GesundinRheinMain zu Besuch: Michael von Sychowski, Alzenau 

Michael von Sychowski „Ich bin der Lotse meiner Patienten…“

Er ist Arzt geworden, „um möglichst vielen Menschen zu helfen, um Leiden zu lindern und, wenn möglich, auch zu beseitigen“. Er steht dafür auch mal nachts auf und fährt 20 Kilometer weit zu einem Patienten, „wenn er mich dringend braucht“. Michael von Sychowski ist Allgemeinmediziner mit einer chiropraktischen Zusatzausbildung, praktiziert im Alzenauer Stadtteil Hörstein und bezeichnet sich selbst am liebsten als „Hausarzt“ oder „Landarzt“. „Natürlich kenne ich meist nicht nur den Patienten, der vor mir sitzt und von seinen Wehwehchen berichtet, sondern ich kenne die ganze Familie. Von der Oma bis zum Onkel. Das ist so in einem kleinen Dorf“.

Der geborene Frankfurter, der schon als Heranwachsender seinem Vater, einem leitenden Krankenpfleger, „gern zur Hand gegangen ist“, und für den die Krankenhausluft schon als Kind vertraut war, machte seine Arzt-Ausbildung auf dem zweiten Bildungsweg. Begonnen hat alles im Frankfurter Marienkrankenhaus mit einer Lehre als Krankenpfleger. Ganz genau so wie der Vater, sein Vorbild. „Dann habe ich noch eine so genannte kleine Physiotherapieausbildung draufgesetzt und dabei wurde mir klar, dass ich doch ein größeres Ziel habe: Ich wollte Allgemeinmediziner werden.“ Nach seinem Studium war Michael von Sychowski dann einige Jahre in verschiedenen hessischen Krankenhäusern als Arzt tätig, arbeitete in einer naturheilkundlichen Praxis mit und war drei Jahre lang Stabsarzt bei der Bundeswehr, stationiert im bayerischen Erding und danach in Holland. „Doch das Soldatenleben blieb mir immer irgendwie fremd und ich machte mich auf die Suche nach einer Landarzt-Praxis.“

Ein echter Allrounder

 Die fand der Arzt und Chiropraktiker, gemeinsam mit seiner Familie, dann in der Spessart-Gemeinde Hörstein. „Hier bin ich als Hausarzt vor allem der Lotse für meine Patienten“, beschreibt er seinen Berufsalltag. „Dazu muss ich nicht nur Spritzen geben können, wenn es irgendwo zwickt, sondern ich muss mich auch mit dem sozialen Umfeld, mit den Lebensgewohnheiten meiner Patienten beschäftigen. Dann erst kann ich sie im wahrsten Sinne des Wortes ganzheitlich behandeln oder sie zu einem Facharzt-Kollegen schicken, wenn ich mir die Diagnose vervollständigen lassen möchte. Das ist zwar manchmal eine sehr aufwendige, vor allem auch zeitaufwendige Arbeit für einen Arzt, aber auch befriedigender als nur fachärztlichen Rat geben zu können. Der Hausarzt ist eben ein echter Allrounder.“

Der geborene Frankfurter engagiert sich gerne. So ist er in seiner Wahlheimat Hörstein beim „Roten Kreuz“ aktives Mitglied und damit auch bei allen Wein-Festen und Vereins-Veranstaltungen mit dabei. „So kenne ich die sozialen Strukturen sehr genau. Wenn die Patienten zu mir kommen, möchte ich sie familiär einordnen können, dann will ich wissen, wer vor mir steht, welche Alltagsprobleme die Familie vielleicht hat, ob es Eheprobleme gibt, wer die Oma versorgt oder ob die Kinder in der Schule Schwierigkeiten beim Lernen haben. Genau diese Kenntnisse sind für eine Diagnose oft enorm wichtig. So haben die Hausärzte früher gearbeitet und diese Tradition will ich fortführen. Als Haus- und Landarzt muss man für alles ein offenes Ohr haben!“

Wenn Michael von Sychowski, der seit über 25 Jahren verheiratet ist, nicht in seiner Praxis sitzt, dann trifft man ihn auf dem Fahrrad in den bayerischen Weinbergen, beim morgendlichen Schwimmen im Nachbarort, beim Volleyballspiel oder beim „Freitagstanz“ in einem Aschaffenburger Tanzclub. „Dazu hat mich allerdings meine Frau überreden müssen“, scherzt er. „Aber inzwischen macht es Spaß und Tanzen ist ein guter Ausgleichssport am Ende einer anstrengenden Arbeitswoche.“ Zum Lesen kommt er fast nur im Urlaub. „Landärzte sind auch abends oft im Einsatz“, berichtet er. „Und da bleibt die Zeit für neue Kriminalromane und meine `historischen Schinken´ eben nur im Urlaub.“

 Kein Kalorienzähler

 Den verbringt Familie von Sychowski – neben der Ehefrau, die in Polen als Lehrerin gearbeitet hat und nun als „Praxis-Managerin“ tätig ist, gibt es eine  erwachsene Tochter und einen Sohn – gerne im Norden. „All zuviel Sonne brauche ich im Urlaub nicht“, sagt der Arzt. „Ich bin auch keiner, der stundenlang am Strand faulenzt.“ So geht die Reise meist ins nördliche Europa. Nach Schottland, England, Norwegen oder Skandinavien. „Mindestens einmal im Jahr fahren wir auch in die Heimat meiner Frau, nach Polen. Dort genieße ich vor allem das Familienleben, den Freundeskreis und das gute, aber auch sehr deftige und kalorienhaltige Essen“, erzählt bald 60-jährige Mediziner.

Zuhause gibt es meist nur zu besonderen Festtagen polnische Spezialitäten. „Wenn meine Frau Zeit hat, dann kocht sie häufig eine Rote-Beete-Suppe, Piroggi (Teigtaschen) oder Bigos, ein herzhaftes Sauerkrautgericht. Dazu gibt es dann einen polnischen Wodka oder ein Bier.“ Sie leben zwar gesundheitsbewußt, die Arzt-Familie von Sychowski, aber nicht „asketisch“. „Bei uns gibt es gesunde Mischkost, und die empfehle ich auch meinen Patienten.“ Morgens bleibt oft nur die Zeit für ein Müsli mit Früchten oder mit Quark und Leinöl vermischt. Mittags ist das Essen eigentlich „Familienpflicht“, so Michael von Sychowski. „Aber seit die Praxis immer größer geworden ist, verschieben wir das Familien-Mittagessen schon mal auf den Abend.“

Für die Abhärtung in der kalten Jahreszeit versucht der Mediziner jeden Tag in der Mittagspause noch 30 Minuten zu walken. „Das klappt ganz und gar nicht immer“, berichtet er. „Aber das regelmäßige Schwimmen tut mir bereits sehr gut. Es baut nicht nur Muskeln auf, sondern ist auch für eine regelmäßige, tiefe Atmung wichtig.“

Leistung wird für Michael von Sychowski überhaupt groß geschrieben. Nicht nur beim Sport. Er hat oft einen 16 Stunden Tag in seiner Praxis. Und wenn dann „hinterm Wald“, wie er die kleinen Orte hinter Alzenau liebevoll nennt, ein Opa stürzt und die Familie „ihren Hausarzt“ anruft, dann macht er sich noch auf den Weg. Auch nach Mitternacht. Der Lotse aus Hörstein.

https://www.praxis-von-sychowski.de/

©Text:ath, ©Fotos ath, von Sychowski, privat

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