auf Grundlage des Reports will die DAK-Gesundheit die bestehende Versorgung von Kindern und Jugendlichen weiter optimieren. Außerdem
wird die Krankenkasse ihre Prävention an Kitas und Schulen intensivieren.Mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Stressbewältigung ausgeweitet
werden. Das Programm läuft aktuell an mehr als 100 Grund- und Förderschulen in Hessen mit etwa 22.000 Schülern und soll in diesem
Jahr an weiterführenden Schulen und 2020 auch in Kitas starten.

Rund 54 Millionen Euro für Kindergesundheit

Insgesamt zahlte die DAK-Gesundheit 2016 in Hessen rund 54 Millionen Euro für Kindergesundheit. Davon gingen knapp zwei Drittel an Kliniken
(36 Prozent) und niedergelassene Ärzte (26 Prozent). Arzneimittel machten fast ein Viertel aller Kosten aus, Heil- und Hilfsmittel zusammen
14 Prozent. Reha-Leistungen hatten mit etwas mehr als einem Prozent den geringsten Anteil. Umgerechnet auf alle versicherten Jungen und
Mädchen zahlte die Kasse am meisten für Säuglinge. Sie benötigten in Hessen im Durchschnitt pro Kopf und Jahr 1.442 Euro.
Infos auch unter www.dak.de/presse und www.twitter.com/dakgesundheit 4 Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Für die Analyse wurden die Daten von 56.000 minderjährigen Versicherten der DAK-Gesundheit in Hessen durch die Universität Bielefeld ausgewertet. Infos zu allen Angeboten, die die Krankenkasse speziell für Kindergesundheit bereithält, unter: www.dak.de/kinder

© Quelle und Logo: DAK

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