Artischocken: Vitaminreich, entgiftend und ein natürliches Aphrodisiakum

Das grüne, ein wenig schuppenartige Gewächs, das mich an der Gemüsetheke immer sofort an eine Distelpflanze erinnert, ist eines der gesündesten Gemüse der Welt: die Artischocke. Sie wirkt entgiftend, hat viele Vitamine und ist ein natürliches Heilmittel für Menschen, die Leberprobleme haben oder zu einem erhöhten Cholesterinspiegel neigen.

Seit Jahrtausenden ist die Artischocke übrigens auch als Aphrodisiakum geschätzt, dass schon den „alten Schürzenjäger“ Zeus und auch Katharina von Medici begeistert hat. Der Grund: Die Pflanze enthält Substanzen, die die Östrogenausschüttung anregen und somit besonders die weiblichen Sexualhormone stimulieren.

Volksmediziner kennen die Artischocke und ihre heilenden Wirkung schon seit langer Zeit. Oftmals setzen sie sie in Kombination mit Mariendistelpräparaten, vor allem bei Patienten mit Leber- oder Galleerkrankungen ein. Sie schützt die Leber vor aggressiven Sauerstoffverbindungen, den sogenannten freien Radikalen.

Ob die Pflanze dabei frisch oder getrocknet, als Essenz oder auch in Kapseln verpackt ist, ist für ihre Wirkung nicht unbedingt entscheidend. In getrockneter Form ist sie aber bei Erkrankungen besser zu dosieren.

Folgende Fertigpräparate sind in der Apotheke oder im Drogeriemarkt erhältlich:

Merz Consumer Care GmbH, 40 St., 4,65 € / Hafesan Kapseln, 60 St., 15,22 € / Zirkulin Dragees, Roha, 100 St., 6,72 € / Sanhelios Dragees, Börner, 100 St., 7,73 €.

Die gallebildende Wirkung von Artischocke – ob frisch oder fertig zubereitet – ist durch kontrollierte Studien am Menschen nachgewiesen. Da sich bei der Einnahme der Pflanzenpräparate der Gallefluss mehr als verdoppelte, kann die Artischocke in jeder Form bei Verdauungsbeschwerden aufgrund einer gestörten Gallebildung hilfreich sein. Zudem erhöht sie die Konzentration von Gallensäuren in der Gallenflüssigkeit, was unsere Fettverdauung deutlich erleichtert.

Die Wirksamkeit von frischen und getrockneten Artischocken bei Anwendungsgebieten, wie:

  • Unterstützung der Verdauungsfunktion
  • Verdauungsstörungen und Verdauungsbeschwerden

ist mehrfach wissenschaftlich belegt.

Zur Entgiftung im Frühjahr:

 1 gehäufter Esslöffel Artischockenblätter oder -kraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen. 5 – 10 Minuten ziehen lassen und abgießen. ¼ – ½ Stunde vor den Mahlzeiten trinken. Bis zu 3mal täglich. Den Tee bitte immer frisch zubereiten. Dann wirkt er am besten.

Die Bitterstoffe, die in der Artischocke vorkommen – und das sind bis zu 6 Prozent – und die übrigens auch ihren eigenwilligen, etwas herben Geschmack ausmachen, heißen Cynarin und Canaridin. Cynarin wirkt nicht nur Leberentgiftend, es wirkt vor allem unterstützend bei der Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels. Das haben Versuche an Ratten nachgewiesen. Das Ergebnis: Eine Verbesserung bei erhöhtem Cholesterin um 10 bis 15 Prozent.

Aber das Distelgewächs kann man auch einmal ganz anders genießen und dabei trotzdem seine Gesundheit unterstützen.  – In der italienischen Stadt Padua wird seit den 50er-Jahren ein Aperitif aus Kräutern und Artischocken hergestellt, der – passend zum Inhalt – den Namen Cynar trägt. Er wird vor dem Essen getrunken und hat eine verdauungsfördernde Wirkung. Ganz ähnlich wie sein Ursprungsgewächs, die Artischocke.

Cynar kann man im Spirituosenhandel oder auch im Supermarkt kaufen. Ein Liter kostet ca. 10 €.

Artischocken wie einen Blumenstrauß frischhalten
Wenn die äußeren Schuppen der Artischocke leicht abstehen, wird sie im Süden Europas geerntet. Meist kommt sie dort auch frisch auf den Tisch. Gekocht, ganz pur oder mit verschiedenen Dips (siehe Rezeptkasten), manchmal auch gegrillt oder gebacken.

Beim Kauf einer Artischocke sollte man darauf achten, dass sie bis in die Blattspitzen grün und frisch aussieht. Um sie ein wenig länger zu Hause zu halten, kann man die Artischocke wie einen Blumenstrauß in ein Glas Wasser stellen, mit dem Stiel nach unten, oder in ein Handtuch eingewickelt ins Gemüsefach Ihres Kühlschranks legen.

Gut zu wissen: Die Artischocke gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine entfernte Verwandte der Distel. Ihre Heimat ist das Gebiet rund um das Mittelmeer, wo sie schon 500 v. Chr. im alten Ägypten bekannt war. Doch erst im 13. Jahrhundert gelangte sie dann nach Europa. Seit 1540 wird die Artischocke auch in Deutschland angepflanzt.

Artischocken wachsen bis zu zwei Meter hoch. Der zum Verzehr geeignete Teil der Artischocke ist die Blütenknospe, die im Aussehen ein wenig an Kiefernzapfen erinnern.

Das sind die Inhaltsstoffe der Artischocke – pro 100 g/ml:

  • Kalorien (kcal/kj): 22/91
  • Kohlenhydrate: 2,60 g
  • Ballaststoffe: 10,80 g
  • Eiweiß: 2,40 g
  • Wasser: 82,50 g
  • Fett: 0,10 g
  • Cholesterin: 0 mg
  • Retinol: 17 µg
  • Thiamin: 0,14 mg
  • Riboflavin: 0,01 mg
  • Niacin: 0,90 mg
  • Ascorbin: 8 mg
  • Tocopherol: 0,20 mg
  • Natrium: 47 mg
  • Kalium: 350 mg
  • Calcium: 53 mg
  • Phosphor: 130 mg
  • Magnesium: 26 mg
  • Eisen: 1,50 mg

 Unser Artischocken-Rezept:

Schneiden Sie den Stiel der Artischocke ab und schälen Sie die holzigen Fasern weg. Setzen Sie das Gemüse mit den geschälten Stielresten in einen Topf und füllen Sie mit ca. 2 Liter Gemüsebrühe auf. Schneiden Sie ein Stück Ingwer in kleine Scheiben und lassen sie es mitkochen.

 Alles einmal kräftig aufkochen lassen und dann zugedeckt etwa 45 Minuten ziehen lassen, solange, bis die Artischocke weich ist. Sie können auch eine Scheibe Zitrone mitkochen und/ oder auch eine Kardamomkapsel in der Brühe mitziehen lassen. Je nach Geschmack.

Setzen Sie nach dem Kochen die Artischocke auf warme Teller und zupfen Sie die großen Blätter mit der Hand heraus. Der fleischige Teil der Blätter wird mit den Zähnen abgezogen. Am Schluss wird der Boden (das Artischockenherz) vom Rest getrennt.

Kleiner Artischocken können Sie auch nach dem Kochen in Streifen schneiden und als Salat anrichten.

Dazu passt ein Dip aus Ölivenöl, Essig und Senf, gewürzt mit ein wenig Chilisalz und Zucker.

Text © ATH Medien

Foto ©123RF.com

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