DAK Gesundheit Hessen: Neuer Kinder- und Jugendreport

Neuer Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit untersucht Behandlungsdaten von rund 56.000 Jungen und Mädchen Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis – in Hessen ist mehr als jedes vierte Kind körperlich chronisch krank. Sieben Prozent leiden an einer psychischen
Erkrankung mit potentiell chronischem Verlauf. Das zeigt der neue Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit. Für die Studie hat die Krankenkasse Versichertendaten von rund 56.000 Kindern in Hessen ausgewertet. Demnach sind mehr als 90 Prozent aller Jungen
und Mädchen wenigstens einmal im Jahr beim Arzt oder im Krankenhaus. Dabei zeigt sich auch: Bereits Schulkinder leiden vermehrt unter krankhaftem Übergewicht und Rückenschmerzen. Für die Versorgung aller Minderjährigen gibt die DAK-Gesundheit in Hessen jährlich rund 54 Millionen Euro aus.

Im Auftrag der DAK-Gesundheit hat die Universität Bielefeld die Gesundheits- und Versorgungssituation der hessischen Jungen und Mädchen umfassend untersucht. Die repräsentative Studie mit Abrechnungsdaten aus dem Jahr 2016 liefert erstmals systematischeAnalysen zum Erkrankungsgeschehen bei Kindern. „Wir leisten mit dem Report Pionierarbeit und machen uns stark für Kindergesundheit“, sagt

Sötkin Geitner, Leiterin der DAK-Landesvertretung Hessen. „Wir wollen die gesundheitliche Situation von Kindern besser verstehen und sie in den
Vordergrund der politischen Diskussion rücken.“

Chronische Leiden belasten die Kinder

Mehr als jedes vierte Kind ist in Hessen körperlich chronisch krank. Jungen etwas häufiger als Mädchen. Der Kinder- und Jugendreport wertet
14 verschiedene Erkrankungen aus, die potenziell einen chronischen Verlauf nehmen können. Am stärksten verbreitet sind Asthma und
Neurodermitis gefolgt von Heuschnupfen und entzündlicher Darmerkrankung. „Das sind Erkrankungen, die den Alltag für Kinder und Eltern erheblich beeinträchtigen können“, betont Sötkin Geitner. Bei Asthma bronchiale führen verengte Bronchien zu rasselnder Atmung. Die Patienten leiden anfallsartig unter Husten und Luftnot. Asthma-Spraysgehören zur fünfthäufigsten Arzneimittelgruppe bei Kindern. Infos auch unter www.dak.de/presse und www.twitter.com/dakgesundheit 2

Schon Kinder haben Rückenschmerzen

Atemwegserkrankungen stehen insgesamt auf Platz 1 der wichtigsten Erkrankungsarten im Kindesalter. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) aller
Jungen und Mädchen in Hessen leidet mindestens einmal pro Jahr unter einem grippalen Infekt oder einer akuten Bronchitis. In der Häufigkeit
dahinter folgen Infektionskrankheiten, Augenerkrankungen, Hauterkrankungen und psychische Leiden. Muskel-Skelett-Probleme wie
Rückenschmerzen sind ebenfalls recht verbreitet. Jedes sechste Kind hat wenigstens einmal im Jahr eine entsprechende Diagnose. Ab dem zwölften Lebensjahr ist fast ein Viertel aller Jungen und Mädchen betroffen. „Das ist alarmierend“, betont Geitner, „denn frühe Muskel-
Skelett-Probleme können im Erwachsenenalter schwere Rückenleiden nach sich ziehen.“ Ein weiteres Leiden, das mit Bewegungsarmut zusammenhängt, ist krankhaftes Übergewicht. Über alle Altersgruppen hinweg sind rund drei Prozent betroffen, im Alter zwischen neun und 13
Jahren waren es 4,5 Prozent. „Bei Schülern der Sekundarstufe I werden für solch verhaltensbezogene Krankheitsbilder die Weichen gestellt“,
kommentiert Geitner die Ergebnisse.

Gesünder als im Bundesdurchschnitt

Im bundesweiten Vergleich sind hessische Kinder gesünder als Gleichaltrige anderswo. Zwar dominieren dieselben Erkrankungen wie auf
Bundesebene, aber der Anteil der betroffenen Jungen und Mädchen ist häufig geringer. So haben Kinder in Hessen im Vergleich zum
Bundesdurchschnitt seltener Viruserkrankungen (minus 35 Prozent) und Neurodermitis (minus 13 Prozent). Auch ADHS wurde in Hessen seltener
dokumentiert (minus 23 Prozent). Häufiger gab es in Hessen dagegen Allergien (plus 21 Prozent). „Mit dem Kinder- und Jugendreport liegen
belastbare Zahlen zur regionalen Häufigkeit bestimmter Erkrankungen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt vor“, erklärt Julian Witte von der
Universität Bielefeld als Co-Autor der Studie. „Es ist die erste kontinuierliche und erkrankungsartenübergreifende Analyse von solchen
regionalen Abrechnungsdaten einer gesetzlichen Krankenkasse.“ Infos auch unter www.dak.de/presse und www.twitter.com/dakgesundheit 3

„Unterschied zwischen Stadt und Land ist größer als gedacht“

Mehr als die Hälfte aller DAK-versicherten Minderjährigen in Hessen wachsen in ländlich geprägten Gebieten auf. Der Kinder- und
Jugendreport zeigt, dass diese Jungen und Mädchen anders krank sind als Gleichaltrige aus der Stadt: Stadtkinder leiden häufiger unter
Viruserkrankungen, Zahnkaries und krankhaftem Übergewicht.Landkinder haben hingegen eher eine Allergie. „Unser Report belegt,
dass der Unterschied zwischen Stadt- und Landkindern in SachenGesundheit größer ist als gedacht“, betont Sötkin Geitner. „Allerdings
kennen wir die Gründe für diese beobachteten Zusammenhänge nicht. Eskann an den Versorgungsstrukturen liegen, an der Umwelt, oder auch am
Verhalten der Eltern.“ Tatsächlich zeigt der Report, dass der Bildungsstatus der Eltern den Gesundheitszustand ihrer Kinder
beeinflusst. So leiden Kinder von Eltern ohne Ausbildungsabschluss bis zu 2,8-mal häufiger unter Karies als der Nachwuchs von Akademikern.

Prävention an Schulen und Kitas ausweiten

Auf Grundlage des Reports will die DAK-Gesundheit die bestehende Versorgung von Kindern und Jugendlichen weiter optimieren. Außerdem
wird die Krankenkasse ihre Prävention an Kitas und Schulen intensivieren.Mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Stressbewältigung ausgeweitet
werden. Das Programm läuft aktuell an mehr als 100 Grund- und Förderschulen in Hessen mit etwa 22.000 Schülern und soll in diesem
Jahr an weiterführenden Schulen und 2020 auch in Kitas starten.

Rund 54 Millionen Euro für Kindergesundheit

Insgesamt zahlte die DAK-Gesundheit 2016 in Hessen rund 54 Millionen Euro für Kindergesundheit. Davon gingen knapp zwei Drittel an Kliniken
(36 Prozent) und niedergelassene Ärzte (26 Prozent). Arzneimittel machten fast ein Viertel aller Kosten aus, Heil- und Hilfsmittel zusammen
14 Prozent. Reha-Leistungen hatten mit etwas mehr als einem Prozent den geringsten Anteil. Umgerechnet auf alle versicherten Jungen und
Mädchen zahlte die Kasse am meisten für Säuglinge. Sie benötigten in Hessen im Durchschnitt pro Kopf und Jahr 1.442 Euro.
Infos auch unter www.dak.de/presse und www.twitter.com/dakgesundheit 4 Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Für die Analyse wurden die Daten von 56.000 minderjährigen Versicherten der DAK-Gesundheit in Hessen durch die Universität Bielefeld ausgewertet. Infos zu allen Angeboten, die die Krankenkasse speziell für Kindergesundheit bereithält, unter: www.dak.de/kinder

© Quelle und Logo: DAK

Sollen auch Arbeitnehmer jetzt Hitzefrei bekommen?

Die Partei „Die Grünen“ hat eine Idee für zukünftige Hitzewellen: Sie fordert ein „Recht auf Hitzefrei“! Das berichtet heute „Spiegel online“. Weiterhin möchte die Partei für Büroangestellte ein „Recht auf Home-Office“.

Hitzeaktionsplan

Geht es also nach den Grünen, so soll es ab dem nächsten Sommer nicht mehr nur Hitzefrei für Schüler und Lehrer geben, sondern auch für Arbeitnehmer mit Freiluftberufen. Die immer deutlicher werdende Klimakrise sei eine Gefahr für die menschliche Gesundheit, heißt es in einem sogenannten „Hitzeaktionsplan“ der Partei. Der Bericht zitiert Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter mit den Worten: „Wir brauchen dringend einen koordinierten Hitzeaktionsplan, um unsere Gesellschaft auf die extreme Hitze vorzubereiten und unsere Gesundheit zu schützen.“ (dpa)

Des Weiteren ergänzen die Grünen ihre aktuellen Forderungen: Das Recht auf Arbeit von Zuhause solle demnach für alle Beschäftigten gelten, „sofern dem keine betrieblichen Gründe entgegenstehen“.

Beitragsfoto: Copyright 123RF

Gesundheitsreisen der DAK-Gesundheit

Unbeschwerter Fahrradurlaub auf einer der beliebtesten Routen Europas? Schneeschuhwandern im Südtiroler Winter? Wenn das für Sie attraktiv klingt, dann können Sie bei vielen Krankenkassen, unter anderem auch bei der DAK-Gesundheit, einen Gesundheitsurlaub mit kostenlosen Bewegungs-, Entspannungs- und Ernährungsprogrammen buchen.

Wo soll Ihr Gesundheitsurlaub hingehen?

Der Katalog DAK GesundAktiv Reisen 2019 enthält 48 Reiseziele in Deutschland, Österreich, Italien und Tschechien. Jeder Wohlfühlurlaub enthält Aktivitäten für jeden Anspruch – egal Sie alleine oder mit der ganzen Familie unterwegs sind.

Kostenlose Angebote: fit bleiben und entspannen

Neben den kostenlosen Aktivprogrammen sind in vielen Reiseangeboten zusätzliche Entspannungs-Extras wie Massagen oder Thermenbesuche enthalten – auch alle gratis. Und sogar nach Ihrem Urlaub können Sie ganz leicht weiterhin aktiv bleiben: Bei Reisebuchung erhalten Sie einen kostenlosen Zugang zu Online-Gesundheitskursen, einen Gesundheitsnewsletter und Broschüren mit Trainingsempfehlungen – damit Sie auch im Alltag nachhaltig fit und entspannt sind.

Text: DAK, girm Redaktion

Sri_Lanka_copyright fitreisen.de

 

 

Vorsicht vor Durchfallerkrankungen bei Ägypten-Urlauben!

Das Robert-Koch-Institut meldet aktuell: Bereits 31 deutsche Ägyptenreisende haben sich im Sommer 2019 eine EHEC-Infektion mit Durchfällen und teilweise schweren Komplikationen zugezogen.

Das Kürzel EHEC steht für enterohämorrhagische Escherichia coli – bestimmte Stämme des Darmbakteriums E. coli, die hauptsächlich im Darm von Wiederkäuern vorkommen und besondere Giftstoffe, so genannte Shigatoxine produzieren können.

Infektionen mit diesen Erregern verursachen wässrige Durchfälle und krampfartige Bauchschmerzen, die manchmal mit Fieber einhergehen, in den meisten Fällen aber ohne ärztliche Hilfe wieder abklingen. „Gerade Kinder und ältere Menschen sind jedoch durch den Flüssigkeitsverlust stark belastet“, sagt Prof. Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin.

Außerdem bestehe gerade bei diesen Altersgruppen ein erhöhtes Risiko, ein so genanntes hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) zu entwickeln – eine gefährliche Komplikation der EHEC-Infektion, bei der die Bakteriengifte unter anderem die Niere angreifen und das Organ schwer schädigen können. Von dieser Komplikation, die unbehandelt bis zum Nierenversagen führen kann, waren in diesem Jahr bereits fünf deutsche Ägyptenreisende betroffen – im Vergleich zu jeweils nur einem Reisenden in den beiden Vorjahren.

Wodurch die diesjährigen Erkrankungen im Einzelnen verursacht wurden, ist nicht bekannt.

Die Urlauber, die von der aktuellen Erkrankungswelle betroffen waren, hatten in verschiedenen Hotels an unterschiedlichen Orten Urlaub gemacht. „Eine gemeinsame Infektionsquelle gab es somit nicht“, sagt Jelinek. Häufig gelangen die Bakterien mit kontaminiertem Essen oder Getränken in den Körper – auch Leitungswasser ist in Ägypten, anders als in Deutschland, nicht sicher. Die gefährlichen Keime können aber auch beim Schwimmen aufgenommen werden, wenn verunreinigtes Wasser in den Mund gelangt.

Um einer EHEC-Infektion vorzubeugen, empfiehlt das CRM daher, sich an die Vorsichtsmaßnahmen zu halten, die prinzipiell für den Urlaub in Ländern mit geringeren Hygiene-Standards gelten:

 – Auf Salat oder rohes Gemüse verzichten,

– Obst nur dann essen, wenn man es selbst schälen kann,

– nur frisch zubereitetes, durchgegartes Fleisch essen – Fleisch, das noch rosa oder schon wieder abgekühlt ist, sollte vermieden werden.

– Keine Rohmilch trinken. Auch Milchprodukte wie Käse oder Speiseeis sollten aus pasteurisierter Milch hergestellt sein.

– Kein Leitungswasser trinken oder zum Zähneputzen verwenden – auch Eiswürfel sollten nicht aus Leitungswasser bestehen.

– Speisen vermeiden, die unbedeckt herumstanden und möglicherweise Hitze und Fliegen ausgesetzt waren,

– beim Schwimmen darauf achten, möglichst kein Wasser zu schlucken,

– aus Rücksicht auf andere: aufs Schwimmen verzichten, wenn man sich bereits krank fühlt.

 Wie das CRM betont, gelten diese Vorsichtsmaßnahmen auch für Urlauber, die in vergleichsweise teuren Hotels untergebracht sind. Wer sich trotz aller Vorsicht eine Durchfallerkrankung zuzieht, sollte zunächst vor allem seinen Flüssigkeits- und Salzhaushalt stabilisieren – also ausreichend trinken und auch salzhaltige Speisen zu sich nehmen. Um den Keim nicht weiterzutragen, ist eine gute Toiletten- und Händehygiene wichtig. Wenn die Symptome nach 48 Stunden nicht deutlich nachlassen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

 Text: Zentrum für Reisemedizin und Redaktion girm

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Zehntausende Kleinkinder ungeimpft!

In Deutschland gibt es trotz steigender Impfquoten deutliche Impflücken bei hunderttausenden Kleinkindern und Jugendlichen. So war mehr als jedes fünfte im Jahr 2015 geborene Kind in den ersten beiden Lebensjahren nicht oder unvollständig gegen Masern geimpft. Im Jahr 2017 waren damit hochgerechnet auf Basis der Daten von Barmer-Versicherten bundesweit knapp 166.000 Zweijährige ohne vollständigen Masernschutz. Zudem war jede fünfte Zweijährige, also knapp 81.000 Mädchen, nicht vollständig gegen Röteln geimpft.

Dies geht aus dem aktuellen Arzneimittelreport vom August 2019 der Barmer hervor, den die Krankenkasse in Berlin vorgestellt hat. 3,3 Prozent der 2015 geborenen Kinder hatten in den ersten beiden Jahren demnach überhaupt keine der 13 Impfungen erhalten, die die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt.

Das entspricht knapp 26.000 ungeimpften Mädchen und Jungen. „In Deutschland werden immer noch zu wenige Kinder geimpft. Das macht die Ausrottung bestimmter Infektionskrankheiten unmöglich und verhindert den Schutz für all diejenigen, die sich nicht impfen lassen können. Wir brauchen zielgruppenspezifische Impfkampagnen, um die Skepsis und mögliche Ängste vor Impfungen abzubauen“, sagte Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. Erforderlich seien auch strukturierte Fortbildungsprogramme für Ärzte, um einen adäquaten Dialog mit Impfskeptikern zu trainieren.

Impflücken sind größer als bisher bekannt

Laut Arzneimittelreport der Barmer gibt es aber nicht nur Impflücken bei den Kleinsten, sondern auch bei älteren Kindern. So wurde bei den Kindern im einschulungsfähigen Alter bei keiner der 13 wichtigsten Infektionskrankheiten ein Durchimpfungsgrad von 90 Prozent im Jahr 2017 erreicht. Dabei wäre für eine ausreichende Herdenimmunität, die auch nicht geimpften Personen Schutz bietet, eine Immunisierungsrate von mindestens 95 Prozent erforderlich.

„Die Impflücken bei Kleinkindern in Deutschland sind größer als bisher bekannt. Der Arzneimittelreport der Barmer liefert aufgrund der gewählten Methodik der Analysen erstmals ein Bild von den tatsächlichen Impfquoten“, sagte der Autor des Arzneimittelreports, Prof. Dr. Daniel Grandt, Chefarzt am Klinikum Saarbrücken. So würden bei den häufig zitierten Schuleingangsuntersuchungen die Impfquoten nur anhand der vorgelegten Impfpässe ermittelt. Dabei werde der Impfstatus von Kindern, die keinen Impfpass vorlegen, nicht berücksichtigt. Das führe zu höheren, unrealistischen Impfquoten, betonte Grandt, denn nicht geimpfte Kinder hätten natürlich auch keinen Impfpass.

Jedes neunte sechsjährige Kind ohne ausreichenden Masern-Impfschutz

Laut Barmer-Arzneimittelreport hatten im Jahr 2017 nur 88,8 Prozent der Sechsjährigen in Deutschland den empfohlenen Masern-Impfschutz. Die Immunisierungsraten reichten von 79,7 Prozent in Sachsen bis zu 86,4 Prozent in Baden-Württemberg und 91,0 Prozent in Schleswig-Holstein. „Durch Masernimpfungen konnten allein seit der Jahrtausendwende rund 21 Millionen Todesfälle weltweit verhindert werden.

Eine Masern- aber auch eine Röteln­erkrankung ist kein unvermeidbares Lebensrisiko, sondern ein Versagen der Gesundheitsvorsorge“, sagte Straub. Schließlich gehe es hier auch um den Schutz von Gefährdeten, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten oder altersbedingt für sich selbst noch keine Impfentscheidung treffen könnten.

Nachimpfungen und spätere Impfungen erfolgen nur unzureichend

Nach dem Report, der auf Analysen von Dr. Veronika Lappe von der „PMV Forschungsgruppe“ an der Universität zu Köln basiert, gibt es nicht nur bei Masern, sondern auch bei Mumps Impflücken. So waren nur 88,7 Prozent der Sechsjährigen im Jahr 2017 gegen Mumps geimpft. Obwohl die STIKO ein Nachimpfen gegen beide Krankheiten bis zum 17. Lebensjahr vorsieht, erfolgten nach der Einschulung mit der Ausnahme von Sachsen, wo dies durch den landesspezifischen Impfkalender erklärt wird, praktisch keine Impfungen mehr. Dies sei, so der Barmer-Vorstandschef, auch deshalb äußerst bedenklich, da die Kinder und Jugendlichen ihre Impflücken auch im Erwachsenenalter behalten würden und bei Auftreten eines Erkrankungsfalls das Risiko regionaler Epidemien steige.

Allein mit der Impfung von Kindern sei dem Problem also nicht beizukommen. „Zur Schließung von Impflücken ist es hilfreich, an Impfungen konsequent zu erinnern. Die Barmer bietet ihren Versicherten daher einen digitalen Impfplaner an. Er ist Teil der Barmer-App, zeigt Impflücken auf und weist auf Auffrischimpfungen hin“, sagte Straub. „Die Überprüfung des Impfstatus von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen samt Aufklärung über Durchführung von Nachimpfungen sollte im Rahmen von hierzu festzulegenden Vorsorgeuntersuchungen erfolgen. Analog zu den Programmen zur Krebsvorsorge brauchen wir eine strukturierte Infektionserkrankungs-Vorsorge“, forderte Grandt.

Aus dem Arzneimittelreport gehen darüber hinaus deutliche regionale Unterschiede bei den Impfquoten hervor. So waren die Impfquoten bei den Zweijährigen des Jahrgangs 2015 in Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein vergleichsweise hoch und in Baden-Württemberg, Bayern, Bremen und Thüringen hingegen gering.

In Bayern waren auch 5,3 Prozent der Zweijährigen überhaupt nicht geimpft, während dies in Brandenburg nur auf 2,2 Prozent der Kleinkinder zutraf. Ein ähnliches Bild ergab sich bei den älteren Kindern. So waren in Bayern 3,5 Prozent der Sechsjährigen des Jahrganges 2011 gegen keine der 13 wichtigsten Infektionskrankheiten geimpft. In Brandenburg traf dies nur auf 1,2 Prozent zu.

Text: Barmer Presse und girm-Redaktion

Foto: 123RF

 

Erster stadtweiter Sauberkeitstag „Frankfurt Cleanup“ startet am 21. September 2019 – Anmelden!

Die Stadt Frankfurt am Main ruft ihre Bürger auf, sich für den ersten stadtweiten Sauberkeitstag „Frankfurt Cleanup“ anzumelden. Dieser findet am 21. September im Rahmen des World Cleanup Day 2019 statt – gemeinsam mit Städten in über 150 Ländern weltweit.

„Gefragt sind alle Frankfurterinnen und Frankfurter, denn sie kennen sich bekanntlich am besten aus in ihrer Stadt“, sagt Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt und Frauen, und Schirmherrin des Sauberkeits-Aktionstags. Dieses Jahr sei das Team von #cleanffm, der städtischen Sauberkeitskampagne, das erste Mal Partner des World Cleanup Day. „Machen Sie mit. Ob in großen oder kleinen Gruppen, ob aus den Stadtteilen oder Firmen und aus Geschäften: Suchen Sie sich Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Lassen Sie uns gemeinsam weltweit ein Zeichen setzen gegen die Vermüllung unserer Stadt, gegen die Flut von Müll auf unserem Planeten“, unterstreicht die Dezernentin.

Holger Holland, Projektleiter des World Cleanup Day Deutschland, ergänzt: „Die Welt ist unsere Lebensader und wir brauchen sie müll- und vor allem plastikfrei! Daher sind wir sehr froh darüber, dass wir mit der Stadt Frankfurt am Main einen wichtigen Partner gefunden haben.“ Neben Berlin und München sei Frankfurt der dritte große Partner unter Deutschlands größten Städten.

Ziel des Sauberkeitstages ist es, mit der weltweiten Aktion die Menschen zu aktivieren, in ihrer direkten Nachbarschaft einen eigenen Beitrag für eine sauberere Umwelt zu schaffen. Aber auch, das eigene Bewusstsein für einen anderen Umgang mit Verpackungen und damit zusammenhängender Vermüllung zu schärfen.

Unterstützt wird die Aktion durch die FES, die allen, die mitmachen, das benötigte Equipment kostenfrei zur Verfügung stellt, etwa Mehrweghandschuhe, Müllzangen und Müllbeutel.

Sie stellt auch die Anmeldeplattform http://cleanup.fes-frankfurt.de oder http://www.ffmcleanup.de bereit, auf der sich alle Interessierten rund um „Frankfurt Cleanup“ informieren können. Wer dies lieber persönlich möchte, kann dies im FES – Servicecenter in der Innenstadt am Liebfrauenberg 52-54 tun.

Hintergrund

Der World Cleanup Day hat seine Wurzeln in Estland und findet seit 2008 jedes Jahr am 3. Samstag im September statt, in Deutschland erstmalig letztes Jahr am 15. September. 2018 sind weltweit 17.000.000 Menschen in über 150 Ländern gegen das globale Müllproblem aufgestanden und haben ein Zeichen gegen Müll und für unsere Erde gesetzt. Mehr Infos gibt es unter https://deutschlandmacht.de/about/ im Internet.

 

Text: Stadt Frankfurt/Redaktion girm

Foto: 1,2,2 rfm

Deutscher Nachhaltigkeitspreis: Prämiert Städte und Gemeinden 2019

Deutscher Nachhaltigkeitspreis:
Diese Kommunen sind Vorreiter der Nachhaltigkeit.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis prämiert auch 2019 Städte und
Gemeinden, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten erfolgreich eine nachhaltige
Stadtentwicklung betreiben und in wichtigen Themen erfolgreiche Nachhaltigkeitsprojekte
realisieren. Neun Vorreiter zukunftsfähigen Verwaltungshandelns wurden jetzt nominiert.

Erlangen, Osnabrück und Stuttgart konnten sich unter den Großstädten durchsetzen. Bei den
Kommunen mittlerer Größe ziehen Aschaffenburg, Pfaffenhofen an der Ilm und St. Ingbert ins
Finale ein. Unter den Kleinstädten und Gemeinden haben Bad Berleburg, Dornstadt und
Wildpoldsried die Nase vorn. Zusätzlich qualifizieren sich Bad Berleburg, Heilbronn, Pfaffenhofen
an der Ilm, Ulm und Waiblingen für den Sonderpreis Digitalisierung.

„Das diesjährige Spitzenfeld zeigt echte Vorbilder unter den Kommunen. Nachhaltige
Entwicklung prägt dort in besonderer Weise den kommunalen Alltag“, sagt Stefan Schulze-
Hausmann, Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. „Sie setzen auf breite
Bürgerbeteiligung, adressieren konsequent Themen wie Klimaschutz und Bildungsgerechtigkeit.
Und sie übernehmen globale Verantwortung.“
Nach der Auswertung der Fragebögen werden die Kommunen nun besucht. Vor Ort führen
Experten des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), des Wuppertal Instituts für Klima,
Umwelt, Energie und des kommunalen Umweltschutzverbandes ICLEI vertiefende Interviews.
Ende Juli entscheidet eine unabhängige Expertenjury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Günther
Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, über die Sieger. Die
nominierten Akteure für den Sonderpreis Digitalisierung werden separat für Ihre Leistungen
beurteilt und ausgezeichnet.

Eine Besonderheit der Auszeichnung für Städte und Gemeinden sind die Preisverleihungen
direkt vor Ort, die möglichst viele Beteiligte und Interessierte einbinden sollen. Die Sieger
erhalten von der Allianz Umweltstiftung jeweils 30.000 Euro für Projekte zur nachhaltigen
Stadtentwicklung. Im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages am 21. und 22. November
2019 in Düsseldorf stellen die erfolgreichsten Kommunen ihr Nachhaltigkeitsengagement vor.
Die nominierten Städte und Gemeinden in alphabetischer Reihenfolge:

Deutschlands nachhaltigste Großstädte
• Stadt Erlangen
• Stadt Osnabrück
• Landeshauptstadt Stuttgart
Deutschlands nachhaltigste Städte mittlerer Größe
• Stadt Aschaffenburg
• Stadt Pfaffenhofen an der Ilm
• Stadt St. Ingbert

Deutschlands nachhaltigste Kleinstädte und Gemeinden
• Stadt Bad Berleburg
• Gemeinde Dornstadt
• Gemeinde Wildpoldsried

Sonderpreis Digitalisierung
• Stadt Bad Berleburg
• Stadt Heilbronn
• Stadt Pfaffenhofen an der Ilm
• Stadt Ulm
• Stadt Waiblingen

Weitere Informationen unter www.nachhaltigkeitspreis.de
Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der
Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Mit fünf Wettbewerben (darunter der
Next Economy Award für „grüne Gründer“), über 800 Bewerbern und 2.000 Gästen zu den
Veranstaltungen ist der Preis der größte seiner Art in Europa. Die Auszeichnung wird vergeben
von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung,
kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen
und Forschungseinrichtungen. Rahmen für die Verleihung ist der Deutsche Nachhaltigkeitstag in
Düsseldorf, die meistbesuchte jährliche Kommunikationsplattform zu den Themen nachhaltiger
Entwicklung.

Foto Copyright Frank Fendler

“ Fridays for Future“wird von BUNDjugend und BUND unterstützt

BUND, Klimawandel, Mobilität
Im Rahmen des globalen durch „Fridays For Future“ initiierten Klimastreiks unterstützen die BUNDjugend und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Forderungen der streikenden Schülerinnen und Schüler. Die unter dem Motto „Verkehrswende statt Weltende“ gestellten Forderungen sind richtig und wichtig: Die Bundesregierung ist gut beraten, die Sorgen und Nöte der kommenden Generationen ernst zu nehmen.

Linda Mederake, Jugendvertreterin im Bundesvorstand des BUND, sagt dazu: „Die jungen Menschen gehen auf die Straße, weil sie etwas bewegen wollen. Weil sie den Filz zwischen Politik und Industrie satthaben, der maßgeblich zur Klimakrise beiträgt. Insbesondere im Verkehrsbereich gibt es dafür anschauliche Beispiele. Der Verkehr ist der einzige Sektor hierzulande, in dem die CO2-Emissionen nicht zurückgehen.

Die Ursachen dafür sind vielfältig, hängen aber alle mit unzureichenden politischen Regulierungen zusammen. Steuerfreies Kerosin und massive staatliche Subventionierung der Flughäfen sorgen für immer mehr Billigflieger – dabei ist Fliegen die klimaschädlichste Art zu reisen. Immer größere, schwerere und leistungsstärkere Autos fahren immer weitere Strecken und die Hersteller ‚optimieren‘ immer weiter an den offiziellen Angaben zu Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß der Fahrzeuge. Staatliches Handeln? Fehlanzeige.

Die Liste der Beispiele für klimapolitisches Versagen im Verkehrsbereich lässt sich leicht verlängern: Immer mehr Lkw auf den Straßen, immer mehr Lieferwagen in den Städten, immer mehr Pendlerinnen und Pendler, die immer weitere Strecken fahren müssen, weil sie sich das Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten können, ein kaputtgesparter öffentlicher Verkehr – alles Auswirkungen verfehlter Investitionen und Regulierungen.

Deshalb braucht es mutige Entscheidungen und eine Bundesregierung, die nicht länger im Interesse von Konzernen, sondern im Interesse der Bürgerinnen und Bürger agiert. Nur so kann die globale Klimakatastrophe zumindest noch abgemildert werden.“

©Quelle: BUND

© Foto: 123RF

Emma Klinik Seligenstadt: Hochleistungsmedizin in Seligenstadt

Über uns: Hochleistungsmedizin in Seligenstadt

Die Emma Klinik bietet seit über fünfzehn Jahren Hochleistungsmedizin in Seligenstadt. Mit insgesamt 16 Fachbereichen, in denen derzeit 35 Fachärzte und Fachärztinnen tätig sind, deckt unsere Klinik ein breites Leistungsspektrum ab. Jedes Jahr führen wir in der Emma Klinik rund 5.400 ambulante Operationen und rund 950 Operationen mit stationärer Nachbehandlung durch. Unser Ziel ist es, dass sich unsere Patienten im Vorfeld, während und auch nach einer Operation optimal beraten, persönlich betreut, behandelt und gut aufgehoben fühlen.

Sie als Patient profitieren sowohl von der Behandlung durch unsere spezialisierten Fachärzte, die ausschließlich auf ihren Spezialgebieten tätig sind und über einen umfangreichen Erfahrungsschatz verfügen, als auch vom Einsatz moderner, besonders schonender Behandlungsmethoden, unserer hochmodernen Gerätetechnik und OP-Ausstattung und einer angenehmen, persönlichen Atmosphäre.

Da für den Genesungsverlauf auch das Umfeld eine wichtige Rolle spielt, legen wir in der Emma Klinik großen Wert auf und einer angenehmen, persönlichen Atmosphäre. Deshalb erstrahlt die Inneneinrichtung in freundlichen und hellen Farben. Die Ausstattung unserer Zimmer ist hochwertig und komfortabel. Gepaart mit unseren freundlichen und engagierten Mitarbeitern sowie dem frischen, abwechslungsreichen Essen erinnert die Emma Klinik eher an ein gutes Hotel als an ein Krankenhaus.

Unsere Ausstattung im Überblick:

  • In der Emma Klinik gibt es zwei moderne Operationssäle mit Lamina Air-Klimadecke, zentraler Gasversorgung, OP-Mikroskop, Laparoskopischem Turm und Videokette.
  • Wir bieten eine familiäre Bettenstation mit 13 Patientenbetten in komfortabel ausgestatteten Ein-, Zwei- und Dreibettzimmern für den stationären Aufenthalt.
  • Alle Zimmer bieten mit modernen Badezimmern mit Dusche und WC, Fernseher, Fax- und Internetzugang, Klimaanlage, Kühlschrank und Tresor den Komfort eines guten Hotels.
  • Das engagierte und freundliche Team der Bettenstation besteht aus examinierten Krankenschwestern, unsere kleinen Patienten aus dem Bereich Kinderchirurgie werden von speziell ausgebildeten Kinderkrankenschwestern versorgt.
  • Für alle Patienten ist das Pflegepersonal rund um die Uhr im Einsatz und auch die Ärzte sind über die tägliche Visite hinaus jederzeit erreichbar.

Ihr Plus:

Die Behandlung in der Emma Klinik erfolgt ausschließlich durch unsere Spezialisten. Das gilt auch bei vermeintlichen Routineeingriffen. Dadurch kommen Diagnose, Behandlung und Nachsorge – anders als in anderen Krankenhäusern – immer aus einer Hand. Wir sind davon überzeugt, dass neben einer optimierten, individuell auf den Patienten abgestimmten medizinischen Behandlung auch das körperliche und seelische Wohlbefinden eine wichtige Rolle für den Heilungsverlauf spielt. Deshalb legen wir in der Emma Klinik viel Wert auf eine angenehme Atmosphäre in der sich unsere Patienten rundum gut aufgehoben und umsorgt fühlen sollen.

https://www.emma-klinik.de/emma-klinik/startseite.html

© Text und Fotos: Emma Klinik

Baumpilze

Hessen steht für mehr unberührte Naturwälder – 31.900 Hektar dafür vorgesehen

„Im waldreichsten Bundesland sind nun insgesamt 31.900 Hektar für die freie Entfaltung der Natur vorgesehen. Bäume können in Ruhe altern, in ihren Baumhöhlen finden der Schwarzspecht und die Bechsteinfledermaus Unterschlupf. Umgefallene und abgestorbene Bäume bleiben liegen und werden von Insekten bewohnt. Seltene Urwaldreliktarten, wie der Eremit und der Veilchenblauen Wurzelhals-Schnellkäfer finden hier Lebensräume. Ebenso bieten Naturwälder Rückzugsräume für Wildkatzen und Luchse“, sagt Umweltministerin Priska Hinz, die in diesen Tagen die Stilllegung von weiteren zwei Prozent Waldfläche verkündete. „Die Erweiterung der Naturwälder im Staatswald führt dazu, dass zukünftig über ganz Hessen verteilt die Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten vergrößert und gesichert wird. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.“

Die Landesregierung hat sich verpflichtet 10 Prozent der Staatswaldfläche als Naturwaldflächen auszuweisen. Rund 6.400 Hektar Waldfläche, das entspricht den noch fehlenden zwei Prozent, werden aus der Bewirtschaftung genommen. Hessen erfüllt damit die Anforderungen der nationalen und hessischen Biodiversitätsstrategie. Gleichzeitig ist damit eine nachhaltige Waldbewirtschaftung nach FSC gewährleistet. In Naturwäldern werden keine Maßnahmen mehr durchgeführt, die wirtschaftlichen Zielen dienen. Trotzdem bleiben die Flächen unter Aufsicht der Forstämter, um zum Beispiel Waldbrände abzuwenden und die Entwicklung der Wälder zu beobachten, aber auch zur Verkehrssicherung. Ebenso können ausgewiesene Wanderwege erhalten werden.

Im Reinhardswald, der Kühkopf-Knoblochsaue und dem Wispertaunus sind die Naturwaldflächen über 1.000 Hektar groß. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee umfasst eine Naturwaldfläche von über 5.000 Hektar, die nun noch erweitert wird. „Mit weiteren großen Naturwaldflächen wie zum Beispiel im Kammerforst, im Vogelsberg, am Grünen Band bei Wanfried oder am Landecker Berg erweitern wir das Biotopverbundnetz. Das ist wichtig für die Wanderung von Tierarten und die Weiterverbreitung von bedeutenden Pflanzenarten. Deshalb werden wir die Naturwälder, die über 100 Hektar groß sind auch dauerhaft für den Naturschutz sichern“, so Hinz weiter. „Hier in Wiesbaden entsteht mit der heutigen Ausweitung ein über 150 Hektar großes Naturwaldgebiet, das neben Tieren und Pflanzen auch für die nahen Stadtbewohnerinnen und -bewohner attraktiv ist. So wird die Natur unverfälscht erlebbar und die Bedeutung von Naturschutz sichtbar“, ergänzte die Ministerin.

© Text: Hessisches Umweltministerium; © Foto: Förster L. Postl – HessenForst