Mumpsausbrüche in den USA und Irland

Standardimpfschutz überprüfen

 In den USA melden die Bundesstaaten Florida, Pennsylvania, Indiana und Texas einen Ausbruch an Mumps-Infektionen, landesweit gibt es 1302 Fälle. Irland meldet seit Beginn des Jahres 1324 Infektionen. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden und insbesondere auch Austauschschülern und -studenten neben den erforderlichen reisespezifischen Impfungen auch stets auf einen gültigen Standardimpfschutz zu achten.

Mumps-Erkrankungen kommen weltweit vor. Das gleichnamige Virus aus der Familie der Paramyxoviridae wird per Tröpfcheninfektion oder durch direkten Speichelkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. „Warum es zu diesem Ausbruch an den Universitäten kam, ist nach den Gesundheitsbehörden der USA noch unklar“, erläutert Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Ein Sprecher der Universität von Florida hat darauf hingewiesen, dass es unter Studenten üblich sei, Tassen, Wasserflaschen oder weiteres Geschirr zu teilen. Das sei genau das Verhalten, welches bei Ungeimpften zur Übertragung des Mumps-Virus führen kann.“ Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wurden beispielsweise an der Universität in Philadelphia, Pennsylvania, im Rahmen einer Impfkampagne rund 5000 Studenten geimpft.

Bei einer Mumps-Infektion tritt nach einer Inkubationszeit von 12 bis 25 Tagen die charakteristische, meist doppelseitige entzündliche Schwellung der Ohrspeicheldrüse, in der Fachsprache Parotis genannt auf. Sie kann bis zu einer Woche andauern.

Vorausgegangen ist häufig ein durch unspezifische Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen gekennzeichnetes Vorstadium. Bei unter 5-Jährigen manifestiert sich eine Mumps-Infektion oftmals als akute Atemwegserkrankung und bis zu 40 Prozent aller Infektionen verlaufen asymptomatisch, also ohne Beschwerden.

Mit zunehmendem Lebensalter steigt allerdings das Risiko für Komplikationen wie beispielsweise eine Hodenentzündung beim Mann oder eine Eierstockentzündung bei der Frau, die zur Unfruchtbarkeit führen können. Eine Hirn-hautentzündung, Meningitis, entwickelt sich in bis zu 10 Prozent der Fälle, bleibt jedoch meist ohne Spätfolgen. Auch eine vorübergehende Schwerhörigkeit oder Taubheit kann auftreten. Eine spezifische Therapie für Mumps gibt es nicht, die Behandlung erfolgt rein symptomatisch.

 „Gegen Mumps kann man sich mit der sogenannten MMR-Schutzimpfung, die zu den von der Ständigen Impfkomission (STIKO) empfohlen Standardschutzimpfungen zählt, schützen,“ erläutert Professor Jelinek. Die Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln erfolgt in der Regel im elften Lebensmonat, die zweite Impfung im Abstand von vier bis zwölf Monaten auf die erste.

 „Ausbrüche wie derzeit in den USA oder auch in Irland unter-streichen die Notwendigkeit, neben erforderlichen reisespezifischen Impfungen auch stets auf einen gültigen Standardimpfschutz zu achten“, betont Professor Jelinek. Dies gelte insbesondere auch für Austauschschüler und -studenten. Diese sollten beispielsweise vor einem geplanten Austauschaufenthalt in den USA prüfen, ob sie als Kinder gegen Mumps geimpft wurden.

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