Andrea Thoma trifft: Prof. Marin Trenk „Globalisierte Esskultur“

„Maggi kennt man auf der ganzen Welt!“

Andrea Thoma trifft Prof. Marin Trenk aus Frankfurt zum Thema: „Globalisierte Esskultur““

© Buchcover: Klett-Cotta Verlag

Er ist Deutschlands einziger „Ess-Ethnologe“: der Frankfurter Professor Marin Trenk. Einige seiner Kollegen nennen den umtriebigen und weitgereisten auch den „Indianer Jones der Kulinarik“. Trenk lehrt und forscht an der Goethe-Universität Frankfurt rund um das Thema Essen. In seinem aktuellen Buch „Döner Hawaii“ – Unser globalisiertes Essen“ berichtet er von drei Globalisierungswellen aus der Geschichte, die unsere heutige Esskultur entscheidend geprägt haben. „Kolumbus brachte von den Inkas Kartoffeln, Mais und Tomaten nach Europa und in alle Welt, nicht aber deren Zubereitungsarten. Erst mit der zweiten Welle `schwappten´ nicht nur neue Nahrungsmittel, sondern auch erste Rezepte zu uns. Mit der dritten Welle schließlich, im Verlaufe des 20. Jahrhunderts, verbreiteten und etablierten sich erstmals komplette „fremde Küchen“, zunächst jene Italiens und des Balkans, später dann die asiatischen und andere exotische Küchen. Der neueste Food-Trend: Vegetarismus, veganes Essen und die so genannte „Invisibilisierung“ des Essens. „Das bedeutet: heute möchte niemand mehr auf dem Teller an ein Tier erinnert werden. Die Mehrzahl der Menschen isst zwar noch Fleisch, bloß nach Tier darf es nicht aussehen. Deswegen sind zum Beispiel Nieren oder Ochsenschwanz seit Jahren schon out.“ Mehr lesen

Polio-Impfpflicht für Langzeit-Aufenthalte ab vier Wochen in Risikogebieten

Für Länder mit dem Status „States currently exporting wild poliovirus or cVDPV“ gilt:

Personen, die sich > 4 Wochen im Land aufhalten, müssen bei Ausreise eine max. 12 Monate zurück liegende Polio-Auffrischimpfung (IPV) mit Dokumentation im Internationalen Impfausweis auf der Seite „International Certificate of Vaccination or Prophylaxis“ nachweisen.

Betroffene Länder und Regionen:

  • Afghanistan,
  • Pakistan,
  • Nigeria,
  • Lake Chad Basin,
  • Central Africa,
  • Horn of Africa,
  • Papua New Guinea,
  • Mozambique
  • Indonesia (NEU)

Die Inkubationszeit der Poliomyelitis liegt bei 3–35 Tagen. Der Erreger ist im Falle einer Infektion frühestens nach 36 Stunden im Rachensekret nachweisbar und kann dort bis zu einer Woche persistieren. Die Virusausscheidung im Stuhl beginnt nach 2-3 Tagen und kann bis zu 6 Wochen anhalten. In sehr seltenen Fällen, z. B. bei stark immungeschwächten Patienten, kann die Virusausscheidung Monate bis Jahre andauern.

Beispiel Indonesien (Hinweis des Auswärtigen Amts):

„Im Januar 2019 kam es in West-Papua zu einem Ausbruch von Poliomyelitis (Kinderlähmung) mit Impfpolioviren. In diesem Zusammenhang empfiehlt die WHO, dass alle Einwohner und Langzeitbesucher länger als 4 Wochen, die aus dem Land heraus eine internationale Reise antreten, vier Wochen bis 12 Monate vor Ausreise mit einer Dosis gegen Polio geimpft werden (oraler Impfstoff bOPV oder intramuskulärer Impfstoff IPV). Steht eine dringende Reise an und es wurde nicht in den vergangenen vier Wochen bis 12 Monaten gegen Polio geimpft, sollte sichergestellt werden, dass Einwohner und Langzeitreisende mindestens zum Abreisezeitpunkt eine Impfung erhalten. Ob und wie Indonesien die Empfehlungen der WHO umsetzt, ist derzeit noch unklar. Allen Reisenden unter vier Wochen Reisezeit sollten einen kompletten Impfschutz gegen Polio haben. Alle 10 Jahre sind Auffrischimpfungen notwendig. Die Impfung ist im Internationalen Impfzertifikat separat zu bescheinigen.

© Quelle: MD Medicus, gesundes reisen

© Bild: 123RF Alexander Raths

MRE-Netz Rhein-Main plädiert für verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz

Das 2010 gegründete MRE-Netz Rhein-Main feiert im Juni seinen 9. Geburtstag. Im Rahmen einer Feierstunde im Gesundheitsamt Frankfurt gab die Leiterin des Netzwerks, Prof. Ursel Heudorf einen Rückblick und Ausblick. Mehr als 300.000 Flyer zu verschiedenen Themen wurden verteilt, zahlreiche Fortbildungen für Ärzte und Hygienefachpersonal, mehr als 500 Informationsveranstaltungen in Pflegeeinrichtungen mit mehr als 8000 Teilnehmern wurden durchgeführt. Der Internetauftritt https://www.mre-rhein-main.de und das Informationstelefon 069/212 48884 werden gut genutzt.
Hessen liegt im so genannten VRE-Gürtel, einer vom Saarland bis Sachsen-Anhalt reichenden Region mit besonders hohen Raten an VRE (Vancomycinresistente Enterokokken) in Blutkulturen von Patienten. Deswegen hatte das Netzwerk im vergangenen Jahr zwei Studien durchgeführt.
Das Netzwerk ließ im Institut für medizinische Mikrobiologie der Universität Gießen Proben aus 17 Krankenhäusern der Region (vom Rheingau-Taunus-Kreis im Westen bis zum Main-Kinzig-Kreis im Osten) mittels Ganzgenomsequenzierung untersuchen. „Wir waren sehr erstaunt, dass in praktisch allen teilnehmenden Kliniken ein einziger VRE-Typ mit dem identischen Subtyp vorhanden war. Das hatten wir so nicht erwartet. Weitere Untersuchungen zeigten, dass dieser VRE weder eine besondere Beständigkeit gegen Desinfektionsmittel, noch eine bessere Übertragbarkeit oder eine stärker krankmachende Wirkung besitzt. Eine wirkliche Erklärung für den VRE-Gürtel konnten wir somit nicht finden“, sagte Heudorf. In einer weiteren Studie in einer Klinik mit einem großen Einzugsgebiet konnte gezeigt werden, dass dort im Jahr 2016 noch verschiedene VRE-Typen gefunden wurden, aber seit 2017 sich ebenfalls nur noch dieser eine VRE-Typ findet.

„Ein zentrales Ziel unseres Netzwerks ist, die Rehabilitation von Patienten mit MRE zu ermöglichen und zu verbessern. Nach dem Erstellen von Hilfeangeboten und einer ersten großen Untersuchung im Jahr 2014 werden wir in diesem Jahr eine weitere Untersuchung von Rehabilitations-Patienten auf multiresistente Erreger anbieten“ berichtet Heudorf. 18 Kliniken haben ihre Teilnahme bereits angekündigt. „Dabei wollen wir nicht nur auf multiresistente Erreger (MRE) untersuchen sondern uns auch dem Antibiotika-Einsatz in den Rehabilitationseinrichtungen widmen“.
 Das MRE-Netz Rhein-Main hat bereits 2016 eine Arbeitsgruppe „Antibiotic Stewardship“ gegründet, die sich mit dem sachgerechten Einsatz von Antibiotika in Kliniken befasst. Dr. Rolf Tessmann, Chefarzt an der Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinik und Leiter der Arbeitsgruppe, berichtet im Rahmen der Geburtstagsfeier des Netzwerks über die bisherige Arbeit und die Erfolge. In einigen Kliniken konnten erhebliche Einsparungen an Antibiotika erreicht werden.

Dr. Arne Behm, Facharzt für Urologie, und Mitglied der Hessischen Urologen Genossenschaft, wird zu „Urologische Antibiotikatherapie und Katheterversorgung – mit Sinn und Verstand?“ referieren, ein Thema, das gerade in der Versorgung von älteren oder pflegebedürftigen Patienten große Bedeutung hat.

Nur bei verantwortungsvollem Einsatz von Antibiotika kann die weitere Resistenzentwicklung von Bakterien vermindert werden. Deswegen hat das Netzwerk gemeinsam mit Experten aus verschiedenen Fachgesellschaften Flyer zur Information von Patienten zu Antibiotika bei Atemwegsinfektionen, Harnwegsinfektionen und – zuletzt 2018 – bei Ohrenschmerzen entwickelt. Studien zeigen, dass bei diesen Infektionen häufig keine Antibiotika notwendig sind, sei es, weil sie durch Viren verursacht sind oder auch durch Ruhe und „Hausmittel“ gut zu beherrschen sind.
Die Verbesserung des Antibiotika-Einsatzes wird in Hessen großgeschrieben. Die Landesärztekammer Hessen führt in Zusammenarbeit mit Experten aus verschiedenen Kliniken in Hessen Fort- und Weiterbildungsprogramme durch und bildet Antibiotika-Experten für die Kliniken aus. Im ambulanten Bereich informiert die Kassenärztliche Vereinigung Hessen regelmäßig ihre Ärzte über einen sachgerechten und leitlinienbasierten Einsatz von Antibiotika und kann bereits deutliche Erfolge nachweisen.

Für 2019/2020 plant das MRE-Netz Rhein-Main gemeinsam mit den anderen Hessischen MRE-Netzwerken und mit Unterstützung der Landesärztekammer, Kassenärztlicher Vereinigung und dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration weitere Aktivitäten zum Rationalen Antibiotika-Einsatz. So ist vorgesehen, Teile des RAI-Projekts (Rationale Antibiotikatherapie durch Information und Kommunikation; https://www.rai-projekt.de im Internet) auch in Hessen einzuführen.
„Ein weiteres Projekt liegt mir sehr am Herzen“, so die Kinderärztin Heudorf: „Uns haben viele Anfragen zum Vorgehen bei MRE in Förderschulen erreicht“. Dort werden oft schwerst- und mehrfach beeinträchtigte Kinder unterrichtet, die mit Kathetern versorgt sind, viele medizinische Behandlungen und Krankenhausaufenthalte hinter sich haben. Damit ist auch ein höheres Risiko verbunden, mit antibiotikaresistenten Erregern besiedelt zu sein. Das führt zu Unsicherheit in den Förderschulen.

Gemeinsam mit Vertretern von Fördereinrichtungen und in Abstimmung mit anderen Netzwerken und Experten hat das MRE-Netz Rhein-Main jetzt einen Musterhygieneplan für Förderschulen erstellt. „Wir streben an, dass dieser Musterhygieneplan– nach Abstimmung zwischen dem Sozial- und Kultusministerium – als Erlass für die Schulen herausgegeben wird, in Ergänzung zu dem Erlass des Kultusministeriums aus dem Jahr 2014 zum Schulbesuch von Kindern mit MRE. Ziel ist es, mehr Sicherheit und damit einen für die betroffenen Kinder besseren Umgang zu erreichen und übertriebene und einschränkende Maßnahmen zu vermeiden. Das ist mir als Kinderärztin ein großes Anliegen.“

Auch in diesem Jahr verleiht das MRE-Netz wieder MRE-Siegel an teilnehmende Einrichtungen, die die Kriterien erfüllt haben und aktiv im Netzwerk teilnehmen. In diesem Jahr sind es 80 der inzwischen über 350 teilnehmenden Einrichtungen: 29 Krankenhäuser, 7 Rehabilitationskliniken, 36 Alten- und Pflegeheime, 3 Ambulante Pflegedienste und 5 Rettungsdienste. Heudorf dankt den Einrichtungen und betont: „Die Herausforderungen durch multiresistente Erreger werden nicht kleiner – aber in unserem Netzwerk werden wir gemeinsam besser“.

Text: Presse, Frankfurt

 

Unsere Kneipp-Gesundheitstipps!

Gesundheitstipps aus der Natur sind moderner denn je!

Sebastian Kneipp war, obwohl kein Arzt, eine Lichtgestalt in der Medizin des 19. Jahrhunderts, besonders im Bereich Naturheilverfahren. Seine „Fünf Säulen der Gesundheit“ sind ein Manifest seines Denkens und haben sich millionenfach bestätigen lassen. Wir heutigen Ärzte stehen auf den Schultern dieses „Gesundheitsriesen“. Das sagt Dr. med. Jürgen Freiherr von Rosen, Ärztlicher Seniordirektor der Schlosspark-Klinik Gersfeld/Rhön (Foto).

 Zum Sebastian-Kneipp-Tag führt der hessische Mediziner, der auch bundesweit durch seine Bücher und Vorträge bekannt ist, noch weiter aus: „Wir ganzheitlich denkenden Ärzte werden noch in 100 Jahren von der bahnbrechenden Theorie und Therapie von Pfarrer Kneipp profitieren. Jede Gesundheitsmedizin baut auf seinen Ideen auf. Wir schulden ihm größte Hochachtung“

Dr. von Rosen ist – wie viele ganzheitlich denkende Mediziner – ein „großer Kneippianer“, wie er selbst unlängst im Rahmen der „Seligenstädter Gesundheitstage 2019“ formulierte. Seine Therapie ist die Grundlage einer ganzheitlich aufgestellten Medizin, wie sie nicht nur in Gersfeld betrieben wird, sondern auch bundesweit in zahlreichen Praxen und Kliniken angeboten wird. Unter anderem auch in den Kliniken Essen Mitte bei Prof. Gustav Dobos, der, wie Dr. von Rosen in seiner Gersfelder Klinik ebenfalls die „fünf Säulen der Gesundheit“ von Sebastian Kneipp in seine Heilkunde und „Integrative Medizin“ aufgenommen hat.

Zu diesen fünf Säulen der Gesundheit gehören:

1. Wasseranwendungen

Sie steigern die Leistungsfähigkeit, regen die Abwehrkräfte an, verbessern die Durchblutung und wirken harmonisierend auf das Nerven- und Hormonsystem sowie auch auf die Psyche.

2. Bewegung

Unsere Muskeln und Knochen, das Herzkreislaufsystem, die Verdauungsorgane und das Nervensystem werden hierdurch angesprochen.

3. Ernährung

»Du bist, was du isst.« Einfach, aber wahr.

4. Phytotherapie –Heilpflanzen

Zum Beispiel durch Anwendungen von Heilkräutern, innerlich in Form von Tee oder Saft, äußerlich in Form von Salben, Ölen, Einreibungen, Wickeln und Bädern.

5. Lebensrhythmus

Auch »Ordnungstherapie « genannt. Gemeint ist damit z. B. ein bewusster Lebensrhythmus, eine natürliche Lebensführung, das richtige Maß – wie nicht zu viel und nicht zu wenig Arbeit, ausreichend Erholung – aber kein Müßiggang; körperliche Betätigung – ohne Höchstleistungen; schmackhafte Nahrung – ohne Völlerei usw.

„Das Bewusstsein der Menschen für einen verantwortungsvollen, gesunden Lebensstil nimmt genauso zu wie das Interesse und die Akzeptanz für sanfte und natürliche Heilmethoden“, erklärt der Präsident des Deutschen Kneipp-Bundes, Klaus Holetschek zum Sebastian-Kneipp-Tag am 17. Mai 2019. „Das ist auch Kneipps Verdienst, das Behandlungsspektrum seiner Naturheilverfahren ist riesengroß. Kneippsche Anwendungen eignen sich, neben Maßnahmen der Prävention, vor allem bei der Behandlung von Zivilisationskrankheiten“, so Holetschek.

Der Kneipp-Bund sieht seine Aufgabe auch darin, dass die konventionelle Schulmedizin das steigende Bedürfnis der Menschen nach sanfter, natürlicher Medizin unterstützt und bei ihren Verschreibungen auch auf naturheilkundliche Maßnahmen zurückgreift und die ganzheitliche Betrachtung des Menschen berücksichtigt. „Daher setzen wir uns auch für die Stärkung der Integrativen Medizin ein, also das Zusammenwirken von Natur- und Schulmedizin. Im Vordergrund steht dabei immer das Wohl des Patienten“, so Holetschek.

Der Kneipp-Bund e.V. als Bundesverband für die rund 600 Kneipp-Vereine in Deutschland setzt sich für Gesundheitsförderung und Prävention ein. Mit über 160.000 Mitgliedern ist der Kneipp-Bund e.V. die größte private deutsche Gesundheitsorganisation.

Das ganzheitliche Gesundheitskonzept des Kneipp-Bund profitiert von über 100 Jahren Erfahrung und entwickelt sich unter Einbeziehung innovativer Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung weiter. Das Ziel: Gesunde Menschen. Ein gesundes Leben im Einklang mit der Natur führen und auf diese Art aktiv vorbeugen und Heilung finden.

Diesen ganzheitlichen Ansatz hat Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) zur Grundlage seiner Heilverfahren gemacht – mit Erfolg. Sein Konzept hat überdauert und sich stetig weiterentwickelt. Aus der ursprünglichen Wasser- und Kräuterheilkunde entstand ein anerkanntes Naturheilverfahren.

Im Dezember 2015 wurde das „Kneippen als traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps“ von der Deutschen UNESCO Kommission in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.kneippbund.de

Titelfoto: © Kneipp-Bund e.V.

Text und Autoren: Dr. Jürgen von Rosen, Andrea Thoma M.A. und Kneipp-Bund e.V.

© Foto Dr. Jürgen von Rosen: ATH Medien

 

 

 

 

Ab 01. Juli 2019: Kariesprävention schon ab dem ersten Zahn

Neue Früherkennungsuntersuchungen und Kariesprophylaxe für Kleinkinder

Ab 1. Juli 2019 haben Kinder zwischen dem sechsten und dem vollendeten 33. Lebensmonat Anspruch auf drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Zum Leistungsumfang gehört neben der Vorsorge und Beratung zur richtigen Mundhygiene auch die Zahnschmelzhärtung mit Fluoridlack.

Im Gegensatz zu anderen Altersgruppen ist die Karies bei den Kleinsten nicht zurückgegangen. Knapp 15 Prozent der Dreijährigen weisen bereits Karies auf, die als häufigste chronische Erkrankung im Vorschulalter gilt.

Bisher waren zahnärztliche Untersuchungen erst ab dem dritten Lebensjahr vorgesehen. Zu spät, fand auch der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und beschloss am 17. Januar 2019 die neuen Früherkennungsuntersuchungen und Prophylaxeleistungen für Kleinkinder ab dem sechsten Lebensmonat, also mit Durchbruch des ersten Milchzahnes. Die folgenden Leistungen sind ab 1. Juli zusätzlich Teil des Leistungskatalogs der Krankenkassen:

  1. Drei Zusatzuntersuchungen ab dem ersten Zahn: Zwischen dem 6. und vollendeten 33. Lebensmonat können drei zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen werden. Sie werden zeitlich auf die im „Gelben Heft“ aufgeführten kinderärztlichen Untersuchungen abgestimmt. Bis zum sechsten Lebensjahr sind nach wie vor weitere drei zahnärztliche Untersuchungen vorgesehen.
  2. Aufklärende Beratungsgespräche: Die Untersuchungen enthalten beratende Gespräche, bei denen Zahnärzte Eltern über Ursachen von oralen Erkrankungen und die richtige Mundhygiene bei Kindern aufklären.
  3. Zahnschmelzhärtung mit Fluoridlack: Zweimal pro Kalenderhalbjahr erstatten Krankenkassen von nun an die Zahnschmelzhärtung mittels Fluoridlack.

 

 

Professor Dr. Stefan Zimmer, Sprecher der Informationsstelle für Kariesprophylaxe, begrüßt das Inkrafttreten der neuen Leistungen ab 1. Juli 2019: „Ich bin überzeugt, dass die zusätzlichen Früherkennungsuntersuchungen zur Prävention von Karies und zur Verbesserung der Mundgesundheit beitragen werden“, so Zimmer. „Was viele nämlich nicht wissen: Auch die Milchzähne sind enorm wichtig für die Entwicklung des Kindes.“

Milchzähne besonders kariesgefährdet

Milchzähne sind besonders anfällig für Karies, da ihr Zahnschmelz nur halb so dick ist wie der von bleibenden Zähnen. „Gleichzeitig ist der Mineralstoffgehalt des frischen Zahnschmelzes der Milchzähne deutlich geringer“, erläutert Zimmer. Mangelnde Mundhygiene, fehlende oder unzureichende Fluoridierung und falsche Ernährung, zum Beispiel das Nuckeln an zuckerhaltigen Getränken oder der häufige Konsum von Quetschies, können dann sehr schnell zu Karies führen. „Frühkindliche Karies kann die Sprachentwicklung, das Kieferwachstum sowie die Entwicklung eines gesunden bleibenden Gebisses behindern. Außerdem verursacht sie Schmerzen, eine reduzierte Kaufunktion, und wenn Schneidezähne betroffen sind, werden die Kinder in der Kita oft von ihren Altersgenossen gehänselt. Das alles können wir unseren Kleinsten ersparen.“

Vier Säulen der Kariesvorbeugung

Die Kariesprophylaxe basiert im Wesentlichen auf vier Säulen: zahngesunde Ernährung, gewissenhafte Zahnpflege, zahnärztliche Vorsorge sowie stärkende Fluoride. Zu letzterem haben die zahnärztlichen Fachgesellschaften bereits Ende 2018 neue Empfehlungen für Kinder beschlossen. Je nach Altersstufe wird nun eine reiskorn- bzw. erbsengroße Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm anstelle von 500 ppm Fluorid empfohlen. Zusätzlich sollte in der häuslichen Verpflegung fluoridiertes Speisesalz zum Einsatz kommen. „Die neuen gesetzlichen Regelungen sowie die Empfehlungen der Fachgesellschaften lassen mich positiv in die Zukunft blicken, was die Zahngesundheit der Kleinsten in Deutschland betrifft“, resümiert Zimmer.

Noch Fragen offen?

Verbraucher können sich bei Fragen zur Kariesprophylaxe telefonisch unter 069/2470-6822 oder via E-Mail daz@kariesvorbeugung.de an die Informationsstelle für Kariesprophylaxe wenden.

Beitragsbild:Kind_Zahnarzt_©Bojan_stock.adobe.com_Informationsstelle für Kariesprophylaxe

Ketogene Diät bei vielen Erkrankungen

Immer öfter wird Krebspatienten eine ketogene oder kohlenhydratarme Diät empfohlen. Sie soll den Krebs „aushungern“ und die Wirksamkeit der Therapie verbessern. Ketogene Diäten werden unter anderem bereits erfolgreich bei Epilepsiepatienten eingesetzt, die nicht auf eine medikamentöse Therapie ansprechen. Eine unterstützende Wirkung bei Krebstherapien ist für den Menschen bisher jedoch nicht nachgewiesen. Der durch die Diät veränderte Stoffwechsel wirkt sich zudem auf die Schilddrüsenfunktion aus und kann eine Hypothyreose begünstigen. Daher sollte während einer ketogenen Ernährung die Schilddrüse der Patienten regelmäßig kontrolliert werden.

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Ketogene Diät als Therapieoption

Ketogene Diäten sind besonders kohlenhydratarm. Der Anteil an Kohlenhydraten liegt meist unter 70 Gramm pro Tag. Gleichzeitig ist der Fettanteil sehr hoch. Dadurch wird durch Stoffwechselprozesse ein Hungerzustand im Körper nachgeahmt. Diese Diät-Form ist als nicht-medizinische Therapieoption für Patienten mit speziellen Enzymmangelkrankheiten und bei Kindern mit Epilepsie, die nicht medikamentös behandelbar ist, bestätigt und etabliert. Die ketogene Diät wird inzwischen auch öfter für Krebspatienten empfohlen. Die kohlenhydratarme Ernährung verringert das Energieangebot für die Krebszellen und der Krebs wird sozusagen „ausgehungert“. Zusätzlich unterstützt sie die Chemo- oder Strahlentherapie und verringert deren Toxizität – so die Theorie. In der Praxis fehlen jedoch aussagekräftige Humanstudien, die diese Aussagen bestätigen.

Gestörte Schilddrüsenfunktion

In einer Studie aus 2017 stellten Wissenschaftler stattdessen negative Effekte auf die Schilddrüsenfunktion fest. Untersucht haben sie die Auswirkungen einer einjährigen ketogenen Diät bei Kindern mit Epilepsie, die nicht durch Medikamente behandelbar war. Im Verlauf der Studie entstand bei 16,7 Prozent der Kinder eine Schilddrüsenunterfunktion. Der bei der Diät simulierte Hungerzustand führt demnach zu einer verringerten Bildung des Schilddrüsenhormons Triiodthyronin (T3) aus Thyroxin (T4). So kann im Verlauf der Diät eine Schilddrüsenunterfunktion entstehen. In diesem Fall ist eine Medikation mit L-Thyroxin notwendig. Bei einer dauerhaften ketogenen Ernährung ist es daher wichtig, die Schilddrüsenfunktion regelmäßig zu überprüfen.

Text/Grafik/Logo: Copyright © 2019 Forum Schilddrüse e.V. 

Klinikum Darmstaddt GmbH

Focus-Ärzteliste 2019: Sieben Ärzte des Klinikums Darmstadt als Top-Mediziner empfohlen

Sieben Klinikdirektoren des Klinikums Darmstadt werden von der FOCUS-Ärzteliste 2019 erneut als Top-Mediziner empfohlen: Sie gehören damit laut Focus zu den führenden Ärzten Deutschlands.

 Als Top-Mediziner sind für elf Erkrankungen in der Ausgabe Nr. 4 / 2019 des Focus Gesundheit gelistet: Priv. Doz. Dr. med. Sven Ackermann von der Frauenklinik für Brustkrebs und gynäkologische Tumoren, Priv. Doz. Dr. med. Farzin Adili von der Klinik für Gefäßmedizin für Gefäßchirurgie, Prof. Dr. med. Rupert Bauersachs von der Klinik für Gefäßmedizin für Venenleiden und für Angiologie, Prof. Dr. med. Karl Heinz Emmerich von der Augenklinik für Lidkorrektur, Priv. Doz. Dr. med. Maurizio Podda von der Hautklinik für Botox & Filler und für Fettabsaugung, Dr. med. Georg Frey von der Klinik für Neonatologie / Perinatalzentrum Südhessen – die Frühgeborenenintensivstation ist eine Einrichtung der Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret im Klinikum Darmstadt – für Neonatologie sowie Prof. Dr. med. Dietmar Lorenz von der Chirurgischen Klinik I –  Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie – für Tumoren des Verdauungstrakts und für Bauchchirurgie und auch für Gallenblasen- und Gallenwegschirurgie.

 Das FOCUS Gesundheitsmagazin nennt jährlich die bundesweit besten Ärzte in unterschiedlichen medizinischen Fachdisziplinen und erstellt eine Übersicht über die führenden Spezialisten für verschiedene individuelle Erkrankungen. In 2019 sind das 36000 Mediziner für 93 Erkrankungen. Dafür gehen bei der laut Focus unabhängigen Datenerhebung große Umfragen in Zusammenarbeit mit medizinischen Fachgesellschaften, wissenschaftliche Publikationen sowie Empfehlungen von Patientenverbänden, Selbsthilfegruppen, Klinikchefs, Oberärzten und niedergelassenen Medizinern in die Bewertung ein. Die Focus-Liste, erhoben von dem unabhängigen Recherche-Institut Munich Inquire Media (MINQ) will Betroffenen und deren Angehörigen helfen, die richtigen Ansprechpersonen für ihr gesundheitliches Problem zu finden.

Foto Copyright Klinikum Darmstadt